Nach dem Libanonkrieg und dem Gazakrieg 2006 und ihren Opfern dauert der jetzige Krieg gerade mal 22 Tage an und es sind bereits mehr als 1000 Menschen gestorben – fast alle auf palästinensischer Seite. Daneben sind mehr als 4000 Menschen verletzt und eine noch unbezifferte Anzahl von Menschen – schon wieder – heimatlos und obdachlos. Dazu muss man sich vorstellen, dass dazu auch Menschen gehören, die ihre ursprüngliche mehrfache Vertreibung aus ihren Heimatdörfern innerhalb des heutigen Israels noch nicht vergessen haben. Wieder werden sie ihres Heimes, eines Anteils ihrer Verwandtschaft und Bekanntschaft beraubt.
Wenn die israelische Kriegswut sich ausgebombt hat und ein gewisses Maß an “Normalität” eingekehrt ist, wird man noch über die Verhandlungstische und den Nachrichten hinaus dieser Menschen gedenken? Wird die Welt wieder einer Abriegelung des Gaza-Streifens zusehen? Wird die Entmenschlichung und Entrechtung standhalten können?
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Es muss schon sehr frustrierend sein für die israelische (Militär-/)Führung. Da bomben sie über die Jahre zum wiederholten Male den Gaza-Streifen, nachdem sie seine Bevölkerung aushungern ließen und immer noch ist eine bedingungslose Kapitulation der Palästinenser nicht in Sicht. Zwar wiederholt die Regierung im Gaza-Streifen zum vierten Male ihre Zustimmung zu einem Waffenstillstand (stimmt damit der Paris-Initiative zu), aber sie setzen auch Bedingungen für diesen.
Vor den Attacken Israels hatte die Hamas gefordert, dass ein neues Waffenstillstandsabkommen eine solidere Zusicherung Israels beinhält, dass die Grenzen für Warenhandel geöffnet werden. Die Forderung ist auch heute keine andere!
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Bundeskanzlerin Merkel,
ich schreibe Ihnen am Anfang dieses neuen Jahres und möchte Ihnen aus diesem Anlass etwas schenken, was Sie sicherlich nicht haben wollen, was Sie aber aufgrund Ihrer Aussagen in den letzten paar Tagen mit großer Sicherheit verdient haben.
Frau Merkel, für Ihr Engagement für die Fortsetzung des Krieges im Gaza-Streifen und dafür, dass Sie dem menschlichen Drang nach Gerechtigkeit und Erhalt des menschlichen Lebens zum wiederholten Male widerstanden haben, schenke ich Ihnen eine Tasse palästinensischen Bluts – mögen Sie sich dadurch Ihrer Schuld bewusster werden.
Das Schiff “Dignity” der Organisation “free gaza”, das aus Zyprus in Richtung Gaza aufgebrochen war, wurde heute morgen von israelischen Armeeboten angegriffen. Der Angriff ereignete sich in internationalen Gewässern. Das Boot wurde gerammt und hat derzeit ein Leck. Ein Motorschaden ist dazu gekommen. Das Boot befindet sich in Richtung Libanon. Wenn es ankommen sollte (und nicht wieder von israelischen Streitkräften angegriffen wird), wird die Crew ein Video des Angriffs veröffentlichen.
Weitere Informationen
Das Schiff “dignity” soll am morgigen Montag schon in Richtung Gaza aufbrechen. Neben dringend benötigten Medikamenten und Nahrung werden wieder einige Persönlichkeiten an Bord sein – in der Hoffnung, dass die Medien Berichte aufnehmen und darüber berichten, damit Israel ein wenig ins Nichtversenken beschämt wird..
On board are four physicians, including Dr. Elena Theoharous, a surgeon and Member of Parliament in Cyprus. Also going are The Hon. Cynthia McKinney, former U.S. Congresswoman and Green Party presidential candidate, and Sami al-Hajj, an Al Jazeera reporter and former detainee at Guantanamo.
Malte – stramm gestanden – Lehming meint im Kommentar des Tagesspiegels urteilen zu können:
[D]erart ausgewogen, äquidistant und romantisch ging es nicht zu, als heute die Leichen von zwei unschuldigen Israelis gegen fünf quietschlebendige Verbrecher der islamistischen Hisbollah ausgetauscht wurden.
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Gestern ist der Hauptteil der Filistina 2008 in Hannover zu Ende gegangen. Ich konnte nur an zwei Tagen dabei sein, hätte aber gerne an mehr Veranstaltungen teilgenommen. Ich möchte hier einige Gedanken festhalten, um vielleicht später darauf zurückzukommen.
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Gewalt – egal von welcher Seite – führt zu keiner Lösung der offenen Fragen.
