Dienstag, 28. Februar 2006, 18:15 Uhr
Die Fußbal-WM hatte in meinen Augen noch nie sehr viel mit Fußball oder Sport zu tun, sondern vielmehr mit Geld, Werbung und Profit. Aber dieses Jahr ist ein besonderes Jahr. Dieses Jahr wird der Wettkampf zwischen den verschiedenen Innenministern entschieden und man sucht nach dem besten Überwacher, der vorgaukeln kann, Sicherheit zu gewähren..
Polizei bekommt Zugriff auf rund 870 Videokameras - Ausweitung der Video-überwachung zum Schutz der Bevölkerung:
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann hat den verstärkten Einsatz von Videokameras zur Fußball-Weltmeisterschaft angekündigt. Schünemann sagte am Dienstag in Hannover, alle Sicherheitsoptionen müssten genutzt werden, um Gäste sowie Bürgerinnen und Bürger von Hannover während der WM optimal zu schützen. “Die Polizeidirektion Hannover hat dafür ein Konzept zur Verstärkung der Videoüberwachung unter Einbeziehung bereits vorhandener Kameras erarbeitet.” Zur Weltmeisterschaft habe die Polizei nun direkten technischen Zugriff per Datenleitung auf etwa 500 Kameras; die Aufzeichnungen von weiteren 371 Kameras der hannoverschen Verkehrsbetriebe üstra könnten nach einer Straftat ausgewertet werden.
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Category: Datenschutz, Inland
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Montag, 27. Februar 2006, 21:11 Uhr
Ilan Halimi war ein jüdisch-französischer Mann, der am 21. Januar diesen Jahres in einer Pariser Vorstadt gekidnappt wurde. Die Gruppe, die anfangs ein Lösegeld von 450.000 € einfordern wollte und Ilan dafür drei Wochen lang gefoltert hat, nennt sich “die Barbaren”. Am 13. Februar wurde er in einem elenden Zustand in der Nähe einer Bahnlinie in den Vororten Paris’ vorgefunden. Auf dem Weg zum Krankenhaus ist Ilan Halimi an den Folgen der Verbrennungen und weiteren Wunden gestorben.
Gestern sind mehrere Zehntausend Menschen ohne grössere Reden durch Paris marschiert in Erinnerung an Ilan Halimi und als Protest gegen antisemitische und rassistische Übergriffe. Initiiert wurde die Demonstration von einem jüdischen Verein in Paris, teilgenommen haben aber französische Politiker (von denen einige bis vor kurzem einen antisemitischen Hintergrund der Tat ausgeschlossen hatten) und Vertreter jüdischer, christlicher und muslimischer Gemeinden. Die Organisatoren schätzen die Teilnahme bei 100.000 Menschen.
Leider wollten einige die Demonstration benutzen, um widerum antiislamische Stimmung anzuheizen, was angesichts der Verschiedenen Ethnien der Mitglieder der “Barbaren” eine konstruierte Frontbildung darstellt. Jean-Marie Le Pen von der extremrechten “National Front Party” wurde explizit von der Demonstration ausgeladen, nachdem u.a. die Eltern von Ilan nicht in einer Demo mit ihm gehen wollten. Jewssansfrontier hat den Ha’aretz-Artikel noch zitiert, bevor er geändert wurde: Ilan Halimi’s family boycotts “anti-racist” demo:
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Category: Ausland, Islam, medien
Tags: Ausland, diskriminierung, Frankreich, Islam, islamophobie, medien, muselmania, Paris, presse, Rassismus, Religion
Montag, 27. Februar 2006, 20:00 Uhr
George Orwell estate to sue Government over breach of copyright:
Trustees of the George Orwell estate yesterday announced that they intend to sue the British government over copyright breeches relating to the George Orwell novel ‘1984′, a novel about a futuristic police state.
Das ist schon vom November letzten Jahres, aber hier ein Kommentar, der zeigt, warum die selbe Klage gegen Bush so schwierig ist: Orwell could have a case against Bush:
White House spokesman Scott McClellan, while refusing to comment directly because of the “ongoing investigation,” reminded reporters that the Patriot Act had given the president the power to suspend copyright laws and, anyway, “No one can own words.”
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Freitag, 24. Februar 2006, 2:04 Uhr
Mediale Bilder sind stark und sehr gefährlich. In den Protesten zu den dänischen Karikaturen hatte man sich nie die Frage gestellt, wer eigentlich die Randalierer sind. Vielmehr wurden durch geschickt (oder unbedacht) gewählte Zusammenhänge - sowohl sprachlich als auch bildlich - ein Zusammenhang hergestellt, der einen ‘muslimischen Mob’ nahelegt. Im wer-weiss-was-Forum diskutiere ich gerade mit datafox, einer israelischen Jüdin und es wurde die Relation zwischen Religion (hier: Islam) und Gewalt bzw. Frieden angestreift. Sie hat sich dazu hinreissen lassen, folgendes zu behaupten:
Tatsächlich gibt es aber anscheinend überall Unfrieden, wo Moslems ins Spiel kommen.
Ich bemängele die Verschwommenheit des Begriffs “Unfrieden”, sowie den Gebrauch von “ins Spiel kommen”. Mit der Kombination aus diesen beiden “Toleranzen” kann man “Moslems” mit jeder anderen Gruppe ersetzen, ohne dass der Satz an Wahrheitsgehalt verlieren würde. Dementsprechend meine Antwort:
Nenn mir einen Ort, wo es Juden gibt und keinen “Unfrieden”. Um deinen sehr schwammigen Begriff des “Unfriedens” nicht unnötig zu strpazieren: Es müsste ein Ort sein, an dem mehr Frieden als in Dubai oder in Bahrain herrscht. Mehr als Ägypten würde wahrscheinlich auch reichen.. Und es müsste ein Ort sein, an dem eine genügend grosse Dichte der zu suchenden “Gruppe” zu finden ist (in Kanada ist ‘Frieden’, obwohl Muslime dort wohnen..). Viel Spass beim suchen.
