Bodo L. für die “Einbürgerung des Islams”?
Als ich mich heute nach der Uni durch meine Emails durchforstete, fiel mir eine Email mit dem Titel “Projekt „Den Islam einbürgern“” auf. Darin lädt mich ein gewisser Bodo L. zum Dialog auf und zwar zum Thema “Den Islam einbürgern”! Anbei der komplette Text seiner Email und meine Antwort.
Liebe muslimische Mitbürger,
als Demokraten und Freunde des Grundgesetzes suchen wir im Rahmen eines Projektes zum Thema „Den Islam einbürgern“ den Dialog mit Muslimen, besonders in Anknüpfung an aktuelle Anlässe.
Ein solcher Anlass ist der „Karikaturen-Skandal“ in Dänemark, in dessen Zusammenhang bekannt wurde, dass der Islam die Abbildung des Propheten Muhammad verbietet. Als dialogbereite Menschen, die gerne auch mal im Koran lesen, stellen wir uns die Frage, wo dieses Bilderverbot genau steht (bisher hat es leider noch niemand von uns entdecken können).
Als zweites möchten wir Ihnen die Frage stellen, wie sich Muslime zur säkularen Rechtsordnung stellen. Das Randalieren junger Muslime in mehreren dänischen Städten als „Vergeltung“ für die Muhmmad-Karikaturen hat uns doch sehr zu denken gegeben. Steht für Muslime im Zweifelsfall die Ehre ihrer Religion und ihres Propheten über dem säkularen Recht?
Wir würden uns freuen, wenn wir über diese und andere Themen mit Ihnen ins Gespräch kämen.
Mit freundlichen Grüßen
B. Lenkwitz
P.S.: Damit wir auch wissen, worüber wir reden (und uns nicht nur auf irgendwelche „skandalösen“ Bilder beziehen, die wir nie gesehen haben), möchten wir zwei der besagten Karikaturen anfügen: [es folgten zwei der Karikaturen]
Mittels einer einfachen Suche (Google is your friend) findet man schnell heraus, wie der Herr Bodo L. (Lewinski, Lenkwitz oder ähnliches..) “geschaltet” ist. Dementsprechend fällt meine Antwort aus.
Meine Antwort
Lieber Mitbürger,
als Demokraten, Freunde des Grundgesetzes und der Gerechtigkeit, sowie als Interessierte an einem friedlichen Zusammenleben aller Menschen suchen wir im Rahmen eines Projektes zum Thema “Friedliches Zusammenleben” den Dialog mit Bürgern gleich welcher Religionszugehörigkeit oder Ethnie, besonders in Anknüpfung an aktuelle Anlässe – davon gab es in letzter Zeit mehr als genug.
Einer dieser Anlässe ist sicherlich der “Karikaturen-Skandal” in Dänemark, Norwegen, Frankreich und zuletzt in Deutschland, in dessen Zusammenhang bekannt wurde, dass in den oben genannten Ländern das Presserecht und das Recht auf freie Meinungsäusserung als oberste Freiheit angesehen und beschützt wird und dass dieses Recht durch keine anderen Rechte (auch nicht die anderer) beschränkt ist. Als dialogbereite, aufgeschlossene und aufgeklärte Menschen, die gerne in den bundesdeutschen Gesetzen lesen, stellen wir uns die Frage, was eigentlich aus dem Paragraphen 166 des Strafgesetzbuches geworden ist. Dort heisst es nämlich:
“Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen”
- Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
- Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
Weiterhin stellen wir uns die Frage, ob das Recht auf Meinungsäusserung – und dazu gehören Demonstrationen allemal, aber auch etwa ein Boykott – für Muslime keine Anwendung finden darf? Wir sind noch auf der Suche nach weiteren Mitbürgern, die sich mit den Gesetzbüchern der Bundesrepublik solidarisieren. Gott sei Dank (ja, genau) gibt es genügend, aber wir haben gehofft, dass auch Sie sich anschliessen.
