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Karen Gaucke

Freitag, 4. August 2006, 11:56

Direkt zur aktuellsten Meldung

Dies ist ein Post, um vor allem eines klarzustellen: Ich habe bisher noch nie über Karen Gaucke geschrieben und hier gab es bisher nichts über die arme vermisste Frau oder ihr Kleinkind zu finden.

Gestern vormittag hatte mich eine Dame vom Tagesspiegel angerufen und mich auf dem Anrufbeantworter dazu gedrängt, sie doch bitte schnellstens zurückzurufen. Als ich dann angerufen habe, meinte sie, dass sie - zusammen mit anderen Kollegen - auf der Suche nach Spuren im Internet seien, die Karen Gaucke hinterlassen haben könnte. Karen Gaucke wird seit dem 15.6.2006 zusammen mit ihrer sieben Monate alten Tochter Clara vermisst. Derzeit wird gegen den Vater der kleinen Tochter ermittelt. Er wird verdächtigt, die beiden umgebracht und ihre Leichen versteckt zu haben. Dieser bestreitet die Tat.

Weitere hilfreiche Informationen diesbezüglich finden sich hier, hier und immer wieder mal in der HAZ.

Wie ich Karen Gaucke kennenlernte

In der Google-Suche nach Karen Gaucke wird meine Seite inzwischen an aller erster Stelle gefunden - ein Umstand, der dazu geführt hat, dass die Journalistin vom Tagesspiegel bei mir angerufen hat. Tatsächlich habe ich aber bisher kein einziges mal über den Fall berichtet. Schuld an der Suchverirrung ist lediglich meine kleine Box “SE-Queries”, die Suchbegriffe, unter der die Seite gefunden wird, auflistet und so zu einer Verdichtung der Suchtreffer führt. Von mir als Navigationshilfe gedacht, hat diese Box doch den Nachteil, dass zusammengesetzte Suchbegriffe mit der Seite immer stärker verbunden werden.

Ende Juni hatte jemand nach “Karen Gaucke Hannoversche Allgemeine Zeitung” gesucht und unter anderem (vor allem, da noch nicht sehr viele Informationen zum Fall im Internet zur Verfügung standen) meine Seite gefunden, in der einiges zur HAZ oder über HAZ-Artikel steht. Ab da wurde der Begriff aber (mit zunehmender Suchhäufigkeit immer stärker) in den SE-Queries mitgeführt. Es ist interessant, dass die blosse Nennung in einem so kleinen Teil der Seite Google dermassen verwirren kann..

Ich werde nun versuchen, den Fall ein wenig mitzuverfolgen, um meiner Verantwortung gerecht zu werden und den Suchenden genügend “richtige Informationen” zu liefern.

Jedenfalls hoffe ich, dass Frau Gaucke und ihr Kind lebend gefunden werden (ich meine, dass es noch Hoffnung geben sollte). Andernfalls sollte der wahre Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

Update 26. August

[HAZ] Eine Suche nach der Leiche von Frau Gaucke und ihrer Tochter Clara in zwei Güllebehältern ist erfolglos verlaufen. Am Montag und Dienstag sollen weitere Teiche im Raum Immensen/Steinwedel abgesucht werden.

Unterdessen bezweifelt der Anwalt der Familie Gaucken Matthias Waldraff, dass man bei der Suche fündig werden wird. Er unterstellt dem Verdächtigen “die Tötung bis ins Detail kaltblütig geplant” zu haben. Gleichzeitig scheint sich Herr P. in Lügen zu verstricken. Aussagen seiner “heimlichen” Geliebten widersprechen sich mit seinen eigenen Äusserungen.

Update 26. September

Karen Gauckes Eltern bitten um Mithilfe bei der Suche nach der Leiche Karens.

