Demokratische Moscheen
Im Artikel werde ich zu anfang zwei Fälle von fehlentwickelten Moscheen aufzeigen. Vor allem der zweite Fall ist etwas länger, da ich ihn selbst erlebe. Wer direkt zu den Vorschlägen springen möchte, der lese hier weiter.
Auf mpacuk.org las ich vorige Woche einen Artikel, der mich seitdem verfolgt hat und der mir viel zu denken gegeben hat. Darin geht es um einen neuen Moscheebau in Groß-Britannien, bei dem die muslimische Gruppe sich uneins wurde und es dadurch zu Problemen kam, die nun die gesamte Community und ihr Verhältnis zur Stadtverwaltung betrifft. Letztere hatten den Muslimen ein Grundstück günstig verkauft1, damit darauf eine Moschee gebaut wird. Nachdem sich die ursprünglichen Gruppenmitglieder gestritten hatten2, wurde daraus ein siebenjähriger Zwist, der nun auf gerichtlicher Ebene weiter ausgetragen wird.
Während der Bauphase wurden bereits mehrere Verstösse gegen den Vertrag mit der Stadt registriert. Außerdem hat die Anzahl derjenigen Gruppen, die Anspruch auf das Gebäude erhoben größer:
Throughout, work on the building has been dogged with delays and the city council was forced to launch a legal battle in the High Court in 2003 because different factions of the Muslim community were laying claim to the building’s freehold. The council made a declaration to the High Court outlining the unresolved freehold issue and invited anyone with an interest in the building to come forward - leading to a total of 15 defendants at one point.
Der Konflikt ist recht schwer zu verstehen und lässt den Leser vollkommen verblüfft, was da eigentlich los ist und warum solche Kinderspiele eigentlich zwischen Erwachsenen stattfinden. Tatsächlich ist fraglich, warum jemand eine Moschee sein Eigen nennen will, denn schließlich bringt sie nur Arbeit mit und bringt3 keinen Ertrag!
Vor der Haustür
Teilweise kann ich aber die Entstehung und Weiterentwicklung der Konflikte nachvollziehen, denn hier in Hannover passiert etwas ähnliches mit einer Moschee, die vor nicht mehr als zwei Jahren gute Aussichten hatte, repräsentativ und modern zu sein - sowohl was Struktur angeht, als auch gebäudetechnisch, wie auch aufgrund der Zusammensetzung des zuständigen Vereins und der Besucher der Moschee.4
Besagte Moschee wird mehrheitlich von arabischsprachigen Muslimen besucht, dazu kommen aber andere Sprachen, von südostasiatischen, über osteuropäischen und afrikanischen bis hin zur deutschen Sprache. Letztere wird bis heute als Übersetzung der Predigt über Kopfhöreranschlüsse angeboten, was nicht nur deutsche Muslime gerne nutzen, sondern auch Kinder und an der deutschen Sprache interessierte Andere, sowie Gastgruppen aus Universitäten oder Schulen.
Vereinsmitglieder sind zwar “nur” Araber, dies wird aber durch den Umstand, dass keine bestimmte Nationalität überwiegt, wettgemacht. Gleichzeitig hat der Verein das Problem, keine neuen Mitglieder aufnehmen zu wollen - zumindest seit dem Umzug in das neue Gebäude. Begründet wurde das5 mit einem vereinsinternen Konflikt, der zu dieser Zeit ausgebrochen ist. Die Hintergründe dieses Konflikts sind wieder nebensächlich, da sich daraus schließlich ein Ereignismoment entwickelte, das man hinterher schwer nachvollziehen kann.. Jedenfalls sind die Tore des Vereins seitdem für Neumitglieder verschlossen und dieser Umstand wird mit regelmässig aufgefrischten Argumenten unterstützt.
Um das einmal mehr zu betonen: Der Moscheeverein hat seit etwa sechs Jahren keine neuen Mitglieder aufgenommen6! Zwischenzeitlich sind natürlich verschiedene Altmitglieder zumeist durch Wohnortwechsel, aber auch infolge von Konflikten ausgetreten, sodass der Verein nunmehr gerade einmal 13 Mitglieder besitzt. Zum Vergleich: In der Moschee sind zum Freitagsgebet regelmäßig schätzungsweise 300 Menschen anwesend.
Konflikte
Wie in jedem Verein gab es auch in diesem immer wieder mal Einzelkonflikte zwischen den Mitgliedern. Der letzte Konflikt entwickelte sich in meinen Augen bereits vor 1,5 Jahren und hat eine neue Spaltung des Vereins in zwei verfeindete Gruppen verursacht, die inzwischen sehr stark zu spüren ist. Worüber gestritten wird ist im Nachhinein nur schwer zu benennen. Meist geht es aber um ein persönliches Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein - und das sind sie inzwischen alle! Ich habe in den letzten Wochen intensive Gespräche mit den meisten Mitgliedern im Verein geführt7. Jeder einzelne fühlt sich persönlich von der jeweils verfeindeten Gruppe ungerecht behandelt und die meisten setzen auf Rache. Um nicht missverstanden zu werden: Rache bedeutet in diesem Fall der Wunsch, dass bestimmte andere Personen aus dem Verein ausgeschlossen werden sollen.
Nichts für sensible Leser
In der nächsten Zeit sollen die Vorstandswahlen stattfinden, zu denen beide Gruppen bereits Anhänger sammeln - und das nicht immer mit moralisch rechtfertigbaren Mitteln. Schließlich will jeder “nur das Gute” für die Moschee - was sich zumeist in seiner Vorherrschaft niederschlägt!
Die Wahlen sollten eigentlich im Oktober letzten Jahres stattfinden, wurden aber vom damaligen Vorstand ob des Konflikts verschoben8. Zuletzt hat der alte Vorstand dann zwei Mitglieder vom Verein ausgeschlossen9 und dann die Mitgliederversammlung einberufen. In der Zwischenzeit hatte aber die Gruppe, die überwiegend nicht im Vorstand repräsentiert war beim Amtsgericht die Bestellung eines Notvorstands10 durchgesetzt, der nun zur neuen Mitgliederversammlung eingeladen hat.
