Kauffreiheit

In mehreren vorwiegend muslimischen Ländern werden in letzter Zeit – und nach der Veröffentlichung der den Islam und den Propheten Muhammad (as) entstellenden Karikaturen in der dänischen Bild-Zeitung “Jyllands-Posten” – dänische Produkte boykottiert. Dem ging ein Protest voraus, den die Mitgliedsstaaten der OIC gegenüber der dänischen Regierung ausdrückten. Allein das half nicht, denn diese sieht offensichtlich die Karikaturen als ein Teil der Presse- oder Meinungsfreiheit und verweist darauf, dass Muslime notfalls zum nächsten Richter rennen dürfen.

Nun, da viele Muslime dänische Produkte boykottieren – jetzt geht es ans Geld – scheint das die Eu-Kommission zu interessieren und keiner will was von “Freiheit” wissen – nicht die Freiheit der Beleidiger (namentlich die der dänischen Zeitung, sondern die der muslimischen Käufer!

Meine Frage ist: Darf ich nicht das kaufen, was ich will? Darf ich nicht zum Boykott aufrufen, weil mir die Politik des Unternehmens nicht gefällt (aus welchem Grund auch immer)? Das wäre ein komisches Verständnis von Freiheit. Und das zu einer Zeit, in der demnächst ein ganzer Staat boykottiert werden soll, da er sich einer Unabhängigkeit-einschränkenden Weltregierung nicht beugen will! Wohlgemerkt, dieser Boykott wird militärisch begleitet werden und jeder, der sich diesem Boykott wiedersetzt, wird mindestens gerichtlich, aber bisweilen militärisch bedroht!

Ich möchte noch auf die Argumentation auf Aquacool aufmerksam machen, da sie meiner Meinung nach, den Konflikt auf den Punkt bringt. Darin unterhält sie sich mit einem Geschäftspartner der Firma, in der sie arbeitet:

Eman: I am tolerant, you are NOT. I am open-minded, you are Not!
You lecture us about how we should live, how we should act, what we should say, and how we should react, but you free yourselves from every restriction in the name of democracy, and if we speak up you ask us to mind our own business?
Client: So now you are the civilized, democratic ones!
Eman: No, we still have a long way to go. But there’s a very fine line between democracy and racism; between freedom of expression and disrespect. I might not totally agree with punishing the Cartoonist himself, but I am definitely with drawing lines to the relationship with any country that humiliates our religion. You’re free to express, and so are we!

Achtung: Fehlinformationen vorprogrammiert!

In kurier.at (scheinbar ein österreichisches Äquivalent zu “Stern”) wird berichtet, dass “bewaffnete Mitglieder der palästinensischen Al-Aksa-Brigaden” das EU-Büro stürmten. Tatsächlich hat eine Kommissionssprecherin in Brüssel nur gesagt, dass Menschen zu einer Kundgebung vor dem EU-Gebäude gekommen sind! Hier also Warnstufe “orange”, die Nachrichten der nächsten zwei Wochen können dramatisch schlechter recherchiert sein!

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