“Wir appellieren an Spaziergänger und Pilzsucher rund um Hannover, in den Wäldern besonders aufmerksam auf verdächtige Spuren zu achten”, so Hans Gaucke. Die Eltern erhoffen sich Hinweise auf den Ort, an dem sich die Leichen befinden. Sie hätten keine Hoffnung mehr, Karen und die sieben Monate alte Clara lebend wieder zu sehen. “Wir wollen aber Gewissheit. Das Warten ist Folter für uns”, so Gabriele Gaucke.

Da der verhaftete Ex-Freund von Karen Gaucke nach wie vor schweige, sei man auf weitere Zeugenaussagen angewiesen, betont Opfer-Anwalt Matthias Waldraff. “Die Wälder und Seen in einem 50-Kilometer-Radius rund um Hannover kommen als Versteck der Leichen in Frage”, so Waldraff. Der mutmaßliche Täter, der angeschuldigte Michael P., hätte sich im Tatzeitraum Mitte Juni in diesem Bereich bewegt.

Update 28. Dezember 2006

Der inzwischen des zweifachen Mordes angeklagte Michael P. wird weiterhin in Untersuchungshaft bleiben.

Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Celle hat entschieden, dass die Untersuchungshaft auch über sechs Monate nach der Festnahme des Angeklagten hinaus aufrechterhalten bleiben kann, weil ein Urteil aus wichtigem Grund noch nicht hat ergehen können. Das besondere Beschleunigungsgebot in Haftsachen sei beachtet. Das Ermittlungsverfahren sei nach der Festnahme des Angeklagten mit dem gebotenen Nachdruck geführt worden; auch das gerichtliche Verfahren lasse keine maßgeblichen Verzögerungen erkennen.

Das Schwurgericht Hannover hatte bereits am 30. November 2006 mit der Hauptverhandlung beginnen wollen, den Termin aber wegen einer plötzlichen Erkrankung des Vorsitzenden Richters abgesetzt. Nach Auffassung der OLG-Richter war diese Verzögerung durch die Justizbehörden nicht vermeidbar, zumal sich auch ein Vertreter erst in den umfangreichen Indizienprozess hätte einarbeiten müssen. Im übrigen liege bislang auch noch nicht das Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit des Angeklagten vor.

Die Hauptversammlung soll am 23. Januar 2007 beginnen.

Update 24. Januar 2007

Gestern hat die Gerichtsverhandlung angefangen. Zuvor hatte eine Meldung für Aufsehen gesorgt, nach der der Ex-Freund von Karen Gaucke und Angeklagter Michael P. gegenüber einem Mithäftling (Christian V.) den Mord gestanden haben soll.

Der 37-jährige Häftling Christian V. behauptet, in der JVA Sehnde habe ihm gegenüber Michael P. zugegeben, seine frühere Lebensgefährtin Karen Gaucke und die gemeinsame Tochter Clara getötet zu haben. Der Gaucke-Prozess beginnt heute am Landgericht Hannover, die Schwurgerichtskammer misst der Aussage des Häftlings so viel Bedeutung bei, dass der Mann schon am Donnerstag gehört werden soll.

Deshalb soll der Mithäftling morgen (Donnerstag, 25.01.) bereits angehört werden.

Davon abgesehen, berichtet die Hannoversche Allgemeine, dass der Angeklagte Michael P. sich vorgenommen hat, zu schweigen. Er habe einige Fragen zu seiner Person beantwortet und dann gesagt “Ich möchte schweigen”. Unterdessen hat die Verteidigerin behauptet, dass Medien und Ankläger den Angeklagten bereits vorverurteilt hätten und äusserte sich zum Gesundheitszustand ihres Mandanten.

