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Armut in Deutschland? Armes Deutschland!

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 02:45

Ja, alle sind überrascht, in Deutschland gibt es tatsächlich arme Leute! Damit sind nicht unbedingt die Leute, die man auf der Straße trifft und die mit einem Hund neben sich liegend um 10 ct betteln. Es sind auch nicht die Kinder, die man vor den bekannten Supermarkts trifft, die ihr Spielzeug zu verkaufen versuchen. Es sind auch nicht die Menschen, die routiniert in jeden Mülleimer nachsehen, an dem sie vorbeigehen, ob sie nicht etwas brauchbares darin finden. Von diesem Menschen wussten wir schon immer, aber wir wissen auch, dass diese selbst schuld sind!

Armut in Deutschland!

FAZ - Die alte soziale Frage:

Die Statistik nennt immerhin 13,5 Prozent Arme unter der Gesamtbevölkerung und auf der anderen Seite beachtliche 1,6 Millionen Bürger die mehr als fünfhunderttausend Euro besitzen, eine halbe Million mehr, als 1998 gezählt wurden. Man kann dieses vage Gesamtbild, wie es der Sozialbericht tut, in viele Aspekte auffächern, als wichtigste Tatsache aber muß die Vergrößerung des Abstands zwischen Arm und Reich erscheinen. Man kann von Deutschland kaum mehr als von einer sozial homogenen Gesellschaft sprechen.

Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Namen “Gesellschaft im Reformprozess”, die im Dezember veröffentlicht werden soll, teilt die deutsche Gesellschaft in neun Gruppen und versucht über die Klassifizierung dieser Gruppen eine Verstärkung der Gruppe festzustellen, die Politiker (vor allem konservative) und Medien gemeinhin als die “Neue Unterschicht” bezeichnen.

Begriffsverwirrung

Der Begriff “Neue Unterschicht” wird in der Studie nicht verwendet. Stattdessen benutzt die Studie einen Begriff, der noch ein wenig mehr Verwirrung stiften wird. Das Wort “Prekariat” ist keines, was der heutige Duden kennt (das mag sich demnächst ändern). Laut wikipedia ist es ein zusammengesetztes Wort, das Soziologen aus “prekär” und “Proletariat” erstellt haben (deshalb heisst es eben nicht Präkariat!). Wenn ich interpretieren darf1: Der wirtschaftlich (und gesellschaftlich?) schlechte Zustand, in den man hineinrutscht und nur sehr schwer herauskommen kann, kann als Prekariat bezeichnet werden.

Um das Wort soll es aber hoffentlich nicht gehen. Leider droht die derzeitige politische Diskussion zu einer Wortspielerei zu werden. Ob Deutschland eine “Unterschicht” oder ein “Prekariat” hat, ob überhaupt von Schichten die Rede sein darf oder ob es einfach nur Armut in einer fließenden Gesellschaft ist - können wir uns darauf einigen, dass es arme Menschen gibt, die Hilfe brauchen?

Gesellschaftliche Gruppen laut der FES

Um zu demonstrieren, zu welchem Ergebnis die Studie “Gesellschaft im Reformprozess” gekommen ist, habe ich eine Grafik aus der Präsentation der Studie (via) rekonstruiert und mit den ermittelten Anteilszahlen an der Gesamtbevölkerung erweitert. Es sollte angemerkt werden, dass in der Präsentation nicht von “gesellschaftlichen Gruppen”, sondern von “politischen Typen” die Rede ist..

Politische Typen nach der Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Ich möchte nicht auf die Details der Studie eingehen (zumal sie ja noch nicht wirklich veröffentlicht wurde), aber eine politisch sehr interessante Korrelation muss angeführt werden: Bei jüngeren Menschen ist der gesellschaftliche Status fast direkt abhängig vom Bildungsniveau! Und während Bildungseliten, Engagiertes Bürgertum und Leistungsindividuen einer steilen Zukunftsentwicklung entgegenblicken können, geht der Trend der “Bedrohten Arbeitnehmermitte” in Richtung Abstieg! Die derzeitig am meisten diskutierte Gruppe - der “abgehängte Prekariat” - stellt auch das bildungstechnische Schlusslicht dar und ist vor allem in den jüngeren Semestern vorzufinden. Dieses Auseinanderklaffen wird uns noch einige Jahre beschäftigen und wenn wir ihn nicht wahrhaftig in Griff bekommen, sieht es für Deutschland schlecht aus..

