Muslime und Juden in Europa
Eine interessante Diskussion ist derzeit im Gange mit einem Beitrag von Inayat Bunglawala vom Muslim Council of Britain und einer Antwort von Professor David Cesarani an der University of London. Vor allem Herr Bunglawalas Artikel dürfte für viele Muslime sehr interessant sein:
Most British Muslims and Jews are unlikely to agree any time soon about the reasons for the Israel-Palestine conflict. Too often, though, a failure to agree on this issue is used as an excuse to stop talking about other areas in which we could co-operate, to our mutual benefit.
Neben der Diskussion um Palästina/Israel scheint aber eine Divergenz zu herrschen zwischen der Auffassung von Antisemitismus und Islamophobie. Jede Gruppe sieht natürlich vornehmlich die gegen sie gerichtete Phobie und ignoriert – oder stachelt gar an – das Leiden der jeweils anderen Gruppe.
Also, both communities are concerned that antisemitism and Islamophobia are on the rise. Some Jewish groups believe that anti-Jewish prejudice is being incited by Muslim extremists, while some Muslim groups believe that some Jewish columnists and editors have been deliberately trying to foster an anti-Muslim climate in the UK. Muslim communities must take more responsibility to ensure that criticism of Israel’s policies does not slide into casual antisemitism. The best way to encourage this is to ensure that grassroots ties prosper between our communities.
Professor Cesarani geht in seiner Antwort dann auf Unterschiede zwischen historischem Antisemitismus und Islamophobie und ruft auf, sich eher auf die gemeinsamen Aufgabenfelder zu stürzen.
So, instead of pursuing misleading historical comparisons, we should focus on real common interests. The BNP and the enemies of pluralism threaten both communities. Multiculturalism has been buried, but Jews and Muslims still share a commitment to preserving the conditions for diversity and fostering respect for all religions.
Die beschriebene Situation ist meines Erachtens auf Deutschland übertragbar und wird auch vom Zentralrat der Juden ähnlich gesehen. In einer Pressemitteilung letztes Jahr hat dieser die stärkere Zusammenarbeit zwischen Juden und Muslimen gefordert zur Bekämpfung Extremismus.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich für eine stärkere Zusammenarbeit von Juden und Muslimen bei der Bekämpfung von Extremismus ausgesprochen. Generalsekretär Stephan J. Kramer: ” Die Ursachen von Antisemitismus und Islamophobie sind weitgehend die gleichen, deshalb soll das geplante Forschungszentrum die grundsätzlichen Mechanismen erforschen, um aus den Ergebnissen konkrete Handlungsschlüsse zu ziehen und Konzepte zu entwickeln,, wie wir diese vor Ort wirksam bekämpfen können.“ Das Projekt, das vom European Jewish Congress Ende März beschlossen worden ist, sei auf europäischer Ebene auf viel Unterstützung gestoßen.
Der Zentralrat arbeite schon seit längerem mit muslimischen Partnern zusammen, was jetzt noch intensiviert werden soll, erläuterte Kramer, der von seinen europäischen Partner viel Annerkennung für diese Zusammenarbeit erhielt.
Muslime sollten auch in angesichts immer weiter zunehmender Anti-Muslime-Haltung (die sich immer mehr gewalttätig ausdrückt) die Zusammenarbeit suchen in der Hoffnung, dass man mit gemeinsamer Kraft sowohl zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit in der allgemeinen Gesellschaft, wie auch zum Entschärfen von “Anti-”Potenzial in der jeweiligen Gemeinschaft beizutragen. Es muss möglich sein, sich eben in einer außenpolitischen Frage uneins zu sein, und trotz ihrer Brisanz andere Felder der Kooperation zu erschließen.
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By Hadayatullah, 18. März 2007 @ 09:40
Zitat des Tages:
„Und da gibt es Gutmenschen, die darauf bauen, dass der Islam in absehbarer Zeit in der Moderne ankommen wird!! Dass ich nicht lache!! Der Übergang vom Affen zum Menschen war einfacher als vom Islam zur Moderne.“ (gelesen unter **link gelöscht** / 17.3.07 18:37)
By Maria, 21. März 2007 @ 18:43
1.
Ausgerechnet Herr Bunglawala!
Der Bock als Gärtner!
Weiteres über Herrn Bunglawala, bspw. wie er den Holocaust Memorial Day ablehnt und durch einen “Genocide Day” ersetzen will (der dann auch des “Genozid” an den Palästinensern gedenken soll):
http://en.wikipedia.org/wiki/Inayat_Bunglawala
2.
Solange sich Herr Bunglawala nicht mal selbstkritisch mit dem wachsenden muslimischen Antisemitismus auseinandersetzen will, sehe ich in der vorgeschlagenen jüdisch-muslimischen Kooperation gegen den “Extremismus” nur ein Ausrede für entsprechende Nachfragen (und den Versuch den diskreditierten Muslim Council of Britain mit jüdischer Hilfe wieder aufzuwerten…)
3.
Ich finde es übrigens äußerst unseriös, Omar, mal so im Vorbeigehen “immer mehr gewaltätige Ausdrücke von immer weiter zunehmender Anti-Muslime-Haltung” anhand dieser Zeitungsmeldung zu behaupten.
Der verlinkte Vorfall wird in Dortmund als eine weitere Konfrontation in einem fortdauernden türkisch-kurdischen Konflikt eingeschätzt. Oder woher haben Sie ihre Insiderinformation, dass es sich um eine antimuslimische Gewalttat handelt?
