Posts tagged: Henryk_M_Broder

Ein etwas anderes Dankschreiben

authorOmar | 17. August 2009

Gastbeitrag

Der Ritus des “Arbain”, das arabische Wort für die Zahl Vierzig, schafft auch Raum dafür, dass die Hinterbliebenen denjenigen ihren Dank aussprechen können, die sie in der schweren Zeit unterstützt und Beistand geleistet haben.

Diesem Gedankengang folgend ist dieses Dankschreiben entworfen worden, denn der Mord in einem Dresdener Gerichtssaal, dem eine junge muslimische Frau zum Opfer gefallen ist, ist nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel in Deutschland eingeschlagen; er ist nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum entstanden. Dieses Verbrechen ist das Resultat eines wachsenden Ressentiments gegenüber von Muslimen in diesem Land, das in den unterschiedlichsten Ausprägungen Teil des alltäglichen Lebens geworden ist.

Artikel des Tages

authorOmar | 9. Februar 2008

  • Eine Rezension des Buchs “Die Geschichte der Israeli und der Palästinenser” von Noah Flug und Martin Schäuble: Arnold Hottinger, Ungestellte Fragen und verschwiegene Fakten:

    Niemand spricht in dem Buch von den Landenteignungen (die von den Palästinensern Landraub genannt werden) oder von den Strassensperren, die bewirkt haben, dass die gesamte palästinensische Wirtschaft zusammenbrach und die Palästinenser Hunger leiden. Die illegalen jüdischen Siedlungen und ihre bewaffneten und gewalttätigen Bewohner kommen so wenig zu Wort wie der Verlauf der Sperrmauer. Dies sind für die Palästinenser heute drängende Themen. Sie sprechen davon und klagen darüber – aber nicht auf den Seiten dieses Buchs, das von einem deutschen Journalisten und einem Israeli verfasst wurde. Um beiden Seiten gerecht zu werden, hätte an dem Buch auch ein Palästinenser mitwirken müssen, der in der Lage ist, die Erfahrungen seines Volks zu vermitteln.

Jahresrückblick

authorOmar | 2. Januar 2008

Zwei Videos für den Jahresrückblick. Den ersten habe ich bei Zappi abgeschaut, ist aber Teil des satirischen Jahresrückblicks des zdfs:

Alan Posener: Israel hat keine Lobby in Deutschland!

authorOmar | 31. Mai 2007

In einem Deutschland Radio Interview behauptet Alan Posener allen Ernstes, dass es keine Israel-Lobby in Deutschland gäbe.

Denn es ist eine traurige Tatsache, dass Israel in Deutschland keine Lobby hat. Neulich zum Beispiel reiste die deutsche Bischofskonferenz ins Heilige Land. Nach dem obligatorischen Besuch in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem musste es wieder mal raus, und einige der teilnehmenden Bischöfe verglichen prompt Israels Sicherheitsmauer mit der Mauer ums Warschauer Ghetto. Und damit den Staat Israel mit dem Staat Hitlers. Das Schweigen des offiziellen Berlin war ohrenbetäubend. Und warum? Weil die Katholiken eine mächtige Lobby darstellen, die Freunde Israels aber nicht. Sprechen Sie einmal mit einem Abgeordneten der CSU, und er wird Ihnen ¬- unter der Bedingung, dass er nicht zitiert wird – erzählen, dass daheim im Wahlkreis die Menschen fragen, wie lange Deutschland eigentlich noch zu Israel halten soll, das uns doch nur zum Ziel für Terroristen mache. Und reden Sie dann mit einer Abgeordneten der Grünen, und sie wird Ihnen das Gleiche erzählen.

Das ist interessant, in Anbetracht der Tatsache, dass Deutschland Radio seit drei Tagen das Feuilleton mit Israellobbyisten gefüllt hat.

Henryk Broder verglich die Wiener Polizei mit der Gestapo

authorOmar | 5. März 2007

[Gastbeitrag, Shraga Elam]

Normalerweise herrscht ein Verbot gegen die Gleichsetzung zwischen den NS-Verbrechen und irgendwelchen gegenwärtigen Vorgehen. Es wird unter anderem argumentiert, dass eine solche Identifikation eine Verniedlichung oder Verharmlosung der NS-Untaten bedeute und damit an Holocaust-Leugnung grenze. Ob diese Begründung wirklich immer zutrifft, bleibt Gegenstand einer Diskussion, hingegen gibt es bestimmt klare Fälle, in denen dieser Vorbehalt angebracht ist. Dies gilt mit Sicherheit für den letzten Streich des deutsch-jüdischen Publizisten Henryk Modest Broder.

Es gibt eine wachsende Zahl von Menschen, die Broder extrem lustig finden. Dies ist bestimmt Geschmacksache. Eindeutig geschmacklos ist aber, was sich Broder letzthin voller Stolz in Wien leistete.