Um die Geschichte komplexer zu machen, hat nun der Notvorstand einen der Mitglieder als Ausgetreten angesehen11 obwohl dieser nie ein Austrittsgesuch beim alten Vorstand eingereicht hatte. Um ehrlich zu sein, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass dieses Mitglied nicht wirklich aktiv war - und das seit einer längeren Zeit. Wem diese ganze Geschichte der Ein- und Austritte zu bunt wird, sollte sich folgendes vergegenwärtigen: Laut Satzung des Vereins12 müsste außer dem Vorstand jedes ordentliche Mitglied jeden Monat einen Arbeitsnachmittag absolvieren, sonst ist er nicht wahlberechtigt! Aber weder hat der alte Vorstand Arbeitsnachmittage angeboten, noch hat irgend einer (gut möglich, dass es Ausnahmen gab, von denen ich nichts weiß) im Verein einen Arbeitsnachmittag - geschweige denn alle für ihn verpflichtenden Arbeitsnachmittage - geleistet!
Jetzt findet sich der Verein in einer Situation wieder, in der mindestens drei Fälle entweder bei Anwälten oder gar in irgendwelchen sowieso überfüllten Gerichten liegen. Die dürften eine ziemlich schwierige Aufgabe haben, denn wenn zurückverfolgt werden soll, wer sich zuerst oder mehr nicht an die Satzung gehalten hat, wird das kein Ende finden.. Funktionsfähig ist der Verein schon seit mindestens zwei Jahren nicht mehr13 und bietet auch fast keine Aktivitäten an! Trotzdem werden wöchentlich Spenden nach dem Freitagsgebet gesammelt! Ich hoffe nur, dass die Gerichtskosten nicht daraus bezahlt werden..
Vorschlag
Ich hatte vor etwas mehr als einem Monat angefangen, einen Vorschlag in Gesprächen mit den einzelnen Mitgliedern auszuarbeiten, der hoffentlich zur Lösung der Probleme beitragen könnte. Kritikpunkte gab es nur wenige, Lob gab es viel14 und teilweise gab es Anschuldigungen gegen meine Person15, was ich nur als eine Art des Ablenkens verstehen kann.. Jedes einzelne von mir angesprochene Vereinsmitglied hat mir versprochen, mich anzurufen, nachdem er meinen schriftlichen Vorschlag (dem ich ihm ja im persönlichen Gespräch erklärt hatte) durchgelesen hatte und darüber gebrütet hatte. Bis heute habe ich auch auf Nachfragen kein zweites Gespräch mit irgendeinem der Angesprochenen führen können.
Hauptpunkte des Vorschlags zur Umstrukturierung des Vereins sind die Einfrierung jeglicher Vereinsausschlussvorgänge, die ich nach den Wahlen vermehrt erwarte. Der neue Vorstand soll sich sechs Monate lang den alltäglichen Problemen der Moschee widmen, wie Reparaturen am Gebäude oder dem bereits angeschlagenen Image des Vereins. Vielleicht kann er sogar einige Vorträge oder Seminare organisieren, aber ich erwarte nicht viel.. Der zweite wichtige Punkt im Vorschlag ist ein fester Zeitpunkt zur Öffnung des Vereins für Neumitglieder. Ich habe eine Frist von sechs Monaten vorgeschlagen, da das genügend Zeit wäre, um die Parteistrukturen neu zu sortieren und um ein wenig die Gemüter zu beruhigen.
Am häufigsten bekam ich die aberwitzige Antwort
Wenn ich gewählt werde, dann werde ich genau das umsetzen..
Dass ich dieser Aussage leider nicht traue, müsste jedem verständlich sein..
Moscheeverein als Zweckverband
Vereine sind im Allgemeinen darauf bedacht, Mitglieder anzuwerben - nicht nur um eine ausreichende Finanzierung zu gewährleisten, sondern auch um neue Impulsträger mit aufzunehmen und durchaus um mehr Einfluss zu gewinnen16 und natürlich, um ihre eigenen Ziele besser zu erreichen. Dies sollte vor allem für muslimische Vereine in Deutschland gelten, die
- stark miteinander konkurrieren, sowohl auf der Ebene der Moscheen, als auch auf Landes-/Bundesebene,
- davon klagen, dass ihnen die Politik sowie Medien nicht zuhören.
Warum sich aber immer noch Moscheevereine gegen die allgemeine Mitgliedschaft wehren und oftmals nicht mehr als Privatclubs darzustellen versuchen, ist für mich unverständlich. Schließlich wollen sie eigentlich jeweils Gemeinden bilden, die sich notfalls als solche zu Wort melden, protestieren, loben oder eben einfach Aktivitäten organisieren.
Stattdessen mutieren einige Moscheen in Deutschland zu Orten, die nur zum Freitagsgebet - also eine Stunde in der Woche - gut besucht werden, wo man dann im Rest der Woche in menschenleeren großen Sälen dem Pfeifen des Winds zuhören kann17 oder bestenfalls schöne Ornamente begutachten kann.
Gemeinde
Der Wert einer Moschee müsste aber u.A. darin bestehen, dass sie Menschen zusammenbringt und Fortbildung anbietet - vor allem in religiöser Hinsicht, aber durchaus auch in anderen Dingen. Dazu zähle ich Rhetorikkurse, Schreibwerkstätten, Seminare zur beruflichen Weiterbildung, medizinische Vorträge, politische und mediale Fortbildung, Sprachkurse usw. usf.. Die Liste ist wirklich endlos und stark abhängig von den Kompetenzen, die man aktuell im Verein hat. Natürlich kann man diese Kompetenzen nur sammeln, wenn man Neumitglieder aufnimmt - ja eher ermutigt einzutreten.
