Dänische Karikaturen und rollende Steine
Ich habe gestern eine Antwort von Bodo L., dem Projektleiter beim Projekt “Den Islam einbürgern” erhalten, die ich zunächst einmal ignoriert habe. Grundtenor war, dass Muslime lieber still sein sollten, sonst möchte er beweisen, dass der Islam im selben Boot sitzt wie er (das rassitische Boot, das auf Menschenköpfen und mit Hetzkampagnen durch die Welt segelt und einen sog. “Kampf der Kulturen” propagiert).
Tatsächlich sitzt Herr L. mit seinen Freunden - u.a. E. W. und A. W. - in diesem Boot. Da sie sich einsam fühlen (wenn man sich regelmässig das Recht nimmt, andere zu verleumden, ist die Einsamkeit nicht seltsam!) versuchen sie mich oder alternativ den Islam mit an Bord zu bekommen.
Einen interessanten Artikel habe ich übrigens bei dialoginternational gefunden, der speziell den Reprint der Zeichnungen in der WELT-Zeitung behandelt:
All well and good, until you realize that it is the Springer-owned daily Die Welt that is undertaking this action. What are its motivations? Die Welt has been the most vocal advocate in the German media for military action against Iran. Die Welt hosts the right-wing English language blog The Free West where the Dutch author Leon DeWinter writes daily posts demonizing Muslims and urging war with Iran. And it is the editor-in chief Roger Köppel who urges the Islamic world to have an “open mind” for satire - even though these cartoons are viewed as blasphemy
Er zitiert seinerseits den “Spindoktor”, der relativ ausgewogen die Blogger-Berichte über die Zeichnungen beschreibt, sowie Counterpunch, der unter der Überschrift “Danes Finally Apologize to Muslims (But for the Wrong Reasons)” eine gute Analyse liefert:
Muslims and other reasoning people around the world understand well that European laws against anti-Semitic speech, writing, and behavior, were enacted for two reasons. The stated reason was to protect the Jews from the continued onslaught of anti-Semitic attacks, both verbal and physical, which culminated historically in the repeated pogroms that Christian Europeans launched against Jews repeatedly through the centuries. (Historically, it was the Arabs who protected the Jews and took them in whenever they fled Christian barbarity, especially in the Middle Ages.) The real reason, of course, is to protect the Europeans from the pangs of their own conscience, which has very good reason to feel guilty indeed, given what Europeans did to Jews in the last millennium, especially in the 19th and 20th centuries, not to mention what they did to the indiginous people of the Carribean and the Americas since the 1600s, and to the people of Asia, Africa and Oceania as well. I have long thought that it’s European Christians, more so than Jews, who ought to observe Yom Kippur, or adopt a similar atonement observance of their own.
Den Worten von MeOnly kann ich mich nur anschliessen, wenn sie sagt
Und für Publikationen, die nichts als plumpe Provokation darstellen und damit den Kampf der Kulturen anfeuern, hab’ ich kein Verständnis. Damit dann auch noch die Pressefreiheit zu belasten, sehe ich als Missbrauch und Beleidigung demokratischer Werte an.
Es muss natürlich festgehalten werden, dass die heftigen Überreaktionen (für alle Regelungstechniker: Überschwinger) , die in arabischen (oder islamischen) Ländern hervorgerufen wurden (wie etwa heute in Damaskus) nicht rechtfertigbar, aber auch nicht repräsentativ sind für den Protest, den Muslime kundtun. In London ist es bei einer Demonstration zu Gewaltaufrufen gekommen. MPACUK und Indigo Jo stellen klar, dass genau die Demonstration untypisch und nicht repräsentativ war.
It seemed the group [Al-Muhajirun] served one function alone, that of “rent-a-bogeyman” to prove Muslims were “unreasonable fanatics”. Just one example of how desperate they were to get onto the Media to promote their hate and demonise Muslim’s further, was highlighted by the fact that when the story broke they even camped outside the BBC – tell us that isn’t a deliberate ploy to get attention.
[...]
“I condemn them without reservation, these people are less representative of Muslims than the BNP [British National Party, ähnlich NPD oder DVU] are of the British people.”
