Eine Moschee aus Schlamm

Moscheebauten sind ein sehr wichtiges und emotionales Thema, das Muslime seit vielen Jahren bewegt und auch heute sich großer Beliebtheit erfreut. Die bekanntesten und außerordentlichsten werden in diversen Dokumentationen festgehalten. So auch in dieser:

Paradise Found: A Documentary on Islamic Architecture

Die britische (?) Sendung fängt in Mali an und zeigt die große Moschee von Djenné, die komplett aus Schlamm gebaut ist. Die Dokumenatation nimmt den Zuschauer dann mit auf eine geografische und historische Reise über Ägypten, Tunesien, Usbeksitan, Iran und Syrien - um nur einige Stopps zu nennen - und ging wieder1 nach Mali zurück zur großen Schlammmoschee.

Das in meinen Augen interessante Merkmal dieser Schlammmoschee war, dass sie zwangsweise durch Regenfall stark in Mitleidenschaft genommen wurde. Um dem zu begegnen, arbeiten die Dorf- bzw. Stadtbewohner einmal im Jahr alle zu Eimern, produzieren neuen Schlamm, den sie dann zur Moschee transportieren und gemeinsam (und anscheinend noch nicht einmal mit Anleitung) auf die Moscheewände auftragen, um die durch Regenfall verlorene Wandstärke zu kompensieren.

Das Prinzip fasziniert mich nicht nur, da hier offensichtlich großes Vertrauen in den Einzelnen aus der Gemeinschaft gelegt wird, sondern vor allem auch, da die Moschee als endlos gemeinschaftliches Projekt angesehen wird. Jeder ist gefragt mitzubauen. Anders gesagt: Die Moschee würde nicht überdauern, wenn die Menschen sie nicht mehr brauchen würden.

Vielleicht ist das tatsächlich das sinnvollste: Ab heute werden nur noch Moscheen aus Schlamm gebaut und wenn sie zusammenfallen, dann kann man davon ausgehen, dass sie nicht mehr gebraucht werden, denn sonst hätten sich diejenigen, die sie tatsächlich brauchen, in Stand gehalten. Dann würden aus Moscheen aus Stein und Metall endlich Moscheen mit Menschen, die dann im Mittelpunkt stehen und um die es letztlich auch geht.

Wenn man sich eine solche Moschee in Deutschland vorstellt2, dann müsste diese ausser in zwei Wochen im Sommer das ganze Jahr über gepflegt werden.. Der Gedanke ist verlockend. Denn eine Moschee kann eigentlich sowieso nicht auf den Schultern weniger Personen ruhen und das ganze würde sicherstellen, dass es nur so viele Moscheen gibt, wie tatsächlich gebraucht werden..

  1. 1:17[]
  2. mal vollkommen von den Bauvorschriften abgesehen[]

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Comments

  • By Aya, 30. Januar 2007 @ 20:33

    Eine sehr gute Idee :-) - wäre es nicht interessant den Gedanken auch bei Kirchen zu verfolgen ;-). Die Glaubensstärkste Gemeinschaft würde somit in der Gesellschaft präsent sein und anderen zeigen: Wir glauben an Gott und tun auch etwas dafür.

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  1. Demokratische Moscheen » Too Much Cookies Network — 7. März 2007 @ 06:02

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