Mich hat ja die heutige Überkonzentration und der ständige Selbstlob und das Selbstbelügen in Radio, Print und Fernsehen angenervt. Reflexion sieht deutlich anders aus! Der einzige wirklich gute Beitrag zum Mauerfall vor 20 Jahren erreichte mich über Spreeblick:
Immer wieder gut. Volker Pispers zum ewigen Schauspiel im Bundestag.
Der Souverän kann entspann sein Kreuz wählen, weil er nichts falsch machen kann: Entweder die Einen beschließen den Mist und die Anderen regen sich auf oder die Anderen beschließen den Mist und die Einen regen sich auf. Das ist es, was unsere parlamentarische Demokratie so stabil macht.
Frontal 21 hat ein schönes Video zur Frage von Rob Savelberg zusammengestellt. Damit ist zumindest die für Merkel unangenehme Frage in den öffentlichrechtlichen Sender ZDF gekommen – auch wenn nur in Form von Satire. Auf der einen Seite kann man mit Satire und Ironie so Einiges ausdrücken, was man ohne nicht ausdrücken könnte. Auf der anderen Seite sagt das ja nur, dass eine ernsthafte Behandlung und Nachverfolgung des Themas nicht machbar ist – und das sollte uns zu denken geben!
Während bei uns der Eindruck entstehen kann, dass es derzeit recht ruhig ist im Westjordanland und dem Gaza-Streifen, ist der Alltag der Menschen dort vom Widerstand gegen diverse Ungerechtigkeiten geprägt. Der Widerstand in Bil’in stellt geradezu das Ideal der Forderungen aus westlichen Staaten an die Palästinenser dar: der gewaltfreie Widerstand. Jeden Freitag marschieren hunderte Bewohner zusammen mit ausländischen Sympathisanten und einigen wenigen Medienvertretern in Richtung der Absperrungen, die sich auf palästinensischem Boden befinden. Jede Woche werden sie von israelischen Soldaten erwartet, die keineswegs gewaltfrei auf die Proteste antworten und teilweise mit Tränengas und teilweise mit nächtlichen Razzien in Bil’in antworten ((interessant ist auch die grüne Flüssigkeit, von der im zweiten Bericht die Rede ist)). Dieser wöchentliche Kampf ist für die hiesigen Medien weiter unwichtig – zumindest nicht so wichtig wie die Proteste im Iran. Hier zwei Videos von Al-Jazeera.
Ramadan Mubarak. Ich wünsche allen einen gesegneten Ramadan. Mein Trick für extern-praktischen Teil des sommerliche Fastens: Prozessoren werden bei Überhitzung gestuft heruntergefahren, um eine weitere Hitzeansammlung zu vermeiden. Das können Menschen auch. Nehmt euch also ruhig Zeit mit dem Gehen, dem Tippen und vor allem dem Reden. Meiner Erfahrung nach beansprucht oftmals vor allem das Reden bei entsprechender Aufregung recht viel Energie und führt zudem zu Überhitzung. Also, einen Gang runterschalten und die Ruhe ausstrahlen ((ich weiß, im Auto müsste man für dieselbe Geschwindigkeit einen Gang hochschalten, um Ruhe auszustrahlen, aber das ignorieren wir mal…)) – das wird einem die Umwelt danken.
Eine inzwischen alte Manifestierung der Entrechtung von Palästinensern in Israel hatte ich ja bereits von Shraga Elam zitiert. Dass die Praxis Fortbestand hat und – neben der Siedlungspolitik im Westjordanland – in Jerusalem massiv, unnachgiebig und vor allem brutal betrieben wird, zeigt das nachfolgende Video beispielhaft:
Welcher Frechheit man sich bedienen können muss, um – wie der Gesandte Israels Ilan Mor im Deutschland Radio – zu behaupten, dass Israel den Gaza-Streifen nicht blockieren würde.. Er konkretisiert das wie folgt:
Solange die Hamas dort die Kontrolle haben, werden wahrscheinlich die 1,5 Millionen Palästinenser nicht 100 Prozent in der Lage sein, alles zu bekommen. Ich möchte etwas sagen, und zwar: es gibt keine Blockade. Es gibt Einschränkungen. Jede 24 Stunden werden diese Einschränkungen auf die Probe gestellt, gecheckt und bei Bedarf, wenn es die Sicherheitslage leistet, werden wir mehr und mehr Lebensmittel, Medikamente, fast 100 Prozent liefern können oder erlauben.