Als zweites möchten wir Ihnen die Frage stellen, wie sich Atheisten und Christen zur religionsneutralen Rechtsordnung stellen. Die gewalttätigen und rassistischen Ausschreitungen junger Australier als “Vergeltung” für eine angebliche “Belagerung” “ihrer” Strände durch “Libs” (wie Libanesen und orientalisch aussehende in Australien nicht gerade freundlich genannt werden) hat uns doch sehr zu denken gegeben. Steht für irgend eine dieser Gruppen im Zweifelsfall die “Unbeflecktheit” ihres Strandes über der Gerichtsbarkeit?
Wir würden uns freuen, wenn wir über diese und andere Themen mit Ihnen ins Gespräch kämen.
Mit freundlichen Grüssen,
Omar Abo-Namous
P.S.: ich stehe für keine Gruppe, Vereinigung oder sonstwie, aber ich spreche immer im Plural, da es den Anschein erweckt, ich würde tatsächlich von einem “Projekt” sprechen…
Nebenbei: Die DML hat eine Stellungnahme bezüglich der Replikation der Karikaturen in der WELT veröffentlicht. Darin heisst es:
Gerade wir Deutschen sollten uns hierbei unserer historischen Verantwortung bewusst sein. Wir haben erlebt, wozu es führen kann, wenn man Minderheiten “entmenschlicht” und “karikiert”.
Denken wir zurück an die antisemitischen Karikaturen des “Stürmer”, sollte es klar sein, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit liegen, welche Folgen doch so “harmlos gemeinte Scherze” haben können und welche Verantwortung Medien in diesem Zusammenhang haben.
Ausserdem möchte ich auf den Artikel “Verständnisprobleme” auf freace.de aufmerksam machen.
Als Mel Gibson vor zwei Jahren seinen Film “Die Passion Christi” vorstellte, führte dies zu zahlreichen mehr oder minder wütenden Reaktionen von Juden, die ihm Antisemitismus vorwarfen und auch einen Boykott forderten. Dies verhinderte zwar weder seine Veröffentlichung noch seinen kommerziellen Erfolg, führte aber auch nicht zu der Kritik an Juden, sie wollten hier die “Freiheit der Kunst” oder das Recht auf freie Meinungsäußerung beschneiden.
Es mag hilfreich sein, sich hier eine umgekehrte Situation vorzustellen. Es fällt nicht schwer, den Aufschrei in der “westlichen” Welt zu erahnen, würde eine große iranische Zeitung eine Karikatur abdrucken, die den vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehenkten Papst zeigt, nachdem er zuvor in eindeutiger Situation mit zwei Meßdienern gezeigt wurde.
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Too Much Cookies Network » Dänische Karikaturen und rollende Steine — 5. November 2006 @ 22:37
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By Richard Teichner, 3. Februar 2006 @ 00:35
“Wir haben erlebt, wozu es führen kann, wenn man Minderheiten “entmenschlicht” und “karikiert”, schreibt Ustad Abo-Namous.” – Stimmt. Muhammad (sas) ist als Einzelperson ja auch eine solche “Minderheit”, und eine ziemlich tote dazu.
[edited]
By Omar Abo-Namous, 3. Februar 2006 @ 00:45
Zweifelt jemand daran, dass die Angesprochenen alle Muslime sind??
Gruss, Omar Abo-Namous
By Alfred, 3. Februar 2006 @ 01:46
(Zunächst eine kleine Verbesserung an den Webmaster: Es müsste grammatisch korrekt „Too MANY cookies“ heißen, da Kekse zählbar sind. Aber das nur nebenbei). Jetzt zum Thema:
Im Diskussionsforum zum „Karikaturenskandal“ der WELT gelesen http://www.welt.de/z/forum/showthread.php?t=147 (diverse Einträge):
„Wo führt das hin?