Weiterhin sollte gerade in Deutschland die Notwenigkeit der Organisation (s. Debatte über Vertretung der Muslime) stärker hervorgehoben werden. Um eine Gruppe zu vertreten, müssen die einzelnen Personen nicht unbedingt Mitglieder sein, allerdings darf man ihnen nicht pauschal den Weg versperren! Im Allgemeinen muss man aber der vertretenen Person sowohl regelmäßig zuhören, als auch die Möglichkeit geben, dass sie den Vertreter zur Rechenschaft zieht. Das ist durch eine Vereinsstruktur mit regelmäßigen (und häufigen) Vollversammlungen, Wahlen und transparenter Buchführung gegeben.
Häufig wird angeführt, dass durch eine Vereinsstruktur eine verkirchlichung des Islams einhergehen könnte. Das Argument greift aber nicht. Da die Kirche zwischen der Laienstruktur (die durchaus einem Verein ähnelt) und der klerikalen Struktur unterscheidet und letztere im Islam - Gott sei Dank - nicht anwendbar ist, ist eine Bevormundung durch eine Top-Down-Struktur bei der vorgeschlagenen Demokratisierung der Moscheen nicht gegeben.
Letztlich muss jeder Moscheeverein verstehen, dass ihm zwar rechtlich die Moschee gehört, diese aber eigentlich der Gemeinde gehört - teilweise weil diese Gemeinde die Spenden zur Errichtung der Moschee beigetragen hat, teilweise einfach weil die Moschee ohne Gemeinde nichts wert ist!
Im Übrigen ist die Verantwortung und das Fehlverhalten teilweise auch auf der Seite der betenden Masse an Muslimen zu suchen, die sich meist viel zu wenig darum kümmert, was aus der Moschee passiert. Eine Möglichkeit zur Abhilfe hatte ich bereits einmal angesprochen..
Disclaimer
Diese Vorschläge sind für Moscheen in Deutschland gedacht. Woanders kann es durchaus sein, dass sie nicht anwendbar sind!
[2 Stunden Geschreibe; mehrere Wochen Vorbereitung
]
- das ist scheinbar über ein Gesetz möglich, das nur religiöse Bauten betrifft. Dieses Gesetzt ist nicht das Thema [↩]
- sehr markant übrigens: der Grund wird im Artikel nicht genannt, was aber durchaus daran liegen kann, dass er einfach zu peinlich ist, um wahr zu sein [↩]
- vor allem wahrscheinlich durch die besondere Gesetzgebung in diesem Fall [↩]
- ich sollte hinzufügen, dass ich bis vor einem Jahr Mitglied und zeitweise Vorstandsmitglied im zuständigen Verein war. Mein Einschätzungsvermögen könnte deshalb durchaus beeinträchtigt sein, allerdings habe ich ähnliche Aussagen von anderen Muslimen, wie auch von Besuchern und allgemein Dritten ebenso gehört, was mich glauben lässt, dass ich nicht gänzlich falsch liege mit meiner positiven Einschätzung [↩]
- und an dieser Entscheidung war ich leider mit beteiligt [↩]
- eine Ausnahme bildet eine Person, die im letzten Jahr eingetreten ist (obwohl offiziell die Neumitgliedschaft auf Eis gelegt war) und nun im Zentrum der neuen Konflikte steht [↩]
- übrig geblieben ist einer, den ich nicht erreichen konnte, einer der sich geweigert hat und ein letzter, der nie die Zeit zu finden scheint [↩]
- Wieder sollte erwähnt werden, dass die Wahlen seit meiner Mitgliedschaft aus verschiedenen Gründen insgesamt um ein Jahr verschoben wurden, diese Verschiebung ist also nichts ungewöhnliches! [↩]
- natürlich rein zufällig aus der verfeindeten Gruppe [↩]
- auch nur zufällig einer aus ihrer Mitte [↩]
- der wieder nur zufälligerweise dem alten Vorstand zugeneigt war [↩]
- deren Änderung ich mit vorangetrieben hatte, bevor ich ausgetreten bin [↩]
- ein Grund, warum ich ausgetreten bin [↩]
- und zwar von beiden Seiten des Konflikts [↩]
- wo ich denn das letzte Jahr gewesen wäre und warum ich mich nun einzumischen traue [↩]
- die Akquise von neuen Mitgliedern wird manchmal aufgrund von strukturellen Überlegungen beschränkt, also um Überfremdung der alten Mitglieder zu vermeiden, aber auch um die Übersicht zu behalten [↩]
- was ja durchaus angenehm sein kann, aber dazu gibt es die weit bessere freie Natur! [↩]
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By -----, 7. März 2007 @ 13:38
salam omar,
das ist ja wirklich nichts für sensible leser, was du so aufgeschrieben hast.
es bedarf aber meines erachtens einer korrektur: die arbeitsnachmittage sind wöchentlich im alten vorstand eingeteilt gewesen (zumindest eine ganze zeit lang). es gab dann brüder, die an “ihrem” tag regelmäßig in der moschee waren und eben solche, die nicht da waren….
salam
ein paar gedanken meinerseits dazu:
1. richtig: fehler haben alle gemacht
2. pikant: der streit begann, als die moschee erfolgreich wurde, sprich: schulden bezahlt, alle bauanträge durch, so langsam positiv von der öffentlichkeit und politik aufgenommen.
…ein gemachtes nest erhöht bekanntlich die anzahl derer, die sich reinsetzen wollen…
3. gibt es brüder, die den ganzen tag zeit haben, um zu reden und zu diskutieren. (interessanterweise hatten sie aber nie zeit, um den hof zu fegen, den müll wegzubringen, das lager aufzuräumen….) und es gibt solche, die einen verantwortungsvollen job haben, so 8-10 stunden am tag. für die sind tausend gespräche die woche, monatelang neben familie und job vielleicht irgendwann auch mal zuviel!
