Too Much Cookies Network

Jüdische Stimme: Wider die Kriegshandlungen Israels

Dienstag, 18. Juli 2006, 01:25

Der Zentralrat der Juden hat indirekt den Rücktritt der Bundesentwicklungsministerin gefordert.

Zentralratsvize Dieter Graumann forderte die SPD auf, die Besetzung des Ministerpostens zu überdenken: «Angesichts der erfreulichen Solidarität in der Bundesregierung für die Verteidigungshaltung der israelischen Regierung, sollte der Parteivorsitzende der SPD, Ministerpräsident Kurt Beck sich überlegen, ob eine solche Entwicklungshilfeministerin im Namen der Sozialdemokraten noch tragbar ist.»

In einer öffentlichen Stellungnahme kontert die “Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost”:

Wir kritisieren den Zentralrat der Juden in Deutschland, der in einer am 14. Juli verbreiteten und vor allem an den Außenminister gerichteten Erklärung, die „einseitige Kritik an Israel scharf zurückweist“. In dieser Erklärung wird die Politik der israelischen Regierung blind unterstützt. Das halten wir für verantwortungslos. Der Zentralrat kann in dieser Frage nicht im Namen aller in Deutschland lebenden Juden sprechen.

Wir kritisieren den stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, der der Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul(SPD) angesichts ihrer Einlassung im Berliner Tagesspiegel vom 16. Juli «antiisraelische Reflexe“ vorgeworfen hat. Wer wie Herr Graumann indirekt sogar den Rücktritt einer Politikern fordert, hätte die Pflicht, die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass die von ihr geäußerte Kritik und Besorgnis ausdrücklich beide Seiten in den Blick nimmt, die israelische und die palästinensische. Anderenfalls macht er sich schuldig, bloße Propaganda zu betreiben.

Hier die komplette Stellungnahme als PDF:
Wider die Kriegshandlungen Israels im Gazastreifen und in Libanon - Stellungnahme zur Presseerklärung des Zentralrats der Juden in Deutschland

10 Kommentare

Kommentar von christian

Made Dienstag, 18 of Juli , 2006 at 14:03

“Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost” - Na herzlichen Glückwunsch. Ich frage mich nur, was solche Leute überhaupt wollen. Solange man nicht in einem Haus sitzt, das sich in der Reichweite von Kassam-Raketen befindet, kann man lange vom “halte deine andere Wange auch noch hin”-Prinzip schwadronieren.

Abgesehen davon ist das nicht er einzige Grund, warum Sozialisten-Heide endlich aus dem Kabinett entfernt werden sollte.

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Dienstag, 18 of Juli , 2006 at 16:22

“Ich frage mich nur, was solche Leute überhaupt wollen.”
Ein Tip: gerechten Frieden im nahen Osten??!

“Solange man nicht in einem Haus sitzt, das sich in der Reichweite von Kassam-Raketen befindet,…”
Das interessante ist ja, dass genau dasselbe als Rechtfertigung für die Kassam-Raketen herhalten kann. Denn solange man nicht im Gaza-Streifen unter täglichem Beschuss (zumindest “sonic bombs”), dann soll man nicht über die Kassam-Raketen-Werfer urteilen und von ihnen verlangen, das alles auszuhalten und um mehr zu bitten.

In 2006 (und zwar bis vor (!) der Entführung des berühmtberüchtigten israelischen Soldaten) hat das israelische Militär mehr als 100 Palästinenser (davon mind. 27 Kinder) umgebracht, mehr als 700 Palästinenser (davon mind. 250 Kinder) verletzt und mehr als 1500 Palästinenser (!! davon 188 Kinder) festgenommen (bzw. entführt). Nicht miteinberechnet sind die Kinder, die nicht geboren werden konnte, da ihre Mütter durch Strassensperren aufgehalten wurden, Menschen, die durch fehlende medizinische Einrichtungen (seit dem Anschlag auf das E-Werk) gestorben sind, sowie Menschen, die durch aussergerichtliche Hinrichtungen getötet wurden (60). Für Israel ist das immer noch “in Ordnung”, vor allem im Vergleich zu den jüngsten zwei Wochen, in denen das israelische Militär - mit aller Zurückhaltung - mind. 300 Palästinenser und Libanesen (ja, das sind Menschen, falls es dir nicht bewusst ist) umgebracht hat. Aber bei all dem ungezügelten Töten bezeichnest du das als “Wange-Hinhalten”…

Aber wie ich deiner Seite entnehmen kann, scheinst du dich dafür zu bedanken, dass Israel “den Job tut”, den du auch gerne tun würdest..