Es folgte ein Schlagabtausch zwischen Verteidigerin Hela Rischmüller -Pörtner und Nebenklagevertreter Matthias Waldraff. Die Anwältin warf ihrem Gegenüber, den Eltern Gaucke und den Medien „Vorverurteilung” vor – Waldraff wies die Kritik zurück. Das beherrschende Thema des ersten Verhandlungstages war allerdings die gesundheitliche und psychische Verfassung des Beschuldigten. Verteidigerin Hela Rischmüller-Pörtner betonte in einer ausführlichen Erklärung, dass ihr Mandant wegen möglicher Suizidgefahr unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen untergebracht sei. Um ständig beobachtet werden zu können, müsse er in der JVA Sehnde im Hellen schlafen, werde zusätzlich mehrmals pro Nacht geweckt. Außerdem werde er von Mitgefangenen und JVA-Bediensteten unter Druck gesetzt, sein Schweigen zu brechen.

Weiterhin meldet1 die Hannoversche Allgemeine, dass im Mittellandkanal in Vahrenwald die Leiche einer Frau gefunden wurde. Laut Mithäftling Christian V. soll aber die Leiche in der Umgebung von Peine versteckt worden sein!

Update 5. Februar 2007

Heute war wieder ein Verhandlungstag im Fall Gaucke, aber Nachrichten darüber finden sich derzeit nicht. Die vom Landgericht Hannover veranschlagten Verhandlungstermine im Einzelnen:

  • 05.02.2007, 10:00 Uhr,
  • 06.02.2007, 09:00 Uhr,
  • 07.02.2007, 10:00 Uhr,
  • 27.02.2007, 09:00 Uhr,
  • 28.02.2007, 10:00 Uhr,
  • 01.03.2007, 09:00 Uhr,

Da sehr viele Menschen die Verhandlungen erleben möchten, hat das Landesgericht außerdem extra eine Anordnung für die Durchführung des Verfahrens veröffentlicht.

Zur derzeitigen Verhandlungslage gibt es einen interessanten Artikel auf NDR. In Kürze:

  • Die Blutspuren in Karen Gauckes Wohnung weisen auf ein Gewaltverbrechen hin
  • Blutspuren auf den Schuhen und am Mietwagen des Angeklagten sind laut Landeskriminalamt eindeutig von Frau Gaucke. Außerdem wird die Behauptung des Angeklagten, die Blutspuren kämen vom Nasenbluten seiner Ex-Freundin, nicht durch das “Spurenbild” gestützt.
  • Die Polizei hatte weiterhin den PC des Angeklagten untersucht.

    Der Beschuldigte habe knapp eine Woche vor dem Verschwinden Gauckes im Internet nach den Begriffen “Mord” und “Axt” gesucht, sagte der Beamte. Außerdem habe sich der Manager über ein Mord-Urteil des Bundesgerichtshofs und über das Strafmaß “besondere Schwere der Schuld” informiert. Zuvor hatte der Angeklagte im Internet Seiten eines Auktionshauses zu Bolzenschussgeräten geöffnet.

Update 9. Februar 2007

Eine schnelle Notiz zum Mithäftling Christian V.: Vorgestern hatte er im Gaucke-Prozess vor dem Schwurgericht ausgesagt. Offensichtlich kannte er viele Details, die sich im Verlauf des Prozesses erst herausgestellt haben. Gleichzeitig konnte er aber nicht konkretes über den Verblieb der Leichen sagen (eine Suche um Peiner herum blieb ohne Ergebnis). Allerdings soll Michael P. ihm gegenüber beschrieben haben, wie er seine Ex-Frau mit einem Messer erstochen hatte.

Er hat ihr entweder in den Hals gestochen oder den Hals aufgeschnitten.

HAZ, 8. Februar 2007 S. 15

Seine Aussage wird höchstwahrscheinlich von der Anklage nicht als “tragende Säule” verwendet. Am 27. Februar ist der nächste Verhandlungstermin.

Update 28. Februar 2007

Am gestrigen Verhandlungstag scheint sich vieles um Internetrecherchen gedreht haben.