Auch dazu hat MeOnly zwei Artikel:
Dass es auch bei Muslimen Interessierte an einem “Kulturkampf” gibt, zeigt das folgende Zitat von MPACUK:
Just one example of how desperate they [Al-Muhajirun] were to get onto the Media to promote their hate and demonise Muslim’s further, was highlighted by the fact that when the story broke they even camped outside the BBC – tell us that isn’t a deliberate ploy to get attention.
Dazu auch aus Jordanien AquaCool:
I still see no problem in us expressing how we felt in a peaceful way, as MMM wrote: “We’ve let go of a lot of things, we’ve tolerated a lot of disrespect and racism over the years”… but no credit was given to us because we ARE SUPPOSED to shut the **** up no matter what! So now that we finally spoke, it’s awkward, and offensive!
[...]
I really hope such a thing wont take place, just like I truly wish that some of the Arab militants who are sending threats and showing tendency to use violence, I wish they’ll will cut it out and think in a responsible way. There are hundreds of peaceful ways, with witch we can express ourselves and gain respect, and if you use violence, it’s way worse than what you’re protesting: the cartoons! So let’s be reasonable.
Sie verlinkt ausserdem einen Artikel mit dem Titel “Wondering how the Prophet might have responded to the cartoons..”. Darin werden Begebenheiten aufgezählt, zu denen der Prophet Muhammad (sas) verleumdet, verwundet oder gar mit dem Tode bedroht wurde und wie seine Antworten darauf aussahen. Ich versuche mich mal in einer schnellen Übersetzung ins Deutsche:
- Seine Geschichte mit seinem jüdischen Nachbarn, der ihm andauernd Dreck vor die Tür stellte
Der Nachbar des Propheten lud täglich Dreck vor dessen Haustür ab. Eines Tages fand der Prophet keinen Müll vor seiner Tür. Er fragte sich, warum der Dreck ausblieb und man sagte ihm, sein Nachbar liege krank im Bett. Der Prophet ging daraufhin seinen Nachbarn besuchen und wünschte ihm eine gute Besserung. Dieser war so berührt, dass er später zum Islam konvertierte.
- Seine Geschichte mit der Bevölkerung des Ta’ifs (Ort im heutigen Saudi-Arabien), deren Kinder ihn mit Steinen bewarfen
Der Prophet (sas) besuchte das Dorf Ta’if (in der Nähe von Mekka), da er gehofft hat, Unterstützung zu finden, nachdem sein eigenes Volk in Mekka ihn zum grössten Teil boykottierten. Statt der verhofften Unterstützung wurde er von den steinewerfenden Kinder des Ta’ifs empfingen. Blutend konnte er sich gerade noch in einen Obstgarten retten. Statt das Dorf zu verwünschen, betete er, dass sie eines Tages das Licht erblicken werden.
- Seine Geschichte mit den Mekkanern, nachdem die Muslime Mekka eroberten
Nachdem das muslimische Heer Mekka erobert hatte, waren die Anführer der mekkanischen Stämme in Angst, welche Vergeltung ihnen bevorstand, nachdem sie viele Muslime gefoltert und einige getötet hatten und vorhatten, den Propheten zu ermorden. Der Prophet sagte ihnen, sie sollen gehen, sie wären frei.
Weiterhin möchte ich allen Interessierten den Artikel von Aiman A. Mazyek auf islam.de empfehlen mit dem Untertitel “‘Krampf’ der Kulturen der ‘Huntingtons’ - Wo bleiben die Vernünftigen, die Besonnenen?”
Die Empörung, die nun die islamische Welt wegen dieser Ereignisse erfasst, wird nun geschickt als Zeichen eines Kampfes gegen die Pressefreiheit umgedeutet. Wohlgemerkt: Empörung – auch ein Menschrechrecht. Die Skandierung und Drohungen gewaltbereiter muslimischer Hooligans gehören natürlich entschieden von allen abgelehnt und verurteilt. Sie werden uns aber überproportional via Bildschirm serviert und schinden den Eindruck, als stünde ein Haufen meuternder Truppen vor den Toren Europas und wollen die Meinungsfreiheit abschaffen. Dieses Bild ist absurd. Ganz im Gegenteil, diese Gesellschaften wünschten sich nichts Sehnlicheres als Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit, die in ihren eigenen Ländern kaum vorkommen.
