Sind Muslime integrationsresistent??
Diese fragt sich Martin Spiewak in der ZEIT und kommt zu einem - inzwischen! - kuriosen Ergebnis: Nein! Die Debatte um die Integration von Muslimen1 in Deutschland ist sehr stark durch Halbwahrheiten und starken Vorwürfen Muslimen gegenüber geprägt.
Das Kopftuch der muslimischen Frau spielt dabei eine große Rolle. Die Meinungen darüber reichen vom Zeichen, dass die Frau aktiv unterdrückt wird über ein allgemeines Symbol der Unterdrückung (nicht unbedingt dieser Frau) bis hin zum Symbol der Unterwanderung der “deutschen freien demokratischen christlichen abendländischen” Gesellschaft. Dass die Symbolkraft offensichtlich nur für diejenigen gilt, die dem Kopftuch feindlich gegenüberstehen und eben nicht für die, die es tragen gilt, scheint dabei niemanden zu stören.
Es ist egal, wieviele kopftuchbehaftete Muslima unter Eid schwören, nicht zum Tragen Letzteres gezwungen worden zu sein und nicht mit ihrem Kopftuch die Demokratie verhüllen oder gar abschaffen wollen - sie bleiben in der Wahrnehmung von so gewillten Politikern und Medienmachern die Minderheit! Frauen werden im Islam unterdrückt - das haben wir gelernt und daran darf kein noch so starker Gegenbeweis etwas ändern.
Das Schema, nach dem der Islam gemeinhin charakterisiert wird, ist so stabil, dass diverse Studien diesbezüglich keine Veränderung der Wahrnehmung hervorrufen. In diesem Zusammenhang wäre bspw. die Studie “Das Kopftuch - Entschleierung eines Symbols” aber auch allgemeinere Studien wie das dickbändige Buch Viele Welten leben von Ursula Boos-Nünning und Yasemin Karakasoglu zu nennen. In der Chemie nennt man das einen Puffer.
Deshalb ist es fraglich, ob der Artikel “Ins Schwimmen geraten” irgendetwas daran ändern kann, für den der Autor diverse Behörden und einige Schulen angefragt hat, um den Wahrheitsgehalt der populären Aussagen rund um “die Muslime” und deren Integrierbarkeit herauszufinden.
Für die Richtigkeit vom Unterrichtsboykott als islamistische Massenbewegung liefert Berlin also bisher keine Hinweise. Doch die Hauptstadt ist nicht typisch. Obligates Schwimmen findet in Berlin in der Regel nur in der Grundschule statt, die hier von Klasse eins bis sechs dauert. Da fängt das Alter erst an, in dem fromme Musliminnen Körper und Kopf vor Männeraugen schützen und Sexualkunde heikel wird.
Der Artikel ist aber auf jeden Fall deshalb so lesenswert, da er sehr ausführlich recherchiert ist und bereits bekannte Aussagen auf die Probe setzt.
Wo ist die Mehrheit?
In Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen wissen die Behörden auch nach Rücksprache nichts von irgendwelchen Problemen mit muslimischen SchülerInnen bei Sport, Aufklärungsunterricht oder Klassenfahrten. Einige haben nicht genügend “Fälle”, für die sich der Aufwand einer breit angelegten Problemlösung rechtfertigen liesse, andere scheinen mit christlichen Fundamentalisten2.
Das Ergebnis der Umfrage erstaunt. Ist das Problem kleiner als gedacht? Oder verschweigen die Schulen schamhaft ihr Katzbuckeln vor dem Islam? Jedenfalls hat keine einzige Bildungsverwaltung konkrete Zahlen zu dem integrationspolitisch brisanten Thema gesammelt.
In Berlin wo der Rütli- aber auch der Islamistenalarm beständig klingeln, scheint der frühere Senator Böger es geradezu darauf angelegt zu haben, ein mögliches Problem rund um muslimische Schulverweigerer aufzudecken - und bleib auch nach drei Anläufen relativ “erfolglos”.
Necla Kelek
Interessant ist die Behandlung der Untersuchungen, die Frau Necla Kelek durchgeführt hat:
Bedrückende Aussagen. Keleks Fazit von »erheblichen Verweigerungsquoten« in deutschen Schulen stützen die Beispiele jedoch nicht. In ihrer Untersuchung schreibt die Autorin ja gerade, dass Fakten weitgehend fehlen und weitere Untersuchungen notwendig sind. In Interviews spricht sie jedoch davon, dass es in Deutschland mittlerweile akzeptiert werde, dass »Sechsjährige nicht mehr am Turn- oder Schwimmunterricht teilnehmen«.