Kommentar von christian

Made Mittwoch, 19 of Juli , 2006 at 08:42

schnarch, seit 1967 die gleichen fadenscheinigen und ausgelutschen argumentationsversuche. sogar immer mehr arabische länder haben keinen bock mehr darauf.

_wie kann man über armut klagen, wenn man sich doch raketen leisten kann?!?_

ich bin der festen überzeugung, dass die hamas- und hisbollah-paten eines tages von einem wütenden mob der eigenen leute gelyncht werden. dann kann die “plo” mal versuchen, ob sie auch müllabfuhren organisieren kann, oder doch nur geldtransfers zu arafats bekloppter frau.

Kommentar von christian

Made Mittwoch, 19 of Juli , 2006 at 08:47

und noch was: “gerechter frieden”?

kein problem - beseitigung der terrororganisationen, abschaffung der antisemitischen indoktrination der bevölkerung in schulen, fernsehsendungen und freitagspredigten, das ansetzen freier wahlen in den ganzen diktaturen…

nichts leichter als das, ein glück dass wir da die “Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost” haben, da fühlen sich alle gleich viel sicherer.

und lass diesen mist, ich würde gerne palästinenser töten oder so, mit dem mist kommen leute wie du immer und dann kommen die palästinensische papas zu “friedensdemo” und kostümieren ihre kinder als soldaten und selbsmordattentäter.

der lack ist ab!

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Mittwoch, 19 of Juli , 2006 at 09:40

“seit 1967 die gleichen fadenscheinigen und ausgelutschen argumentationsversuche”

meinst du die Argumentation, dass Israel immer mehr Menschen umbringt und sich trotzdem in der Opferrolle sieht??

“wie kann man über armut klagen, wenn man sich doch raketen leisten kann?”

Das geht in Deutschland, den USA und selbst Israel nicht anders. Nur dass diese weit mehr für ihr Militär ausgeben und damit weit entfernte Länder angreifen. Davon abgesehen, hatte ich Armut doch gar nicht erwähnt!

Deine Definition eines “gerechten Friedens” teile ich nicht ganz, denn da fehlt mir die Abrüstung des israelischen Militärs (inkl der Beseitigung aller Massenvernichtungswaffen), der Rückzug Israel auf die Grenzen vor 1967 und die Verhandlungen über Rückkehrrechte oder alternativ Entschädigung. Zusätzlich sollte m.M.n. ein internationales und unabhängiges Gericht über Landenteignungen richten und israelische Militärführer vor Den Haag stehen.

Falls das nicht alles machbar ist, dann sollte ein beidseitiger und stabiler Waffenstillstand bei gleichzeitigem Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 für fünf Jahre die Wogen glätten. In diesen fünf Jahren sollten ehrliche Wiederaufbaumassnahmen betrieben werden. Danach können (längerfristige) Friedensverhandlungen angegangen werden.

Kommentar von christian

Made Mittwoch, 19 of Juli , 2006 at 12:30

genau die abrüstung wird israel eine menge bringen. ohne aufrüstung wäre der holocaust 1948, 1967 oder 1973 vollendet worden.

israel ist opfer. seit der staatsgründung wird gegen den judenstaat krieg geführt. klar, dass die statistiken gegen israel sprechen, schließlich werden auch die im kampf getöteten oder beim sprengen von bussen oder diskotheken zu allah gewanderten attentäter auch mit dazu gerechnet. fakt ist, dass in den letzten jahren mehr israelische zivilisten als palästinensische gestorben sind.

waffenstillstand? wer soll den denn garantieren? die hamas, die immer noch israel ausradieren will und für die tel aviv zu palästina gehören? das ist doch lächerlich.

all das hätten die palästinenser längst haben können, wenn sie ihren obermafioso arafat zum teufel geschickt hätten oder der 2000 auf das israelische angebot eingegangen wäre. soviel, wie der kerl damals abgelehnt hat, werden die palästinenser nie wieder bekommen.

rückkehrrechte sind definitiv nicht drin, das wäre das ende des jüdischen staates - entschädigung? meinetwegen, dafür braucht man keinen unfähigen internationalen gerichtshof, die israelischen gerichte sind genauso gut.

übrigens sind die “grenzen” von 1967 keine grenzen, sondern nach wie vor die waffenstillstandslinien von 1948. sollen die palästinenser doch ihren staat kriegen, im gazastreifen haben sie aber gezeigt, dass sie nicht mal in der lage sind, die islamistischen banditen davon abzuhalten, bürgerkrieg zu spielen.

