Posts tagged: medien

Die heute-show zu früh ausgezeichnet

authorOmar | 11. März 2010

Die Satiresendung “heute-show” im zdf wurde mit dem Grimme-Preis im Bereich Unterhaltung ausgezeichnet. Das ist meines Erachtens viel zu früh. Die Sendung gibt es erst seit anfang des Jahres im wöchentlichen Rythmus (davor monatlich mit einigen Internet-Specials), der aber von zdf zumindest wegen der Karnevalsübertragung abgesetzt wurde und obwohl ich die Sendung genieße, fehlt ihr noch die Durchgängigkeit und die Seriosität der Satire. Was ich damit meine, erkennt man auch im von der Grimme-Jury gezogenen Vergleich mit der amerikanischen “the daily show” mit dem exzelenten Moderator und früheren MTVler Jon Steward: Seine Kritik ist zwar ab und an nicht von billigen Clownwitzen zu unterscheiden, aber recht häufig sind die Stücke von Jon Steward und seiner “besten News-Crew” sehr pointiert und inhaltsschwanger. Das fehlt der heute-show noch. Dafür ist sie noch zu sehr vom üblichen deutschen Comedy-Gehabe geprägt und versucht sich scheinbar von Flachwitzlern wie Stefan Raab, Harald Schmidt und Pocher zu messen.

Griechen – die Menschen, über die man lachen darf!?

authorOmar | 8. März 2010

Wie weit manche Medien sich weit weniger dem Berichten und Informieren und weit mehr der Öffentlichmachung neid- und missgunstgeprägter Einstellungen widmen, sieht man derzeit an diversen Artikeln über die wirtschaftliche Misere Griechenlands. Da erfreut es umso mehr, den Artikel des Journalisten und “Halbgriechen” Michalis Pantelouris zu lesen, der diese Art der Stimmungsmache anprangert und bloßstellt. Leseempfehlung!

So geht es weiter mit jedem Fakt, der da in die Welt geblasen wird, als neu oder sensationell verkauft, als Grund für die Misere. Es wird das Bild gemalt von einer Nation, die in fauler Gier anstatt zu arbeiten lieber die EU ausgenommen hat und jetzt überversorgt und fett am Strand liegt, während in Deutschland hart gearbeitet wird, um ihnen das Geld hinterher zu werfen. Natürlich braucht man keinen Nobelpreis, um zu erkennen, dass es so nicht stimmt. Man braucht gerade mal ein Gehirn.

Wenn Medien Nachrichten ’schaffen’; BILD und Margot Käßmann

authorOmar | 1. März 2010

Im Bildblog findet sich ein sehr interessanter Artikel, der aufzeigt, wie ein BILD-’Journalist’ aktiv Agenda-setting betreibt.

Auf unsere Anfrage berichtet Kelber, er sei von einem “Bild”-Mitarbeiter (bzw. einem Mann, der sich als “Bild”-Mitarbeiter ausgegeben hatte) angerufen worden, der ihn fragte, “ob ich nicht etwas zu der Forderung erzählen wolle, Frau Käßmann in die Politik, in die SPD zu holen.” Als Kelber den Anrufer gefragt habe, wer diese Forderung denn erhoben habe, habe er zur Antwort erhalten: “Bisher noch niemand.” Nachdem Kelber abgelehnt hatte, diese Forderung zu erheben, habe er sie kurz darauf wortgleich als Vorschlag der Grünen in “Bild” gelesen.

Neue Artikel: 14. February 2010

authorOmar | 14. Februar 2010

Neue Artikel für den 14. February 2010:

Custom Feed: In Memory of Sister Aasiya Zubair: Nine Things You Can Do, "Breaking the silence:" Women soldiers speak out, How to brand Israel, The Muslim origins of Valentine’s Day, Some thoughts on Ethan Bronner at the New York Times, 12 February 2010, Israeli court frees non-violent protesters, The National, 12 February 2010, Israel tracks the [...]

Alexander Schuller verbreitet Lüge vom Weihnachten-verbietenden Muslim

authorOmar | 26. Januar 2010

Professor Alexander Schuller hat einen sehr wirren Kommentar im DeutschlandRadio abgegeben. Den Schlußsatz könnte man gar als ein Plädoyer für einen ‘Gottesstaat’ (oder zumindest für eine Theokratie) verstehen, würde er sich damit nicht hinter einem Zitat verstecken:

Der Soziologe Eric Voegelin meinte, uns fehle die Einheit von Glaube, Gedächtnis und Politik. Man darf diesen verlorenen Schatz ruhig Transzendenz nennen.

