Der folgende Text ist die Grundlage für einen sehr informativen Vortrag, der am 3. Juli von Herrn B. El-Mogaddedi in der Leibniz Universität Hannover gehalten wurde. Der ursprüngliche Titel des Vortrags war “Ein Abriss über die jüngste Geschichte Afghanistans”. Für denjenigen, der die politischen Zusammenhänge in Afghanistan zu verstehen sucht, ist ein solcher Abriss unersetzlich! Natürlich war im Vortrag viel mehr als in der geschriebenen Version..
Afghanistan ist durch die jüngsten Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene wieder in das Licht der medialen und damit auch der allgemeinen Öffentlichkeit gerückt worden. Das plötzliche Interesse gründet sich bedauerlicherweise nicht in den eigentlichen Problemen, mit denen die Zivilbevölkerung Afghanistans seit über 20 Jahren kämpft. Nicht der Terrorismus hat die Menschen Afghanistans an den Rand des körperlichen Zusammenbruchs getrieben: Nein, es sind Jahre der Besatzung und des damit zusammenhängenden Bürgerkrieges, die Tod, Krankheit, Elend und Vertreibung über die Menschen dieses mittelasiatischen Landes gebracht haben. Diese Zustände hätten Afghanistan seit 1992 schon mehrfach auf die Tagesordnung der internationalen Weltpolitik setzen müssen.
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Sehr geehrte unsachliche KritikerInnen,
was habt Ihr jetzt wieder für ein Desaster angerichtet. Eine bis vor kurzem der breiten Öffentlichkeit fast unbekannte, aus der Türkei stammende, deutsche Parlamentsabgeordnete der „Grünen“ bläst sich zum Angriff auf das Kopftuch auf, und Ihr habt nichts Besseres zu tun, als diese in Sachen Islam ignorante Politikerin Ernst zu nehmen, und gegen sie Morddrohungen auszusprechen.
Ja, die Äußerungen von Frau Deligöz sind unsinnig, manche von Euch mögen diese sogar für irrsinnig halten, aber einiger Eurer Reaktionen sind unerträglich und abstoßend. Mit Euren verbalen, in Teilen kriminellen Gegenschlägen, die in keinem Verhältnis zu den Äußerungen von Frau Deligöz stehen, habt Ihr aus einer Mücke einen Elefanten gemacht.
Keiner muss sich die Auffassungen von Frau Deligöz zu Eigen machen, das ist unser aller gutes Recht. Keiner muss angesichts der Forderungen von Frau Deligöz verstummen, und in Ehrfurcht erstarren. Dies mag angesichts der Häufung unqualifizierter Äußerungen über Muslime und Islam manchmal sehr schwer fallen, aber die Bedrohung von Leib und Leben einer Person ist jenseits des Annehmbaren.
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Gastbeitrag von M.Belal El-Mogaddedi
„Satire ist die Kunst, einem anderen so auf den Fuß zu treten, dass er es merkt, aber nicht aufschreit.“
Helmut Qualtinger
Das Ausmaß, dass die Auseinandersetzung um die Veröffentlichung der sogenannten „Mohammed-Karikaturen“ angenommen hat, ausgelöst durch die rechtsgerichtete dänische Zeitung „Jyllands Posten“ und andere Zeitungen des ach so vernunftverklärten Europas, und die gewalttätigen Reaktionen muslimischer Demonstranten auf diese Karikaturen in vielen muslimischen Ländern der Welt, belegt wieder einmal, dass der Mensch in seinem Dasein immer noch an dem Ausleben seiner eigenen Kurzsichtigkeit den größten Gefallen findet.
Gastbeitrag von M. Belal El-Mogaddedi
Der sogenannte „Gesprächsleitfaden für die Einbürgerung“, den die Landesregierung in Baden-Württemberg einbürgerungswilligen Muslimen in Form eines Fragebogen zur Vorlage macht, hat unter Muslimen aber auch Nicht-Muslimen Widerspruch hervorgerufen. Die Verfasser des Gesprächsleitfadens behaupten, dass es sich bei diesem Dokument nicht um ein Papier handelt, das Muslime tendenziell diskriminiert. Dennoch wird man auch bei einer oberflächlichen Auseinandersetzung mit dem Dokument schnell feststellen, dass den Fragen eine höchst eingeschränkte Wahrnehmung vor allem des muslimischen Lebens, nicht nur in Deutschland (!), zugrunde liegt.
Der Fragebogen ist fragwürdig, weil er offensichtliche Fragen aufwirft:
Ist dieser Leitfaden ein Dokument, dem konzeptionell ein rassistisches, diffamierendes und fremdenfeindliches Gedankengut und Weltbild zugrunde liegt?
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