Antwort-Email von Ronald Pofalla
Ich hatte vor einigen Tagen eine Email an Herrn Pofalla (CDU-Generalsekretär) geschrieben, die hier einsehbar ist. Nun hat mich die Antwort erreicht, die ich wie versprochen an dieser Stelle gleichberechtigt veröffentliche:
Sehr geehrter Herr Abo-Namous,
vielen Dank für Ihre E-Mail, die ich mit Interesse gelesen habe.
„Der viel geforderte Dialog zwischen den Kulturen setzt zuerst den eigenen Standpunkt voraus – und den müssen wir wieder vertreten“, sagte der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Norbert Lammert, zur Forderung nach einer neuen Debatte über Leitkultur und Patriotismus. Genau dies habe ich versucht, mit meinem Beitrag deutlich zu machen. Der gleichzeitig zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober begangene Tag der offenen Moschee hat wieder gezeigt: In der ersten deutschen Moschee, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut und eröffnet wurde, wird seitdem deutsch gepredigt. Der dortige Iman begründete dies damit, dass nur so die Möglichkeit besteht, den muslimischen Glauben und seine Hintergründe den Deutschen näher zu bringen
und verständlich zu machen. Dies sind Taten, die wir als Deutsche und Christen von unseren Mitbürgern erwarten dürfen. Es gehört zur Realität in Deutschland, dass hier viele ausländische Mitbürger dauerhaft leben und leben wollen, die nicht einer christlichen Glaubensgemeinschaft angehören. Ein gemeinsames und friedliches Zusammenleben setzt voraus, dass wir – bei aller Liberalität – fordern dürfen, dass unser Leben und unsere über Jahrhunderte gewachsene Kultur und Gesellschaft, die von christlichen Glauben maßgeblich geprägt sind, nicht nur toleriert, sondern auch akzeptiert wird.
Zur grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit gehört auch, dass nicht nur die eigene Religion frei ausgelebt werden darf, sondern auch andere Religionen sich frei entfalten können, ohne dass sie diskriminiert werden. Dies gehört zu den wichtigen Errungenschaften unserer Demokratie, die es zu bewahren gilt und für die wir als Europäer und Christen einstehen sollen und die Basis für den nun dankenswerter Weise von Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble eingeleiteten Dialog mit dem Islam sein muss.
Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla, MdB
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