In einem weiteren Antrag will die Verteidigung Michael P.‘s Internetrecherchen entschärfen. Der Angeklagte hatte sich beim Auktionshaus Ebay in die Versteigerung eines Bolzenschussgeräts eingeschaltet. Beismann behauptete gestern, Michael P. habe nur kurz auf der entsprechenden Internetseite verweilt. Ein Ermittler soll das aufklären können. Die Verteidigung will ihn als Zeugen hören – Nebenklägervertreter Matthias Waldraff konterte allerdings sofort. Der Anwalt, der Karen Gauckes Eltern vertritt, will seinerseits eine Ermittlerin in den Zeugenstand holen, die Michael P.‘s Internetrecherche ganz anders darstellt. Nach Waldraffs Worten kann diese Zeugin bestätigen, dass der Angeklagte massiv in die Auktion eingegriffen und sogar 176 Euro für das Bolzenschussgerät geboten habe. Auch über diese Anträge muss das Gericht noch entscheiden.

Weiterhin wurden die in der Wohnung gefundenen Blutspuren von Gutachtern interpretiert. Obwohl Frau Gaucke viel Blut verloren haben soll (800 Milliliter) und dieses teilweise an nichtkonventionellen Orten gefunden wurde, wollte ein Gutachter nicht mit Sicherheit sagen, dass daraus der Schluss gezogen werden kann, dass es einen Kampf gegeben hat. Ein Gutachter des Landeskriminalamtes vermutet, dass Gaucke in der Küche getötet wurde.

Die Aussagen zweier Freundinnen des Angeklagten wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit angehört.

Update 19. März 2007

Morgen (20.3.2007) soll die Urteilsverkündung stattfinden. Die Verteidigung hatte Freispruch aufgrund fehlender Beweise für den Mord beantragt. Dagegen hält der Staatsanwalt, dass es für den Angeklagten ein Motiv gab und dass es sehr wohl Hinweise darauf gibt, dass Herr P. die Tat geplant hatte.

«Sein bequemes Leben war ihm wichtig genug, das Leben der jungen Mutter und seiner Tochter zu opfern», sagte Oberststaatsanwalt Klinge in seinem Plädoyer. «Eiskalt» habe er die Tat geplant und ausgeführt. Computer-Spezialisten hatten herausgefunden, dass sich der 38-Jährige bei einer Internet-Versteigerung um ein Bolzenschuss-Gerät bemüht hatte. Zudem rekonstruierten sie auf seinem Rechner Daten, nach denen sich der Mann im Web über die juristischen Feinheiten zwischen Mord und Totschlag informierte.

Details zum Schwurgerichtstermin gibt es in dieser Pressemitteilung des Landgerichts Hannover (unten).

Update 21. März 2007

Gestern wurde Michael P. vom Schwurgericht in Hannover für schuldig befunden und zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt mit dem Zusatz der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Die HAZ hat die Details. Leider konnte ich nicht bei der Urteilsverkündung dabei sein, aber es scheint, als hätte Herr P. bis zum Schluß geschwiegen. Damit dürfte die Belastung immer noch nicht von den Angehörigen von Karen und Clara Gaucke gewichen sein.

Update 23. März 2007

Die Anwältin von Michael P. Hela Rischmüller-Pörtner hat angekündigt, Revision einzulegen. Es sollen “Rechts- und Verfahrensfehler” überprüft werden.

Eine Frage an die wissenden Leser: Macht sich ein Anwalt, der von der Schuld seines Mandanten weiß selbst schuldig, wenn er trotzdem diesen als unschuldig darstellt? Naja..

Update 21. April 2007

Dies ist nur ein kleines und nur entfernt mit dem Fall zusammenhängendes Update. Der Mithäftling von Michael P. Christian V., der über ihn ausgesagt hatte, dass dieser ihm gegenüber die Tat gestanden hatte, hatte in seinem eigenen Fall (Mord an seiner Ehefrau) Revision eingelegt. Nun wurde vor einigen Tagen die Revision vom 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe verworfen, die das hildesheimer Urteil (lebenslange Freiheitsstrafe, besondere Schwere der Schuld, Sicherungsverwahrung) damit bestätigt.