Aber das eigentliche Problem ist die Weiterverbreitung der Mär vom Intolleranten Muslim. Anbei eine Email, die ich der Dradio-Redaktion geschickt habe:

Kennen Sie den ‘Gaza Freiheitsmarsch’? Wahrscheinlich nicht.

authorOmar | 30. Dezember 2009

Stephen M. Walt ist US-Professor für internationale Beziehungen an der Harvard University. Diesen Text veröffentlichte er im Englischen auf seinem Blog bei foreignpolicy.com.

Wußten Sie, dass der Gaza-Freiheitsmarsch — eine Gruppe von mehr als 1300 Friedensaktivisten aus 43 Staaten — derzeit, zum Jahrestag des brutalen israelischen Angriffs, der vor einem Jahr mehr als 1000 Menschen umbrachte, gegen die fortgesetzte Blockade des Gaza-Streifens protestieren? (Es gibt ein unabhängiges Bestreben, Hilfslieferungen unter der Schirmherrschaft der Gruppe Viva Palestina nach Gaza zu bekommen)

Gastbeitrag: Statt Scharfmacherei sind Neutralität, Sachlichkeit und Objektivität gefragt!

authorOmar | 25. Dezember 2009

Der folgende Gastbeitrag vom Wolfsburger Imam Mohamed Ibrahim befasst sich mit dem Gerücht, das vor allem von Spiegel Online verbreitet wurde, dass ein muslimischer Gelehrter das Feiern von Weihnachten in mehrheitlich muslimischen Ländern verbieten lassen möchte. Ich hoffe, einen eigenen Beitrag noch zum Thema zu schreiben und würde mir schon wünschen, dass der Spiegel, eine Entschuldigung für den Lügen-Artikel verfasst.

Der Freiheitsmarsch auf Gaza beginnt

authorOmar | 23. Dezember 2009

Vor fast einem Jahr hat Israel den Gaza-Streifen angegriffen. Insgesamt wurden 1400 Palästinenser und 13 Israelis getötet. An die Asymmetrie der Opfer hat man sich bereits gewöhnt, nur mit der Brutalität und Schonungs- und Rücksichtslosigkeit des israelischen Militärs hat man nur wenig gerechnet. Heute sind israelische Offizielle natürlich willkommene Staatsgäste. Auch wenn ein britisches Gericht einen Haftbefehl gegen die frühere israelische Außenministerin Tzipi Livni ausgestellt hatte, die Politik des Landes hat schnell bekräftigt, dass es problemlos die Unabhängigkeit des Gerichts und der Rechtstaatlichkeit des eigenen Landes opfern würde, um Kriegsverbrecher zu schützen. Medial spielen Palästinenser nur eine marginale Rolle Tatsächlich ist der Gaza-Streifen – und das Westjordanland – nur wenig interessant, solange Palästinenser in keinen allzu großen Zahlen sterben und sie sich nicht mittels Raketenangriffen zu “Wort” melden.

Reaktionen: Schäuble als Finanzminister – Merkel antwortet nicht

authorOmar | 3. November 2009

Rob Savelberg hat mir einige Links auf Artikel und Videos geschickt, die als Reaktion zu seiner Frage an die Bundeskanzlerin Angela Merkel erschienen sind. Inzwischen wurde das Video auf youtube mehr als 600.000 Mal aufgerufen, obwohl es daneben auch repliziert wurde. Diverse Videoantworten sind dort zu sehen, unter Anderem ein Radio-Interview bei M94.5:

WDR Zeitzeichen erinnert an den Kalifen Omar Ibn al-Khattab

authorOmar |

Gerade im WDR5 angehört: Ein interessanter Beitrag zum Leben und Wirken Omar Ibn al-Khattabs im Programm “Zeitzeichen” des WDR.