Als der Autor einem der von Frau Kelek befragten Schuldirektoren sagt, dass diese sich auf die Aussage einer Schulsekretärin stützt, ist er verdutzt:
Als der Schulleiter erfährt, dass Kelek sich mit der Aussage, an seiner Schule gebe es einen Schwimmboykott, auf eine »Schulsekretärin« beruft, ist er irritiert: Zur Zeit des Besuches von Kelek habe im Sekretariat eine Vertretung gesessen. Die könne zum Thema ganz sicher keine Auskunft geben.
Die wahren Probleme
Dem Fazit des Artikels kann ich mich nur anschliessen - auch in der Hoffnung, dass der Diskurs einmal realer, pragmatischer, vernünftiger und last but not least unaufgeregter geführt wird.
Der Vorwurf der bewussten Integrationsverweigerung von (muslimischen) Migranten ist mittlerweile eine feste Argumentationsfigur in der deutschen Öffentlichkeit und Politik. In vielen Fällen stützt sie sich indes auf Vermutungen oder Einzelbeobachtungen. So fordern Politiker wie Edmund Stoiber immer wieder, Migranteneltern, die ihre Kinder vor der Einschulung nicht zu Deutschkursen schickten, müssten bestraft werden. Indes, es gibt diese Eltern kaum. Hessen, das Bundesland mit den längsten Erfahrungen mit der vorschulischen Sprachförderung, vermeldet eine Beteiligungsquote von 94 Prozent. Der gleiche Befund trifft auf den Deutschunterricht für Erwachsene zu, die so genannten Integrationskurse, welche die Kommunen seit zwei Jahren bundesweit anbieten. Die Nachfrage übertrifft bei weitem das Angebot.
Fazit: Die Schuld für das Schulversagen von Migranten bei den Betroffenen selbst und ihrer Religion zu suchen mag die deutsche Politik entlasten. Die Bildungsprobleme lassen sich mit dieser Strategie kaum lösen.
- gemeint sind natürlich ausländische Muslime, aber gemeinhin glaubt man darunter allgemein Muslime verstehen zu können[↩]
- naja, in Hamburg meinen sie wahrscheinlich “Katholiken” damit..[↩]
Verwandte Beiträge
Comments
Other Links to this Post
-
Quergefragt - Wird Deutschland vom Islam unterwandert? » Too Much Cookies Network — 7. April 2007 @ 13:58
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI
By Kathrin, 11. Dezember 2006 @ 16:20
Ich habe den Artikel auch gelesen und war begeistert. Gar nicht mal nur wegen des Inhalts - obwohl man heutzutage froh ist, wenn überhaupt mal jemand neutral über die Ursachen der realen Verhältnisse schreibt - sondern, weil dieser Artikel wirklich gut recherchiert zu sein scheint, echter Journalismus sozusagen. Nicht nur aufgeregt und polemisierend bei Necla Kelek abschreiben, nein: auch einfach mal überprüfen, Fragen kritisch in den Raum stellen, ohne schon gleich die (ganz simple) Antwort parat zu haben.
By Muslimische Werte, 11. Dezember 2006 @ 20:33
Moslems haben ein anderes Wertesystem - und das ist das eigentliche Problem. Wenn islamische Frauen mindestens drei Schritte hinter ihren Männer herlaufen müssen, ist das alles andere als gleichberechtigung.
By Kathrin, 12. Dezember 2006 @ 03:03
Das ist vielleicht in Ihrer Islamwahnvorstellung der Fall. Entspricht nur nicht der Realität.