übrigens: vor 4 tagen lieferte die israelische Armee in den Gazastreifen 30 Container und 140 Lastwagen mit:

- 1080 t Getreide,
- 800 t Zucker,
- 140 t Milchprodukte,
- 520 t Mehl,
- 420 t Obst,
- 169 t Öl,
- 120 t Salz,
- 160 t Reis,
- 40 t Eier,
- 100 t Fisch und Fleisch,
- 7 LKWs mit Medikamenten und med. Ausrüstung,
- 7 Generatoren,
- 25,000 l Chlorid,
- 350,000 l Diesel,
- 50,000 l Benzin,
- 100 t Gas.

opfer der militärischen auseinandersetzungen werden in israelischen krankenhäusern kostenlos behandelt - wenn die hamas das erlauben würde. soviel zu den bösen araberfressenden juden.

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Mittwoch, 19 of Juli , 2006 at 15:54

“israel ist opfer.”

aha!

“fakt ist, dass in den letzten jahren mehr israelische zivilisten als palästinensische gestorben sind.”

wow. das hätte ich gerne belegt.

“die hamas, die immer noch israel ausradieren will und für die tel aviv zu palästina gehören?”

1. Die neue palästinensische Regierung hatte bereits mehrmals ihre Bedingungen für einen Frieden mit Israel klargemacht. Allein das zeigt eine Bereitschaft für Verhandlungen. Die Grundlage sollen die 1967er Grenzen sein. Bisher hat die neue israelische Regierung keine Diskussion zugelassen. Tatsächlich hat Ehud Olmert seit den palästinensischen Wahlen eine Politik der Isolation, der Bestrafung der Wähler und der Bombardierung betrieben. Von Anfang an wurde damit gedroht, die gewählten palästinensischen Vertreter zu töten. Das ist natürlich keine Gesprächsgrundlage - und komm mir nicht mit, “das sind Terroristen”!
2. Ehud Olmert vertritt eigentlich die Idee des Israels, das sich von Sinai bis zum Jordan erstreckt. Damit spricht er eigentlich auch den Palästinensern das Existenzrecht ab. Genauso wie die Hamas aber kann er auch pragmatisch sein…

in Kürze: ja, auch mit der Hamas (eigentlich nur mit der Hamas) ist ein Frieden möglich. Nicht möglich ist ein Frieden eigentlich nur, wenn mindestens eine Seite sagt, sie werde nicht diskutieren und stattdessen lieber Bomben schmeissen..

Rückkehrrechte: Das Rückkehrrecht ist garantiert, daran gibt es erst einmal nichts zu rütteln und Israel sollte keinen gesonderten Status einnehmen diesbezüglich. Es gab Vorschläge (bspw. von Clinton), wie man das Rückkehrrecht abschwächen könnte, die Israel runheraus abgelehnt hat. Der Kern des Problems ist doch, dass Israel auf der einen Seite behauptet, ein demokratischer Staat zu sein, auf der anderen Seite urspünglichen Bewohnern des Landes die Staatsbürgerschaft aberkannt hat. Das man jetzt natürlich fürchtet, nicht mehr die wahre Mehrheit stellen zu können, ist natürliche Folge, sollte aber eigentlich nichts an den internationalen Rechten ändern, die auch Israel anerkennt (theoretisch!).

Was die Lieferungen angeht: Das muss eigentlich selbstverständlich sein, als Besatzungsmacht haben sie diese Pflicht. Auf der anderen Seite haben sie aber die Grenzen seit nun einiger Zeit (und zwar schon vor der vollständigen Invasion) abgeriegelt, sodass Güter (und Lebensmittel) nur begrenzt zur Verfügung standen.

Was die Opfer angeht: Es sind bereits mehrere Menschen gestorben, weil sie an israelischen Checkpoints solange aufgehalten wurden. Also der Verkauf der Besatzung als etwas gutes wird dir nicht gelingen.

Kommentar von christian

Made Donnerstag, 20 of Juli , 2006 at 09:20

“1. Die neue palästinensische Regierung hatte bereits mehrmals ihre Bedingungen für einen Frieden mit Israel klargemacht.”

das ist schlichtweg unmöglich. denn erstens gibt es für die hamas kein israel sondern nur ein “zionistisch besetztes gebiet” und zweitens war das höchste, was haniyah zugelassen hätte, wäre “A long-term Hudna, or cease-fire, for the next 50 years.” Na toll, also der status quo. unakzeptabel.