By Kreuzritter, 23. März 2007 @ 11:55
Aus der „Europäischen Unabhängigkeitserklärung“ unter http://www.politicallyincorrect.de/2007/03/europaische_unabhangigkeitserk_1.html (20.03.07; meine Ergänzungen in Klammern):
„Wir verlangen, dass die Einwanderung der Muslime nach Europa sofort gestoppt wird und, dass unsere Regierungen von weiteren Masseneinwanderungen absehen, bis sich in unseren Großstädten wieder geregelte Verhältnisse eingestellt haben. Wir verwahren uns vor dem Vorwurf des Rassismus. Viele europäische Staaten haben eine Massenzuwanderung in kürzerer Zeit zugelassen, als es je Völker in Friedenszeiten getan haben. Wir sind es leid und müde, sich als Fremde im eigenen Land zu fühlen, überfallen, vergewaltigt, erstochen, bedroht oder sogar von gewalttätigen muslimischen Banden getötet zu werden.
Wir werden dafür von den Medien als fremdenfeindlich bis rassistisch gescholten (… wobei Islam keine „Rasse“ ist, sondern eine vormoderne Ideologie) und durch unsere eigenen Regierungen verunsichert, noch mehr Masseneinwanderung zu akzeptieren.
Europa ist einer schleichenden Kolonisierung durch islamische Staaten ausgesetzt. Am Ende steht dafür Islamisierung und das Ende der persönlichen. Wir sind Ziel einer Invasion der Fremden. Die Unterstützung dieser Invasion ist ein Verrat. Wenn Nicht-Europäer das Recht haben, sich gegen eine Kolonisierung zu wehren und ein Selbstbestimmungsrecht wünschen, dann haben wir Europäer das gleiche Recht zu bestehen, welches wir tun werden.“ (… siehe Artikel 20, Absatz 4 UNSERER heiligen Schrift, des Grundgesetzes, der unser Widerstandsrecht verbrieft.)
By Melantrys, 23. März 2007 @ 12:20
1. Sehr interessant, daß dieser Kommentar ausgerechnet zu einem Beitrag über steigende Gewaltbereitschaft gegenüber Muslimen auftaucht…
2. Na, dann sag’ statt “Rassismus” “Faschismus”, dann paßt es doch. So. Definition geklärt.
3. Kolonialisiering ist nicht gleich Einwanderung. Öfter mal ins Wörterbuch schauen, und nicht nur immer wieder und wieder die Stellen des Grundgesetzes lesen, die man sich so zurechtbiegen kann, daß sie in die eigene Ideologie passen (und dabei die ignorieren, die eine ganz andere Sprache sprechen) bis das Hirn heiß läuft…
(Dann wäre auch klar, daß Islam keine (vormoderne) Ideologie ist, sondern eine Religion.)
By Omar Abo-Namous, 23. März 2007 @ 12:52
@Maria: Kritik kann man ja nicht ausschliessen. Das wäre heuchlerisch. Der Punkt ist ja nur der, dass die zwei Gruppen in vielen Gebieten sehr gut miteinander zusammenarbeiten können. Warum dann auch nicht..
Warum ist es so verwerflich, einen “Genocide Day” zu fordern? Oder sind einige Opfer wichtiger als andere?
Im Übrigen kannst du die steigende Gewaltbereitschaft auf islamophobia-watch.com mitverfolgen. Deshalb sehe ich das Beispiel durchaus als Indiz hierfür.
@Kreuzritter: Bist du auch dieser von dir zitierten Meinung? Man muss die muslimische Population eindämmen, dann lösen sich all unsere Probleme?
Wie kann man eigentlich so etwas verlangen und dann einen Satz wie
“Wir verwahren uns vor dem Vorwurf des Rassismus.”
bringen? Das ist mir unverständlich.
By Maria, 11. April 2007 @ 12:11
Omar:
Bunglawala hat jahrelang antisemitische Klischees von sich gegeben (vgl:
http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2005/08/21/nbung21.xml )
und zum Boykott des Memorialday aufgerufen.
Ist es das, was Bunglawala mit Zusammenarbeit meint?
Außerdem hat sich die MCB-Begründung auch schon um 180 Grad gewendet :
Bunglawala scheint hingegen muslimische Opfer wichtiger als armenische zu finden…
Omar:
Du siehst einen ungeklärten Brandanschlag als Indiz an? Als Indiz wofür? Dient da nicht ein Vorurteil als Beleg für genau dieses Vorurteil?!?
Und auf islamophobia-watch.com habe ich unter Germany
keine zunehmenden Gewalttaten gefunden, eigentlich gar keine Gewalttaten – es sei denn man zählt den Selbstmord eines evangelischen Pfarrers oder den Flughafensicherheitscheck einer Kopftuchträgerin auch unter “antimuslimische Gewalttaten”?
By Maria, 11. April 2007 @ 12:16
Link nachgeliefert
By Omar Abo-Namous, 11. April 2007 @ 13:09
@Maria: glaubst nicht auch, dass die Diskussion zur Person (hier Bunglawala) nur ablenkt? Ich kenne ihn nicht weiter, aber glaube tatsächlich, dass das von ihm gesagte an dieser Stelle sinnvoll ist.
Zu islamophobia-watch: Dass dort Ereignisse in Deutschland weniger vertreten sind hängt vor allem damit zusammen, dass die Autoren kein Deutsch können. Aber die Gewalt im englischsprachigen Raum dürfte Indiz genug hierfür sein. Ab und zu ist ja auch auf islamischen Seiten hiervon zu lesen..
By Huda Swithun, 22. Oktober 2007 @ 01:19
oh lord my baby your driving me craz. Huda Swithun.