Flucht zu Flüchtlingen und Marsch in den Süden
Samstag, 12. August 2006, 12:09
Heute wollen Libanesen und Internationale einen friedlichen Marsch Richtung Süden planen, um humanitäre Hilfe in den von Israel eingeschlossenen Süden zu bringen und klarzustellen, dass auch der Süden Libanons zu Libanon gehört. Am 19. August soll dann der tatsächliche Marsch in den Süden erfolgen.
On August 12, at 7 am, Lebanese from throughout the country and international supporters who have come to Lebanon to express solidarity will gather in Martyr’s Square in Beirut to form a civilian convoy to the south of Lebanon. Hundreds of Lebanese and international civilians will express their solidarity with the inhabitants of the heavily destroyed south who have been bravely withstanding the assault of the Israeli military. This campaign is endorsed by more than 200 Lebanese and international organizations. This growing coalition of national and international non-governmental organizations hereby launches a campaign of civil resistance for the purpose of challenging the cruel and ruthless use of massive military force by Israel, the regional superpower, upon the people of Lebanon.
Mal sehen, wie Israel mit dieser “Bedrohung” umgehen wird. Schließlich ist eines der erklärten Ziele Israels die Schaffung einer Pufferzone im Süden Libanons - und das impliziert die Zwangsdeportation jeglicher Bevölkerung. Gleichzeitig werden Flüchtlinge, die sich in Sicherheit bringen wollen, immer noch beschossen:
A group of Lebanese civilians attempting to follow the Israeli instructions to evacuate southern Lebanon had formed a convoy of 600 civilian vehicles, accompanied by 350 Lebanese soldiers and police. The convoy was attempting to make its way north from the Christian city of Marjayoun Friday night when an Israeli war plane dropped a missile on the group.
Über zweitausend Flüchtlinge hat Ain al-Helweh, die von engen Gassen mit zerschlissenem Belag durchzogene Siedlung am Ostrand der historischen Hafenstadt Saida, seit Kriegsbeginn aufgenommen. Eine seltsame Wendung der Geschichte: 1948 flohen in die heute 70.000 Einwohner große Stadt viele aus Israel vertriebene Palästinenser. Trotz Jahrzehnten im Exil weigert sich der libanesische Staat bis heute, ihnen die vollen Bürgerrechte zuzugestehen. Das stets als Zeichen panarabischer Solidarität im Munde geführte Bekenntnis zum Rückkehrrecht in ihre Herkunftsorte geriet so schon vor langem zur Ausrede, um die über 400.000 im Libanon lebenden Palästinenser gesellschaftlich auszugrenzen.
Und nun fliehen plötzlich Libanesen in die bislang sicher geglaubte palästinensische Hochburg: Fast sechzig Jahre nach ihrer eigenen oder der Flucht ihrer Eltern aus Israel empfangen die in Krisenintervention geübten Bewohner Ain al-Helwehs ihre libanesischen Landsleute mit offenen Armen. Beispielsweise in der Samua-Schule, gelegen direkt rechts hinter der von Jassir-Arafat-Transparenten geschmückten Einfahrt in die No-go-Area für libanesische Polizei und Militärs. Ein PFLP-Milizionär mit kleinem Gewehr sitzt auf einem weißen Plastikstuhl hinter dem blau getünchten Tor, das das von der Hilfs- und Arbeitsagentur der Vereinten Nationen für die Palästinensischen Flüchtlinge (UNWRA) betriebene Schulgebäude eingrenzt. Schon an der Haustür herrscht dichtes Gedränge.
Eine Anmerkung von Flüchtlingskinder im Libanon e.V.:
Nicht 2000 Flüchtlinge sind aufgenommen worden, sondern 2000 Familien, was ungefähr 10.000 - 12.000 Menschen entspricht. Ca. 350 Familien sind in den UNRWA-Schulen untergebracht, der Rest bei Verwandten und Freunden in den engen Behausungen der palästinensischen Flüchtlinge.
Category: Ausland
Tags: Ausland, Fluechtlinge, Israel, Krieg, Libanon
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