4. finde ich deine ideen sehr gut, nach vorne zu blicken und sich auf die moscheearbeit zu konzentrieren. auflösen kann man den streit nur dadurch! aufrechnen ist komplett sinnlos.
nur wie kann man das umsetzen und die brüder von ihrem gegenseitigen gemetzel abhalten?
By ibo, 7. März 2007 @ 22:59
Salam Aleikum!
Mich würde brennend interessieren, wie der Lösungsvorschlag aussieht. Vielleicht kann man diese Lösungen auf andere Vereine anwenden, oder Problemen aus dem Weg gehen, bevor sie auftreten.
Ich denke, Probleme mit dem Vorstand gibt es hier in Deutschland in nahezu jedem Moschee-Verein. Und es scheint auch keine Seltenheit zu sein, dass sich diese Streitereien auf die Vereinsmitglieder ausweiten.
Oft stellt sich dann eben die Frage, wie man da wieder raus kommt. Vor allem, wenn alle ein bisschen recht haben…
Den Roman, welchen Schaden wir mit solchen Streitigkeiten anrichten, möchte ich jetzt allen ersparen
Aber wir sollten dennoch nicht vergessen, dass es nicht selten besser ist, auf das eigene Recht zu verzichten, wenn dadurch von der Umma ein Schaden abgewendet wird. Noch besser könnte es in der genannten Situation sogar sein, wenn man garnicht erst nach Recht / Unrecht fragt, sondern direkt die Lösung des Problems angeht…
Aber das ist mal wieder so einfach dahergeredet
By Omar Abo-Namous, 7. März 2007 @ 23:42
@#1: die Arbeitsnachmittage sollten nur eines klarstellen: der Verein ist seit einiger Zeit nicht mehr in einem “ordentlichen” Zustand. Es gäbe noch weitere Punkte, die ich hier anführen könnte, aber sie würden niemanden voranbringen.
zu 2: in meinen Augen haben die Probleme deutlich früher angefangen, waren aber nicht so sichtbar auf der Oberfläche. Und solange die Vereinsmitglieder “freundlich” zu einander waren, wollte auch keiner die Knackpunkte sehen, glaube ich.
zu 3: hätten sie wirklich diskutiert, wäre ja nicht so ein Dilemma zu sehen. Dass aber wenig tatsächliche Arbeit geschehen ist, da stimme ich dir vollkommen zu!
zu 4: tja, ich hoffe, dass die Besucher der Moschee einfach mal - sachlich - auf den Tisch hauen und Verantwortung zumindest in soweit zeigen, dass sie die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Ich habe auch noch nicht komplett die Hoffnung verloren, dass die Verantwortlichen selbst sich rückbesinnen, auch wenn es derzeit nicht so aussieht.
@ibo: du hast mail. Die Grundzüge sind ja oben, im speziellen Fall sind natürlich ein paar mehr Details in den Blättern enthalten, die ich den Vereinsmitgliedern in die Hände gedrückt habe.
Ausserdem glaube ich (diesen Teil habe ich beim Artikel einfach mal unterschlagen), dass die Allgemeinheit der Muslime eine stärkere Transparenz bei den Vereinen fordern müssen. Alle Verantwortlichen sollten Rede und Antwort stehen, was mit dem Geld gemacht wird, das sie einsammeln, warum Dinge nicht vorankommen, wie eine Entscheidung gefällt wurde usw. usf.. Natürlich heisst das auch, dass sie im Umkehrschluss fordern können, dass wir sie fördern (durch Partizipation) und genau darauf möchte ich ja hinaus..
Was Recht und Unrecht angeht, stimme ich dir vollkommen zu. Wenn jeder - geprägt durch seine eigene Perspektive der Dinge - fordert, dass eine von ihm als Ungerechtigkeit ihm gegenüber wahrgenommene Handlung schmollt und fordert, dass diese wiedergutgemacht wird, dann können wir gleich die Moscheen schliessen und stattdessen in Privathäusern beten. Dann kann jeder mit denjenigen beten, mit denen er in seiner aktuellen Laune “befreundet” ist..
Salam.
By ibo, 8. März 2007 @ 00:42
Ich kenne ja die Mitglieder Eurer Moschee nicht… Aber ich hab oft das Gefühl, dass man unseren Brüdern erst mal beibringen muss, wie man unter Brüdern diskutiert, ohne sich gegenseitig das Herz
Was Finanzen und den Entscheiungsfindungs-Prozess angeht, stimme ich Dir vollkommen zu! Aber das sind Dinge, die in einer Satzung stehen sollten.
Aber da zeigt sich doch schon wieder ein viel tiefer liegendes Problem auf… Würden wir unsere Vorstände nach islamischen Gesichtspunkten auswählen (bzw. hätten sie eine islamische Ausbildung), hätten wir nicht diese Probleme. Dann wären sämtliche Vorstände von sich aus vorsichtig genug im Umgang mit der Amana von so vielen Menschen
Naja, Khair! Ist alles nur ne Prüfung von ALLAH!
By Sniper, 8. März 2007 @ 21:15
Salam Aleikum,
Ich kenne alle Mitglieder der Moschee sehr gut und ich kenne auch die ganze Geschichte von A bis Z.
Allerdings stimmt nicht alles was Omar gesagt hat es gibt zwischen die Mitglieder Menschen die Wirklich für die Moschee arbeiten und ich muss auch sagen dass in der Moschee Aktivitäten jeden Freitag und Samstag und Sonntag stattfinden, außerdem in den letzten 6 Jahren sind mehr als 3 Mitglieder neu gemeldet, er selber ist neu im Verein!!!
was mich hier wundert, dass Omar seit seinem Rücktritt von dem Verein (über ein Jahr) nie gesehen habe, und Plötzlich taucht er wieder auf und möchte alle Probleme lösen!! da setzte ich eine Frage zeichnen!!!????
By *****, 8. März 2007 @ 21:57
salam aleikum.
