Distanzierung auf Knopfdruck

Distanzierung auf Knopfdruck

EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber fordert von Muslimen mal wieder, dass sie sich “deutlicher” von religiös motivierter Gewalt distanizieren sollen. “Es beunruhigt mich sehr, daß es schwierig ist, mit ihnen darüber zu reden”; die letzte Gelegenheit, die er genutzt hatte, um diese Bedenken zu äussern, hat sich herausgestellt, dass er nicht zu einem Gespräch bereit ist.

Das Basisproblem sei die Auffassung, dass “Gewalt legitim und der Status des Märtyrers erstrebenswert” sei. Tatsächlich erlaubt der Islam die Gewaltausübung als Mittel zur Verteidigung. Ein Märtyrer ist dem zufolge, wer bei der Verteidigung sines Lebens (oder das anderer) getötet wird.

Soviel zur Sachlage, was nun Herr Huber davon für problematisch hält, ist nicht ganz verständlich, erlauben doch alle zwischenstaatlichen Verträge und Konventionen ausdrücklich die Selbstverteidigung.

Aber vielleicht will Herr Huber auf was anderes hinaus: Inzwischen überbieten sich islamische Organisationen in der Geschwindigkeit, mit der sie Distanzierungen loswerden. Die Forderung nach mehr Distanzierung von allerlei Widerlichkeiten wird infaltionär benutzt – sei es Gewalt in der Ehe, angebliche Morddrohung an “Islamexperten”, Rede eines Staatspräsidenten oder (wenn gerade nichts besonderes anliegt) eben allgemein von Gewalt.

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