Ex-Muslime fallen noch einmal in Ungnade
Donnerstag, 12. April 2007, 00:10
Wer hätte das gedacht? Der von Islamophoben gefeierte Zentralrat der Ex-Muslime macht sich Feinde, wo sie nicht zu erwarten waren. In einem im “humanistischen Pressedienst” veröffentlichten Interview distanzieren sich Mina Ahadi und Arzu Toker von Udo Ulfkotte, der immer noch dabei zu sein scheint, eine Partei gegen die Islamisierung Deutschlands zu schaffen.
Udo Ulfkotte
Schmidt-Salomon: …Rechtsausleger wie Udo Ulfkotte versuchen nun vermehrt, über eine populistisch ausgerichtete Islamkritik christlich-konservative Werte zu festigen.
Toker: Das entspricht aber ganz gewiss nicht unserer Zielrichtung und davon grenzen wir uns auch sehr deutlich ab! Den Islam zu kritisieren, nur um auf diese Weise fundamentalistische Varianten des Christentums zu stärken, heißt doch, die Pest gegen die Cholera eintauschen zu wollen! Da machen wir definitiv nicht mit! Wir stehen entschieden für die säkularen Werte von Humanismus und Aufklärung ein. Diese Werte haben die Menschheit vorangebracht. Die Religionen entmenschlichen den Menschen, sie berauben ihn seines Verstandes.
Nun könnte man sagen, das seien normale Aussagen von Areligiösen Menschen. Dass Religionen letztlich für alles Böse verantwortlich gemacht werden, ist nichts neues. Aber, offensichtlich haben einige diese Bemerkung nicht gerade vom Zentralrat der Ex-Muslime erwartet. Ihre Aufgabe hätte sein sollen, Kronzeugen gegen den Islam zu sein und ansonsten zu schweigen!
So liest man dann bei PIPI unter der Überschrift “Zentralrat der Ex-Muslime distanziert sich von Ulfkotte” folgenden Wutausbruch:
Die Mitglieder des neu gegründeten Zentralrates der Ex-Muslime leben zum Teil wegen der gegen sie gerichteten Todesdrohungen unter Polizeischutz. Oft genug haben sie inzwischen vor den Gefahren des Islam gewarnt. Wie es angesichts dieses Wissens möglich ist, Islam und Christentum gleichzusetzen und sich von Udo Ulfkotte zu distanzieren, entzieht sich dem Vorstellungsvermögen eines klar denkenden Menschen. Dass sie durch den linken Kirchenfeind Michael Schmidt-Salomon (Foto) in einem Interview zu diesem Statement regelrecht getrieben wurden, entlastet nur wenig von dieser ungeheuerlichen Aussage.
Soweit, so gut. Liest man dann noch die Kommentare zum Beitrag, dann wird schnell klar, wie wackelig die Identität der PIPI-Leser eigentlich ist..
Einige (wie thabadguy) wollen den Zentralrat nun “kritischer betrachten”.
thabadguy: So kann man sich täuschen. Diesen dubiosen Verein der “Ex-Muslime” sollte man in Zukunft wohl etwas kritischer betrachten.
redlabour: Was habt Ihr eigentlich erwartet wenn der Zentralrat der Ex-Muslime insbesondere von der fundamentalistischen Atheistenorganisation Giordano Bruno Stiftung gefördert wird ? Das dieser Zentralrat auch gegen unsere christlichen und jüdischen Werte wettert war doch abzusehen.
Andere sehen in den abgegebenen Aussagen keine Probleme, wenn sich die PIPI-Leser tatsächlich für die “säkularen Werte von Humanismus und Aufklärung” einsetzen. Offenbar sind aber einige der Meinung, dass man sich eher für die christlich-abendländische (und auch jüdische) Kultur einsetzen müsste, um dem Islam die Stirn zu bieten. So etwa der Autor des Beitrags:
Sich zu christlichen Werten zu bekennen, ist für ihn [Schmidt-Salomon, Interviewer] ein Zeichen von “Rechtslastigkeit”, und er scheint überhaupt nicht zu begreifen, dass unsere ganze Gesellschafts- und Rechtsordnung auf dem Fundament christlicher Werten beruht. Ein System übrigens, das den Mitgliedern des Zentralrates eben jetzt Schutz und Sicherheit gewährt. Ob sie dieses gerne gegen ein kommunistisch-stalinistisches austauschen würden?
Wieder andere predigen den Zusammenhalt1 und versuchen darauf aufmerksam zu machen, dass man durch die Zwietracht, dem Feind zuspielt:
islaminfo: Dieser Keil der hier zwischen dem ZdEM und der GBS einerseits und Ulfkotte und PAX Europa andererseits getrieben werden soll, nützt nur den Mohammedanern. Also lasst das!