@ibo
“Aber wir sollten dennoch nicht vergessen, dass es nicht selten besser ist, auf das eigene Recht zu verzichten, wenn dadurch von der Umma ein Schaden abgewendet wird. Noch besser könnte es in der genannten Situation sogar sein, wenn man garnicht erst nach Recht / Unrecht fragt, sondern direkt die Lösung des Problems angeht…” (zitat von ibo)
genau das halte ich auch für den richtigen weg, aber wie macht man das den brüdern klar?
“Aber da zeigt sich doch schon wieder ein viel tiefer liegendes Problem auf… Würden wir unsere Vorstände nach islamischen Gesichtspunkten auswählen (bzw. hätten sie eine islamische Ausbildung), hätten wir nicht diese Probleme. Dann wären sämtliche Vorstände von sich aus vorsichtig genug im Umgang mit der Amana von so vielen Menschen :)” (zitiat ibo)
das halte ich (entschuldige meine offenheit!) für reichlich naiv!
“Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden, es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun!” (Karl Marx?)
leider sind auch diejenigen, die den ganzen koran auswendig können und eine “islamische ausbildung” haben, nicht frei von ihrem ego! macht ist verführerisch. s.o. “das gemachte nest”!
übrigens, dass omar sich einmischt, halte ich für gut und richtig. eigentlich sollten sich alle betenden (auch übrigens alle spendenden) einmischen und zwar laut! eine moschee gehört allen!
und daher sollten sich alle verantwortlich fühlen und mithelfen, dieser moschee, die mal einen guten weg vor sich hatte, wieder auf die beine zu helfen!!
wa aleikum salam
By Omar Abo-Namous, 8. März 2007 @ 23:28
@#6: Ich hab mir die Freiheit genommen, die Wiederholung zwecks einfacher Lesbarkeit rauszunehmen..
@Sniper: “es gibt zwischen die Mitglieder [sic] Menschen die Wirklich für die Moschee arbeiten”
Ich glaube diesen Satz habe ich von jedem einzelnen Mitglied gehört - nur dass jeder vollkommen andere Menschen damit meint. Es kommt natürlich drauf an, was man mit Arbeit meint: Meint man eigentlich den Hof aufräumen oder einfach mal eine kaputte Tür reparieren? Wenn ja, dann muss ich schon sagen, dass die Auswahl dieser Menschen tatsächlich sehr gering ausfällt. Das sieht man nicht zuletzt am physikalischen Zustand der Moschee..
Du sagst weiterhin, es gäbe drei Veranstaltungen in der Woche. Tatsächlich sind es drei Sitzungen mit einer Minimalbesetzung, für die nur selten geworben wird. Wie weit das als “Aktivität” einer Moschee mit so vielen potenziellen Zielpersonen gelten kann, lasse ich dahin gestellt. Aber was passiert sonst? Wo sind die Vortragsreihen geblieben? Wo die Seminare oder meinetwegen Grill- und andere Veranstaltungen? Wo ist letztes Jahr der Tag der offenen Moschee geblieben oder die Nachbarschaftseinladungen? Zum “Tag der Integration” vorletztes Jahr liess sich kein einziges Vereinsmitglied motivieren.. und selbst zum Tag der offenen Moschee war ein erheblicher Teil der Vereinsmitglieder eher als show da, nicht aber bei der Arbeit vor, während und nach diesem Tag, der ja eigentlich die Moschee darstellen soll, vertreten. Die Frauen, die maßgeblich den Tag organisiert hatten, können davon ein Lied singen! Gearbeitet haben indes Leute von außerhalb des Vereins!
In den letzten sechs Jahren sind tatsächlich vier neue Mitglieder aufgenommen worden. Mit mir - zur selben Zeit - wurden zwei weitere aufgenommen, die aber relativ schnell wieder ausgetreten sind. Den letzten, der also in einer Phase aufgenommen wurde, wo die Neumitgliedschaft eingefroren war, hatte ich ja bereits erwähnt.. Du kannst aber nicht verkennen, dass netto die Mitgliederzahl - teilweise durch Wegzug - deutlich abgenommen hat, oder? (ich kann auf die Schnelle drei Mitglieder aufzählen, die weggingen und deshalb dem Verein nicht mehr dienlich sein können)
Nach meinem Ausscheiden aus dem Verein habe ich mich bewusst entschieden, andere Felder zu suchen, in denen ich mich engagieren kann und diese auch gefunden, Gott sei Dank. Der Punkt war an der Stelle einfach, dass ich zu frustriert war mit der Arbeitsweise des Vereins, in dem fast keiner mal einen Fehler zugeben wollte.. Ich wüsste aber auch nicht, warum ich mein Engagement jetzt zu rechtfertigen hätte.. Würdest du dich nicht darüber freuen, wenn mehr Leute helfen würden? Oder hast du einen anderen Grund, meine Motivation zu hinterfragen?
Derweil gehst du auf keine der von mir genannten Argumente und Zukunftsvorstellungen ein. Schade! Ich finde es aber schön, dass Mitglieder aus dem Verein hier lesen..
@#6 & ibo: Tatsächlich ist es unmöglich, in das Herz eines Menschen zu sehen und seine Absichten zu erkennen. Ich werfe auch keinem einzigen Mitglied vor, dass er böswillig wäre. Das Problem ist aber, dass jeder glaubt, dass es der Moschee besser gehen würde, wenn nur er die Entscheidungen trifft und eben alle anderen (also die, die ihm nicht unbedingt zustimmen) verschwinden würden.. Das Verständnis, dass wir wohl oder übel miteinander auskommen müssen, ist leider noch nicht durchgedrungen.
Salam. Omar
By ich, 8. März 2007 @ 23:47
salam aleikum.