Heute sind es nur Karikaturen. Morgen sind die religiösen Gefühle durch den Playboy verletzt, morgen durch das 1.Seite-Mädel der BILD-Zeitung, übermorgen vielleicht durch den bloßen Hals von Marietta Slomka im ZDF, nächste Woche sind es möglicherweise die weiblichen Nachrichtensprecher im Fernsehen überhaupt …“ – „Würden wir in der gleichen Art reagieren, wenn in einer islamischen Zeitung Jesus oder Maria in ähnlicher Weise dargestellt würden? Wohl kaum. Der Vatikan würde vermutlich sein Missfallen kund tun, aber es würde wohl niemand auf die Idee kommen, zum Boycott islamischer Webseiten, Produkte etc. aufzurufen.“
- „Allerdings ist im konkreten Fall der Unterschied, dass die Karikaturen in Europa für Europa veröffentlicht wurden. Und das geht die anderen eigentlich nichts an.“
- “Allenthalben schreien die Moslems jetzt, dass wir den Islam und seine Anhänger nicht verstehen würden … Zum Glück verstehe ich sie nicht. Ich will auch nicht verstehen, warum man wegen so einer Sache so vollkommen überreagieren muss. Es ist völlig in Ordnung, dass die Moslems sagen, dass sie sich durch diese Art der Publiktion ihres Religionsstifters angegriffen und verletzt fühlen. Mit dem Theater, dass sie statt dessen veranstalten, schießen sie jedoch Lichtjahre übers Ziel hinaus und erreichen nur das Gegenteil. Oder wollen Gewalt Sie provozieren? Um selber eine Rechtfertigung für ihre Gewalt zu haben?“
– „Der erpresserische Druck, mit der die arabische Welt auf die Veröffentlichung der harmlosen Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung “Jyllands-Posten” reagierte, sollte auch einigen Medien hierzulande – die gerne das hohe Lied der Meinungsfreiheit trällern – zu denken geben. Warum kapitulierte letztendlich die Redaktion der auflagenstärksten Zeitung Dänemarks? Nicht nur, weil die hasserfüllten Islamisten mit Selbstmordattentaten in dänischen Städten drohten und zu einem Boykott dänischer Produkte aufriefen, sondern auch, weil der dänischen Tageszeitung die europäische Solidarität – auch der deutschen Medien – gegen die islamische Übermacht verwehrt wurde. Außer einigen deutschen Bloggern, die aus Solidarität zu den dänischen Journalisten die Cartoons veröffentlichten, hatte kein Medium hierzulande den Mut, den Kollegen der “Jyllands Posten” in dieser schwierigen Situation beizustehen – ein ziemliches Armutszeugnis!“
By Forensurfer, 3. Februar 2006 @ 03:57
Auch eine Meinung zur „dänischen Rushdie-Affäre“ unter http://www.german.faithfreedom.org/forum/viewtopic.php?p=7472&sid=0937143bd9baaad821d478745cc2bf9a#7472 :
„beschämend, wie einige politiker und gar zeitungsleute zurückrudern.
… was für eine meinung muslime über uns christen, juden, atheisten, islamaustreter…haben, sehen wir ja tagtäglich in hunderte artikel, “karrikaturen” und öffentliche statements in der islamischen welt. da ist für jeden was dabei. von kinderblut trinkendne juden über karikaturen über juden, die sich vor stürmer nicht verstecken müssen bishin zum chef des iranischen wächterrates, der öffentlich sagt, nicht-muslime seien tiere, die auf dem boden kriechen und fäkalien essen.
wir haben also auf der islamischen seite eine weitaus schlimmere hetze gegenüber andersgläubige. erstaunlicherweise hören wir aber kein selbstkritik der muslime an diesen perverse veröffentlichungen. wie denn auch? selbstkritik ist in islamischen ländern tabu. der islam darf nie kritisiert werden, sondern die schuld wird immer “dem westen”, “den juden”, “israel” zugeschoben. egal worum es geht.
ich fürchte, dass die muslime sich mit dieser aggressiven, intoleranten, integrationsresistenten und kritiklosen haltung ins eigene fleisch schneiden. heute sehen die meisten dänen die muslime als eine verräterische 5te kolone im eigenen land und sind der meinung, es gäbe keinen grund, sich zu entschuldigen. in frankreich bekäme die front national heute 30% der stimmen…und das ist erst der anfang.
die kommenden jahre werden für muslime in europa noch unangenehmer werden, wenn sie sich nicht ohne wenn und aber nach den werten und gesetzen ihrer gastländer richten.“ – Ich hoffe, dies ist für dich nicht too much, lieber Cookie..