Nachrichten


  1. Der Artikel ist nicht leicht verdaulich und sensiblen Menschen nicht zu empfehlen!! Vollständigkeitshalber hier der Link: Link []
15 Kommentare

Kommentar von Karoline Dubiel

Made Mittwoch, 23 of August , 2006 at 18:33

Ich fand Ihre Anzeige tatsächlich an erster Stelle über Karens Verbleib. Ich verstehe, daß Sie zufällig mit diesem Fall konfrontiert worden sind. Ich finde Ihre Entscheidung richtig, trotzdem an diesem Fall mit hzu ermitteln.

Eine ganz ganz frühe Freundin von Karen

KD

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Donnerstag, 24 of August , 2006 at 20:05

@Karoline Dubiel: Das ist doch das Mindeste! Ich werde weiterhin versuchen, alle Nachrichten für die Suchenden zusammenzufassen (google Scheint an die Effizienz-Grenze angekommen zu sein). Wenn jemand weitere Informationen hat, bitte posten!

Grüsse, Omar

Kommentar von Bernd Gaucke

Made Dienstag, 12 of September , 2006 at 21:03

Vielen Dank für die Klarstellung, warum eine scheinbar irrelevante Seite bei Google ständig so weit oben auftaucht. Wer sich für den Fall interessiert informiert sich am besten über http://suche.paperball.de/cgi-bin/pursuit?pag=1&query=karen+gaucke&cat=pb_loc&enc=utf-8
(die News-suche von Lycos).
Google spuckt bei mir inzwischen immer noch die ganz am Anfang gefundenen Seiten aus, die neuesten Einträge (z.B. bei der HAZ) werden garnicht mehr gefunden.

Karens Bruder

BG

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Dienstag, 12 of September , 2006 at 22:16

Lieber Bernd,

danke zunächst einmal für die Information. Ich wünsche dir und allen Bekannten und Verwandten Karens ein verstärktes Durchhaltevermögen.

Grüsse, Omar

Kommentar von P.Kowitz

Made Freitag, 15 of September , 2006 at 17:57

Durch Zufall bin ich heute auf diese Kommentare zu Karen und Claras verschwinden getroffen. Mein Sohn ist genau so alt wie die kleine Clara. Ich habe Karen in Unserem Geburtsvorbereitungskurs kennen gelernt…
Daher bedrückt es mich, was geschehen ist…
Die Frauen, zu denen ich noch kontakt pflege sind alle erschrocken und nachdenklich geworden!
Ich spreche hiermit mein Beileid gegenüber der Familie Gaucke aus und es tut mir sehr weh, obgleich wir uns nur flüchtig kannten. Ich werde Karen und Clara in Erinnerung behalten, wieso musste alles ein so schreckliches Ende nehmen?!

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Made Mittwoch, 24 of Januar , 2007 at 11:05

[...] Karen Gaucke [...]

Kommentar von J. Stemmingholt

Made Donnerstag, 8 of März , 2007 at 13:00

Ich kannte Frau Gaucke nicht persönlich, arbeite hier in unmittelbarer Nähe zum Volgersweg in Hannover und verfolge den Prozeß interessehalber als Anwaltsgehilfin. Natürlich ist der Fall bisweilen Thema in unserem Büro und - ehrlich - ich träume sogar manchmal davon. Die Eltern und Freunde von Frau Gaucke haben mein ganzes Mitgefühl! Ich selbst werde im Juli wieder Mutter und kann empfinden, wie schrecklich sie leiden müssen.
Eine Überlegung: Der P. wäre doch dumm gewesen, die sterblichen Überreste Anfang Juni (Sommer, warm, viele gehen Schwimmen) in oder bei einem Teich zu lassen. Er war beim Militär. Vielleicht sollte man die Truppenübungsplätze im Umkreis mal absuchen?

