Posts tagged: Gewalt

Urteil im Prozess des Mörders von El-Sherbini

authorOmar | 12. November 2009

Das Urteil – lebenslänglich “unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld” – gegen den Mörder von Marwa El-Sherbini, das gestern gefällt wurde, war nicht überraschend, sondern höchstens beruhigend. Beruhigend finde ich auch die Aussage der Richterin zum Urteil und der öffentlichen Aufmerksamkeit:

Die Vorsitzende Richterin Brigitte Wiegand betonte, die internationale öffentliche Aufmerksamkeit, die dieses Verbrechen erregt hatte, habe zwar den Ablauf des Verfahrens, nicht aber das Urteil beeinflusst: “Es wurde nicht für Moslems gesprochen, auch nicht für ägyptische Rechtsanwälte”, sagte sie. Sie spielte damit auf den Vorsitzenden der ägyptischen Anwaltskammer, Hamdi Khalifa, an, der “im Namen von mehr als einer halben Million arabischer Anwälte” die Höchststrafe gefordert hatte.

Ich bin mir derzeit nicht im Klaren, ob die Ermittlungen gegen den Polizisten auch abgeschlossen sind, der den Ehemann von El-Sherbini, Elwy Ali Okaz, angeschossen hatte.

Hanna H., in Köln ermordet. Eine Artikelsammlung

authorOmar | 16. Oktober 2009

Beileid ist meist nutzlos. Es kommt zu spät und stellt nichts wieder her, was bereits verändert wurde. Aber zumindest drückt es Empathie aus. Ich möchte deshalb der Familie von Hanna H. mein Beileid ausdrücken – ganz besonders ihren drei Kindern. Inzwischen wurde ihr tatverdächtiger Ehemann gefasst, der sich scheinbar über den Brüsseler Flughafen ins Ausland absetzen wollte.

Hanna H. und ihr Ehemann lebten bis Juni diesen Jahres in der gemeinsamen Wohnung in Köln Bilderstöckchen. Er soll gewalttätig gewesen sein und wurde deshalb von der Polizei für 10 Tage aus der Wohnung verbannt. Anschließend hat Hanna H eine einstweilige Verfügung erwirkt, die ihm verbietet sich ihr weniger als 200 Meter zu nähern. Vor einem Monat (im September 2009) soll zum ersten Mal dagegen verstoßen haben und seine Ehefrau angegriffen haben. Das berichten auch Nachbarn des Opfers. Ob dies der Polizei gemeldet wurde, ist nicht ersichtlich. Am 13.10.2009 soll er sie zum zweiten Mal zwischen Wohnung und angrenzendem Spielplatz angegriffen haben. Dabei hat er sie mit einem Messer so erheblich verletzt, dass sie im Krankenhaus ihren Blutungen erlag.

Kein Grund für Berichterstattung: Leben im Westjordanland

authorOmar | 5. September 2009

Während bei uns der Eindruck entstehen kann, dass es derzeit recht ruhig ist im Westjordanland und dem Gaza-Streifen, ist der Alltag der Menschen dort vom Widerstand gegen diverse Ungerechtigkeiten geprägt. Der Widerstand in Bil’in stellt geradezu das Ideal der Forderungen aus westlichen Staaten an die Palästinenser dar: der gewaltfreie Widerstand. Jeden Freitag marschieren hunderte Bewohner zusammen mit ausländischen Sympathisanten und einigen wenigen Medienvertretern in Richtung der Absperrungen, die sich auf palästinensischem Boden befinden. Jede Woche werden sie von israelischen Soldaten erwartet, die keineswegs gewaltfrei auf die Proteste antworten und teilweise mit Tränengas und teilweise mit nächtlichen Razzien in Bil’in antworten ((interessant ist auch die grüne Flüssigkeit, von der im zweiten Bericht die Rede ist)). Dieser wöchentliche Kampf ist für die hiesigen Medien weiter unwichtig – zumindest nicht so wichtig wie die Proteste im Iran. Hier zwei Videos von Al-Jazeera.

Eiken Bruhn – Pauschale Fälschung

authorOmar | 31. Juli 2009

Eiken Bruhn kommentiert in der taz Bremen eine Erklärung der Bremer Muslime zum Mord an Marwa El-Sherbini und bedient mit einer offensichtlichen Falschzitierung der Erklärung islamfeindliche Rassisten. Gleichzeitig bestätigt er Vorurteile, die viele Muslime über “die Medien” haben..

