Moschee die; -,…scheen, Haus der Gefahren!
Was ist die erste Frage, die einem einfällt wenn eine Glaubensgemeinschaft eine Gebetsstätte errichten möchte oder umziehen will? Herrn Conrad von Meding von der HAZ fällt offensichtlich nichts besseres ein, als zu fragen, wie gefährlich diese Moschee sein könnte und wieviele dagegen bereits protestiert haben, dass in ihrer Nähe eine Moschee gebaut wird.
In seinem Artikel vom 11.04.2006 mit dem Titel “Muslimische Gemeinde errichtet Moschee in der List” gibt uns Herr von Meding folgende Informationen:
- Die muslimische Ummah-Gemeinde (400 “Kopf”) errichtet eine Moschee in den Räumlichkeiten eines alten Schlossereigebäudes in der List
- Die Gemeinde ist “streng” orthodox
- Die Gemeinde hatte früher eine Moschee in der Kornstrasse, die sie an das “Islamische Familienzentrum” “abgab”1, als sie umzog.
Mehr nicht!
Weiterführende Spekulationen
Um es kurz zu halten: Die Ummah-Gemeinde ist gefährlich! Im vierten Satz bereits unterbreitet uns Herr von Meding die Auffassung, dass die Ummah-Gemeinde “aktuell Bezüge zu Islamisten” unterhalte. Die Verfassungsschutzsprechering Frau Maren Brandenburger will keine weiteren Worte verlieren ausser, dass die Gemeinde und das Zentrum dem Verfassungsschutz bekannt wären. Fragt sich, welche Moschee dem Verfassungsschutz heute unbekannt ist?!
Nach Auskunft von Günter Max Behrendt vom Interkulturellen Büro der Stadt legt die Gemeinde zwar „Wert auf eine sehr orthodoxe Koran-Deutung“, habe sich aber „strafrechtlich bisher nichts zu Schulden kommen lassen“. Allerdings würden der Gemeinde Verbindungen zu islamistischen Organisationen nachgesagt.
Zum einen scheint Herr Behrendt von der Stadt der Meinung zu sein, dass die Gemeinde nicht gegen geltendes Recht verstossen hat, allerdings würden der Gemeinde “Verbindungen zu islamistischen Organisationen nachgesagt”. Von wem nur? Gehört der letzte Satz noch zur Aussage Herrn Behrendts? (Auch wenn das grammatikalisch so sein sollte, heisst das nicht (da kein Zitat und nicht zusammenhängend), dass das tatsächlich so ist!)
Auch ist interessant zu beobachten, wie “orthodox” mit Gefahr bzw. Gesetzeswidrigkeit in Verbindung gebracht wird. So heisst es am Anfang des Textes
Die Gemeinde gilt als streng orthodox. Sie ist beim Verfassungsschutz bekannt, weil es „aktuell Bezüge zu Islamisten“ gebe, wie eine Sprecherin bestätigt.
Und dann heisst es beim Zitat von Herrn Behrendt sinngemäss, dass die Gemeinde trotz ihrer Orthodoxie keine Strafen begangen hätte.
Polizeieinsatz
Tatsächlich tauchte 1999 der „Verein Islamisches Gemeindezentrum“ im Verfassungsschutzbericht wegen Verbindungen zur umstrittenen Muslim-Bruderschaft auf. Der Verein spaltete sich später auf, entscheidende Mitglieder sollen zur Ummah-Gemeinde gewechselt sein. 1999 hatte es auch einen größeren Polizeieinsatz im damaligen Sitz des „Islamischen Gemeindezentrums“ im Grenzweg gegeben – wegen angeblicher Waffenschieberei und Verdacht auf ein Munitionsdepot. Die Vorwürfe erhärteten sich jedoch nicht. Verfassungsschutz-Sprecherin Maren Brandenburger wollte sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht zu der Gemeinde äußern. Die Ummah-Gemeinde und das Pakistan-Zentrum seien aber „dem Verfassungsschutz bekannt“. Sie seien „Anlaufstellen, die von Islamisten immer wieder genannt“ werden. Details werde der Verfassungsschutz aber nicht preisgeben.
Die Polizei hat die Moschee wegen angeblicher Waffenschieberei und Verdacht auf ein Munitionsdebot durchsucht!! Der Satz “Die Vorwürfe erhärteten sich nicht” muss eigentlich heissen “an den Vorwürfen war nichts” oder eben “Die Vorwürfe mussten fallengelassen werden”, denn so heisst das, dass die Vorwürfe mit gleichbleibender Intensität (eben nicht erhärtet) weiter bestehen. Es wird dann wiederholt, dass die Gemeinde dem Verfassungsschutz bekannt sei (duh!); dieser könnte aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht weiter ins Detail gehen. Meine Vermutung: Es liegen einfach keine Erkenntnisse vor und damit die Beobachtung weiterhin – so wie bei anderen Moscheen – aufrechterhalten werden kann, äussert sich der Verfassungsschutz nur so vage, dass er sich nicht zu entscheiden braucht, ob der Verein tatsächlich gegen geltendes Recht verstösst oder zumindest gefährlich ist oder nicht.