By BDB-Fan, 3. Februar 2006 @ 04:06
Na, Omar-Schätzchen? Warum haben wir denn die Presseerklärung vorhin nicht freigeschaltet? Stand da etwa etwas Unbequemes drin? (Egal, die Erklärung geht jetzt an alle möglichen Politiker u.a., die damit so ein kleines Stückchen informierter sind über den Großen Muhammad aus Mekka… Den Rest tun Autoren wie Raddatz, Rolf Stolz, Hirsi Ali u.a., die schon in jeder Bücherei zu haben sind.
By Omar Abo-Namous, 3. Februar 2006 @ 10:36
@Alfred: weiss ich bereits, ich hab mich aber immer noch dazu durchgerungen, eine Erklärung von “much” zu schreiben (aber der Menüeintrag ist bereits oben angebracht..)
Ich sehe es ganz andersherum. Heute sind es Karikaturen, die den Propheten einer Religion – und in Folge die Religion und ihre Anhänger – karikiert, gestern waren es Berichte, die eher als rassistische Streitschriften bezeichnet werden müssten, morgen ist es ein “Kauft nicht beim Muselmann” und danach die Internierung. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen miteinander leben. Wenn aber ständig auf einer Gruppe herumgetreten wird, dann kann das nicht funktionieren.
Wegen Bemerkung über Vatikan, Papst o.ä.: Ich hoffe, wir werden es nicht sehen, denn auch das wäre ein Angriff, der nur beleidigt, ohne Sachliches irgendeiner Diskussion hinzuzufügen.
@BDB-Fan: Ich bin nicht euer Sprachrohr und bin auch nicht verpflichtet (in irgendeiner Weise), Kommentare zuzulassen.
Raddatz, Stolz, Ali… der goldene Zirkel der Lügen..
By Ike, 3. Februar 2006 @ 10:50
Hi!
“Weiterhin stellen wir uns die Frage, ob das Recht auf Meinungsäusserung – und dazu gehören Demonstrationen allemal, aber auch etwa ein Boykott – für Muslime keine Anwendung finden darf?”
Ich stelle das Recht auf Meinungsäußerung auch für Muslime nicht in Frage. Ich stelle auch nicht in Frage, dass Muslime die Bilder als Beleidigung ansehen könnten. (Ich selber kann das nicht beurteilen, ich bin kein Muslim, ich bin nicht mal ein Christ. Für mich trifft wohl die Bezeichnung “Agnostiker” am Besten zu)
Die Frage bleibt nach der Verhältnismässigkeit der Reaktionen. Kaufboykott? klar, wieso nicht. Da sist freie Meinungsäußerung. Demonstrationen? Ja, okay, das Recht dazu gibt es, man kann es auch ausnutzen.
Aber die Entführung eines Deutschen – auch wenn er nach 2 Stunden Geiselhaft wieder freigelassen wurde – geht eindeutig zu weit!
Die Personen, die sich beleidigt fühlen, sollten auch bitte klar differenzieren, gegen wen sie sich sinnvollerweise wenden sollten. Die Karrikaturen stammen von einem Zeichner. Demzufolge ist er die Person, die man zu einer Entschuldigung bringen müsste, im Zweifel auch noch sein Redakteur oder die Zeitung – da er in ihrem Auftrag handelt. Aber das wäre es auch.
Gleich ein komplettes Volk – oder jetzt fast einen kompletten Kontinent – anzuklagen, das sprengt sicherlich den Rahmen jeglicher Verhältnismäßigkeit.
