Als linke Journalistin weiß Nicola Liebert: Sie ist genauso über jeden Zweifel des Rassismus erhaben wie die Grünen mit ihrer überhauptnichtrassistischen oder -sexistischen Reduktion einer schwarzen Frau auf ihre Sexualität. Ohnehin ist es nur dann “ganz und gar widerwärtig, wenn Ausländerhasser und Rechte im Allgemeinen Kopftuch und Burka als angeblich ostentativ religiöse Symbole für ihre Zwecke funktionalisieren”. Nein, Frau Liebert möchte lediglich Toleranz auch für sich einfordern, diese Toleranz “beinhaltet etwa, dass ich in einer Gesellschaft leben möchte, die das humanistische Grundprinzip der Gleichberechtigung anerkennt”.
Was heißt das genau?
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Kommentare (1)
derStandard.at: Viele Menschen scheinen diese Abgrenzung von den „Ausländern” ja zu brauchen, um sich selbst besser zu fühlen. Wer ständig auf die „wenig gebildeten, frauenverachtenden Türken” zeigt, stilisiert sich selbst zum hochgebildeten, emanzipierten Deutschen.
Terkessidis: Dieser Sexismusdiskurs ist interessant: Deutschland ist ja, wie auch Österreich, auf jeder EU-Statistik auf den hinteren Plätzen, was Gleichbehandlung von Mann und Frau angeht. Dass man ausgerechnet hier ununterbrochen die muslimische Frau befreien will, ist absurd. In meinem Sportverein steht ein Sechzigjähriger vor mir und macht sich Sorgen über die Gleichberechtigung der türkischen Frau. Da fragt man sich: Hat er sich jemals Sorgen um die Gleichberechtigung seiner Ehefrau gemacht?
“Die gehen nicht mehr weg, die gehören zu uns”
Nawal Samarai war die erste (?) irakische Frauenbeauftragte – ein Job, der fast überall auf der Welt vor allem für den direkten Zweck der Anhebung der Frauenquote geschaffen wurde. In Irak ist man viel ehrlicher als in den meisten anderen Staaten und deswegen stieß Frau Samarai schnell an die Grenzen dessen, was sie mit diesem Amt tatsächlich anstellen konnte, wie ein Artikel in der LA Times beschreibt:
“I tried. I tried hard, but every time I asked for authority they’d tell me it’s not a real ministry, it’s just an office,” the former parliament member said Monday, four days after submitting her resignation as minister of state for women’s affairs.