Frohe Botschaft: Morgen ist Eid-al-Ramadan?!

Tja, wieder stellt sich die Frage nach der Neujahrssichtung und ich wähle wieder als therapeutisches Mittel das Schreiben, um für mich zu einem Ergebnis zu kommen. Die Frage ist:

Ist das Fastenbrechenfest, das Eid-al-Fitr, Bayram oder Neudeutsch Zuckerfest schon morgen oder erst übermorgen?

Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Ich würde mich am liebsten nach der Mehrheit in Deutschland richten und die wird nunmal durch die im Koordinationsrat der Muslime vertretenen Verbände gestellt, die allesamt morgen, Donnerstag, zum ersten Festtag deklariert haben. Das Problem ist nur: Ich bin wissenschaftlich eher von den Erklärung von mondsichtung.de oder moonsighting.com überzeugt, die nämlich erklären, dass die Mondsichel (in etwa sechs Stunden) lediglich in Südamerika (Südargentinien und Chile) zu sehen sein wird und diese Orte nicht nur im Normalfall die Sichtung nicht melden, sondern vor allem auch einfach etwa von Europa viel zu weit weg sind und nur durch die willkürliche Festlegung der Datumsgrenze zufällig nicht zu unserem ‘nächsten’ Tag gehören. Das ist eigentlich ein recht schlagendes Argument. (Die Argumentation des European Council for Fatwa and Research überzeugt ganz und gar nicht!)

Nur – und das nennen die Mondsichtungsseiten selbst auch – in 1978 sollen sich die im OIC vertretenen muslimischen Länder anscheinend darauf geeinigt haben, diese Art der Berechnung der Sichtungsmöglichkeit zuzulassen. Also man müsste annehmen, dass es bereits weitestgehend einen Konsens gibt, der darauf abzielt, den Donnerstag als ersten Tag des Festes zu wählen.

Nix da! Wie es scheint werden Muslime in den meisten Ländern morgen weiterfasten und erst am Freitag das Fest begehen. Auf moonsighting.com gibt es eine lange Liste, bei der man schon sehen kann, dass lediglich das European Council for Fatwa and Research und zwei Regionen Leeds in Großbritannien und Dearborn in den USA, sowie teilweise einige schiitische Gelehrte das Fest auf den Donnerstag legen, während alle anderen Staaten den woanders sehen – im Übrigen auch europäische Staaten wie Irland, Frankreich, die Niederlande, Luxemberg und Schweden.

Was macht man also jetzt? Gehe ich nach dem, was mich wissenschaftlich überzeugt und was zufällig auch noch die weltweite Mehrheit der Muslime tun wird oder gehe ich nach dem, was die Mehrheit der deutschen Muslime tun wird – also meine direkte Nachbarschaft? Erschwerend kommt noch hinzu, dass mein Vater ziemlich schnell angekündigt hat, dass er morgen fasten wird, meine Mutter wahrscheinlich ebenso!

Ich habe eine Lösung: Morgen bin ich nicht da. Ich bin nicht hier. Ich bin auch nicht da. Morgen werde ich per Cut für eine kurze Weile verschwinden und dann erst am nächsten Tag auftauchen, als sei nichts gewesen. Ich könnte ja den angeblich letzten Ramadantag und angeblich ersten Festtag auch einfach verreisen und somit auf jeden Fall mein Fasten brechen. Ich könnte aber auch nicht fasten, aber den ganzen Tag nichts essen und nichts trinken?!!?

… ich bin frustriert.

Andere Beiträge:

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  4. Ramadan-Wochenblogs: Bedeutung des Ramadans
  5. Frohe Weihnachten!

Comments

  • By annett, 8. September 2010 @ 23:48

    danke, omar, geht mir absolut und überhaupt ganz genau so!!!!!!!
    ich werde jetzt dem klassenlehrer meiner kinder zum dritten mal bescheid geben, wann wir ramadanfest haben. er wird mich für völlig bescheuert halten….
    und mein sohn wird morgen früh aufwachen und sehr enttäuscht sein, weil er noch einen tag warten muss auf das fest!!!

    frustriert ist gar kein ausdruck!

  • By Alien59, 9. September 2010 @ 09:22

    Schade, dass der ECFR sich so verhält….
    Hier in Jordanien fasten wir heute noch – alhamdulillah. Ich war eher der Meinung, dass wir einen Tag zu früh angefangen hätten – laut moonsighting. Insofern bin ich über diese Entscheidung froh, und die allermeisten arabischen Staaten scheinen heute auch zu fasten.

    Hat jemand Infos aus Österreich? Die Pressearbeit der IGGiÖ ist so schlecht, dass ich mal wieder nix finde.

    Für alle: Eid mabruk!

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