03. November 644: Todestag des Kalifen Umar I.

Umar war einer der ersten Muslime überhaupt und – obwohl mehr als 20 Jahre jünger – einer der Schwiegerväter des Propheten Muhammad. In die zehnjährige Amtszeit Umars als zweiter Nachfolger (Kalif) des Propheten fällt die Eroberung großer Gebiete, die heute islamisches Kernland sind: Palästina, Syrien, Irak, der Südwesten von Persien, Ägypten und das libysche Küstenland bis Tripolis. Die benachbarten antiken Großreiche der Byzantiner in Norden und der Perser im Osten hatten den motivierten muslimischen Kämpfern wenig entgegen zu setzen. Umar ibn al-Khattab war als Kalif an den meisten Eroberungszügen jedoch nicht persönlich beteiligt. Er wurde von einem persischen Sklaven ermordet. Autor: Tobias Mayer © 2009

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Wikipedia spricht vom 7. November als Todestag, aber wen interessiert diese kleine Differenz..

Schweigen in der Sache – Berichterstattung, die umhaut!

authorOmar | 1. November 2009

in der ZDF-Mediathek findet sich neuerdings ein Video aus der Sendung ZDF aspekte vom Freitag, den 30.10.2009. Unter dem Titel “Schändliches Schweigen” geht darin eine Frau Anna Bernard angeblich auf “den Fall” der ermordeten Marwa El-Sherbini ein. Wie sie das tut wäre sehr witzig, wenn es denn nicht so traurig gewesen wäre. Erst die Ansage:

Am 1. Juli wurde eine junge Ägypterin im Landgericht Dresden von einem Russlanddeutschen mit 16 Messerstichen ermordet. Danach wurde die Frage gestellt, ob es in Deutschland ein unterschwelliges rassistisches Klima gibt. Diese Frage stellte man sich natürlich auch in der islamischen Welt – vor Allem in Ägypten. Diese Woche hat nun der Prozess gegen den 28-jährigen Angeklagten begonnen – der tobt im Gerichtssaal, schweigt aber in der Sache.

Das nehmen sich scheinbar die Macher dieses Programms zum Motto: Schweigen in der Sache! Aber eins nach dem Anderen. Mit welchen Mitteln des hohen Journalismus möchte die Reporterin nun an den Fall herantreten. Wie wird sie “den Fall Marwa El-Sherbini” behandeln?

Ein Monat lang Thilo Sarrazin

authorOmar | 24. Oktober 2009

Ulli Tückmantel beklagt in der “Rheinischen Post”, “dass in der öffentlichen Debatte immer häufiger Minderheiten bestimmen, wie die Mehrheit über sie sprechen darf.” Dadurch erfolge praktisch eine Einschränkung der Redefreiheit.

Redefreiheit soll hier an bestimmte Benimmregeln geknüpft werden, wie “man” in Deutschland über Minderheiten zu sprechen oder im Zweifelsfall zu schweigen hat.

Das Dilemma besteht nach Herrn Tückmantel darin, dass die Provokation vonnöten wäre, um überhaupt gehört zu werden. Dies müsse erlaubt sein, auch wenn (oder gerade wenn) von der angesprochenen Minderheit ((er spricht quasi-konkret aber eigentlich vollkommen schwammig “weite Teile der muslimischen Bevölkerung in Deutschland” an)) stets “reflexartige Reaktion[en] des Beleidigtseins” kommen. Ohne die Provokation würde ja keiner die Kritik wahrnehmen.

Die Obszönität dieser Relativierungen der Redefreiheit liegt darin, dass Sarrazin überhaupt gar nicht gehört worden wäre, wenn er seine Äußerungen nicht in klarer, deutscher Prosa getan hätte.

Ich schlage vor: Wir richten einen “Thilo-Sarrazin”-Monat ein!

Die Moooooslime kommen!

authorOmar | 17. Oktober 2009

Dieser Artikel ist im Original im Englischen auf huffingtonpost.com erschienen. Dean Obeidallah ist seit dem 11. September ein Comedian, der in den USA aufgewachsen ist.


Nicht nur sind Muslime auf dem Vormarsch, sie möchten sogar Amerika ((lies: Deutschland, Frankreich, Europa …)) übernehmen! Zumindest ist es das, was vier republikanische Abgeordnete Kongressabgeordnete heute behauptet haben.