Schöne Argumente und Ideen zu entwerfen ist zum einen dafür sehr gut das eigene Gewissen zu beruhigen und zum anderen ist es pure Aktivismus. Du hast schon mal Vorschläge in die Vereinssatzung implementiert, wo bleibt bitteschön die Umsetzung solcher einmaligen, einzigartigen, weisen, fortschrittbringenden und gesellschaftorientierten Vorschläge.
wa aleikum salam
By Omar Abo-Namous, 9. März 2007 @ 00:08
@”ich”: “schöne Argumente und Ideen” sind imho auch hoffentlich sinnvoll, um bestehende Missstände zu verbessern. Ich hoffe sehr, dass die Umsetzung folgt - oder zumindest die sachliche Widerrede!
Salam. Omar
By ibo, 9. März 2007 @ 00:10
Salam Aleikum!
@***** [#6]: Ich denke, da hab ich mich unklar ausgedrückt, denn im Grunde scheinen wir uns einig zu sein. Mit der Auswahl nach islamischen Gesichtspunkten und der islamischen Ausbildung meinte ich nicht, dass die Vorstände den Qur’an auswendig können sollen. Aber es gibt eben auch islamische Kriterien, die eine Person mit Entscheidungsgewallt erfüllen muss. Darauf achten wir nur viel zu selten, bzw. vergessen es zu oft.
@Omar: Genau das ist der Punkt! Weg vom einzelnen Entscheider, hin zum Schura-System
Natürlich wird es immer einen Amir brauchen. Aber wenn man eine Schura hat, gibt es eben mehr Meinungen, Ideen, Anregungen. Dann muss man aber noch Regeln für diese Schura aufstellen…
@ich: Also wenn ich Omar richtig verstanden habe, ist ja ein Teil seines Problems, dass er eben nur Vorschläge machen kann. Die Umsetzung muss vom Vorstand aus gehen… Oder?
Wassalam!
By Sniper, 9. März 2007 @ 07:37
Salam Omar,
deine Zukunftsvorstellungen kommen in den jetzigen Situation zu früh, es wäre sehr sinnvolle wenn man erstmal mit der Sanierung anfangen! was in der Moschee passiert ist mehr als Persönliche Konflikte da steckt viel dahinter (ich glaube viele Details kennst du gar nicht).
By Omar Abo-Namous, 9. März 2007 @ 07:42
@Sniper: klär mich doch auf. Zumindest kannst du mir ja sagen, wie deiner Meinung nach eine “Sanierung” aussieht (und ich nehme an, du meinst nicht das kaputte Dach..)? Meinst du zufällig die Entfernung einiger Mitglieder oder wie muss man sich diese Sanierung vorstellen?
Salam.
By Sniper, 9. März 2007 @ 07:45
ich muss auch mal was sagen, ich habe, bzw. wir keine Lust mehr von irgendwelchen arbeitslosen die keine Vision und auch keine richtige Religiöse Kenntnisse haben bis auf Mahmoud zu dirigieren.
das Muss wirklich geändert werden.
Salam Sniper
By Omar Abo-Namous, 9. März 2007 @ 07:54
@Sniper: das ist der Plan? “Mahmoud for president”? Wie armselig ist denn das? Und wen meinst du mit “wir”? Mehr oder weniger die Hälfte des Vereins stimmt dieser Meinung doch nicht zu, mal ganz von den übrigen Moscheebesuchern abgesehen..
By ich, 9. März 2007 @ 09:47
Deine weisen Berichterstattungen sind leider, wie ich und Du weisst, sehr einseitig, verleumderisch, gefährlich und vor allem falsch. Unbegründete Behauptungen und falsche Meldungen auf solcher Plattform sind, um Deine Informationen zu erfrischen und zu korrigieren. Ds Mitglied, das vom Notvorstand nicht eingeladen war, hat seinen Austritt vor Menschen erklärt und den Vorstand um Verzicht auf die schriftliche Form nach einer ausführlichen Begründung (MB zugehörigkeit) gebeten. Weiterhin wurden alle Mitglieder unterrichtet. Was einige seltsamer und unerklärische Weise vergessen haben. Schließlich Bitte ich Dich Mahmoud nicht mit Deinem Aktivismus zu beschmutzen und seinen Ruf zu schädigen. Deine Informationen sind faktisch falsch. Eine Frage: von wem hast Du die Erlaubnis geholt derartigen Meldungen und Meinungsaustausch zu tätigen?
mfg ICH
By Omar Abo-Namous, 9. März 2007 @ 10:13
@”ich”: ich habe es dargestellt, so wie ich das gesehen oder mitbekommen habe. Das du das als falsch dargestellt haben möchtest, gleichzeitig aber keine sachlichen Argumente lieferst, ist bedauerlich.
Ich kann nicht über den Ausschluss des Parteimitglieds urteilen, denn ich habe ihn nicht gehört und auch kein Austrittsschreiben gesehen. Übrig bleibt der bittere Nachgeschmack einer Abrechnung.. Übrigens genauso wie beim Ausschluss der beiden anderen Mitglieder “auf der Gegenseite”.
“Schließlich Bitte ich Dich Mahmoud nicht mit Deinem Aktivismus zu beschmutzen und seinen Ruf zu schädigen.”
Darf ich daran erinnern, dass “Sniper” Mahmoud in die Diskussion eingebracht hat? Mich interessiert die Person Mahmoud nicht, genauso wenig, wie ich an den anderen Einzelpersonen interessiert bin und ich hatte deshalb keinen einzigen Namen aus dem Verein genannt.
Schliesslich weiss ich auch, wer du bist und wer Sniper ist und spreche euch trotzdem - im Sinne einer hoffentlich sinnvollen Diskussion - mit dem Namen an, den ihr für euch hier im Internet gewählt habt!
“von wem hast Du die Erlaubnis geholt derartigen Meldungen und Meinungsaustausch zu tätigen?”
Seit wann brauche ich eine Erlaubnis, um auf meiner eigenen Seite zu schreiben oder “Meinungsaustausch zu tätigen”?? Oder musstest du Erlaubnis einholen, um hierauf zu antworten?
Salam.