Das soll Angela Merkel zu den derzeitigen Ermordungen in Tibet durch die chinesische Regierung gesagt haben.
Eine ganz andere Meinung zu Gewalt scheint sie im Bezug auf Israel zu haben. Nicht nur, dass sie ((zusammen mit anderen Staatsregierungen)) die Bombardierung Gazas und des Libanons und das Töten Hunderter letztes Jahr billigend in Kauf genommen hat, auch heute noch schweigt sie sich zur neuerlichen Gewalt aus und bekräftigt die “deutsche Verantwortung” Israel gegenüber.
Tickt sie noch richtig?
Umso interessanter ist es, Stimmen zu hören, die einen kritischen Umgang mit Israel fordern:
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Evelyn Hecht-Galinski wehrt sich im HNA-Interview gegen den Vorwurf, antisemitisch zu sein
Wie war die Reaktion des Zentralrats?
Hecht-Galinski: Wie der Zentralrat das gerne macht: Die Kritik wurde abgeschmettert. Dabei muss man Freunde kritisieren dürfen. Was im Gazastreifen und Westjordanland passiert, muss angeprangert werden.
Hat man Ihnen vorgeworfen, antisemitisch zu sein?
Hecht-Galinski: Ja. Das kam auch aus dem Zentralrat. Dagegen wehre ich mich entschieden. Salomon Korn, der Vizepräsident des Zentralrats, hat mich als nützliche Hofjüdin bezeichnet und mir jüdischen Selbsthass vorgeworfen. Es geht also inzwischen ins Persönliche, aber das kann ich ertragen. Die Diskussion um Israels Politik und die Haltung des Zentralrats dazu hätte man schon lange führen müssen. Ich bin froh, das jetzt angestoßen zu haben.
Nebenbei: Weiss jemand aus Hannover, ob man hier irgendwo die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (hna) kaufen kann?
Heute wollen Libanesen und Internationale einen friedlichen Marsch Richtung Süden planen, um humanitäre Hilfe in den von Israel eingeschlossenen Süden zu bringen und klarzustellen, dass auch der Süden Libanons zu Libanon gehört. Am 19. August soll dann der tatsächliche Marsch in den Süden erfolgen.
On August 12, at 7 am, Lebanese from throughout the country and international supporters who have come to Lebanon to express solidarity will gather in Martyr’s Square in Beirut to form a civilian convoy to the south of Lebanon. Hundreds of Lebanese and international civilians will express their solidarity with the inhabitants of the heavily destroyed south who have been bravely withstanding the assault of the Israeli military. This campaign is endorsed by more than 200 Lebanese and international organizations. This growing coalition of national and international non-governmental organizations hereby launches a campaign of civil resistance for the purpose of challenging the cruel and ruthless use of massive military force by Israel, the regional superpower, upon the people of Lebanon.
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Im Interview in Sky News legt George Galloway dar, wie viele Medien (und Sky erst recht) den israelischen Angriff auf den Libanon misrepräsentieren und dabei der israelischen Seite implizit das Recht zubilligen, Hunderte von Zivilisten umzubringen und Libanon (oder den Gazastreifen) zu bombardieren. Ich versuche ausgehend von seinen Ausführungen (er ist recht konzentriert) einige Punkte festzuhalten:
- Widerrechtlich entführte Soldaten
- Iranische Waffen
- Terroristen
- Partielle Blindheit
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Dear Members of the Security Council,
I urge you to demand that Israel agrees to an immediate and unconditional ceasefire that has been persistently demanded by Lebanon and Palestine.
Israel blatantly has no limits in exercising its inhumanity and criminal acts of war against Palestinian and Lebanese civilians.
Sanctions should be imposed on Israel for its daily savage strikes on Palestine and its invasion of Lebanon that far exceed Saddam Hussain’s 1990 military operations in Kuwait. Israeli leaders should be charged with war crimes.
It is heartbreaking for decent people to watch on the news the desperation, grief and trauma that Palestinian and Lebanese families suffer. We look to the Security Council to fulfil the conditions of the United Nations Charter forthwith in relation to protecting the peoples of Palestine and Lebanon.
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Der Teufelskreis der Gewalt geht weiter. Heute, jedoch, möchte ich eine kleine Geschichte mit Schauplatz Qana 1 und Qana 2 erzählen, die in Annahar (liban. Tageszeitung) veröffentlicht wurde.
Fida’a, ein Mädchen aus Qana war gerade acht Jahre, als die erste Katastrophe über Qana hereinbrach. Sie überlebte das Massaker, verlor aber ihre Mutter und vier Geschwister. Jetzt nach Qana 2 ist Fida’a verschwunden. Niemand weiß, ob sie aus Qana weggegangen oder immer noch dort ist.