Das ist doch nett, oder? Der Tropf, an dem der Gaza-Streifen hängt, ist eben nicht immer verschlossen. Und um diesen ein Stückchen weiter zu öffnen, verlangt man ja nur, dass die Palästinenser ihre demokratisch gewählte Regierung stürzen. Das kann doch nicht zu viel verlangt sein…
Eine gute Zusammenfassung der Dämlichkeiten der Kinderpornographie-Internetsperren.
Ein Polizist überrascht einen Vergewaltiger auf frischer Tat und statt sich auf ihn zu stürzen, errichtet er einen Sichtschutz, damit zufällig vorbeikommende Passanten die schrecklichen Bilder nicht unfreiwillig ansehen müssen. Da würde man doch auch sagen: Gut, dass sich da mal einer drum gekümmert hat.
Gestern erst habe ich dieses Stück im Guardian gesehen. “Seven jewish children” spielt die Geschichte Israels aus der Perspektive jüdischer Eltern nach, die sich fragen, was sie ihren Kindern erzählen sollen. Geschrieben wurde das Stück von Caryl Churchill, die dazu aufruft, das Spiel nachzuspielen und nachzusprechen. Genial gemacht!
Dies ist ein Kurzfilm von einem der Animateure des Kino-Films “Waltz with Bashir”. Der Kurzfilm nennt sich “Closed Zone” und hat eine eigene dreisprachige Internetseite mit weitergehenden Informationen und Beweggründen. Auftraggeber für den Kurzfilm ist die Organisation “Gisha”, die sich für das Recht auf freie Bewegung der Palästinenser vor allem im Gaza-Streifen einsetzt.
Noch ein kleiner Einblick in das Zurückfinden der Menschen in Gaza in den Alltag: UNICEF berichtet über die Rückkehr der Schulkinder zu “ihren” Schulen im Gazastreifen.
Während einer Fernsehsendung, in der ein israelischer Journalist saß, wurde dieser von einem befreundeten palästinensischen Arzt aus dem Gaza-Streifen angerufen, der ihm aufgeregt erzählte, dass das israelische Militär seine Wohnung bombardiert hat und drei seiner Kinder getötet hatte. Daran ist – gemessen an den letzten 20 Tagen – nichts wirklich besonders, bis auf die Tatsache, dass das israelische Publikum diesen Anruf mit seiner Dramatik mitbekam – eine seltene Gelegenheit.
Eigentlich müsste man der israelischen Zivilgesellschaft und einigen der hier beheimateten Kriegsbefürworter nur mehr dieser “Zwischenfälle” wünschen – nicht zuletzt Herrn Elmar Brok natürlich. Natürlich hat die israelische Regierung nach einer so peinlichen Panne ihren Soldaten befohlen, die betroffene Familie aus dem Gaza-Streifen in ein israelisches Krankenhaus zu bringen. Der Normalfall scheint ja derzeit der zu sein, dass Ambulanzen die Verletzten nicht erreichen können. Ob den Zuschauern bewusst ist, dass das bei weitem nicht die einzige zerbombte und massakrierte Familie ist?
Heute mal, was emotionales. Der mir unbekannte Michael Heart hat ein schönes Lied zum Krieg in Gaza geschrieben.
A blinding flash of white light
Lit up the sky over Gaza tonight
People running for cover
Not knowing whether they’re dead or alive
They came with their tanks and their planes
With ravaging fiery flames
And nothing remains
Just a voice rising up in the smoky haze
We will not go down
In the night, without a fight
You can burn up our mosques and our homes and our schools
But our spirit will never die
We will not go down
In Gaza tonight
Mein genereller Eindruck von der Veranstaltung der Demonstrantion in Hannover am Samstag war sehr gut. Das ganze hat rechtzeitig angefangen, auch wenn am Anfang nicht alle Demonstranten dabei waren. Das hatte den Vorteil, dass man nicht zu lange im kalten Winter stehen musste. Trotzdem blieb genügend Zeit für einige Aufnahmen.
Während die ARD immer noch darüber nachdenkt, wie sie ihre Inhalte zugänglicher machen kann, hat das zdf einen eigenen Kanal auf youtube eingerichtet. Dort habe ich folgendes Video gefunden:
… es gäbe einen guten Grund, warum Kleinkinder nicht genügend Impuls aufbauen können. Schließlich kommt mit dem Impuls eine grössere Verletzungsgefahr und es wird schwieriger, mit den Gedanken hinterherzukommen und die nächste Bewegung zu planen oder eine falsche Bewegungsrichtung abzufangen. Aber wenn ich mir dieses Video eines 25 Monate alten Kinds anschaue, dann habe ich an der Theorie doch Zweifel..