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Freitag, 9 of März , 2007 at 01:02

@J. Stemmingholt: Wenn Herr P. wirklich so planmäßig vorgegangen ist, wie man annimmt, dann sollte man tatsächlich die Ränder der Truppenübungsplätze absuchen. Ist das denn schon mal vorgeschlagen worden?

Ich hoffe wirklich, die Gauckes stehen das durch, erhalten Gewissheit und können ihr Leben danach fortsetzen - so gut wie möglich. Diese Qual wünsche ich niemandem!

Kommentar von S.Kozianka

Made Donnerstag, 22 of März , 2007 at 11:59

Hallo,

ich kannte Karen und Clara Gaucke auch nicht persönlich, aber der Fall hat mich sehr berührt. Dies hat dazu geführt, dass ich versucht habe, durcch Briefe und Faxe auf Herrn Pieper bzw. seine Verteidigerin einzuwirken, da ich auch selbst Juristin bin. Das Urteil ist im juristsichen Sinne selbstverständlich tat- als auch schuldanbgemessen. Moralisch gibt es nach meinem Dafürhalten kein gerechtes Urteil. Die Verhaltensweise von Frau Rischmüller-Pörtner ist absolut nicht nachvollziehbar, auch aus juristischen Gründen hätte sie von Anfang an eine Strategie der Strafmaßverteidigung wählen müssen (angesichts der erdrückenden Indizien), statt auf Freispruch hinzuarbeiten. Was den Fundort der Leichen angeht, habe ich auch eine interessante Theorie. Möglicherweise hat Herr P. sie gar nicht versenkt oder verscharrt? Wahrscheinlich wäre doch auch, dass er sie ganz einfach in der Mülltonne entsorgt hat. Schließlich war wohl am nächsten Tag große Müllabfuhr in Hannover . . .! Und welcher Müllmann schaut in jedem blauen Müllsack nach, was da vielleicht drin ist. Deshalb kann Herr Pieper auch nicht sage, wo er sie versteckt hat.

S.K.

Kommentar von Fuchs

Made Freitag, 23 of März , 2007 at 09:40

@ Omar Abo-Namous

“Wer aber - umgkehrt - verstanden hat, dass er als Strafverteidiger eine bestimmte Aufgabe übernommen hat, ohne die das gesamte System seine Rechtsstaatlichkeit einbüßen würde, dass diese Aufgabe aber gerade nicht darin besteht, auf ein im Sinne des materiellen Strafrechts zutreffendes Urteil hinzuwirken, der hat selbstverständlich auch keine Gewissensprobleme damit, auf Freispruch zu plädieren, solange die Tat nicht mit den Mitteln des Rechtsstaats nachgewiesen ist, und zwar unabhängig von seiner eigenen Einschätzung über die Schuld des Angeklagten.

Auch und gerade wenn der Angeklagte seinem Verteidiger eingeräumt hat (was in der Praxis nicht die Regel ist), ist es dessen Pflicht, den Angeklagten weiterhin nach Kräften zu verteidigen und wenn möglich auf Freispruch hinzuwirken. Alles andere würde das oben geschilderte, dialektische System zerstören und zu einem rechtsstaatlich nicht gewollten Ergebnis führen”

Quelle: Aus “Der Strafverteidiger - Aufgaben, Denk- und Arbeitsweise” von Dr. Lucas
http://www.juratexte.de/Polizeiseminar.pdf

@ S.Kozianka

Grauenhafter Gedanke, würde aber einiges Erklären.

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Freitag, 23 of März , 2007 at 13:01

@Fuchs: Dass ein Anwalt natürlich seinen Mandanten verteidigen muss, ist klar. Muss er aber nicht für “schuldig” plädieren und dann das Strafmaß herunterschrauben versuchen, wenn er von der Schuld seines Mandanten weiß?