Presse- und Meinungsfreiheit und die Achtung vor der Religion; ein Blick in das Grundgesetz zeigt wie wunderbar beides harmonisch miteinander passen kann, sich nicht gegenseitig aufheben muss. Doch jetzt werden sie als vermeintliche Gegensätze von selbsternannten Barrikadenkämpfern aufgebauscht.
Die Ventile sind geöffnet – die Bogen gespannt – der Kampf kann beginnen. Es gibt auch schon Sieger: die Huntingtons auf beiden Seiten. Und wo bleiben die Vernünftigen, die Besonnenen?
Einen schönen Tag noch, wenn es irgend möglich sein sollte..
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Comments
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sagichdoch? » Streit der Kulturen? Blödsinn! — 7. Februar 2006 @ 10:08
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By Bürger-Herold, 8. Februar 2006 @ 02:46
” … Der “Bürger-Herold” fragt sich, was der dänische Ministerpräsident die ganze Zeit macht, weil er nicht merkt, dass die Welt mitten in einer globalen Krise steckt - dies seit Jahren und Jahrzehnten. Man muss sich auch fragen, warum Rasmussen und andere Politiker, nachdem das Porzellan zerschlagen ist, erst jetzt vom “Geiste gegenseitigen Respekts und Toleranz” spricht. …”
By Andreas Widmann, 5. November 2006 @ 21:17
“Tatsächlich sitzt Herr L. mit seinen Freunden - u.a. Eduard Wachsam und Andreas Widmann - in diesem [rassistischen] Boot.” schreiben Sie.
Ich möchte, dass Sie meinen Namen aus Ihrem Text entfernen, sonst erstatte ich Strafanzeige wg. Beleidigung.
Andreas Widmann
By Omar Abo-Namous, 5. November 2006 @ 22:41
Ich habe die Namen unkenntlich gemacht. Ich frage mich allerdings, was damit bezweckt werden soll. Dass solche Leute auf den Wogen der Abmahnwelle schwimmen; das war mir nicht bekannt.. D.h. eine solche “Beleidigung” ist wohl zu viel, aber eine komplette Gruppe von Menschen zu beleidigen - das ist konstruktiver und nötiger Dialog..
Das ist echt traurig.
By Sigfried Willmann, 7. November 2006 @ 19:58
Der Islam ist mit dem Hitlerismus zu vergleichen und daher abzulehnen.
Die religiöse Verherrlichung von Personen, die Kinderschänderei, Völkermord etc. begangen haben, dürfen im Nachkriegsdeutschland nicht als Vorbild gelten. Deswegen dürfen weder Hitler noch der Islamgründer Mohammed als Vorbilder gelten. Denn laut der islamischen Quellen der Moslems hat Mohammed viele schlimme Massaker begangen und mit einem geschlechtsunfähigen Kind die \”Ehe\” vollzogen, (Bsp. 806 haddite). Lesen Sie auch in einem deutschen Medizinbuch nach, was von solchen Männern zu halten ist. Deshalb plädiere ich für einen Verbot des Islams. Lesen Sie gut die homepage *Link gelöscht, Hetzseiten werden nicht toleriert*
Deshalb verachte ich die Mohammedideologie Islam. Jede Gruppe, die Mohammed religiös anerkennt, habe ich deshalb zu verachten!!!
Islambekämpfer Siegfried Willmann.
By Omar Abo-Namous, 7. November 2006 @ 20:14
@Sigfried:
Wahrscheinlich glaubst du auch, dass Juden, das Blut kleiner christlicher Jungen trinken oder die Brunnen (oder seien es Trinkwasseranlagen) vergiften ?! Der Vergleich mit Hitler kann abwegiger nicht sein, aber inzwischen scheint ja jeder jeden mit Hitler zu vergleichen.. vielleicht wird das mein nächster Artikel..
Was dein Bestreben angeht, Muslime zu verbieten, so glaube ich sehr, dass deine Verblendung und dein Hass (genauso wie der des Betreibers der von dir verlinkten Seite) etwas sind, wogegen der Rechtsstaat vorgehen müsste. Mal sehen..