By elmoslem attaeb, 9. März 2007 @ 12:02
Herr Omar Abo-Namous an Ihre stelle werde ich mich schiemen weill mann merkt dass Sie ein Stueck Kuchen von der Verein haben wollen und auch eine interesse an der streit aber allah lebt noch und weist was Sie denken und was Sie wollen
und auf welche seite Sie sind
rabbana latuzigh 9olubana ba3da ith hadaytana
By Omar Abo-Namous, 9. März 2007 @ 12:18
@elmoslem: ich weiss nun nicht, wie weit sie überhaupt den hier besprochenen Fall kennen, aber ich wüsste schon gerne, wie Sie darauf kommen, dass ich “ein Stueck Kuchen” vom Verein haben möchte. Welche meiner Aussagen verleitet Sie zu dieser Annahme?
Ich wüsste auf die Schnelle nicht, welchen Kuchen sie genau meinen, auf der anderen Seite habe ich jegliche “Kuchenstücke” bereits vor mehr als einem Jahr abgegeben.
Deshalb schäme ich mich keineswegs und hoffe sehr, dass wir endlich zu einer ordentlichen Diskussion kommen.. Wie stehen sie grundsätzlich zu den von mir vorgeschlagenen Ansätzen? Glauben Sie nicht auch, dass eine Moschee der Gemeinde gehört und eben nicht Einzelpersonen?
By tarek, 9. März 2007 @ 16:13
as salamu aleikum,
@sniper: muslime, die arbeitslos sind und ihre zeit für ehrenamtliche arbeit in moscheen hergeben, halte ich erstmal für ehrenhaft!
welche kompetenzen sollte denn deiner meinung nach jemand haben, der IN DEUTSCHLAND erfolgreich eine moschee leiten soll?
die art, wie du hier auftrittst, lässt leider religiöse kenntnisse vermissen.
@ich: natürlich sind alle anderen schuld. wie wäre es denn mal mit dem hinweis von ibo: nach vorne schauen und alles tun, damit wieder frieden eintritt, die moschee wieder genutzt werden kann?
ehrlich gesagt spricht die qualität einiger antworten hier für sich! sniper, ich und elmoslem attaeb - wollt ihr mit dieser unhöflichen redensart ernsthaft eine moschee gestalten? geht ihr mit allen gläubigen, die eine andere meinung haben, so um?
werdet doch mal konkret:
welche kompetenzen müsste ein imam haben für eine moschee in deutschland und wie sollte eine harmonische vereinsarbeit aussehen eurer meinung nach?
sollten alle betenden eingebunden sein? sollten alle nationalitäten eingebunden sein? wie sieht es mit den frauen aus….?
(stichpunkte reichen mir, ihr müsst ja keinen roman schreiben…)
wa aleikum salam
By Sniper, 9. März 2007 @ 16:54
salam Tarek,
Was verstehst du unter „ehrenamtliche arbeit“?
Ich sag es dir was ehrenamtliche arbeit in dieser Moschee zu bedeuten:
Seitdem dieser „neue alte“ Vorstand mit dem neuen Dirigenten da ist, ist ehrenamtliche arbeit Kaffee und Tee trinken, andere Mitglieder herum kommandieren, TV – Al Jazeera anschauen und zuletzt skrupulöse Pläne schmieden wie man die anderen eliminieren können und der Moschee höchsten 5 min nach der regulären Gebete dicht machen und Leute vor der Tür zu setzen weil die nach hause wollen. Das ist ehrenamtliche arbeit der Arbeitlosen Verein.
ich finde dass viele die Problematik sehr oberflächlich betrachten.
Ich habe vor paar stunden auf die vorgeschlagenen Ansätzen von Herr Omar einen Blick geworfen und ich muss sagen das ist sehr naiv und hat mit der Realität nicht zu tun.
By Sniper, 9. März 2007 @ 17:01
Omar ich frag mich immer noch warum tauchst du ausgerchnet in diesem Zeitpunkt auf????
By Omar Abo-Namous, 9. März 2007 @ 17:10
@Sniper: deine Einschätzung der Lage in allen Ehren, aber wirklich konstruktive Vorschläge hast du nicht gebracht bislang. Aber genau das habe ich versucht zu kritisieren: du hetzt gegen einen Teil des Vereins ohne wirklich sachliche Vorschläge für den Verein selbst zu machen..
Was ist denn an meinen Vorschlägen naiv? Ist es naiv anzunehmen, dass eine Gemeinde durchaus durch Partizipation organisiert werden sollte? Oder ist es naiv, dass man versuchen sollte, die sachlichen Probleme des Vereins anzugehen, statt ständig über personelle Fragen zu diskutieren und wer wen “rausschmeissen” möchte und wer König sein soll?
Du fragst, warum ich “auftauche”, dabei bin ich aber nicht verschwunden. Meine Gegenfrage wäre: warum sollte es interessant sein, wann ich mich melde und wann nicht? Was bringt das dem Verein? Und was genau unterstellst du mir?
By reem, 9. März 2007 @ 19:29
asslamu alaikum
- ich finds erfreulich, dass muslime endlich interesse bekunden, ihre eigene situation zu verbessern
- dabei finde ich es natürlich, dass verschiedene meinungen vertreten werden
- bedauerlich jedoch, lahaula wa laquata illa biLlah, finde ich die art und weise, wie manche brüder den weg der änderung scheuen und statt dessen versuchen, ihre gegenargumenten von der diskussionsplattform runterzuschubsen
weiterhin FINDE (meine wenigkeit), dass jeder muslim vor allem pflichten gegenüber der moschee hat, z.b. die sauberhaltung, die instandsetzung, die vermeidung von uneinigkeit und streit (!!, !!!), die betreuuung und belehrung von gruppen (kinder-, männer-, frauen-, studenten-, interessierten-,..)…
- zur umsetzung dieser pflichten bedarf es, zum leid von ubiquitären macht-lieb-habern, an rechten
- damit die vergabe von rechten geregelt läuft, werden menschen gebeten bzw melden sich selber, um ihre pflichten zu unterschreiben.. sie werden zu mitgliedern ernannt
- ich darf nochmal daran erinnern, dass mitglieder vorrangig pflichten zu erfüllen haben (und sei es nur die zahlung der mitgliedergebühr), d.h. moscheen/vereine, wo mitglieder unerwünscht sind oder die rechte lahllegen, werden auf ihrem müll (direkt und übertragen zu verstehen) sitzen bleiben!
