Norwegischer Ethikrat erreicht Firmenausstiege
Norwegen hat aus ethischen Gründen seine Anteile an sieben Konzernen verkauft, die an der Herstellung von Teilen für Atomwaffen beteiligt sind.
Wie Finanzministerin Kristin Halvorsen mitteilte, hat der staatliche Ölfonds seine bisherigen Beteiligungen an den Unternehmen, darunter auch Boeing und Honeywell, in Höhe von 3,3 Milliarden norwegischen Kronen (415 Millionen Euro) veräußert. Mit dem Ölfonds legt Norwegen Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung zur Sicherung künftiger Pensionszahlungen im Ausland an.
Zwei Aspekte an dieser Nachrichst sind interessant:
- Die offensichtlich moralische Entscheidung auf politischer Ebene (sowas geht!)
- Die Norweger fühlen sich als Eigentümer des Ölgelds
Es geht ja nur um diese speziellen Waffen, Atomwaffen. Dies sind legale Waffentypen, die Konzerne tun nichts Verbotenes. Aber Norwegen möchte zeigen, dass man nicht wünscht, Teilhaber an der Produktion von Kernwaffen zu sein. Darin liegt keine Kritik an den Konzernen.
Hier sind es eben eher Themen wie Menschenrechte, Naturschutz oder die Ablehnung von bestimmten Waffentypen, die als wichtig erachtet werden.
Es ist ein gesellschaftlicher Minimal-Konsens, der hier deutlich wird. Ähnliche ethischen Grundsätze für staatliche Fonds werden beispielsweise in Neuseeland oder auch Irland diskutiert.
… und Deutschland .. naja, vielleicht ein andermal..
Alle wichtigen Tageszeitungen sowie Radio und Fernsehen haben über den Ausschluss berichtet. Da gibt es eine große öffentliche Aufmerksamkeit. Allerdings bekommt man keine Titelgeschichte in einem großen Boulevard-Blatt. Dies spiegelt das Gefühl der Norweger ganz gut wider. Die Bürger sehen sich als Eigentümer des Ölgelds. Und daher sind sie natürlich auch interessiert daran, was mit dem Geld gemacht wird.
Daran sollten sich arabische Ölstaaten ein Beispiel nehmen!
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