Und wer soll diese neue Allianz schmieden?
Hennip: es wird sich zeigen ob die deutsche mentalität des nicht handelns und alles zerredens mal ein wenig beiseite gepackt werden kann und ulfotte das charisma hat, alle unter seiner fahne zu einen.
Ein anderer schlägt offensichtlich eine erweiterte Allianz, in der die Schamhüllen fallen sollten:
Divide et impera!
Wir zerreißen uns zwischen christlich und atheistisch, zwischen Sex-im-TV-gehört-zur-Freiheit und Sex-im-TV-ist-bäh, zwischen NPDlern-muss-man-mit-Argumenten-plattmachen und NPDler-muss-man-behandeln-wie-ansteckend-Erkrankte und zwischen Millionen anderer Dinge.
Es sind nicht die Moslems und auch nur manchmal die Gutmenschen, die uns entzweien, es ist unsere eigene Individualität. Es ist das, was wir verteidigen wollen, was sich vielleicht letztendlich als unsere Achillesferse bei der Verteidigung erweisen wird.
US-Imperialismus
Aber noch etwas schockiert die PIPI-Leser: Im selben Interview gibt Ahadi zu Protokoll:
Als „dritte Kraft” wenden wir uns ebenso entschieden gegen islamischen Totalitarismus wie gegen US-Staatsterrorismus.
Die Gleichsetzung von “islamischem Totalitarismus” und “US-Staatsterrorismus” scheint den PIPI-Lesern zu weit zu gehen:
feuervogel: anderswo in dem Interview wird dem islamisch motivierten Terror der “US-Staatsterrorismus” gegenübergestellt und etwas später von einer Möglichkeit eines “dritten Weges” (jenseits der beiden (gleichwertigen) Übel) gesprochen.
Anscheinend haben die immer noch nicht geschnallt, wer ihnen über Jahrzehnte hinweg die Freiheit garantiert hat - nämlich immer die christlichen USA.
Einen der besten Kommentare gibt in diesem Zusammenhang egon von sich:
egon: Das ist natürlich auch der Hammer. Viele Muslime sind zwar nicht gläubig, aber trotzdem antiwestlich eingestellt. Viele bekämpfen sich untereinander bis aufs Blut, sind sich aber einig in ihrer Einstellung gegen die USA, Israel und auch Deutschland. Offenbar ist der Zentralrat der Ex-Muslime hier keine Ausnahme.
Wem es hier nicht paßt, sei es die Religion, die Politik, die Kultur, kann verschwinden. Wieso leben die Leute im Westen, wenn sie den Westen ablehnen? Natürlich, wegen der Kohle und wegen der Freiheit. Solche “Freiheits” und Sozial-Schmarotzer können wir aber hier nicht gebrauchen.
Übrigens: dieselbe Diskussion rund um die Frage, ob sich Ex-Muslime zum Christentum und seinen “Werten” bekennen müssten oder ob eine fundamentalistische Areligiosität dem Ex-Muslim in die Wiege gelegt sein muss, findet man auch im Forum der Ex-Muslime! Weiter so.. Ich will was zu lachen haben..
Update
Das ganze entwickelt sich langsam zu einem faschistischen “Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns..” mit zwischenzeitlichem “Ähm, so aber verlieren wir alle unsere Freunde..”:
Wahr-Sager: Ich hoffe, dass sich PI nicht dem Wunsch einiger Atheisten hier beugen wird und seine Richtung ändert. Denn sollte dies geschehen, werde ICH hier abtreten - und mit mir sicherlich einige andere auch.
Was daran so schlimm sein soll, christliche Werte zu achten und dazu zu stehen, werde ich nie begreifen.
Dann fügt er hinzu:
Palerider2, du bist dermaßen verbohrt und arrogant - wie so viele Atheisten, die sich unglaublich schlau vorkommen, dabei aber dümmer sind als die, die von ihnen so bezeichnet werden.
Immer wieder kommt dann jemand daher, um die Versammelten wieder auf die Marschlinie einzuschwören:
Eraser: Bei all den vorhandenen Differenzen der hier anwesenden Juden, Christen, Atheisten, Humanisten, Rechten, Demokraten und was sich hier noch so alles für Strömungen finden lassen, sollten wir unsere eigenen Differenzen für einen Moment bei Seite legen und nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren:
DEN KAMPF GEGEN DIESEN ARCHAISCHEN BEDUINENKULT GENANNT ISLAM!
Betrachtet es als Anti-Islam Koalition zum Nutzen aller.