Übrigens hat sich die Zeitung anscheinend entschuldigt: “Man habe damit keinen Muslim provozieren wollen, beteuert Clausen.” (Siehe Spiegel.de)
Mal davon abgesehen, finde ich den Zeitpunkt sehr interessant, zu dem das hochkocht. Die Bilder sind vor 4 Monaten erschienen. Jetzt erst ist es in der Welt angekommen, in einer Welt, in der die Spannungen zwischen den westlichen Staaten und den islamischen Staaten gerade zunehmen. Das Problem des Iran mit der Atomenergiebehörde, bzw. das Problem der Atomenergiebehörde mit dem Iran – je nachdem wie man es sieht, dann der Sieg der Hamas in den Palästinensergebieten, ein Sharon, der auch nicht mehr mit seiner neuen Partei etwas bewegen kann …
Das ist alles nicht gut und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass gerade die Sache mit den Karrikaturen absichtlich zurückgehalten wurde.
Michael
By Omar Abo-Namous, 3. Februar 2006 @ 11:01
@Michael: Ich stimme zu, was das “über einen Kamm scheren” angeht. Das macht auch mir Sorge.
Auch was die Entführung (habe noch nichts davon gelesen, muss gleich mal schauen) angeht, so ist das klar nicht Sinn der Sache (genauso wenig wie Gewaltandrohung oder gar Anwendung). Aber in jedem Protest finden sich Spinner, die es übertreiben. Ob bei Atomkraftgegnern, die teilweise für die Zuführer lebensbedrohlich agiert haben oder bei militanten Umweltschützern oder etwa bei einer Organisation wie “Pro-Life” in Amerika (deren Anliegen durchaus legitim ist, solange sie sich in den Grenzen des Vernünftigen verhalten) oder oder oder. Leider wurde in europäischen Medien unverhältnismässig breit auf die Gewaltandrohung eingegangen, während der Protest an sich kaum Erwähnung findet. Anders: Jedes Mal, wenn vom Protest die Sprache ist, taucht die Gewaltandrohung auf. Damit wird unterstellt, dass die Demonstranten und Boykottierer die Gewalt hier gutheissen – was nicht der Fall ist.
Was den Zeitpunkt angeht, so glaube ich, dass erst der wiederholte Ausdruck dieser Karikaturen dazu geführt hat, dass Muslime gesagt haben “jetzt ist aber schluss mit Lustig..”
Dass die zeitliche Einordnung angeht, so kann ich dir zum Teil zustimmen, denn das brauchen wir nicht auch noch!
Gruss, Omar
By Ike, 3. Februar 2006 @ 13:15
@Omar: Der gewaltfreie Protest ist nicht medienwirksam genug … Flaggenverbrennende Extremisten sehen viel besser für die Kameras aus.
Du hast schon Recht, dass es überall Spinner gibt, die die Reaktionen übertreiben, aber die Welt ist im Moment stark auf den Islam zentriert, reagiert da einer auch nur in Ansätzen anders, schrillen die Alarmglocken. Wobei Du Recht hast. Wenn wir uns da die Rechtsextremisten anschauen, die den Tod von Juden, Ausländern, Antifa und Co. predigen. Naja, es gab schon genügend Fälle von Gewaltaktionen rechter Spinner, bei denen es nicht nur zu Verletzten, sondern sogar zu Toten gekommen ist.
Michael
By Hasan (Christ), 3. Februar 2006 @ 15:34
Wenn Jesus bei uns LEGAL karikiert werden darf (z.B. in „Das Leben des Brian“), dann dürfen sich Muslime dies im Sinne der Gleichheit der Religionen VERDAMMT NOCHMAL auch für ihren Muhammad gefallen lassen, ohne gleich in plumpe Drohungen und Gewaltanwendung abzugleiten – die letztendlich nur das Negativbild des Islam bestätigen (was die Betreffenden aber nicht im Geringsten zu stören scheint). Ansonsten dürfen es zumindest schwieriger sein, Jesus – im Gegensatz zu Muhammad – plausiblerweise als Gewalttäter darzustellen, da er – im Gegensatz zu Muhammad – der Überlieferung nach nicht zu Gewalt aufgerufen, d.h. u.a. keine Auftragsmorde veranlasst hat.