Vielleicht doch mal den Artikel lesen…
By Gilles,Karl, 4. Januar 2007 @ 17:14
In öffentlichen und diesen gleichstehenden,weil zwecks Förderung der Gleichberechtigung(Art.3 GG) u.der Familie (Art.6 GG)hochsubventionierten(§§51,52 ff.AO)Hallenbädern gilt gem.Art.3 GG die Gleichberechtigung u.das Verbot einer reli-
giösen Privilegierung.Auch die freie Entfaltung der Persönlichkeit(Art.2(1)GG)setzt dort Grenzen, wo das grundlegende Recht anderer u.die Verfassung/das Sittengesetz verletzt wird.Der Burkini als “Badeanzug” verstößt aber gegen Bade-u.Hygienevorschriften.Er wäre also nur in rein privaten Bädern erlaubt.Wie wäre es, wenn Imame u.islamische Funktionäre an Moscheen i h r e Hallenbäder anbauen ließen anstatt unsere Badekultur zu unterwandern?In D müssen sich Frauen in der Öffentlichkeit nicht bis auf Gesicht, Hände u.Füße à la Koran u.Scharia verhüllen,basta.Also, w e r hat sich nach Recht u.Gesetz, Kultur und Usancen nach w e m zu richten? Die Mehrheit nach dem Glaubensklerus, der doch die fundamentalen Glaubenminderheiten steuert? Oder “das Volk”i.S.d.Art.20(1)S.1 GG)?
By Omar Abo-Namous, 5. Januar 2007 @ 01:52
@Gilles, Karl: Dass der Badeanzug hygienisch sein muss, ist nicht die Frage. Ganzkörperbadeanzüge sind auch als Schwimmbadtaugliche Bekleidung erhältlich. Dadurch löst sich zumindest dieses Problem.
Was die Benutzung der Schwimmbäder für Geschlechter getrennt angeht, so ist darauf aufmerksam zu machen, dass es in vielen Bädern extra Stunden für Frauen gegeben hat, schon bevor Muslima überhaupt gefordert haben, unter Frauen zu baden. Daneben gibt es natürlich auch die Möglichkeit, dass Vereine die Bäder mieten. Bis heute ist es Normalität, dass Sauna-Stunden zumindest teils nach Geschlechtern getrennt sind. Was es bisher nicht gab, sind Männerschwimmstunden, aber ich kann kaum glauben, dass das ein so grosses Problem darstellt..
Was den Anbau von “eigenen” Bädern angeht, um nicht die deutsche “Badekultur” zu unterwandern, so ist das natürlich immer möglich, allerdings fragt sich wie schnell der Vorwurf der Bildung einer Parallelgesellschaft käme..
Dass sich Frauen in Deutschland “nicht bis auf Gesicht, Hände und Füße” bedecken müssen, ist schon klar; Frage ist, ob sie deiner Meinung nach gezwungen werden sollten, sich auf einen bestimmten von dir festgelegten Level auszuziehen. Das “Basta” in diesem Fall überlasse ich dir.
Du fragst weiterhin, wer sich nach Recht und Gesetz richten soll und meine Antwort lautet: alle in Deutschland lebenden Menschen. Schliesslich ist Deutschland ein Rechtsstaat und nicht etwa ein Kulturstaat. “Das Volk” bist nicht du, sondern wir alle. Nicht vergessen!
By Gilles, 4. Februar 2007 @ 18:11
Das hiesige Hallenbad wird mit 1 Mio EUR p.a.städt.Zuschuß u.hoher Steuerbefreiung (§ 52 AO) subventioniert, dient allzeit u.a.der sportlichen Förderung der Allgemeinheit, nicht spezieller Gruppen, der Gleichbehandlung der Geschlechter (AEAO 2005 Tz.1 , 2; 16) u.nicht der religiösen Geschlechtertrennung (s.Art.1 ; 2 u.3 GG) mit Fensterzuhängung, Männer-, Buben-(ab 6 J:!)u.Mütter mit Buben über 6 J.-Ausschluß, nur weibl.Aufsicht, hygienwidriger Burkinipflicht für Muslimas auch beim doch der Körperreinigung dienenden Duschen vorm Schwimmen.Im Freibad und an der See/dem Merr geht es doch auch geschlechtergemeinsam(s.Australien).Im übrigen sagt die Erfinderin A.Zanetti selbst u.anderem:”…besteht aus Hosen..Oberteil…an dessen Nacken eine Kapuze festgenäht ist. S i e ersetzt das Kopftuch….muslimische Frauen sich bedeckt halten, ausgenommen nur Gesicht, Hände, Füße…Der Koran verlangt…Leicht bekleidet ist Gotteslästerung..”.Das hiesige Hallenbad wiurd ganz klar islamgemäß entgegen Art.3 GG für reines Muslimaschwimmen geöffnet, für Männer u.Buben ab 6 J.zeitweise geschlossen. Das ist im öffentlich subventionierten Badebereich untersagt! Religiöse Vorschriften aber können in jedem privat ohne Subvention unterhaltenen Hallenbad beachtet werden.
By Omar Abo-Namous, 4. Februar 2007 @ 18:37
@Gilles: Ich hoffe ich verstehe Sie richtig. Meinst du wirklich, dass die Geschlechtertrennung bei Schwimmstunden gegen das Grundgesetz verstösst? Darf es denn deiner Meinung nach kein geschlechtsspezifisches öffentlich finanziertes Angebot geben?
Das wäre komisch, denn Schwimmstunden speziell für Frauen (aber auch für Kinder, für Dicke und andere Gruppen etc. pp..) gab es schon lange und meist hat das nichts mit irgendwelchen Muslimas zu tun!! Such einfach nach Frauenschwimmen und du wirst schnell fündig..
Ich bleibe dabei, dass die geschlechtergetrennten Angebote - auch als öffentlich finanziertes Mittel solange das von einer genügend breiten Öffentlichkeit gewollt ist !!! - keineswegs verfassungswidrig sein können! Das Problem ist heute nur, dass eine Frauenschwimmstunde als Invasion betrachtet wird, während das vor einigen Jahren noch ganz normal von vielen (nichtmuslimischen) Frauen wahrgenommen wurde!
Was Ihre Kritik an die sogenannten Burkinis angeht, so muss ich ehrlich sagen, dass ich bisher keine “in echt” gesehen habe, aber ich gehe davon aus, dass sie aus einem Material hergestellt sind, das nicht unhygienisch ist.
Ich wüsste aber ganz gerne, warum du der Ansicht bist (wenn ich dich denn richtig verstanden habe), dass geschlechterspezifische Angebote (etwa Schwimm-, Sauna- oder Sporteinheiten) verfassungswidrig sein sollen..
By Gilles, 4. Februar 2007 @ 19:57
Das öffentliche Recht gebietet eindeutig die Förderung der glaubensneutralen Gleichberechtigung und nicht der “religiös motivierten” Geschlech-tertrennung im ö f f e n t l i c h e n jedermann und jeder(Öffnungs)zeit zugänglichen Bereich, so gebietet
das unsere für alle geltende Verfassung, die nur durch eine 2/3-Mehrheit zu ändern wäre. Der - oft privat betriebene- Saunabereich ist seit jeher sportkulturell etwas spezifisch Besonderes, hängt auch nicht mit etwaiger Subventionierung wie ein öffentliches oder diesem gleichen, weil mit Steuermitteln der Allgemeinheit “für diese” subventio-nierten Hallenbad zusammen, auch nicht mit religiöser Motivation wg.der Bibel, dem NT oder dem Koran. Auch Christen oder Juden könnten Ansinnen z.B.zur Badekleidung usw.stellen.Sie nehmen aber das säkular geprägte entsprechende Umfeld hin ohne sich mit ihm zu identifizieren.Das ist der Unterschied zu fundamental-islamischen Forderunmgen in einer islamischen Diaspora, in der der Islam doch auch Anpassungen zuläßt!
By Omar Abo-Namous, 4. Februar 2007 @ 20:48
Ob nun “religiös motiviert” oder anderweitig motiviert, wenn jemand meint, nach Geschlechtern getrennt baden zu wollen, darf er dafür eintreten, dass das auch öffentlich finanziert wird. Genauso verhält es sich im Übrigen mit altersbezogenen oder anderweitigen Angeboten, die ja auch öffentlich finanziert werden. Er muss sich damit abfinden können, dass er möglicherweise enttäuscht wird und sein Vorschlag nicht angenommen wird, allerdings darf er nicht davon abgehalten werden, dies zu fordern.
Den Unterschied zu Women-only Saunazeiten sehe ich immer noch nicht.. Die finden durchaus mitten in der öffentlichen Zeit statt, ohne dass sich irgendwer ernsthaft beschwert. Dass der Saunabereich “sportkulturell etwas spezifisch Besonderes” ist, könnten Leute, die gerne die ganze Woche lang in die Sauna gehen wollen als Anlass nehmen, sich darüber zu beschweren.
Eine säkulare Umgebung hinzunehmen ist eine Sache, die Areligiosität für sich anzuwenden oder seine Religiosität verstecken zu müssen, ist eine andere. Ich stimme Ihnen ja zu, wenn es darum geht, dass keine (Religions-)Gruppe einer anderen vorschreiben sollte, was sie anzuziehen hat, aber das geht in alle Richtungen. Insofern nehmen natürlich auch Muslime das “säkular geprägte” (oder meinetwegen christlich geprägte, denn da gibt es durchaus Differenzen) Umfeld hin.
By Gilles, 5. Februar 2007 @ 11:47
Eintreten für Geschlechtertrennung ist erlaubt(Art.5 GG).Der Staat darf sie aber nicht fördern, auch nicht steuerlich(s.§§ 51,52 ff.AO)! Gleichberechtigung der Geschlechter ist vielmehr Staatsziel;die”tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung” i s t von ihm zu fördern, er h a t entsprechend darauf hinzuwirken (Art.3 Abs.2 Satz 2 GG).Wegen seines Geschlechts darf niemand benachteiligt, aber auch nicht privilegiert werden(Art.3 Abs.3 S.1 GG); dies gilt auch zB in Be-zug auf Glauben, religiöse oder politische Anschau-ungen(Art.3 Abs.3 S.1 GG). Soweit es um den tradierten
Sittenbereich geht-z.B.getrenntes Duschen in öffentl. Bädern, auch nach Männer-/Frauensport(der-zB anders als im Iran-nicht den Ausschluß des anderen Geschle-chts zur Folge hat)u.ä.-gilt dies nicht als untersag-te Geschlechtertrennung, sondern als schicklich, vorübergehend dem Sittengesetz,nicht einem Glauben,
einer Ideologie usw. Rechnung tragend.
Sauna heißt nackt getrennt oder gemischt agieren; dabei liegt sowohl für Männer als auch für Frauen kein Verstoß i.S.d.Art.3 GG vor.Auch Art.2 Abs.1 GG läßt eine z.B.sportlich geprägte freie Entfaltung der individuellen Persönlichkeit nur zu, soweit nicht Rechte anderer oder Staatsziele verletztwerden.Zudem: Eltern und ihren Kindern ohne religiös geprägte(also diskriminierende)Altersbeschränkung als besonders geschützt (Art.6 GG)muß es erlaubt sein,in öffentl./ diesen gleichen(weil subventioniert)Bädern mit kindgerechten Rutschen, Becken usw. zu a l l e n Öffnungszeiten mit diesen baden zu gehen.Die individuell-privat geprägte Glaubensfreiheit(Art.4 GG) muß im öffentl.Bereich gegenüber Staatszielen als nachrangig zurückstehen. Im übrigen:Der Schöpfer hat beiden Geschlechtern doch Haare und Ohren(s.aber Kippa+Kopftuch), Mund, Nase (Shador), Augen (Taliban-Burka)nicht zur Teil-oder Totalverhüllung, sondern schöpfungsgemäß zum naturgegebenen Nutzen verliehen, sonst hätte er dies von Geburt an anders regeln können.Fundamental-islamische Gruppen versuchen (Milli Görös, Islam-Markt u.a.,s.auch Fall Kaplan)langfristig mit”taktischem Islamismus” (Verfassungs-schutzbericht 2004 u.a.) i h r e religiöse Vorstel-lungen um jeden Preis durchzusetzen,den säkular-plura-len Laizismus abzuschaffen und einen Gottesstaat(s.auch Erdogan`s Türkei!)zu etablieren.Ich schätze den demokratischen,religionsneutralen, säkular-pluralen Staat Deutschland in seiner jetzigen Form, in der jeder individuell nach seiner Facon selig werden darf(s.aber islamisch-autoritäre Staaten!).Mir liegt nichts an einer den “Gottesstaat” verkörpernden uniformen Theokratie!Glauben heißt überzeugt sein ohne diese Überzeugung nach Fakten auch beweisen zu können! Vom “Paradies” ist zudem noch keiner zur Erde zurückgekommen! Zum Schluß: Sure 3,110 beweist eine fundamental geprägte Überheblichkeit, die z.B.(Suren 3,119;5,52)den “Gläubigen” keine Freundschaft mit Nichtmuslimen, quasi “Unreinen”, “Minderwertigen” gestattet. Das ist wenig human u.mit der allround gebotenen christlichen Nächstenliebe gegenüber jedermann nicht vereinbar.Auch Moslems profitieren letztlich in D davon , z.B.bei Bedarf über die Sozialhilfe, das Alg II(in Berlin-Kreuzberg m.W.50%!).Abbildungen u.Erläuterungen zum “Burkini” bietet übrigens Google unter dem Stichwort”Burkini”.