Das Internet-Manifest

authorOmar | 7. September 2009

Fünfzehn Journalisten haben siebzehn Thesen zum Funktionieren von Journalismus im Medium Internet veröffentlicht. Hier sind sie zusammengefasst:

  1. Das Internet ist anders.
  2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
  3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
  4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
  5. Das Internet ist der Sieg der Information.
  6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
  7. Das Netz verlangt Vernetzung.
  8. Links lohnen, Zitate zieren.
  9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs.
  10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
  11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
  12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.
  13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
  14. Das Internet kennt viele Währungen.
  15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.
  16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
  17. Alle für alle.

Jetzt, wo ich mehr drüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich einigen Aussagen – die sehr optimisitisch auf das Internet schauen – nicht ganz zustimmen würde…

Kein Grund für Berichterstattung: Leben im Westjordanland

authorOmar | 5. September 2009

Während bei uns der Eindruck entstehen kann, dass es derzeit recht ruhig ist im Westjordanland und dem Gaza-Streifen, ist der Alltag der Menschen dort vom Widerstand gegen diverse Ungerechtigkeiten geprägt. Der Widerstand in Bil’in stellt geradezu das Ideal der Forderungen aus westlichen Staaten an die Palästinenser dar: der gewaltfreie Widerstand. Jeden Freitag marschieren hunderte Bewohner zusammen mit ausländischen Sympathisanten und einigen wenigen Medienvertretern in Richtung der Absperrungen, die sich auf palästinensischem Boden befinden. Jede Woche werden sie von israelischen Soldaten erwartet, die keineswegs gewaltfrei auf die Proteste antworten und teilweise mit Tränengas und teilweise mit nächtlichen Razzien in Bil’in antworten ((interessant ist auch die grüne Flüssigkeit, von der im zweiten Bericht die Rede ist)). Dieser wöchentliche Kampf ist für die hiesigen Medien weiter unwichtig – zumindest nicht so wichtig wie die Proteste im Iran. Hier zwei Videos von Al-Jazeera.

Firas Alkhatib – German media reacts

authorOmar | 20. August 2009

The story about Firas is reaching German language media – and apparently, some facts are lost in translation or in the improvisation attempts of German newspapers..

Quod Erat Demonstrandum Islamophobie

authorOmar |

Das Buch hat – und das unterstreicht ja genau einer der Hauptaussagen der Herausgeber – bisher zu keiner grossen Medienresonanz geführt. Eine Runde Googlen gab jedenfalls keinen einzigen Treffer bei Tageszeitungen.

Lorenz auf antropologi.info zum Buch “Islamophobie in Österreich” von John Bunzl und Farid Hafez.

“Empörte Muslime”

authorOmar | 5. August 2009

Der Bundesliga-Klub Schalke 04 gerät wegen seines Vereinsliedes “Blau und Weiß, wie lieb ich dich” ins Visier empörter Muslime.

Wie soll man sich das eigentlich vorstellen? “Empörte Muslime” halten durch das Visier ihrer Stahlhelme nach weiterem Empörungspotential ausschau. Dass es gerade Schalkes Vereinslied trifft, hat nichts mit dem Lied an sich zu tun, sondern mit den Muslimen – entschuldige den “empörten Muslimen”. Fällt denn keinem auf, dass Muslime immer nur in Form von emotionalen Hormonbomben dargestellt werden, auch wenn sie nur halblaut eine Kritik äußern? Das Zitat stammt aus der Rheinischen Post.

Israels Eskalation im Gaza-Streifen und dem Westjordanland

authorOmar | 2. August 2009

Davon werden wir nichts hören. Wann wir wieder von den Palästinensern hören werden, ist wenn sie wieder anfangen sollten Raketen auf Israel zu schießen. Das Nachfolgende ist nur eine schnelle Auswahl an alltäglichen Erfahrungen, die Palästinenser sowohl im Westjordanland, als auch im Gaza-Streifen erdulden müssen, währen die Weltgemeinschaft mit der rassistischen israelischen Regierung verhandelt. Wie immer bieten die wöchentlichen Berichte des “Palestinian Centre for Human Rights” detailliertere Informationen.

Eiken Bruhn – Pauschale Fälschung

authorOmar | 31. Juli 2009

Eiken Bruhn kommentiert in der taz Bremen eine Erklärung der Bremer Muslime zum Mord an Marwa El-Sherbini und bedient mit einer offensichtlichen Falschzitierung der Erklärung islamfeindliche Rassisten. Gleichzeitig bestätigt er Vorurteile, die viele Muslime über “die Medien” haben..