Unauffällig
Herr von Meding schreibt, dass die etwa 20 Moscheen in Hannover im Allgemeinen “unauffällig” wären. Wenn man berücksichtigt, was ihm an einer Moschee auffällt, scheint das ein Lob zu sein. Trotzdem kann das nicht richtig sein, denn selbst die HAZ hat bereits mehrmals über Veranstaltungen in Moscheen berichtet und wird weit häufiger angeschrieben, wenn es eine weitere Veranstaltung gibt oder wenn eine Gemeinde eine Stellungnahme abgeben möchte. Oder fällt eine Moschee nur auf, wenn sie von aussen anders aussieht?
Ratlosigkeit
Im Arabischen sagt man sprichwörtlich “Wem etwas fehlt, der kann es nicht weitergeben.”. Herr Conrad von Meding ist ganz offensichtlich damit überfordert, einen informativen und interessanten Text über eine im Entstehen befindliche Moschee zu schreiben. Somit kann er dem Leser nichts bieten. Selbst die Terrorszenarien, die er in seinem Artikel beschreibt, können dem aufgeweckten Leser keinen Informationsgewinn bringen, da konkrete Informationen zur suggerierten Gefahrenlage fehlen. Letztlich sagt der Artikel mehr über ihn selbst aus, als über die Moschee, die er beschreiben soll.
Bleibt nur zu fragen, wie Herr von Meding den Neubau, Umbau, Umzug oder die Neubesetzung einer Synagoge (einer orthodoxen jüdischen Gemeinde), einer Kirche oder eines buddhistischen Tempels beschreiben würde. Welche Fragen würde er stellen? Und ganz wichtig: Wird er die Gemeinde zu Wort kommen lassen? Sechs. Sitzenbleiben!
Vor nicht allzu langer Zeit hatte die HAZ einen Artikel veröffentlicht, in dem sie behauptete, die Moschee in der Asternstrasse (Nordstadt) wäre durchsucht worden. Auf Nachfrage konnte mir der Redakteur Herr Hauschke nicht sagen, woher er die Information hatte und er hatte sich nicht dafür interessieren wollen, dass die Information vollkommener Mummpitz war. Die betroffene Moscheegemeinde hatte anfänglich vorgehabt, sich unbedingt mit der HAZ kurzzuschliessen und die Sache zu bereinigen, hat es aber meines Wissens letztendlich nicht getan.
Verein??
Mich persönlich würde deshalb brennend interessieren, wie die muslimische Gemeinde auf derlei Anschuldigungen reagieren wird. Haben sie überhaupt den Artikel gelesen? Soll man Leserbriefe erwarten? Oder vielleicht ein höflicher Anruf bei Herrn von Meding? Schliesslich ist es das Unvermögen der islamischen Vereine, sich im öffentlichen Raum zu präsentieren und offensiv den Kontakt zu Medien zu suchen, das ihnen solche Berichterstattung beschert.
Fast jeder grössere Verein jedweder couleur hat ab und zu mit negativer Berichterstattung zu tun. Aber die meisten – zumindest die, die fortzubestehen gedenken – versuchen solchen entgegenzuwirken und sich selbst öffentlich zu präsentieren. Ich bleibe gespannt, wie weit der Verein der Ummah-Gemeinde seiner formalen Funktion (der Repräsentation seiner Mitglieder) gerecht wird.
- so, als hätten sie ihnen das Gebäude vererbt..[↩]
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Comments
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By Celalettin.Sarigül, 28. Januar 2008 @ 19:09
guken sie mal ich will nicht unhöflich sein, aber was sie da sagen ist sehr unhöflich das.
in DER TÜRKEI UND So gibst kirschen und wir erlauben es zu bauen
und ihr nicht das ist nicht fear. wen sie bisschen respekt haben
würden sie mich verstehen. und sie können uns nicht grundlos einfach alles verbieten was uns zu steh wir erlauben ya auch das sie betten und predigen dürfen. ich verstehe sie aber sie musssen mich auch verstehen zeigen sie bisschen respekt und helfen sie mit
und schreiben sie in ihre hp was gutes oder sie wollen ya auch nicht das ich über kirschen und so schreibe oder das wollen sie doch nicht und ich auch nicht danke.
By Celalettin.Sarigül, 28. Januar 2008 @ 19:11
schreiben sie mir bitte zutrück ok. ich will mich mit ihnen gut
versthen.