Meine Gedanken sind in dieser Zeit mit dem geplagten Udo Ulfkotte. Ich hoffe, er schafft es, die schlimmsten der schlimmsten Hasser aus der CDU/CSU mitzunehmen..
Update:
Was politically incorrect noch alles beweist, kann man im CrapLog lesen. Und eine interessante Frage stellt nova express: “Wann kommt die PI-Bürgerwehr?“
Category: Inland, Islam, Politik, Witz, medien
Tags: Inland, Islam, medien, Politik, Witz
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Kommentar von Abdulgani Engin Karahan
Made Donnerstag, 12 of April , 2007 at 14:42
Hmm, Schmidt-Solomon interviewt Ahadi und Toker, ist aber schwach. Sieht ja aus, als würde man in der eigenen Verbandszeitschrift nochmal explizit Werbung für sich selbst machen.
Ein die ganze Angelegenheit amüsiert betrachtender
Abdulgani
Kommentar von Baycan
Made Sonntag, 15 of April , 2007 at 01:29
Die Gründung des Zentralrats der EX-Muslime ist übrigens so ziemlich die beste Nachricht im Zusammenhang mit der Religion des “Friedens” und des Fanatismus. Und allein die Morddrohungen gegen Frau Ahadi sprechen für sich!
Der “Frieden” besteht für einiger Anhänger dieser Welteroberungsideologie offenbar darin, Totenstille durch Unterdrückung von Meinungsfreiheit zu erzeugen, sofern sich letztere gegen den Islam richtet.
Nun wären wir in einer pluralistischen Gesellschaft schon doof, wenn wir uns auf diese Drohspielchen einlassen wurden! Die sollten solche “Kulturbereicherer” besser in ihrem Herkunftskulturkreis ausleben (oder dem ihrer Eltern, falls hier geboren, aber unintegriert), da passt solch asoziales Verhalten besser hin.
Kommentar von Bülent
Made Sonntag, 15 of April , 2007 at 13:32
„Sure 44, Vers 16 des Koran lautet:
“An jenem Tag, an dem wir angreifen werden mit dem größten Angriff, siehe, da werden wir Rache nehmen.”
Diese unheimliche Textstelle kann selbstverständlich auch eine andere bzw. noch unbekannte Bedeutung haben, aber sie hat Osama bin Laden zumindest als Ansporn zum 9/11-Showdown dienen können.
Wenn man nun gleichzeitig bedenkt, dass Irans Präsident Ahmadinedschad derzeit mit dem Bau eines Stadions die Wiederkehr des “Mahdi” - also des seit dem Mittelalter verborgenen “12. Imams”, der nach schiitischer Mystik die Apokalypse einleiten wird - konkret vorbereitet, sollte man die spirituelle Kraft solcher und anderer Verse jedenfalls nicht unterschätzen.“ (gelesen unter http://www.deusvult.info/)
Kommentar von Anderson_2k2
Made Samstag, 28 of April , 2007 at 16:01
Ich bin Christ, aber unterstütze den Zentralrat der Ex-Muslime finanziell, da ich den Islam Grundlegend (wie er ausgeübt wird) als falsch erachte.
Das Größte Problem ist aber, das 95% der weltweiten Muslime ungebildete Bauernlümmel sind, die würden schnell auch an einen Elefantengott glauben
Kommentar von Omar Abo-Namous
Made Samstag, 28 of April , 2007 at 16:09
Und da dachte ich, dass das eher 96,2% sind, die so grundlegend ungebildet daherquasseln.. Muss mich wohl geirrt haben.
Kommentar von Melantrys
Made Sonntag, 29 of April , 2007 at 11:01
Hehehehehe. Naja, ist eben ein großes Problem, so etwas abzuschätzen, wenn man nicht weiß, wo man die Fakten nachlesen könnte.
Und wie war das noch, wenn ein Satzteil folgt, der einen abgeschlossenen Satz bildet, setzt man ein Semikolon und kein Komma…? ![]()
Kommentar von bassel
Made Samstag, 30 of Juni , 2007 at 23:56
Leute Leute was soll das ?
Ich meine wir sind doch alles Menschen (auch Muselmänner sind menschen ).
Wir wollen doch alle das gleiche ,in Frieden und Freiheit leben, oder ?
Hier wird ständig gesagt die Muslime bedrohen jeden der sie kritisiert.
Passt ma auf ich hab noch nieh jemanden bedroht der mich bzw. meine religion kritisierte.
Nicht gegeneinander sondern Miteinander.
Kommentar von Ex-Ex-Muslim
Made Dienstag, 17 of Juli , 2007 at 03:50
Welchen Beitrag des friedlichen Zusammenlebens leistet eigentlich der Zentralrat der Ex-Muslimen?