Praktisch

In weniger als einer Woche geht der islamische Fastenmonat Ramadan zuende. Vor Verrichtung des am ersten Tag des darauffolgenden Festes (türkisch: Zuckerfest, Eid Al-Fitr richtig oder Fastenbrechenfest) stattfindenden Gebets muss jeder Muslim eine pauschale Abgabe verrichten, die ausschließlich an Arme gerichtet ist (Zakat-ul-Fitr). In der Vergangenheit wurde diese Abgabe von vielen Muslimen im Westen gesammelt und in ein Drittweltland geschickt, wo es an die Armen verteilt wird. Vielleicht wäre es angebracht, wenn Muslime offensiv auf Nachbarn (die nicht ganz so viel haben) oder direkt auf Menschen auf der Strasse zugehen würden und die Spenden direkt an den Mann/an die Frau bringen würden! Zumindest würden Aufrufe der Moscheen dazu dienen können, Armut in Deutschland auch unter Muslimen zu thematisieren..

Natürlich wird das Problem keineswegs nur damit gelöst - auch wenn ganz Deutschland dabei mitmachen würde. Es wäre wünschenswert, dass die Regierung den bisherigen Kurs (Engerschnallen des Gürtels der Armen, aber auch der Mittelschicht) aufgeben würde und eine sozial verträglichere Politik fahren würde.

Dazu zählt, dass die Hartz-Schritte wieder aufgearbeitet und notfalls bereinigt werden. Dazu zählt aber auch, dass die Belastung vom Bürger genommen wird und verstärkt Kapital in Anspruch genommen wird (die neue Regierung hatte den Vorschlag der Reichensteuer geflissentlich ignoriert). Dazu zählt aber vor allem, dass der bildungspolitisch eingeschlagene Weg abgebrochen wird und Bildung wieder zum Allgemeingut gehört! Es kann nicht angehen, dass wir sehen und einsehen, dass Bildung einen so starken Einfluss auf Zukunft der Gesellschaft hat und trotzdem glauben, daraus Luxusgut machen zu müssen!


  1. tun ja alle anderen auch.. []
2 Kommentare

Trackback von Mein Parteibuch

Made Donnerstag, 19 of Oktober , 2006 at 16:55

Unterschicht…

In zahlreichen Blogs und Medien läuft gerade eine überraschend von unserem großen Parteivorsitzenden Kurt Beck losgetretene skurile Debatte um die Verwendung des Begriffes Unterschicht durch die Oberschicht. Kurt Beck möchte nun die Bildung der in…

Kommentar von Marx

Made Montag, 30 of Juli , 2007 at 19:49

Hallo!
Ich heiße Tatjana Marx , 12 Jahren war ich mit einem Millionär verheiratet : 3 Firmen , für 3 700 000 Privatimmobilien , für 300 000 Lebens-Rentenversicherungen , mindestens 16 000 pro Monat verdienst – das ist schon alles bewiesen .
Nach 12 Jahren Ehe (Sklaverei) er hat mich einfach raus geschmissen.Nach 6 Jahren wurde ich als Sozialfall – kein Unterhalt, keine Rente – nichts, aber ganzen menge gesundheitlichen Problemen.
Ich hatte mit 3 Anwälte zu tun. Alle haben ganz versprechend angefangen bis die persönliche Bekanntschaft mit meinem Mann ( Ex-Mann).Da nach hatten die alles nach seinem Wunsche gemacht.
Das ist eine sehr lange und skandalöse Geschichte, ich kann denn ganzen Betrug beweisen aber gesetzlich kann ich nichts was tun, weil am Ende mein zweiter Anwalt hat geschafft dem Urteil mit Rechtsmittelverzicht ( was war für mich als vollkommene Überraschung) durch ziehen, und den dritte Anwalt statt ein Anwaltshaftprozess gegen zweite hat mich in ein ganz anderes Prozess rein gezogen – er betrugt mich und das kann ich auch beweisen.
Aber was solle ich tun? ! Noch eine fierte Anwalt suchen?
Einzige Hoffnung, was ich habe noch – meine Geschichte zu veröffentlichen!

Ich denke, das ist nicht nur für mich ist so wichtig und interessant sonst für den alle deutsche Bürger.Korruption – dass ist das was macht Deutschland kaputt, nur wegen der Korruption die reiche werden noch reicher und arme noch ärmer. Mein Ex – Mann hat eine bisschen für die Anwälte bezahlt und braucht kein Sorge mehr weiter sollte der Staats bezahlen also – Bürger…
Da zu kann ich noch erzielen wie die schlaue Köpfe neues Unterhaltsgesetz missbrauchen und wahrscheinlich etwas über dass wie ein Millionär kann mit den Steuern manipulieren.
Bitte, helfen Sie mir, oder vielleicht wissen Sie jemanden wer kann mir helfen? !
Mit freundlichen Grüßen Tatjana Marx

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