By ike, 5. Februar 2006 @ 00:38
@Hasan: Das “Leben des Brian” wurde von Europäern (und höchstwahrscheinlich Christen) gedreht. Die Muhammed-Karrikaturen wurden jedoch nicht von Moslems gezeichnet.
Du hast allerdings meiner Meinung nach Recht, dass die Gewalt übertrieben ist.
Michael
By Hasan, 5. Februar 2006 @ 02:15
@ike: Es macht KEINEN UNTERSCHIED, wer etwas zeichnet oder produziert – entweder wir sind alle gleich vorm Gesetz (und damit meine ich nicht Allahs Hand-ab-Scharia) oder NICHT!
By Jesus oder Muhammad?, 5. Februar 2006 @ 02:17
Der ehemalige Professor für islamische Geschichte an der Al-Azhar Universität, Kairo, Mark A. Gabriel, PH.D., zieht folgenden Vergleich zwischen Jesus und Mohammed:
>
(aus: Mark A. Gabriel, „Islam und Terrorismus“, Resch Verlag 2004, Seite 236)
By Islamkritiker, 5. Februar 2006 @ 02:22
@Oma: „Raddatz, Stolz, Ali… der goldene Zirkel der Lügen..“ – wenn diese Herrschaften Lügen verbreiten, dann tu Allah doch einen Gefallen und widerlege sie hier in deinem frommen Weblog – vielleicht kriegst du dann als Belohnung ja eine Paradiesjungfrau aus hochwertigem Latex…
By Omar Abo-Namous, 5. Februar 2006 @ 02:35
@Hasan und Michael: Warum sollten Muslime sich danach richten, was ‘euch’ (?wer auch immer damit gemeint sein mag) wichtig ist? Gleich vor dem Gesetz hiesse ja auch, dass der Paragraph der Gotteslästerung auf den Welt-Reprint angewandt wird!
und Hasan: Deine Bezeichnung von ‘Gottes Weg’ (Scharia) zeugt nicht gerade von tiefer Religiosität!
@Islamkritiker: es gibt so viele Lügen auf dieser Welt (Sprichwort kennst du sicherlich), es ist nicht meine Aufgabe jedem Dahergelaufenen hinterherzulaufen und seinen Dreck wieder aufzusammeln.
By Ich wünsche mir ein islamfreies Deutschland, 5. Februar 2006 @ 22:27
@Omar: „Warum sollten Muslime sich danach richten, was ‘euch’ … wichtig ist? Gleich vor dem Gesetz hiesse ja auch, dass der Paragraph der Gotteslästerung auf den Welt-Reprint angewandt wird!“ – Lieber Omar, damit bestätigst du eine Verdacht, den viele von uns „Ungläubigen“ schon lange hegen: Dass Muslimen unsere säkularen Rechtsnormen sch***egal sind – es sei denn, sie können sie zu ihrem Vorteil drehen (in diesem Fall wird sich dann urplötzlich ganz schnell an den Busen von Mutter Rechtsstaat-der-Ungläubigen gekuschelt). Im Übrigen weiß ich nicht, wie sehr die Lektüre des unheiligen Koran deinen gesunden Menschenverstand und dein Bewusstsein von den Bedingungen, zu denen du hier lebst, schon aufgeweicht hat: Die Darstellung eines „Propheten“ ist KEINE Gotteslästerung – es sei denn, du würdest behaupten wollen, Muhammad sei ein Gott (das müsste dann ein mutmaßlich pädophiler Gott sein). Ansonsten. WENN DU PROBLEME mit Deutschland hast, dann HAU von hier AB !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
By Gast, 5. Februar 2006 @ 22:40
Du seiest aus der Uni gekommen, schreibst du oben. Darf ich raten? Du bist bestimmt Raumpfleger dort – denn bei der billigen „Argumentation“, die du Lesern hier lieferst, kann ich mir kaum vorstellen, dass du den IQ hast, um jemals die Hochschulreife erlangt zu haben…
By Omar Abo-Namous, 6. Februar 2006 @ 00:16
@islamfrei: danke für die Blumen. Zur Bekräftigung deines Vorurteils: Wenn Christen ihr Prophet egal ist (das ist für viele Christen nicht der Fall, aber offensichtlich für Hasan), dann muss ich als Muslim ihnen das nicht nachmachen. Insofern ist es schon komisch, wenn man fordert, dass Muslime genauso Religionsabweisend sein sollen, wie die hier postenden! Letztendlich hat euresgleichen (du und Hasan) ein Problem mit religiösen Menschen, nicht unbedingt nur mit dem Islam.