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Libanon verliert immer mehr Kinder, während die, die am Leben sind, auf ein Wunder warten, vielleicht ähnlich dem, das Jesus in dem unglücklichen Kana vollbrachte. Die angebliche 48-stündige Aussetzung der Luftangriffe ging letzte Nacht zu Ende und jetzt erwarten wir weiteres Töten.
Wir bedauern, dass wir euch mit so schrecklichen Nachrichten strapazieren, aber wir wissen auch, dass ihr uns begleitet auf diesem “Trail of Tears” (Zug der Tränen / Marsch der 1000 Meilen). Diejenigen, die diese Geschichte nicht kennen, können sie auf der gleichnamigen Webseite nachlesen. Sie ereignete sich vor vielen Jahren in Amerika…
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Vorweg eine Bemerkung: die Kommentare kommen natürlich mit einer Verzögerung an. Schließlich haben die Leute von der NISCVT sehr viel zu tun.
Obwohl Israel einer 48-stündigen Aussetzung der Luftangriffe zugestimmt hatte, sind viele Dörfer im Süden bombardiert worden.
Die Bilder von der Stadt Bint Jbeil zeigen das unvorstellbare Ausmaß der Zerstörung… es ist als hätte es diese Stadt nie gegeben. Wir haben herzzerreißende Bilder gesehen, so schlimm, wie die von Qana, von alten Menschen, die aus dem Gebiet evakuiert wurden, manche von ihnen behindert, manche blind, verwirrt, manche wussten nicht einmal mehr ihren Namen und erkannten niemanden.
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Der letzte Samstag endete mit der Beisetzung von 31 Todesopfern in einem Massengrab in Tyrus…. und der Sonntag begann mit den grauenvollen Bildern der Kinder von Qana. Wieder einmal waren es die schwachen Kinder von Kana, Herr Präsident, denen die Kinder Israels ihre Geschenke schickten. Ihre intelligenten Systeme haben die Kinder von Qana entdeckt, wie sie Raketen auf Ihr geliebtes Israel abfeuerten, und also mordete ein tapferer Kriegspilot mit der Lizenz zum Töten in wenigen Sekunden 63 Menschen dahin! 37 Kinder – 15 von ihnen behindert. Und wir haben den Auftrag, unsere Kinder über die sogenannten Rechte des Kindes aufzuklären – oder besser gesagt, sie zu belügen, was diese Rechte betrifft.
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Die heftigen Kämpfe gehen weiter, insbesondere im Süden, wo jedes Dorf zum Bombenziel geworden ist, und in der Bekaa Ebene. Das Gesundheitsministerium beziffert die Zahl der Toten mit 600, von denen ein Drittel Kinder sind. Zwischen 88 und 100 Tote sind unter Häusertrümmern begraben und können nicht geborgen werden. Der Zustrom von Menschen, die versuchen, sichere Gebiete zu erreichen, reißt nicht ab.
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Jedes einzelne Dorf im Südlibanon und die Stadt Tyros sind Ziel heftiger Bombardierung aus der Luft und von der See.
Um das Land zu lähmen und noch mehr Chaos und Leiden zu schaffen, werden vermehrt Lastwagen in den angeblich sicheren Korridoren angegriffen… Drei mit Gemüse beladene Lastwagen wurden gestern in der Bergstadt Dhour Chouir bombardiert, auf der einzigen offenen Straße, die von dieser Region nach Beirut führt. In der Bekaa Ebene wurden drei weitere LKWs, die medizinische Hilfe nach Beirut bringen sollten, beschossen. Einer der Fahrer wurde getötet. “Israel hat bis jetzt mehr als 450 LKWs beschossen, egal ob sie fuhren oder geparkt waren”, sagte der Chef der LKW Fahrer-gewerkschaft. “Gezielt wird auf alles, vom Pick up mit einer Ladekapazität von 300 kg bis zu großen mit 40 Tonnen”.
Tag 16 weiterlesen..
Seit einiger Zeit bekomme ich Berichte aus dem Libanon von der Organisation Flüchtlingskinder im Libanon e.V.. Ich habe nun auch die Erlaubnis bekommen, diese Berichte hier zu veröffentlichen. Hier fasse und in den nächsten drei Artikeln werde ich die Berichte der Kriegstage 15, 16 und 17 wiedergeben. Meine Arbeit wird sich dabei darauf beschränken, den Artikel zu formatieren (damit er leichter lesbar ist) und ab und zu Hervorhebungen oder Zwischenüberschriften einzubauen.
Artikel zum Tag 15 des Libanonkriegs lesen