Mord an Marwa El-Sherbini: Migranten sind schuld?

authorOmar | 19. Juli 2009

Man kann nicht mehr behaupten, dass in Deutschland nicht über den Mord an Marwa El-Sherbini gesprochen wird. Tatsächlich wird recht viel gesprochen. Aus der vollständigen Denial-Phase (Nichtwahrhabenwollen) scheint man langsam herauszuwachsen ((mit den Phasen sind die von Elisabeth Kübler-Ross definierten fünf Phasen des Sterbens)), allerdings stellt sich derzeit eine komische Mischung aus Anger (Zorn/Wut) und Denial ein. Jedenfalls wird derzeit von einigen Kommentatoren der Vorwurf der Islamfeindlichkeit in Deutschland mit Schärfe zurückgewiesen. Stattdessen sind mal wieder die Migranten schuld – was ein Glück also, dass Alex W. Migrant ist! Eine Diskussion über die Integration dieser ist in Deutschland weit mehr willkommen, als eine Diskussion über strukturelle Fremdenfeindlichkeit oder Islamfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft.

Ein Bush im Schafspelz

authorOmar | 7. Juni 2009

Ich stimme Ali Abunimah nicht in allen aufgeführten Punkten zu, finde aber seine Kritikpunkte an der Rede Obamas in Kairo sehr gut geeignet für eine Diskussion. Eine Übersetzung des Kommentars “A Bush in sheep’s clothing” von Ali Abunimah. Diese Übersetzung der Rede Obamas ist größtenteils dem bei der Süddeutschen veröffentlichten Version entnommen.

Wenn man erst einmal die mujamalat – der höfliche Austausch zwischen Gast und Gastgeber – abzieht, deutet die Substanz der Rede des Präsidenten Obama in Kairo darauf, dass es voraussichtlich wenig wahre Veränderungen in der US-Politik geben wird. Es ist nicht nötig, Obamas Intentionen zu erraten – er mag gänzlich aufrichtig sein und ich glaube er ist es. Es sind seine Analysen und Vorschläge, die zu den meisten Teilen eine fehlerhafte amerikanische Politik aufrecht erhalten.

Gewalt gegen Zivilisten im Gaza-Krieg

authorOmar | 21. März 2009

Deutschland Radio strahlte eben gerade folgendes Interview mit dem Historiker und Buchautor Daniel Cil Brecher.

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Es geht im Interview um die kürzlich bekannt gewordenen Bekenntnisse von israelischen Soldaten, die im Gaza-Krieg teilgenommen haben und entweder gegen eigene oder gegen Gewaltexzesse von Kameraden gegen Zivilisten ausgesagt haben. Leider noch nicht verschriftlicht, deshalb nur ein kleiner Ausschnitt daraus:

Herr Brecher, eigentlich decken sich die Berichte der Veteranen doch mit den Darstellungen auf palästinensischer Seite und Völkerrechtlern. Warum ist die Bevölkerung jetzt erst schockiert?

Brecher: Die israelische Bevölkerung geht davon aus, dass all das, was Palästinenser sagen erst einmal als Propaganda behandelt wird und mit einer Prise Salz genossen werden muss. Die Aufregung, die jetzt entstanden ist, geht auch darum, dass die israelischen Soldaten selbst das Nest beschmutzen. Das ist auch ein Teil der Debatte im Moment.

Areligiöse Terroristen

authorOmar | 10. März 2009

Die Beobachtung zur Berichterstattung über den Anschlag in Antrim in der Nähe der nordirischen Stadt Belfast kann ich nur reiterieren:

Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich europäische Medien über Terroranschläge berichten, je nachdem ob sie von Christen oder von Muslimen ausgeführt werden. Hier wird nicht über Christentum und Gewalt debattiert. Der Konflikt wird als politischer Konflikt diskutiert.

Lala Süsskind: Wir müssen (leider) arabische Kinder töten!

authorOmar | 5. Februar 2009

Lala Süsskind soll tatsächlich das menschenverachtende Zitat der Terroristin Golda Meir genutzt haben, mit der diese und die Generationen an israelischen Poltikern nach ihr das Abschlachten von Palästinensern gerechtfertigt haben:

„We can forgive the Arabs for killing our children. We cannot forgive them to force us to kill their children. We will only have peace with the Arabs when they love their children more than they hate us.”