Um nicht missverstanden zu werden: Natürlich kann man im Idealfall nicht rekonstruieren, was der Mandant seinem Anwalt gegenüber zugibt, aber die Frage ist rein theoretischer Natur. Wie verhält sich ein Anwalt idealerweise?

Kommentar von J. Stemmingholt

Made Mittwoch, 28 of März , 2007 at 17:00

Ich finde die Diskussion interessant - wenngleich, wie schon von Euch erwähnt - theoretisch. Jedenfalls muß man im vorliegenden Verfahren, so schwer es angesichts der vorliegenden Indizien “normalen” Menschen fallen mag, zumindest in Betracht ziehen, daß die Möglichkeit besteht, daß P. die Tat nicht begangen hat (was völlig unwahrscheinlich erscheint). Ich bin davon überzeugt, daß er seiner Rechtsanwältin weder die Tat gestanden noch den Ort des Leichenverstecks angegeben hat. Sie hätte sonst nicht geschwiegen, sondern ihm sicher zu einer anderen, nämlich der strafmildernden, Verteidigungsstrategie geraten. Mit Leichen wäre das nämlich durchaus und eher einfacher möglich gewesen.

Kommentar von j.wagner

Made Freitag, 6 of Juni , 2008 at 02:40

Heute ist der 7.Juni 2008. Vor einigen Stunden kam eine bislang nicht veröffentlichte Fundsache ins Gespräch. Dabei handelt es sich möglicherweise um einen Neoprenanzug, der in einer Tannenschonung zu einem Bündel verschnürt versteckt wurde. Der Fund liegt schon einige Monate zurück. Die Fundsache ist nicht aufgenommen worden und müsste daher noch vor Ort sein.
Das wird am heutigen Nachmittag veriviziert. Sollte die Fundsache noch vor Ort sein, wird der Erkennungsdienst der KP informiert.
Da der Fundort nach seiner Beschreibung in der unmittelbaren Nähe eines nicht öffentlich zugänglichen Gewässers liegt, welches sich in der Region Hannover befindet, und der Hinweis darauf kam dass der rechtskräftig verurteilte Täter möglicherweise Hobbytaucher war, könnte es sich hierbei um eine Spur zu den Opfern handeln.
Über die Ergebnisse werde ich hier berichten.

Kommentar von Omar

Made Freitag, 6 of Juni , 2008 at 11:44

@j.wagner: heute ist erst der 6. Juni! Wie auch immer: halten Sie uns bitte auf dem Laufenden.

Kommentar von j.wagner

Made Samstag, 7 of Juni , 2008 at 04:20

6.Juli , korrekt !

Fundort aufgesucht. Es handelt sich um 2 Schulungswindsurfanzüge, wobei 2 Trägerhosen zusammen und eine Jacke extra abgelegt waren. Die seperat abgelegte Jacke hatte auf der Rückseite das Logo des Herstellers ” Chiemsee ” et all.
Weiterhin wurde ein einzelner Sportschuh , vermutlich Damensportschuh gefunden.
PK vor Ort. Meinung: Es handelt sich um abgelegte Beute aus einer Wegnahme(Diebstahl)vom Bereich Surfschule Mardorf/Steinhuder Meer.
Diese Meinung ist aber noch nicht gesichert. Es gibt Zweifel. Warum?: wer klaut zwei Neoprenanzüge und legt sie in einer Tannenschonung ab.
1. Alternative: um die Beute später abzuholen…….hat der oder die Täter aber nicht.
2. Alternative: Neopren schwimmt auf,d.h. bleibt nicht unter Wasser; folge ablegen oder eingraben….mangels entsprechenden Gerätes (Schaufel-Spaten) bleibt nur ablegen.
Einfacher wäre: ab in den Müllsack
wie gesagt: ein nicht öffentlich zugängliches Gewässer ist in ca. 400m Entfernung

Foto´s sind erstellt und bei Bedarf abrufbar. Emailadresse posten und ich schicke sie zu.

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