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Freitag, 24. Februar 2006, 1:18 Uhr
… ohne zu zögern! Ohne Frage (zumindest wenn ihre Geschichte ungelogen ist), hat sie eine schwere Vergangenheit, diese bringt sie aber den Tatsachen keinen Schritt näher. Sie versucht sich in einem Interview in der FAZ in der Verknüpfung diverser Thematiken - und scheitert kläglich.
Sie listet die üblichen und ewig alten Formeln auf, die es so gibt: Muslime betrachten offenbar Nichtmuslime als Unrein und verachten sie deshalb, Frauen hätten keinen Wert im Islam, Parallelgesellschaften und der resliche Blah. Interessant fand ich nur, dass sie offensichtlich den blossen friedlichen Protest gegen hassverbreitende ‘Karikaturen’ als faschistisch bezeichnet! Das ist deshalb so interessant, da hier das einseitige Recht auf freie Meinungsäusserung noch weiter überspitzt wird in eine Verleumdung jedweder Person, die eine bestimmte Meinung anfechten möchte. Aber an die eigene Nase fassen, scheint sie auch nicht zu können.
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Kommentare (4)
Category: Bücher, Inland, Islam, medien
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Donnerstag, 23. Februar 2006, 1:35 Uhr
Leserbrief von Michael Muhammad Abduh Pfaff zum Artikel “Die Neuerfindung des Islam” von Bassam Tibi im tagesspiegel
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bedaure, dass Sie mit dem Artikel von Herrn Professor Tibi vom 19.02.06 ein Dokument verletzter Eitelkeit als Beitrag zur Integrationsdebatte verstehen.
Der Schöpfer des “Leitkultur“ Begriffes beklagt, dass er keine Anerkennung dafür erhält, dass er und nicht Huntington der wahre Entdecker des “Krieges der Kulturen“ ist. Er beklagt, dass er als „Prophet im eigenen Lande“ nichts gilt.
Sein offensichtliches Selbstmitleid verstellt ihm jedoch den objektiven Blick auf die Tatsachen. Und Tatsache ist: Tibi irrt!
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Montag, 20. Februar 2006, 20:22 Uhr
Das muss man erst einmal schaffen! Die Firma “HEROS” hat heute einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht in Hannover für alle HEROS-Tochterfirmen gestellt. Zu den Hintergründen und Konsequenzen empfehle ich die Financial Times Deutschland:
Der Zusammenbruch der größten deutschen Geldtransportfirma Heros wegen eines beispiellosen Betrugsfalls könnte die Bargeldversorgung in ganz Deutschland beeinträchtigen. Mitarbeiter sollen in den vergangenen Jahren rund 300 Mio. Euro unterschlagen haben.
Die Folgen könnten Bundesbürger in ganz Deutschland in den nächsten Tagen zu spüren bekommen - etwa durch leere Geldautomaten.
Na dann gute Nacht!
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Montag, 20. Februar 2006, 1:37 Uhr
Aktuell läuft eine Petition im Bundestag gegen die Vorratsdatenspeicherung.
Mit der Petition wird gefordert, eine übermäßige Vorratsdatenspeicherung der TK-Verbindungsdaten, wie sie in der EU diskutiert werden mit dem Ziel, organisierte Kriminalität und Terrorismus zu verhüten bzw. zu bekämpfen, nicht durchzuführen. Die hierfür erforderlichen Mittel können sinnvoller eingesetzt werden.
Die Petition unterschreiben kann man noch bis zum 14. März und bisher sind nur etwas weniger als 4000 Unterschriften verzeichnet. Ich hoffe mal, es werden mehr.
[via Schnüffelstaat]
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Samstag, 18. Februar 2006, 18:49 Uhr
Auf Blendernation gibt es einen Link zu einem Tutorial zum Modellieren einer Rose. Hier mein Ergebnis.
Ich hab jetzt erst einmal mit nur wenigen Blütenblättern gearbeitet, aber das Prinzip ist dasselbe. Die Blätter könnten aber ein wenig dünner sein. Am schwierigsten ist meines Erachtens die Materialvergabe. Die Blütenblätter sind mit einem Stencil (linearer Verlauf) und einer darauf aufbauenden Musgrave-Textur versehen, um ein wenig Unregelmässigkeit darzustellen. Die Blätter sind mit einem einfachen Noise-Effekt versehen.
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Samstag, 18. Februar 2006, 15:42 Uhr
Israel will Zahlungen an Palästinenserbehörde stoppen:
Die Palästinenser sollen hungern, aber nicht verhungern - mit diesen Worten umschrieben Regierungsvertreter in Jerusalem die künftige israelische Leitlinie gegenüber der palästinensischen Autonomiebehörde.
Der israelischen Regierung gefällt es nicht, wen die Palästinenser gewählt haben. Ungeachtet der Frage, ob sie mit ihrer Einschätzung der Hamas richtig liegen, muss man sich fragen, wie weit das Demokratieverständnis der israelischen Regierung reicht, wenn sie glauben ein Volk bestrafen zu müssen, dafür, dass sie ihr Recht auf freie Wahlen ausgeübt haben. Und womit gestraft?
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