Osthoffs Entscheidung

Bevor man sich das Recht zuspricht, die Entscheidung von Susanne Osthoffs, trotz der in Zukunft fehlenden Unterstützung durch die Bundesregierung ihre Arbeit im Irak fortzusetzen, sollte man sich unbedingt das Interview “Man kann ihre Arbeit nicht hoch genug einschätzen” mit dem Archäologen Michael Müller-Karpe durchlesen.

tagesschau.de: Warum sind die Widerstände denn so groß?
Müller-Karpe: Es ist eine für Deutschland höchst brisante und peinliche Angelegenheit. Deutschland ist einer der wenigen Staaten, die die Unesco-Konvention von 1970 zum Kulturgüterschutz nicht unterzeichnet haben. Diese Konvention besagt, dass man die Gesetze, die andere Länder zum Schutz ihres kulturellen Erbes erlassen haben, respektiert. Den eigenen Bürgern würde dann der Handel mit Raubgütern aus solchen Ländern untersagt.
[...]
Müller-Karpe: Da steckt eine finanzkräftige Lobby dahinter, die mit Hehlerware aus Raubgrabungen Geld verdient und die ganz offen mit dem Verlust deutscher Arbeitskräfte droht, wenn die Gesetze strenger werden.

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