Wir können den Araber vergeben, dass sie unsere Kinder töten.
Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten.
Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.

Eine Unverschämtheit ist es, den Opfern des Angriffs die Schuld daran zu geben. Sich selbst von jeglicher Verantwortung freizusprechen, indem man – einem Vergewaltiger ähnlich – sagt, dass das Opfer einem gezwungen hätte. Die vollständige Rede von Lala Süsskind findet sich auf den Seiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Auf die Rede bin ich über einen Artikel von Daniel Bax in der taz gestossen.

“moderate” arabische Staaten

authorOmar | 27. Januar 2009

Ich bin – Gott sei Dank – nicht der einzige, dem der eigenartige Gebrauch der Zuweisung “moderat” im Zusammenhang mit arabischen Staaten auffällt. Es folgt einem Muster, das man nicht mit den Handlungen der jeweiligen Staaten – auch nicht im Vergleich mit den anderen Staaten – erklären kann. Hier ein Auszug aus einer Aussage des israelischen Analytikers ((sprich: Propagandist)) Meir Javedanfar:

Ebenso unterstützt der Iran die Hamas, um seinen Stand gegenüber Ägypten und anderen moderaten arabischen Staaten zu verbessern.

Allein die Aussage “Ägypten und andere moderate arabische Staaten” ist eine Vergewaltigung des Begriffs “moderat”…

‘Business as usual’ in Gaza?

authorOmar | 18. Januar 2009

Nach dem Libanonkrieg und dem Gazakrieg 2006 und ihren Opfern dauert der jetzige Krieg gerade mal 22 Tage an und es sind bereits mehr als 1000 Menschen gestorben – fast alle auf palästinensischer Seite. Daneben sind mehr als 4000 Menschen verletzt und eine noch unbezifferte Anzahl von Menschen – schon wieder – heimatlos und obdachlos. Dazu muss man sich vorstellen, dass dazu auch Menschen gehören, die ihre ursprüngliche mehrfache Vertreibung aus ihren Heimatdörfern innerhalb des heutigen Israels noch nicht vergessen haben. Wieder werden sie ihres Heimes, eines Anteils ihrer Verwandtschaft und Bekanntschaft beraubt.

Wenn die israelische Kriegswut sich ausgebombt hat und ein gewisses Maß an “Normalität” eingekehrt ist, wird man noch über die Verhandlungstische und den Nachrichten hinaus dieser Menschen gedenken? Wird die Welt wieder einer Abriegelung des Gaza-Streifens zusehen? Wird die Entmenschlichung und Entrechtung standhalten können?

Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel

authorOmar | 9. Januar 2009

Das folgende ist ein offener Brief eines Chirurgen an die Bundeskanzlerin Dr. Merkel. Langsam und aufmerksam lesen!


Bitte erlauben Sie mir Ihnen in Ihrer Eigenschaft als höchste Vertreterin unserer Bundesregierung und Ihrem Kabinett mit klaren Worten zu widersprechen, im Interesse der Bundesrepublik, wie auch im Interesse der Menschen, von denen viele auch in Palästina, wie auch in anderen Ländern der Muslimischen Welt, vor dem seit Jahrhunderten in Europa verwurzelten Antisemitismus, immer eine Zuflucht gefunden haben.

Mahnwache in Hannover am Freitag

authorOmar | 8. Januar 2009

Die Friedenswoche Hannover und die Deutsche Friedensgesellschaft -VereinigteKriegsdienstgegnerInnen – Gruppe Hannover laden am Freitag, den 9. Januar von 16.00 bis 17.00 zu einer Mahnwache gegen den Krieg in Gaza und Südisrael am Kröpcke ein. Anbei der Text der Veranstalter:

Artikel zum Gaza-Krieg 07.01.2009

authorOmar |

  • Michael Lüders: “Hamas militärisch nicht zu schlagen”

    Eine dauerhafte Befriedung wird nur auf der Grundlage einer politischen Friedenslösung möglich sein. Dies schließt ein, dass die Palästinenser ihre Gewalt gegenüber Israel einstellen. Umgekehrt wird Israel klar benennen müssen, innerhalb welcher Grenzen es gewillt ist, einen unabhängigen, lebensfähigen palästinensischen Staat an seiner Seite entstehen zu lassen. Der neue Staat kann letztlich nur aus den von Israel besetzten Gebieten bestehen: dem Gazastreifen und dem Westjordanland mit Ostjerusalem als Hauptstadt.