“2. Ehud Olmert vertritt eigentlich die Idee des Israels, das sich von Sinai bis zum Jordan erstreckt.”

und eier sind eckig! warum hat der mann den abzug aus dem gazastreifen unterstützt? warum will er sich aus der westbank zurückziehen`? du blubberst doch nur avnery und diese spinner nach.

“in Kürze: ja, auch mit der Hamas (eigentlich nur mit der Hamas) ist ein Frieden möglich.”

klar, nämlich wenn die juden ins meer geworfen, filistin vom mittelmeer bis zu jordan geht und in tel aviv die synagogen brennen!

“Rückkehrrechte: Das Rückkehrrecht ist garantiert, daran gibt es erst einmal nichts zu rütteln und Israel sollte keinen gesonderten Status einnehmen diesbezüglich.”

quatsch! internationales recht scheint nicht deine stärke zu sein. die “flüchtlinge” bzw deren nachfahren werden bestimmt nicht zurückkehren, genausowenig wie die schlesier, ostpreußen und sudetendeutschen. ist tschechien ein undemokratisches land, weil die sudetendeutschen keine tschechische staatsbürgerschaft bekommen?

“Was die Lieferungen angeht: Das muss eigentlich selbstverständlich sein, als Besatzungsmacht haben sie diese Pflicht.”

und schon wieder nur gesabbel! israel ist seit 10 monaten keine besatzungsmacht im gazastreifen!!!!! ich weiss, das passt nicht zum opferstatus und erst recht nicht zum “kampf gegen die besatzer”, die in gaza keine mehr sind. aber das zeichnet faschistische strukturen aus, den bequemgewordenen status quo will man nicht so schnell gehen lassen, ansonsten verliert man (hamas) seine existenzberechtigung.

“Es sind bereits mehrere Menschen gestorben, weil sie an israelischen Checkpoints solange aufgehalten wurden.”

es sind schon etliche busfahrgäste gesprengt worden, weil an den checkpoints nicht gut genug kontrolliert wurde.

schieb die checkpoints besser den todesgeilen religionsnazis in die schuhe, ohne die gäbe es weniger scharfe kontrollen.

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Donnerstag, 20 of Juli , 2006 at 14:58

“das höchste, was haniyah zugelassen hätte, wäre “A long-term Hudna, or cease-fire, for the next 50 years.” Na toll, also der status quo. unakzeptabel.”

Es ist also, wenn dort abgeschlachtet wird?? Da ist mir allemal ein Waffenstillstand lieber. Darauf aufbauend können Friedensverhandlungen geführt werden (wenn sich die Gemüter abgekühlt haben). Oder glaubst du, dass Friedensgespräche mit Israel derzeit eine Mehrheit in der palästinensischen Bevölkerung finden werden??

[Olmert]: Er hatte sinngemäss gesagt, dass das ganze Land Juden zustünde, dass sie aber aus praktischen Gründen einiges abgeben werden. Der Abzug ist reiner Pragmatismus. Das ist zunächst einmal nicht schlecht..

“und schon wieder nur gesabbel! israel ist seit 10 monaten keine besatzungsmacht im gazastreifen!!!!!”

1. Sie sind JETZT wieder Besatzungsmacht
2. Vor der erneuten Invasion wurde der Gaza-Streifen etwa 4 Monate komplett abgeriegelt! Ist das keine Besatzung??
3. Besatzungsmacht ist Israel weiterhin aufgrund ihrer Besatzung des Westjordanlands, sowie der Golanhöhen..

“schieb die checkpoints besser den todesgeilen religionsnazis in die schuhe, ohne die gäbe es weniger scharfe kontrollen.”

Wieder falsch. Die Checkpoints sind als Bewegungssperre für die Bevölkerung der Westbank gedacht.

Kommentar von christian

Made Donnerstag, 20 of Juli , 2006 at 23:56

“Wieder falsch. Die Checkpoints sind als Bewegungssperre für die Bevölkerung der Westbank gedacht.”

ja stimmt, pure jüdische gehässigkeit. was fällt denen auch ein, dass sie etwas gegen terroristen unternehmen, was die plo offensichtlich nicht selber kann.

ich verabschiede mich, dieses gutmenschengequatsche bekommt man bei jeder zusammenkunft irgendwelcher sozialpädagogen oder gewerkschafter zu hören.

Kommentar hinterlassen

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

About

Seit November 2004 berichtet 'Too Much Cookies Network' live und radikal aus der Parallelgesellschaft. Die Themenwahl ist willkürlich, der Sprachstil filigran und der Gegner unklar. Zum Netzwerk gehören weiterhin folgende Seiten: