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Sparschweine und wie Islamisten die Weltherrschaft an sich reissen werden

Sonntag, 20. November 2005, 00:31

Daß Islamisten die Weltherrschaft an sich reissen wollen, ist nichts Unbekanntes - genauso sehr wie sicher ist, dass Juden die Weltherrschaft an sich reißen wollten / wollen - zumindest unter den paranoiden unter uns..

Um dieses Ziel anzusteuern bedienen sie sich aller möglichen Methoden. Zuletzt wurde die Nachricht verbreitet, dass zwei Banken in Großbritannien (Halifax und NatWest) keine Sparschweine mehr verteilen oder in Werbungen verwenden, da Muslime das ansonsten anstössig finden. Dieser Nachricht haben sich alle diejenigen bedient, die den Untergang des abendländischen Europas und der christlich-jüdischen Kultur an die Wand malen, sobald einem Muslim das Recht auf Religionsfreiheit zugestanden wird.Nicht nur in Medien, sondern vor allem auch in Internetforen und Weblogs wurde die Nachricht aufgeschnappt und in die alltägliche Muslime-wollen-unseren-Staat-unterwandern- Diskussionen eingesponnen. Als ob die Massenhysterie, die in deutschen Diskussionsforen (sowohl online, als auch offline) nicht ausreichen würde, hat diese Nachricht Diejenigen gefüttert, die sich darum bemüht machen, Muslimen (natürlich wird immer von Islamisten gesprochen, aber was genau die Anforderungen an einen Islamisten und was der Unterschied ist zwischen einem Muslim und einem Islamisten ist, das wird von Fall zu Fall unterschiedlich gehandhabt - ohne weitere Erklärung, das versteht sich..

British banks are banning piggy banks because they may offend some Muslims.

Das, so die Berichterstattung sei eine übertriebene political Correctness - in Online-Foren ist davon zu lesen, dass Briten zu höflich wären - eine Höflichkeit, die Muslime erst gar nicht gefordert haben:

“We live in a multicultural society and the traditions and symbols of one community should not be obliterated just to accommodate another,” Mr Mahmoud said.

“I doubt many Muslims would be seriously offended by piggy banks.”

Trotzdem fürchtet sich der Reverend Christopher Armstrong:

“The next thing we will be banning Christmas trees and cribs and the logical result of that process is a bland uniformity,” the Dean of Blackburn, Reverend Christopher Armstrong, said.

Online folgert ein Benutzer:

fakt ist, dass sich viele moslems an der art wie wir leben gewaltig stören.

Dass die ganze Geschichte nur eine farce ist, fällt niemandem auf. Am 31. Oktober 2005 veröffentlicht Media Watch eine kleine Recherche zum Thema rund um das angeblich geschlachtete Sparschwein. Darin werden die beiden Banken gefragt, was an der Geschichte Wirklichkeit ist.

Die Bank Halifax antwortet in einer Email an Media Watch, dass tatsächlich keine Sparschweine in ihren Banken benutzt werden - aber das schon seit mehreren Jahren! Von Muslimen keine Rede!

Eine Anfrage an die Bank NatWest, die laut Medienberichten “zugegeben” haben soll, Sparschweine aus ihren Banken zurückgenommen zu haben, ergibt, dass an der ganzen Geschichte nichts Wahres dran war. Wieder ist in der Antwortemail keine Rede von Muslimen. Darin heisst es aber:

As I mentioned before there is absolutely no fact in the story. We simply had a UK wide savings marketing campaign, which included pictures of piggy banks, running until the end of September. The campaign finished at the end of September and was replaced by the current scheduled campaign.

Piggy banks have been and will continue to be used as a promotional item by NatWest. You are correct that there is a NatWest piggy bank collection, which are now collectors items. These piggy banks were available with our Young Savers Account from 1983 to 1989. They were withdrawn in 1989 and replaced with a World Wildlife Fund piggy bank. As you can see this was some time ago and bears absolutely no relation to the stories which have appeared this week.

Die Geschichte wird weiterhin in den Köpfen und in den Argumentationssträngen von Islamophoben herumgeistern. Der Schaden ist bereits angerichtet und diese Klarstellung kann höchstens Schadensbegrenzung leisten..

1 Kommentar

Pingback von Too Much Cookies Network » Henryk M. Broder’s Alptraum

Made Freitag, 5 of Januar , 2007 at 03:02

[...] Zu den “Zeichen an der Wand” gehören Vorfälle wie ein Halal-Weihnachtsessen, ein angebliches Verzichten von Arbeitgebern auf Weihnachtsdekoration, sowie die angebliche Beschwerde zweier muslimischer Mütter gegen die Benutzung des Pluszeichens im Mathematikunterreicht. In der Liste findet sich weiterhin Geschichten, wie die über die angeblich aus Rücksicht vor Muslimen weggesteckten Sparschweine in Großbritannien. Dass die Geschichte jeglicher Wirklichkeitsnähe entbehrt, scheint Herrn Broder nicht zu interessieren. Schliesslich bedient sich dieser aller Möglichkeiten (inklusive Lügen), um seine “Sache” voranzutreiben: Dem Islam die Stirn bieten. [...]

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