Necla Kelek kann nichts dafür
Freitag, 17. März 2006, 10:09
Wer wundert sich da? Frau Kelek bedient wieder einmal mit ihrem neuen Buch ein bestimmtes Klientel. Aus der Unkultur
Kelek erklärt Probleme einer sozialen Schicht für typisch muslimisch. Wenn sie dazu immer wieder versichert, daß niemandem die Verantwortung für das eigene Leben abgenommen werden kann, entläßt sie die Politik aus der Verantwortung. Deshalb hat sie hier so viele Freunde. »Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten«, spottet der Tempelherr in Lessings »Nathan der Weise«.
Man sollte nun aber nicht in erster Linie die Autorin angreifen, erklärte der Migrationsforscher Werner Schiffauer während der Diskussion am Mittwoch, sondern die hiesige Öffentlichkeit. Die Deutschen nämlich hätten nur auf jemanden wie Kelek gewartet, der all das bestätigt, was sie schon immer über Muslime gedacht haben.
Und was eben nicht passt, wird passend gemacht. Während das normale Stereotyp das einer starken familiären Bindung in muslimischen Familien ist, kann dieses in diesem Zusammenhang nicht herhalten und schwups gibt es eine neue These: Muslimische Männer haben selten eine Kindheit! Und wie ist sie darauf gekommen?
Denn wie beim Vorgänger ist die empirische Basis der Publikation äußerst dünn: Kelek hat ausschließlich türkischstämmige Häftlinge interviewt. Auf ihre erste Frage habe jeder dieser Häftlinge erwidert, er habe keine Kindheit gehabt. Als Ursache sieht die Autorin »archaische Stammestraditionen«. Sind also altgermanische Stammestraditionen an der verkorksten Kindheit deutscher Häftlinge schuld?
Bravo Frau Kelek! Und hier nun eine ‘Vorhersage’: Die Verteidiger des neuen Buchs von Frau Kelek werden u.a. eine Schwarzer, Alice, ein Raddatz, Hans-Peter und sämtliche aus der rechtsextremen Szene sein. Ausserdem wird die NPD in den anstehenden Wahlkämpfen sich der “Ergebnisse” Frau Keleks bedienen.
Category: Bücher, Inland, Islam
Tags: Bücher, euroislam, frauen, Inland, integration, Islam, islamophobie, muselmania, muslime, Necla_Kelek, Raddatz
- Add this post to
- Del.icio.us -
- Meneame -
- Digg
Kommentar von Carolin
Made Mittwoch, 13 of September , 2006 at 17:06
Hallo!
Sicherlich darf man nicht alles unhinterfragt übernehmen, was Frau Kelek in Ihrem Buch schreibt, aber eine Alice Schwarzer und einen Herrn Raddatz in einem Satz mit der Rechtsextremen Szene zu nennen, geht entschieden zu weit!!
Auch ich habe in meinem Bekanntenkreis eine Frau, die gegen ihren Willen nach Deutschland kam, die Sprache kaum spricht und von ihrer Schwiegermutter diskriminiert wird. Ich will nicht sagen, dass es das nicht auch unter Deutschen gibt. Aber die “Masche”, die dahinter steckt, sollte doch zu denken geben.
Genauso bin ich als Sprachwissenschaftlerin durchaus dafür, einen Sprachtest für Migranten einzuführen, wie Frau Kelek und einige Bundesländer auch fordern. Das stärkt die Frauen und sichert Chancengleichheit für die nachfolgende Generation, die dann nicht mehr für ihre Mütter überesetzen müssen und die nicht nur Türkisch, Russisch oder was auch immer hören und sprechen, bis sie in eine deutschsprachige Schule kommen.
Vieles in Frau Keleks Buch kann einem die Augen für die Probleme der Migrantinnen und Migranten öffnen und daher finde ich eine solche Kritik, wie sie hier geäußert wird, unangebracht.
Kommentar von Omar Abo-Namous
Made Mittwoch, 13 of September , 2006 at 20:36
“aber eine Alice Schwarzer und einen Herrn Raddatz in einem Satz mit der Rechtsextremen Szene zu nennen, geht entschieden zu weit!!”