- also sind mitglieder mit respekt zu behandeln, egal welcher qulifikation und unabhängig vom beschäftigungsstatus (übrigens kann arbeitslosigkeit jeden von uns treffen)
- der moscheentragende verein muss seinen mitgliedern einen vorteil bieten, damit sie ihre arbeit gut und gerne machen
- dass auf dieser plattform ein nicht(-mehr)-mitglied vorschläge zur schlichtung eines streites unter vereinstätigen muslimen bringt, die problematik überhaupt thematisiert, finde ich sehr anerkennenswert.
- den vorschlag, zum system der schura zurückzukehren und vorstände zu wählen, die ihre religion leben, finde ich nicht nur sehr gut, sondern auch praktikabel
entschuldigt bitte alle die lange form - es ist damit nicht einmal alles gesagt!
By tarek, 9. März 2007 @ 20:44
as salamu aleikum,
barakallahu fiki reem, du sprichst mir aus der seele!
@sniper: die moschee besteht seit mehr als 6 jahren. in dieser zeit ist eine menge gut und eine menge schlecht gelaufen.
am tee trinken und al-jazeera schauen waren ja wohl alle brüder beteiligt, einschlißelich derjenigen, auf deren seite du stehst!
ehrenamtliche arbeit?:
-mit dem eigentümer verhandeln, für den verkauf des gebäudes
-mit allen behörden hannovers verhandeln, briefe schreiben, anträge einreichen, fristgerecht bearbeiten
-die arbeit der brüder koordinieren, für den umbau des ladens, der toiletten, der frauenräume
-organisation der nachhilfestunden/arabischangebote
-TOM vorbereiten, ankündigen, organisieren, Gäste einladen,
-Müll wegbringen, Lager aufräumen, Geländer streichen, Blumen einpflanzen, Heizkörper streichen,
Bibliothek aufbauen
-Stromkabel legen, damit das Gebet überall zu hören ist
-organisieren, dass es eine deutsche Übersetzung der Predigt gibt
-Teppich für die Gebetsräume besorgen
-Brüder organisieren, die die Defekte in der Kindergruppe reparieren
-Nachbarschaftskontakte pflegen
-Gäste/Seminare/Vorträge einladen, stattfinden lassen und hinterher saubermachen
und, und, und…..
An diesen Arbeiten waren viele Brüder beteiligt, auch jene, deren Ansehen DU jetzt in den Schmutz ziehst. Natürlich haben auch viele der Brüder Fehler gemacht, aber diese kann man gemeinsam angehen, sich gegenseitig helfen und verbessern.
Ich bin genauso wie du gegen Tee trinken und fernsehen, aber dann bitte diese Aufforderung an alle!!!
Wie vorbildlich wirkt doch ein IMAM (!) der auch mal den Müll wegbringt und den Hof fegt und fleissig mit saubermacht nach einem TOM!!!
Eine gute Moschee kann nur funktionieren, wenn ALLE mitmachen, sich angesprochen fühlen, sich verantwortlich fühlen, sich für keine Arbeit zu fein sind und die einzig gültige Hierarchie die von Allah s.t. ist!
Genauso wie beim Gebet: da steht der Arbeitslose gleichberechtigt neben dem Professor oder dem Taxifahrer. Die Bewertung allein gebührt Allah s.t.!
wa aleikum salam
By Abdulgani Engin Karahan, 19. März 2007 @ 00:49
Sa,
interessanter Beitrag. Hab zwar schon den einen oder anderen Konflikt in Moscheen erlebt, dieser dürfte wohl aber der Erste sein, der mitunter auch in einem Blog ausgetragen wird (zumindest im Kommentarbereich) :).
Was ich aber nicht ganz nachvollziehen kann, wie konntet ihr die Gemeindearbeit mit 13 Mitgliedern aufrechterhalten? Ich persönlich komme aus einer Gemeinde mit fast über 300 Mitgliedsfamilien in dem schon der erweiterte Vorstand mehr Mitglieder zählt, als die Zahl 13.
Wieso seit Ihr eigentlich auf die Idee gekommen, Neuaufnahmen zu stoppen. War es nicht vielleicht schon dieses Exklusivitätsstreben, das zu all diesen Konflikten geführt hat? Öffnung kann doch nicht mit “Ausgrenzung” anfangen.
Naja, wundern tut’s mich schon.
Wesselam
Abdulgani
By Omar Abo-Namous, 19. März 2007 @ 13:17
Salam Abdulgani,
“wie konntet ihr die Gemeindearbeit mit 13 Mitgliedern aufrechterhalten?”
very good question. Auf der einen Seite muss man sagen, dass viele Besucher auch ohne Mitglieder im Verein zu sein, hier und da ausgeholfen haben. Grössere Veranstaltungen und Aktivitäten hätten ohne diese gutwilligen Besucher nie stattfinden können (nicht zuletzt der TOM). Natürlich hält das keiner lange aus, wenn er nicht das Gefühl hat, Anerkennung zu finden.. und so war die Arbeit in der Moschee nie besonders von Kontinuität geprägt.
“War es nicht vielleicht schon dieses Exklusivitätsstreben, das zu all diesen Konflikten geführt hat?”
genau mein Sagen!
PS: inzwischen haben Neuwahlen im Verein stattgefunden. Ich weiß zwar nicht, was dabei rausgekommen ist, aber ich bin weiterhin der Meinung, dass sich der Verein nur aufrappeln kann, wenn er endlich den Anschluss an die Besucher/Gemeinde findet, ohne die er nicht existieren würde.