Freitag, 30. Dezember 2005, 11:42 Uhr
Netter Kommentar von Elke Heidenreich in der FAZ:
Liebe Susanne Osthoff, Deutschland ist böse auf Sie! Sie sind nicht dankbar genug und auch noch so störrisch, sich im Irak wohler zu fühlen als in Bayern, wo Sie, das stimmt allerdings, Ihre kleidsamen Kopftücher wohl nicht tragen dürften. Und dann geben Sie auch noch zuerst Al Dschazira ein Interview und nicht dem ZDF!
Was Sie nicht wissen: Wir sind im Moment alle sehr Deutschland, und Sie wollen nun einfach Irak sein, wer soll das verstehen? Wenn schon vermutlich Geld für Sie bezahlt wurde, dann hat Deutschland das Recht, Sie mit Mutter unterm Baum, mit Schwester bei Kerner, mit Außenminister bei Christiansen, als Mensch des Jahres bei Jauch und allein in dreistündiger Sondersendung bei Beckmann zu sehen, immer demütig und dankbar, Tränen wären schön. Das alles haben Sie verweigert, und das tut guten Deutschen richtig weh. Das kommt davon, wenn man Frauen zuviel eigenen Willen läßt, nicht wahr? Wahrscheinlich würden Sie nicht mal einen Orden annehmen für alles, was Sie im Irak geleistet haben, aber wahrscheinlich kriegen Sie auch gar keinen. Den kriegt man nur, wenn man nicht anders ist. Anders ist immer ganz schlecht.
Ich bin übrigens auch nicht Deutschland, ich bin einfach nur
Ihre Elke Heidenreich
In der Zwischenzeit müssen wir uns um unseren Ex-Staatssekretär kümmern, auch wenn er selbst das sicher nicht fordern würde…
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Dienstag, 27. Dezember 2005, 20:11 Uhr
Bevor man sich das Recht zuspricht, die Entscheidung von Susanne Osthoffs, trotz der in Zukunft fehlenden Unterstützung durch die Bundesregierung ihre Arbeit im Irak fortzusetzen, sollte man sich unbedingt das Interview “Man kann ihre Arbeit nicht hoch genug einschätzen” mit dem Archäologen Michael Müller-Karpe durchlesen.
tagesschau.de: Warum sind die Widerstände denn so groß?
Müller-Karpe: Es ist eine für Deutschland höchst brisante und peinliche Angelegenheit. Deutschland ist einer der wenigen Staaten, die die Unesco-Konvention von 1970 zum Kulturgüterschutz nicht unterzeichnet haben. Diese Konvention besagt, dass man die Gesetze, die andere Länder zum Schutz ihres kulturellen Erbes erlassen haben, respektiert. Den eigenen Bürgern würde dann der Handel mit Raubgütern aus solchen Ländern untersagt.
[...]
Müller-Karpe: Da steckt eine finanzkräftige Lobby dahinter, die mit Hehlerware aus Raubgrabungen Geld verdient und die ganz offen mit dem Verlust deutscher Arbeitskräfte droht, wenn die Gesetze strenger werden.
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Montag, 19. Dezember 2005, 19:46 Uhr
Wie u.a. Tagesschau und islam.de berichten, ist Susanne Osthoff wieder freigelassen worden und befindet sich in der deutschen Botschaft im Irak. Der mitentführte Fahrer soll später auch freigelassen werden. Offensichtlich liefen die Verhandlungen sehr weit “unterm Radar”, denn selbst der Freundeskreis von Susanne Osthoff und die Action Medeor haben anscheinend vorher nichts gewusst.
Wann Frau Osthoff wieder nach Deutschland kommen wird, ist nicht bekannt. Wann immer, ich glaube man kann mit Zuversicht sagen: herzlich willkommen!
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Mittwoch, 14. Dezember 2005, 21:41 Uhr
Die Seite “Susanne Osthoff - ein Leben für die Hoffnung” ruft zur Unterstützung der Freilassung von Susanne Osthoff auf. Die Aktion Medeor - für die Susanne Osthoff Medikamente nach Irak gebracht hat - hat eine Online-Petition gestartet, damit die deutsche Regierung auch nach dem Medienhype um Osthoffs Entführung auch weiterhin am Ball bleibt.
Zwar ist der erste Medienhype Gottseidank abgeklungen und “der Fall Susanne Osthoff” ein Politikum (was großen Einsatz der Regierung auf allen Ebenen garantiert), jedoch ist es essentiell, dass weiterhin an sie gedacht wird und dies auch öffentlich. Wie die Fälle von Florence Aubenas und Guliana Sgrena belegen, haben die unablässigen Appelle, Aufrufe und Solidaritätsbekundungen einer breiten Öffentlichkeit dazu beigetragen, dass die Regierungen ihr Ziel nicht aus den Augen verloren haben.
Zur Unterschriftenaktion geht es hier: action medeor fordert die Freilassung Susanne Osthoffs
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