Zunächst verbindet Alice Schwarzer, Hans-Peter Raddatz und Rechtsextreme die starke Islamophobie. Wie Frau Schwarzer politisch untergebracht ist, weiss ich nicht, vor allem da sie ja in der Frauenemanzipation ihre Mission sieht. Anders sieht das aber bei Raddatz aus, der deutlich “rechts von der CDU” steht.
Auf der einen Seite tut es mir leid für jeden Menschen, der unterdrückt wird, auf der anderen Seite muss gesagt werden, dass Frau Kelek gerade in ihren “Bestseller”-Büchern nicht wissenschaftlich vorgeht, sondern lediglich Thesen von islamophoben zu bedienen versucht. Erstaunlicher weise schwenkt sie schnell um, wenn sie halbwegs wissenschaftlich arbeitet.
Was die Sprache angeht: Ich bin vollkommen damit einverstanden, dass die deutsche Sprache vermittelt werden sollte. Ob das die Frauen stärkt, mag ich stark anzuzweifeln, aber das ist nun wirklich nicht das Thema. Der Spracherwerb dient imho einzig zwei Dingen:
1. Es ist eine Qualifikation für die meisten Arbeiten und somit ein klarer Vorteil für den Migranten.
2. Es mildert das Überfremdungsgefühl bei der Aufnehmergesellschaft, die sog. Mehrheitsgesellschaft (auch wenn davon die Mehrheit kein ordentliches Deutsch spricht..)
Davon abgesehen, fordern viele (auch islamische Organisationen übrigens) dass Migranten die deutsche Sprache erwerben..
Daneben darf aber nicht der Stellenwert der ursprünglichen Muttersprache aus den Augen verloren werden. Auch wenn das Deutsche für das alltägliche Leben von grundlegender Bedeutung ist, bedeutet weiterhin JEDE erlernte Sprache ein Plus! Deshalb bin ich dafür, dass Migranteneltern weiterhin auf ihrer eigenen Muttersprache mit ihren Kindern sprechen.
Grüsse.
Kommentar von Karola
Made Samstag, 2 of Dezember , 2006 at 19:56
Richtig wir sprechen auch “Platt- Deutsch”
Dialekt. Als Deutsche muß ich nicht nur Hochdeutsch sprechen ich kann mich auch auf Platt verständigen Als Migrant sollte man jedoch deutsch können . Der Zwang wie er in den Niederlanden jetzt ausgeübt wird ist richtig . Schon im Heimatland den Nachweis bringen die Sprache zu beherrschen . Ansonsten
Einreiseverbot
Mir scheint alle Frauen ,die es wagen mit türkischem Hintergrund Kritik an ihren Landsleuten zu üben werden von bestimmten
Kreisen als unglaubwürdig dargestellt . Das zeigt nur wie gut sie sich auskennen .
Das Alice Schwarzer mit H. Raddatz auf eine Stufe gestellt werden ist eine unversschämtheit und zeig mir nur welch geistes Kind der Schreiber ist.
Er hat nicht ohne Grund diese Forum eingerichtet
Kommentar von Omar Abo-Namous
Made Samstag, 2 of Dezember , 2006 at 21:55
@Karola: “Mir scheint alle Frauen ,die es wagen mit türkischem Hintergrund Kritik an ihren Landsleuten zu üben werden von bestimmten Kreisen als unglaubwürdig dargestellt.”
1. ich bin kein Türke.
2. zu Frau Kelek und ihrer Glaubwürdigkeit hatte ich bereits im vorigen Kommentar geschrieben und in diesem Artikel
3. “bestimmte Kreise” sind mir auch suspekt und wenn sich Frau Kelek oder andere mit Herrn Raddatz zusammenschliessen, dann sind sie mir automatisch suspekt..
Zu deiner fortgeführten Analyse meiner Person: Warum sagst du nicht, was du meinst, statt ständig Andeutungen um den heissen Brei herum zu machen?