Ausserdem umfasst der sog. Gotteslästerungsparagraph weit mehr als Beschimpfung Gottes, lies ihn dir noch einmal durch!
@Gast: Fast! Fensterputzer eigentlich. Aber ich würde dir wünschen, dass du die Realität nicht an deinem Vorstellungsvermögen misst. Also auch dir einen Dank für die Blumen!
By Ike, 6. Februar 2006 @ 08:07
Moin!
“@Hasan und Michael: Warum sollten Muslime sich danach richten, was ‘euch’ (?wer auch immer damit gemeint sein mag) wichtig ist?”
Wenn es sich um gewisse Grundrechte handelt, wie z.B. die Achtung fremden Eigentums und natürlich des Lebens anderer (und auch insbesondere andersgläubiger) Menschen, so darf ich doch schon die Hoffnung und den Wunsch aussprechen, dass sich auch Muslime daran halten? Ohne gewisse Grundvereinbarungen zwischen den Menschen landen wir in einer Anarchie – und die ist für kaum jemanden wirklich gut und wird doch sicherlich auch von den meisten Muslimen nicht gewünscht, oder?
Ich hege die Hoffnung, dass zum einen die westliche Presse einen Gang zurückschaltet und die Bilder nicht mehr zeigt und zum anderen aber auch die Demonstranten auf ihre religiösen Führer hören (da haben sich ja wohl einige gegen diese Gewalt ausgesprochen) und sich in Zukunft zurückhalten.
Michael
By Omar Abo-Namous, 7. Februar 2006 @ 22:17
@Michael: Im vergleich ging es mir um das “Beleidigtfühlen”. Hassan meinte, dass sich Christen (seiner Meinung nach) nicht beleidigt fühlen, wenn Jesus karikiert wird, aber das ist m.E. nicht ausschlaggebend dafür, ob sich Muslime durch eine Karikatur von Muhammad (sas) (oder Jesus, Moses etc.) beleidigt fühlen können. Und das “verdammt nochmal” hat überhaupt nicht gepasst.
Wenn es um Grundrechte oder Gesetze geht, so ist das ein vollkommen anderes Thema.. Es sollte selbstverständlich sein, dass man – zunächst einmal vollkommen unabhängig von geltendem Recht – niemandem antut, was man nicht selbst erfahren möchte..
By Hasan, 8. Februar 2006 @ 00:49
@Oma: „Wenn es um Grundrechte oder Gesetze geht, so ist das ein vollkommen anderes Thema..“ – Sag mal, bist du etwas geistig minderbemittelt? Meinungsfreiheit – einschließlich Pressefreiheit – IST ein Grundrecht!
By Omar Abo-Namous, 8. Februar 2006 @ 00:57
@Hasan: Für dich als Nicht-Fensterputzer: Hier geht es nicht um Meinungsfreiheit, sondern um etwas, was dir offensichtlich fehlt: Anstand, Respekt und das Recht nicht verleumdet, diffamiert oder verhetzt zu werden.
Letztendlich gilt der Spruch, dass meine Freiheit dort aufhört, wo ich die Rechte (oder Freiheiten) eines anderen übertrete (oder mit Füssen trete in diesem Fall..).