Beileid ist meist nutzlos. Es kommt zu spät und stellt nichts wieder her, was bereits verändert wurde. Aber zumindest drückt es Empathie aus. Ich möchte deshalb der Familie von Hanna H. mein Beileid ausdrücken – ganz besonders ihren drei Kindern. Inzwischen wurde ihr tatverdächtiger Ehemann gefasst, der sich scheinbar über den Brüsseler Flughafen ins Ausland absetzen wollte.
Hanna H. und ihr Ehemann lebten bis Juni diesen Jahres in der gemeinsamen Wohnung in Köln Bilderstöckchen. Er soll gewalttätig gewesen sein und wurde deshalb von der Polizei für 10 Tage aus der Wohnung verbannt. Anschließend hat Hanna H eine einstweilige Verfügung erwirkt, die ihm verbietet sich ihr weniger als 200 Meter zu nähern. Vor einem Monat (im September 2009) soll zum ersten Mal dagegen verstoßen haben und seine Ehefrau angegriffen haben. Das berichten auch Nachbarn des Opfers. Ob dies der Polizei gemeldet wurde, ist nicht ersichtlich. Am 13.10.2009 soll er sie zum zweiten Mal zwischen Wohnung und angrenzendem Spielplatz angegriffen haben. Dabei hat er sie mit einem Messer so erheblich verletzt, dass sie im Krankenhaus ihren Blutungen erlag.
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Nachdem das israelische Militär sich langsam wieder aus dem Gazastreifen zurückzieht, dabei aber nicht gerade verstanden zu haben scheint, was “Waffenstillstand” wirklich bedeutet, kehren die Menschen an die Plätze zurück, wo ihre Heime gestanden haben. Sehr viele Häuser (ich las die Zahl 5000) stehen nicht mehr oder sind zumindest nicht mehr bewohnbar.
Ich bin sehr erstaunt über die Standfestigkeit, mit der Palästinenser und Menschen im Gaza-Streifen am Weiterleben festhalten und damit der israelischen Militäraggression trotzen. Hier ist ein Bericht vom Tag direkt nach der Feuerpause. Zum Hintergrund: Die Frau, die das geschrieben hat, ist mit einer der freegaza-Boote in den Gaza-Streifen gekommen und hat sich seitdem dort als Hilfskraft und Reporterin beschäftigt. Während des Gaza-Kriegs hat sie im Al-Quds-Krankenhaus ausgeholfen. Am letzten Donnerstag abend brach ein Feuer in diesem Krankenhaus aus, sodass es evakuiert werden musste. Hier der zusammengesetzte aus ihren Erlebnissen beim ersten Betreten des Krankenhauses und dann zwei Tage später wieder.
Lasst mich mit der guten Nachricht beginnen. Ich fand es erstaunlich destabilisierend, das Krankenhaus evakuieren zu müssen. Seit Beginn der Angriffe habe ich mehr Nächte hier verbracht als woanders und es fühlte sich mehr und mehr wie ‘zuhause’ an jedes Mal, wenn ich zurückkam, besonders mit dem Willkommen, das ich stets bekam. Es gibt einen Gefühl von Ordnung, Sicherheit, Fürsorge und Mitgefühl in einem Krankenhaus. Als eine Handvoll von uns um etwa 3 Uhr nach der Evakuierung zurück kam, um das Krankenhaus zu besichtigen, während die Reste des Feuers den Feuerwehrmännern trotzte, fühlte es sich trostlos an. Betten waren im Weg verstreut, drin waren die Dinge durch die übereilte Evakuierung umgestürzt und zerbrochen, der Boden war mit Schlamm überdeckt. In den meisten Räumen waren Wasserfälle. Zwei von drei der Gebäude waren geschwärzt und schwelend.
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Sie bombardierten den zentralen Gemüsemarkt in Gaza-Stadt vor zwei Stunden. 80 Verletzte, 20 Tote. Alle wurden hier zum Shifa (-Krankenhaus) gebracht. Hades! Wir waten in Tod, Blut und Amputationen. Viele Kinder. Schwangere Frauen. Ich habe noch nie etwas so fürchterliches gesehen. Nun hören wir Panzer. Verkündet es, sagt es weiter, schreit es. TUT ETWAS! TUT MEHR! Wir leben jetzt in den Geschichtsbüchern, wir alle!
Mads Gilbert
3.1.09 13:50
Gaza, Palästina
Originalmeldung wurde im Norwegischen von einem norwegischen Anästhesisten an seinen Freund geschickt, der diese auf Englisch auf seinem Blog veröffentlichte. Aus guten Gründen verweigert das israelische Militär Berichterstatter den Zutritt nach Gaza..
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