Die Lösung für das Bildungsproblem

Was macht man eigentlich, wenn das eigene Schulsystem und die darin gefangenen Schüler resignieren und sich vom glorreichen Weg der Bildung entfernen hin zur blossen Schlägerei? Darauf gibt es keine einfache Antwort!

Zunächst einmal hängt das natürlich immer davon ab, welcher politischen Weltanschauung man hinterhereifert.

“Ausländer sind das Problem.” ?

Ein CDU-/CSU-Mensch hat es leicht. Er kann sich einfach vorstellen, dass die Agenten der “Multikulti”-Verschwörung mit ihrem “Gutmenschentum” nicht genügend auf die Ausländer draufgeschlagen haben und ihn - den armen umzingelten Deutsch-deutschen - dazu gezwungen haben, sich aus dem Kulturkampf zurückzuziehen. Es spielt keine Rolle, dass die fehlgeschlagene Integration zumeist von unionsdominierten Regierungen begleitet wurde. Die Ausrede eines jeden Unionspolitikers (oder Stammtisch-CDUlers) muss sein, dass die “Gutmenschen” ihre Augen vor den Problemen der Einwanderung geschlossen hätten!

Wenn alles andere nicht hilft, dann kann natürlich auch gerne die gute Frau Necla Kelek zitiert werden. Sie muss es wissen, denn sie ist ja eine Deutsch-Türkin. Das macht sie eigentlich zu einem Problemfall, aber ausnahmsweise (wenn’s denn passt) haben eben auch “solche” Recht! Aber bitte nicht übertreiben im Zitieren der Frau Kelek, denn sie tendiert dazu, sich zu widersprechen - und hat - gelinde ausgedrückt - ein Problem mit der Realität.. Was auf jeden Fall zitiert werden kann, ist ihre Forderung nach einem Abschied von der “Staatsreligion Multikulti”.

Folgerichtig schlägt der engagierte CDU-Mensch vor (nachdem er ausgiebig und über mehrere Tage hinweg die politische Linke mit einem Holzknüppel bearbeitet hat), mehr Deutschkurse in den Schulplan zu integrieren. Dann kann sich dieser schlafen legen. Fächer wie Mathematik oder Physik werden eh’ in vier Jahren abgeschafft! Und wenn die Kleinen doch aufmüpfig werden (was will dieses Gesindel denn noch? Noch mehr Deutschkurse??), dann kann man ihnen einen persönlichen Besuch abstatten.

Ernsthafte Diskussion ausgeschlossen

Als Linker hat man es ein wenig schwieriger. Man weiss zwar, dass man nicht für die Fehlschläge der letzten 20 Jahre verantwortlich ist, vor allem, da die Union die meiste Zeit die nicht-existente Migrationsdebatte nicht geführt haben wollte. Ausserdem stammen die meisten wissenschaftlichen (und durchaus kritischen) Auseinandersetzungen mit der Migration aus dem “Gutmenschen”-Teil dieser Gesellschaft. Das ist widerum nicht verwunderlich, da es für Unionsanhänger keine Migration gab! Trotzdem erscheint man mit einem solchen Argument höchst apologetisch.

Aus diesem Grund kann man das Argument nicht effektiv verwenden. Als grüner Linker kann man ja immerhin auf den Plan der Grünen hinweisen, das deutsche Schulsystem komplett umzukrempeln und das ganze als Erfolg zu verkaufen. “Aus drei mach eins” ist das Motto und die Gesamtschulen sprechen davon Bände. Der Vergleich zwischen den Absolventen einer Gesamtschule und die eines Gymnasiums lässt sich mit Leichtigkeit an einer x-beliebigen Uni anstellen.

Auf alle Fälle sollte man es vermeiden, über Dinge wie “Bildung” oder Schule zu sprechen. Wir sehen uns beim nächsten SOS-Brief einer Schule (oder derselben Schule?).

Der Superstar der Aufführung

Und was bleibt dann einem Schüler an der Berliner Rütli-Hauptschule übrig? Bloss nicht die eigenen Interessen (Qualifizierung für den Arbeitsmarkt beispielsweise) verfolgen. Als Underdog hast du nichts mehr zu verlieren und solltest schleunigst einen anderen Underdog finden, den du verkloppen kannst. Das gibt dir nicht nur etwas zu tun, sondern macht auch Spass und lehrt alle um dich herum, mit wem sie es hier zu tun haben! Du, der nächste Superstar!

PS: Als FDP-Mensch braucht man kein Wort über angebliche Bildungsprobleme zu sagen! Wer Bildung haben möchte, der sollte dafür bezahlen und dann regelt der Markt den Rest!

Weiter geht es im Jurblog.

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  1. Dwarsloeper » Den Kampf angesagt — 22. Mai 2006 @ 20:10

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