First day in paradise
Sonntag, 7. Mai 2006, 23:28
Mein erster Tag in Jordanien ist eben gerade zuende gegangen. Einige Bemerkungen möchte ich mir erlauben. Dabei möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es erst der erste Tag ist und eine Verallgemeinerung irgendeiner der folgenden Aussagen schlichtweg unzulässig wäre.
Im Flughafen angekommen habe ich 50 € in jordanische Dinars getauscht (43 Dinars) um dann gleich 10 Dinars für das Visum auszugeben. Der Polizist (oder möglicherweise Soldat, ich habe es nicht herausbekommen können) hat mich mit der Frage irritiert, wohin ich eigentlich genau will. Da ich abgeholt wurde, hatte ich den Namen des Stadtteils nicht gleich zur Hand und das veranlasste ihn leicht misstrauisch (aber auch belustigt) zu fragen, wie ich denn nach Jordanien kommen könnte, ohne zu wissen, wohin ich eigentlich gehen will. Ich bedankte mich und hab den Leuten hinter mir den Gefallen getan, nicht darauf einzugehen. Außerdem wollte ich schnell die Toiletten suchen, um mein Gesicht zu waschen.
Um in den Flughafen zu kommen, werden die Visa (,die gerade erst erstellt wurden) abgestempelt. Dabei werden von einigen Menschen (ohne dass ich ein besonderes Muster erkennen konnte) wahlweise Fingerabdrücke (am USB-gesteuerten Lesegerät) oder Fotos (USB-Kamera) aufgenommen. Das sah ein wenig komisch aus, wie die Kameras aus den Kabinen der Überprüfer herausragten.. Der Beamte (wieder: Polizist oder Soldat weiß ich nicht) war sichtlich gelangweilt aus, streckte seinen Arm aus, um den Reisepass entgegenzunehmen und schaute mir nur kurz ins Gesicht, um zu überprüfen, ob ich wirklich der im Pass bin. Einige Stempel weiter, durfte ich an ihn vorbei…
… nur um mich erneut in eine Menschenschlange einreihen zu müssen, die darauf warteten, daß ein weiterer Beamter scheinbar die richtige Abstempelung der Pässe überprüft. Der war allerdings freundlich und begrüßte jeden mit “Ahkan Wa Sahlan” (herzlich willkommen). Jetzt noch schnell die Tasche abholen (natürlich hatte ich sie gerade verpasst, bevor das Fliessband sie zurück in die Packhalle transportierte, wo sie Ewigkeiten blieb), diese nochmal überprüfen lassen und an die Freiheit der Flugzeug-Wartehalle gelangen. Jeder Schritt sagte einem quasi “willkommen”.
Das Wetter
Obwohl es hier natürlich um einiges wärmer ist als in Deutschland, ist das Wetter über den Tag aushaltbar. Auch nach zweistündiger Wanderung durch eine Art Innenstadt (zumindest eine Innenstadt für den Stadtteil) war es ertragbar, da die Luft nicht zu schwül war und ständig frischer Wind um einen weht. Nichtsdestotrotz musste ich allein in diesen zwei Stunden etwa einen halben Liter Wasser zu mir nehmen. Nachmittags regnete es sogar und die Temperatur ging kurzzeitig runter. Am abend wurde es aber widerum schwül.
Ich werd mal versuchen herauszufinden, wie hoch die Temperatur ist, bisher habe ich keinen Thermometer gesehen..
Verkehr
Zunächst einmal: Hier in Amman gibt es Straßen und Gehwege. Die Gehwege sind manchmal recht unbrauchbar, weil sie schmal und mit Bäumen bepflanzt sind und daher den Fußgänger behindern. Die Menschen gehen zum größten Teil auf der Straße und das kollektive Bewußtsein versucht dafür zu sorgen, dass keine Unfälle passieren - toitoitoi. Dabei hinderlich ist die scheinbare Uneinsicht der meisten, dass sie ab und zu auch mal warten und jemanden vorlassen könnten. Ich habe Fußgänger Autos mit telefonierenden Fahrern herausfordern gesehen, sowie Autofahrer, die sich der verschiedenen Hupenarten und -lautstärken bedienten, um darauf aufmerksam zu machen, dass sie keineswegs den Fuß vom Pedal nehmen werden.
Die Straßen sind zwar markiert und in mehrere spuren geteilt, aber das hindert Autofahrer nicht daran, sich zwischen zwei (gedachten, denn die Markierungen sieht man vor lauter Autos nur selten) Spuren durchzuquetschen, wenn sie das Gefühl haben, darein zu passen. Notfalls wird zweimal gehupt - universales Zeichen, dass alle anderen Verkehrsteilnehmer bitte schön ihre Aufmerksamkeit auf die eigene Eile richten sollen! An einem Kreisel (kein Kommentar!) hängen verschiedene Plakate, die die Verkehrsteilnehmer zur Rücksicht aufrufen. Eines proklamiert (ungefähre Übersetzung aus dem Gedächtnis):
Das Überfahren von Fußgängern ist eine der schwerwiegendsten Vergehen!
Das hört sich so an wie
Menschentöten ist wirklich gefährlich..
Nomaden
Das ist - finde ich - sehr interessant: Mitten in der Stadt befinden sich manchmal noch nicht bebaute Flächen, die brach liegen, da sich ihre Eigentümer noch nicht entschieden haben, was sie bauen wollen. In der Zwischenzeit kann es sein, dass eine Nomadenfamilie ihre Zelte aufschlägt und dort kampiert und ihre Herden essen lassen. Wenn sie dann länger da sind, dann kann es auch passieren, dass sie das Land bewirtschaften. Ich hab mir sagen lassen, dass die Eigentümer all das geschehen lassen und im Gegenzug von den Nomaden am Ende der Saison einen Anteil am Erwirtschafteten erhalten. Ich möchte diese stillschweigende Übereinkunft ein wenig genauer festhalten in den nächsten Tagen.
Außerdem hoffe ich, morgen ein paar Bilder posten zu können. Die Internetverbindung (dial-up modem mit z.Zt. unter 40kbps) ist grauenhaft, mal sehen, wie es mit dem upload von Bildern aussehen wird..
Kommentar von Tugba
Made Dienstag, 6 of Juni , 2006 at 17:30
Selam Omar,
wolltest Du nicht Fotos posten?
Gruß, Tugba
