Pale Blue Dot

Über Wortfeld bin ich auf das zusammengesetzte Weltraumfoto “Pale Blue Dot” gestossen, das die Voyager 1 nach vollendeter Hauptmission aufgenommen hat.

Pale Blue Dot - (c) Nasa

Vorallem ein Zitat von Carl Sagan, der vom Bild inspiriert ein Buch geschrieben hat:

We succeeded in taking that picture [from deep space], and if you look at it, you see a dot. That’s here. That’s home. That’s us. On it everyone you love, everyone you know, everyone you ever heard of, every human being who ever was, lived out their lives. The aggregate of our joy and suffering, thousands of confident religions, ideologies, and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilization, every king and peasant, every young couple in love, every mother and father, hopeful child, inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every “superstar,” every “supreme leader,” every saint and sinner in the history of our species lived there - on a mote of dust suspended in a sunbeam.

The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena. Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors, so that, in glory and triumph, they could become the momentary masters of a fraction of a dot. Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of this pixel on the scarcely distinguishable inhabitants of some other corner, how frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds. Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the Universe, are challenged by this point of pale light.

Our planet is a lonely speck in the great enveloping cosmic dark. In our obscurity, in all this vastness, there is no hint that help will come from elsewhere to save us from ourselves. The Earth is the only world known so far to harbor life. There is nowhere else, at least in the near future, to which our species could migrate. Visit, yes. Settle, not yet. Like it or not, for the moment the Earth is where we make our stand. It has been said that astronomy is a humbling and character building experience. There is perhaps no better demonstration of the folly of human conceits than this distant image of our tiny world. To me, it underscores our responsibility to deal more kindly with one another, and to preserve and cherish the pale blue dot, the only home we’ve ever known.

Dem Zitat ist nichts hinzuzufügen.

Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors, so that, in glory and triumph, they could become the momentary masters of a fraction of a dot.

Hochmut und Demut im Islam

Stolz wird im islamischen Kontext fast immer1 im negativen Kontext benutzt.

Sie schworen bei Gott den feierlichsten Eid, daß sie sich mehr als irgendein anderes Volk leiten lassen würden, wenn ein Warner zu ihnen käme. Als aber ein Warner zu ihnen kam, nahm nur ihre Abneigung zu, Ihr Hochmut auf Erden und ihr Planen von Bösem. Aber dem Planen von Bösem fallen nur die Ränkeschmiede selber zum Opfer. Erwarten sie denn etwas anderes als das Schicksal der Vorausgegangenen? Nie wirst du in Gottes Vorgehensweise eine Änderung finden. Nie findest du in Gottes Vorgehensweise einen Wechsel. Reisten sie denn nicht durch das Land und sahen wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten und kraftvoller als sie waren? Und nichts in den Himmeln und auf Erden vermag sich Gott zu entziehen. Er ist fürwahr wissend und mächtig. Wenn Gott aber die Menschen nach ihrem Verdienst strafte, ließe Er auf der Erdoberfläche kein Lebewesen zurück. Er gewährt ihnen jedoch Aufschub bis zu einem bestimmten Termin. Und wenn ihre Frist abgelaufen ist, Gott durchschaut Seine Diener sehr wohl. [Koran: Fatir 35:42-45]

Demgegenüber trifft man auf Demut als Maxime, die es anzustreben gilt:

Und Diener des Erbarmers sind diejenigen, welche auf Erden bescheiden auftreten; wenn die Ahnungslosen sie anreden, entbieten sie ihnen den Friedensgruß. [Koran: Al-Furqan 25:63]

In Luqmans Rat an seinen Sohn verbirgt sich eine weitere Erklärung und die für den Koran typische Relativierung und Mittelwegwahl:

Und wahrlich Wir gaben Luqman Weisheit: »Sei Allah dankbar; denn wer dankbar ist, der ist nur zu seinem eigenen Besten dankbar. Und wer undankbar ist - siehe, Allah ist unabhängig und rühmenswert.« Da sagte Luqman zu seinem Sohn, ihn ermahnend: »O mein Sohn! Setze Allah keine Gefährten zur Seite. Siehe, Vielgötterei ist ein gewaltiger Frevel.« Wir legten dem Menschen Güte gegen seine Eltern an das Herz. Seine Mutter trug ihn von Schwäche zu Schwäche, und seine Entwöhnung dauert zwei Jahre. (Allah sagt:) »Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist der Heimgang. Doch wenn sie dich dazu bringen wollen, daß du Mir an die Seite setzt, wovon du kein Wissen hast, so gehorche ihnen nicht. Verkehre mit ihnen in weltlichen Dingen gleichwohl, wie es gerecht und billig ist. Doch folge dem Weg derer, die sich zu Mir bekehren. Dann ist euere Rückkehr zu Mir, und dann werde Ich euch euer Tun vorhalten.« (Luqman sagte:) »O mein Sohn! Siehe, hätte es auch nur das Gewicht eines Senfkorns und wäre es in einem Felsen oder in den Himmeln oder in der Erde verborgen, Allah brächte es ans Licht. Allah ist fürwahr zielsicher und kundig. O mein Sohn! Verrichte das Gebet und gebiete, was Rechtens ist, und verbiete das Unrechte und ertrage standhaft, was dich trifft. Siehe, dies ist die richtige Entschlossenheit in allen Dingen. Und sei gegen die Menschen nicht hochfahrend und stolziere nicht eitel auf der Erde herum. Siehe, Allah liebt keinen eingebildeten Prahler. Mäßige deinen Schritt und dämpfe deine Stimme. Siehe, die häßlichste Stimme ist die Stimme von Eseln.« [Koran: Luqman 31:12-19]

Ist Hochmut menschlich? Eine Art Minderwertigkeitskomplex, der uns dazu bringt, uns uns größer vorzustellen, als wir tatsächlich sind? Menschlich vielleicht. Sinnvoll? Glaube ich nicht!

  1. soweit mir bekannt[]

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