By Melantrys, 9. Februar 2007 @ 12:54
Habe heute nicht den Nerv, hier groß rumzudiskutieren. (Lustig aber, wie hier durchweg der Argumentationspunkt des schon seit Jahren (von christlichen Frauen) betriebenen Frauenschwimmens ignoriert wurde.)
Habe letztens einen Bericht über muslimische Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen an der australischen Küste, die letztes Jahr so traurige Schlagzeilen gemacht hatte, gesehen. Viel Stoff, aber eindeutig Badeanzug-Material, was die Damen da trugen. Ist es also unhygienischer, weil es mehr Stoff ist als ein Badeanzug oder Bikini? Muß ich mich als Badeanzug-Besitzerin demnächst darauf einstellen, daß man mir erzählt, es wäre hygienischer, im String-Bikini oder nackig zu schwimmen????
Ich glaube, dann konvertiere ich zum Islam und wandere aus.
By Gilles, 21. März 2007 @ 12:19
Wenn 200 - 300 Muslimas, zudem keine oder kaum Nichtmuslimas, ein 25 x 8 = 300 qm großes Hallen-
badbecken im “Burkini” am so genannten “Frauen- schwimmtag”benutzen(in einem öffentlich hoch subventionierten, für die Allgemeinheit, nicht für religiöse oder andere Gruppen (§ 52 Abs.1 Abgaben-ordnung)bestimmten, räumlich stark abgegrenzten Bad)benutzen, dann ist dies nicht nur im Blick auf die Raumenge wenig hygienisch, sondern auch mE als Mißbrauch steuerrechtsschädlich ( § 42 AO)und nicht mit einem allgemeinen, geschlechtergemeinsamen Schwimmen mit “Burkini” im Freibad oder im Meer/einem See vergleichbar!
By Gilles, 21. März 2007 @ 12:22
Wenn 200 - 300 Muslimas, zudem keine oder kaum Nichtmuslimas, ein 25 x 8 = 300 qm großes Hallen-
badbecken im “Burkini” am so genannten “Frauen- schwimmtag”benutzen(in einem öffentlich hoch subventionierten, für die Allgemeinheit, nicht für religiöse oder andere Gruppen (§ 52 Abs.1 Abgaben-ordnung)bestimmten, räumlich stark abgegrenzten Bad), dann ist dies nicht nur im Blick auf die Raumenge wenig hygienisch, sondern auch mE als Mißbrauch steuerrechtsschädlich ( § 42 AO)und nicht mit einem allgemeinen, geschlechtergemeinsamen Schwimmen mit “Burkini” im Freibad oder im Meer(in Australien z.B.geht dies durchaus)/einem See vergleichbar!
By Gilles, 21. März 2007 @ 15:20
Beitrag 13.: Es sind natürlich nicht 300 (Druckfehler), sondern “nur” 200qm!
By Baycan, 15. April 2007 @ 01:43
Sind Muslime integrationsresistent?? Nein, bestimmt immer dort nicht, wo sie für sich Sonderregeln durchsetzen können (wenn die “ungläubige” Mehrheitsgesellschaft denn so rückgratlos ist, diese auch zu gewähren). Glücklicherweise ist Multikulti allerdings ein ideologisches Auslaufmodell.
By Omar Abo-Namous, 15. April 2007 @ 09:31
“Glücklicherweise ist Multikulti allerdings ein ideologisches Auslaufmodell.”
Ja, da können wir uns echt glücklich schätzen. Die ‘Sonderregeln’ der Muslime hätten möglicherweise soweit gereicht, dass sie Moscheen so bauen dürften, wie sie es wollten.. Eine Horrorvision!
By Averroes, 7. Juni 2007 @ 12:47
Bei den Anhängern Mohammeds geht es mir im Grunde genommen ähnlich wie bei den Anhängern Jesus’. Ein latent vorhandener Hang, dem Mitmenschen und der Gesellschaft seine eigene Glaubensüberzeugung überstülpen zu wollen, läßt sie mich immer etwas argwöhnisch beobachten.