    Das Problem besteht darin, dass der israelische Siedlungskolonialismus im Westjordanland jeden unabhängigen palästinensischen Staat zur Illusion werden lässt. Die Siedler kontrollieren mittlerweile rund 50 Prozent des Westjordanlandes. Es gibt schlichtweg keinen Raum mehr für einen palästinensischen Staat. Die israelische Regierung ist nicht zu grundlegenden territorialen Zugeständnissen an die Palästinenser bereit. Das gilt sowohl für die derzeitige Kadima-Regierung, als auch für eine mögliche Likud-Regierung nach der kommenden Wahl.

Waffenstillstand x.0

authorOmar | 2. Januar 2009

Es muss schon sehr frustrierend sein für die israelische (Militär-/)Führung. Da bomben sie über die Jahre zum wiederholten Male den Gaza-Streifen, nachdem sie seine Bevölkerung aushungern ließen und immer noch ist eine bedingungslose Kapitulation der Palästinenser nicht in Sicht. Zwar wiederholt die Regierung im Gaza-Streifen zum vierten Male ihre Zustimmung zu einem Waffenstillstand (stimmt damit der Paris-Initiative zu), aber sie setzen auch Bedingungen für diesen.

Vor den Attacken Israels hatte die Hamas gefordert, dass ein neues Waffenstillstandsabkommen eine solidere Zusicherung Israels beinhält, dass die Grenzen für Warenhandel geöffnet werden. Die Forderung ist auch heute keine andere!

Links zum Gaza-Krieg

authorOmar | 30. Dezember 2008

Barino bei Dellings Woche (WDR)

authorOmar | 20. November 2008

Erst jetzt habe ich die Sendung Dellings Woche gesehen und vor allem den Auftritt von Barino verfolgt. Ich werde versuchen, die Wortmeldung von Barino ein wenig näher zu betrachten:

Weiter unten habe ich versucht, das Interview mit ihm nieder zu schreiben, damit ich eine Grundlage habe, meine Meinung dazu zu sagen: Es ist viel Geschwurbel, durch den man sich langsam durcharbeiten muss. Am Video merkt man ganz deutlich, wann Barino der Frage ausweichen muss und wann er weiß, dass er Unsinn erzählt, es aber trotzdem durchzieht.

Fangen wir also an..

Barack Obama – the PR-stunt?

authorOmar | 16. November 2008

Just a few days ago David over at Dialoginternational put the question out, if the Obama-election would put out the antiamericamism in Europe. He specially has a look at the European (German) left, which seems mostly high on Obamania ((everybody seems to have forgotten this term)). For starters he characterizes the current resentment of American policies rightly:

Yes, there has always been a current of anti-Americanism in Europe, but intensity over the past years had more to do with disastrous policies of the Bush administration than with some innate animosity towards America. Now that the Bush era has come to an end and Americans voted by a large margin for an African-American with progressive policies, will we find a more positive image of America in Germany – even among the German left?

Answering Sarah Palin – with Terry Tate

authorOmar | 19. Oktober 2008

Terry Tate ist ein vom früheren Football-Spieler Lester Speight gespielten Charakter, der in früheren Werbungen für Ordnung innerhalb des Büros gesorgt hat, indem er direkte Gewalt angewendet hat. Normalerweise bestand das darin, den Missetäter wuchtig übern Haufen zu rennen. Gerade habe ich zwei aktuelle Videos gefunden, in denen er Antworten auf die dummen Aussagen von Sarah Palin findet. Ich glaube tatsächlich, dass einige TV-Auftritte – nicht nur von Palin – nicht anders beantwortet werden sollten..

Barino bei Günther Jauch im SternTV

authorOmar | 7. Oktober 2008

Gerade sah ich die Sendung, in der Günther Jauch den Hin-und-her-Konvertiten Barino vorstellt und interviewt. Erste interessante Information ist das Datum seiner endgültigen Konversion:

Im Dezember vergangenen Jahres hat sich Barino B. taufen lassen.