Egon Flaigs Text in Ägypten verboten?
Montag, 25. September 2006, 20:44
Spiegel Online berichtet, dass der ägyptische Informationsminister die Verteilung der Artikel “Der Islam will die Welteroberung” von Egon Flaig nicht in Ägypten verboten hat. Damit ist die FAZ-Ausgabe vom 16. September und eine Figaro-Ausgabe betroffen und dürfen nicht verkauft werden. Zwei Probleme habe ich damit:
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Glaubt der Minister tatsächlich, dass er eine effektive Zensur bewirken kann? Der Artikel befindet sich bereits im Internet und kann dort nachgelesen werden (aber scheinbar nicht legal, aber das wird für interessierte Ägypter nur eine marginale Rolle spielen..). Wovor will er denn “seine” Bürger bewahren? Statt diese zu ermuntern, sich sachlich mit dem - sehr schlecht recherchierten - Artikel auseinanderzusetzen, glaubt er mit der Zensur alle Probleme aus der Welt zu schaffen..
Es kann natürlich durchaus sein, dass die ägyptische Regierung um ihr Dasein bangt, wenn immer mehr aufgebrachte Proteste geführt werden. Derzeit können sie noch in Moscheen oder zumindest geschlossenen Örtlichkeiten festgehalten werden (Unis, Schulen etc.), aber wenn es zu viele werden, dann könnte es durchaus das Ende der Regierung Mubarak bedeuten..
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Merkt die deutsche Presse erst heute, dass in Ägypten zensiert wird?? Offensichtlich hatte man sich nicht daran gestossen, dass die Vermarktung des Films “Da Vinci Code” verboten wurde.. Dann wird so getan, als wären es “die Muslime”, die “unsere Meinungsfreiheit” angriffen!
Übrigens: Das jordanische Parlament steht kurz davor, zu verordnen, dass alle Predigten in den Moscheen genehmigt werden müssen.
Jordanian parliament has moved to tighten state control over mosque preachers, adding a provision to a bill to require prior written approval from the government before someone enters the pulpit.
Einschränkung der Meinungsfreiheit? Oder doch nur ein erlaubtes Mittel im Kampf gegen den “islamistischen Terrorismus”?
Category: Ausland
Tags: Aegypten, Ausland, Da_Vinci_Code, Egon_Flaig, Islam, Zensur
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Kommentar von Kathrin
Made Montag, 25 of September , 2006 at 22:43
Salam,
ich konnte den Artikel heute auf der FAZ Seite lesen, ganz legal. Also können sich alle Deutschsprachigen in Ägypten daran online “erfreuen”. Es sprechen sowieso nicht so viele Leute deutsch, deswegen verstehe ich den Wirbel und das Verbot jetzt auch nicht so ganz.
Eine sachliche Auseinandersetzung mit diesem Essay ist leider aber nicht möglich, da dieser selber in hohem Maße unsachlich ist. Es ist simple Hetze. Außerdem hat man sich mit diesem Thema bereits auseinander gesetzt. Ein Gang in die Bibliothek kann oft helfen. Das ist jetzt nicht an dich gerichtet
Fast eineinhalb Jahrtausende Geschichte so simpel zu verzerren ist für einen Wissenschaftler (der noch nicht mal annähernd in diesem Bereich gearbeitet bzw. geforscht hat) in höchstem Maße unverantwortlich und auch unpassend.
Wer sich wirklich mit islamischer und/oder arabischer Geschichte auseinandersetzen will, dem sei ein Studium empfohlen.
Eine sehr detaillierte, umfangreiche Studie ist das ‘99 erschienene Buch von Carole Hillenbrand “The Crusades, Islamic Perspectives”. Sie arbeitet mit arabischen Quellen, und ermöglicht so nicht nur einen Einblick in politische und religiöse Zusammenhänge sondern auch sehr interessante einblicke in das Alltags- und Zusammenleben (fern von “Christenhass”) zu Zeiten der Kreuzzüge. Dies um nur auf eine kleine Epoche, in einer einzigen isl. Region hinzuweisen. Es gibt viel mehr!
Es mag manche Leute immer noch erstaunen, aber die Realität lässt sich nicht in schwarz/weiß einteilen.
Salam und viele Grüße!
Kommentar von Omar Abo-Namous
Made Dienstag, 26 of September , 2006 at 20:45
Salam,
tatsächlich wurde der Artikel erst nachher auf FAZonline freigegeben. Anfangs fand ich ihn nur als Bezahlartikel im FAZArchiv..
danke.