Nun hat sich die christliche Religion in Jahrhunderten und unter großen Opfern säkularisiert und die Trennung von Kirche und Staat weitgehend akzeptiert. Der Islam ist demgegenüber von einer Säkularisierung noch Jahrhunderte entfernt. Und ich zweifle daran, ob die Trennung von Religion und Politik überhaupt mit dieser Ideologie zu vereinbaren ist, weil das Errichten eines Gottesstaates (Kalifat) eines der weltlichen Ziele des Islams ist. Man kann dies beispielhaft in Großbritannien und Schweden sehen, wo die Forderung nach Einführung islamischer Gesetze (eindeutig verfassungswidrig!) zunehmend deutlicher erhoben werden. Auch in Deutschland wurde die Scharia von herausragenden Vertretern des Islams als unverzichtbarer Bestandteil islamischen Glaubens bezeichnet.
Insofern finde ich es schon richtig, daß der Druck auf Mohammedaner erhöht wird, die hiesigen gesellschaftlichen Werte wie Demokratie, Pluralismus, Menschenrechte, Gleichberechtigung der Geschlechter, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit (die es in realexistierenden islamischen Staaten nicht oder nur rudimentär gibt!) nicht nur zu tolerieren, sondern als eigene Werte zu erkennen und zu leben. Das Mißtrauen gegen Moslems besteht deshalb nicht ohne Grund, da die von ihnen erhobenen Forderungen in aller Regel nicht integrative Bemühungen beinhalten, sondern als Abwendung von hiesiger Kultur und Desintegration zu bewerten sind. Eine politische Partei, die solche Forderungen erheben würde, hätte sich mit dem Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit auseinanderzusetzen. Wir sollten es dem Islam nicht gestatten, quasi unter dem Deckmantel der Religion, unserer Verfassung widersprechende Ziele zu verfolgen.
By Omar, 8. Juni 2007 @ 04:29
@Averroes: Meiner Erfahrung nach sind Atheisten mit die penetrantesten Missionare für ihren Nichtglauben! Schau dir einfach mal den Verein der Ex-Muslime oder die übergeordneten Freidenker.. Nur weil es eben ‘kein Glaube’ ist, heisst das nicht, dass die Menschen nicht versuchen, andere davon zu überzeugen. Gläubige haben doch zumindest einen Grund!
Es tut mir auch leid, die Horrorvision vom ‘Kalifat’, der fehlenden Trennung zwischen Staat und Religion und den “islamischen Gesetzen” scheint nun langsam zu verblassen als das, was es ist: Gespenstergeschichten…
“Auch in Deutschland wurde die Scharia von herausragenden Vertretern des Islams als unverzichtbarer Bestandteil islamischen Glaubens bezeichnet.”
Jaund? Auch wenn nicht direkt vergleichbar, aber die Aussage ist so, als würdest du sagen “Auch in Deutschland wurde die Bibel von herausragenden Vertretern des Christentums als unverzichtbarer Bestandteil christlichen Glaubens bezeichnet.”..
Im Übrigen gehört zum gepflegten Umgang, dass man die Menschen so benennt, wie sie sich selbst benannt sehen wollen. Jedem Dorftrottel müsste inzwischen minidestens einmal in seinem Leben gesagt worden sein, dass es eben nicht “Mohammedaner”, sondern “Muslime” sind. Davon abgesehen, würde ich hoffen, dass du einfach mal den Druck, den du da so gutheisst, auch spürst.. Wie schnell du “Freiheit” schreist, das will ich mir nicht ausdenken.. Aber mal konkreter: Welche “Forderungen” stellen Moslems denn so, die “nicht integrative Bemühungen beinhalten”?
“Wir sollten es dem Islam nicht gestatten, quasi unter dem Deckmantel der Religion, unserer Verfassung widersprechende Ziele zu verfolgen.”
Papperlepapp! Wenn dir die Verfassung wirklich so wichtig ist, würdest du gegen ihre tatsächliche Zerstörung durch Politiker protestieren. Bis dahin, sind deine Forderungen rassistisch geprägt..
By Averroes, 8. Juni 2007 @ 15:44
Für mich kann jeder glauben, was er will, solange er damit nicht die Grundwerte dieser Gesellschaft in Frage stellt. Insofern bin ich vielleicht auch ein Fundamentalist, nämlich einer des Grundgesetzes. Wenn Du mir im letzten Absatz andere Motive unterstellst, mag Dich das persönlich befriedigen, macht jedoch anderen die Begrenztheit Deiner Argumente offensichtlich.
