Das moderne Baumhaus - Baubotanik
Trainierbare Tragwerke sind nach der Baubotanik solche, die leben. Sie verwendet lebende Bäume, um Brücken zu verankern und zukünftig möglicherweise Pfosten für alle möglichen Bauwerke zu errichten. Das interessante ist dabei, dass die Bäume durch ihre Wurzeln die beste Verbindung zum Boden aufbauen können und dass die Verbindung zum weiterführenden Tragwerk aus Metall auch von Bäumen erstaublich gut aufgebaut wird.
In diesem Artikel auf Deutschland Radio wird ein solches Projekt vorgestellt:
“Wir sagen: wir haben mit Bäumen einen Steg konstruiert. Die Wipfel, die entstehen grade noch, die treiben aus. Und da haben wir in der Tat versucht Pflanzen als Tragstruktur zu nehmen, die allein, ohne andere technische Hilfsmittel, eine Plattform aus Stahlgitterrosten tragen; eine begehbare Struktur, die demonstriert, was Pflanzen verwendet als technische Tragstruktur leisten können.”
Anders als tote Materialien haben Bäume weiterhin den Vorteil, dass sie sich verändernden Umgebungsbedingungen durchaus anpassen können.
“Durch die Wachstumsprozesse werden unsere Bauten - im Gegensatz zu konventionellen Bauten, die ja tendenziell nur Verfallsprozessen ausgesetzt sind - über die Zeit im Laufe der Jahre immer stabiler. Dabei ist es so, dass sozusagen die Intelligenz des Baumes, der immer dort am stärksten wächst, wo er am stärksten belastet wird, von uns in die Architektur getragen wird, und der Baum sozusagen bei uns mitdenkt. Also wenn sie jetzt beispielsweise - überspitzt formuliert - eine Brücke häufiger benutzen, dann wird sie auch mehr tragen können.”
Dadurch, dass im Allgemeinen Fundamentsausgrabungen und Versenkungen ausfallen, wird auch noch ein erheblicher Teil zum Schutz der Umwelt eines solchen Bauwerks geleistet. Das Kunstprojekt am Ried, in dem diese Technik verwendet wurde, kann man sich hier anschauen.
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