Daß die “Horrorvision vom ‘Kalifat’” angeblich verblasst, habe ich nicht festgestellt. Eher das gegnteil: Die Menschen beschäftigen sich immer mehr mit dem Islam und seinen totalitären Vorstellungen von Gesellschaft, z. B. hier:
Efraim Karsh, Imperialismus im Namen Allahs
http://tinyurl.com/ytgb9g
oder hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Islamkritik
Ich widerspreche Deiner Darstellung, die Forderungen nach Einführung der Schariagesetze seien gleichbedeutend mit der Behauptung, die Bibel sei unverzichtbarer Bestandteil christlichen Glaubens.
Vielmehr trifft diese Parallele den Punkt schon eher:
Christen fordern, die Einführung von religiösen Sondergesetzen, die nur für sie Gültigkeit haben und sich nicht mehr an Verfassung und Rechtsstaat, sondern an der Bibel orientieren.
Insofern wiederhole ich: Wir sollten es dem Islam nicht gestatten, quasi unter dem Deckmantel der Religion, unserer Verfassung widersprechende Ziele zu verfolgen.
By Averroes, 8. Juni 2007 @ 16:54
Da war doch noch was
Omar kritisierte: “Im Übrigen gehört zum gepflegten Umgang, dass man die Menschen so benennt, wie sie sich selbst benannt sehen wollen. Jedem Dorftrottel müsste inzwischen minidestens einmal in seinem Leben gesagt worden sein, dass es eben nicht “Mohammedaner”, sondern “Muslime” sind.”
Mohammedaner ist m. E. die korrekte Bezeichnung von Menschen, die die Lehren Mohammeds befolgen. Ich finde daran nichts Unhöfliches, daß man die Dinge beim Namen nennt. So wie ich Gefolgsgleuet von Jesus Christus “Christen” nenne.
Dagegen könnte ich mich jetzt über die Bezeichnung von Christen und Juden als “Ungläubige”, “Affen” oder “Schweine” aufregen -tue ich aber nicht! Obwohl diese Ausdrücke nicht etwa ein unbedeutender Blogger gebraucht hat, sondern der Gründer der Religion Islam höchstselbst (Koran 5:60).
By Omar, 9. Juni 2007 @ 01:38
@Averroes:
Wie bist du eigentlich von “Scharia als unverzichtbarer Bestandteil islamischen Glaubens” zur “Forderungen nach Einführung der Schariagesetze” gekommen? War das für dich ein normaler Sprung in einer Diskussion? Und glaubst du wirklich über die Aussage von Menschen urteilen zu können, wenn du nicht weisst, wovon sie sprechen? Oder behauptest du zu wissen, was hinter dem Begriff der Scharia gemeint ist?
Auch der Vergleich ist komisch und deshalb möchte ich das doch konkreter wissen: Welche Forderungen haben Muslime aufgestellt, die deiner Meinung nach “nur für sie Gültigkeit haben und sich nicht mehr an Verfassung und Rechtsstaat, sondern an der [Koran] orientieren”?
Deiner Sturheit bei der Benennung von Muslimen als Mohammedaner ist wirklich symptomatisch für deinen Diskussionsstil. Dabei ist der Unterschied zwischen “Christ” und “Muslim” eindeutig: Christen sind Menschen, die glauben, dass Jesus Christus Gott(es Sohn) ist. Muslime glauben eben nicht, dass Mohammad Gotteigenschaften hat, sondern, dass er ein normaler Mensch war, der nur als Botschafter/Prophet an die Menschheit gesandt wurde. Das ist ein erheblicher Unterschied, den du aber gerne ignorieren kannst..
Weiterhin ist es schon traurig, wie du glaubst, den Koran nach eigenem Gutdünken missverstehen zu können. Hier eine kurze Erklärung dazu, wie Nichtmuslime (und besonders Juden und Christen) tatsächlich im Koran angesprochen oder besprochen werden:
http://www.islamonline.net/servlet/Satellite?pagename=IslamOnline-English-Ask_Scholar/FatwaE/FatwaE&cid=1140333528667
Der Prophet Muhammad (sas) hat nie Christen, Juden oder irgend eine andere Gruppe als Affen oder Schweine bezeichnet.