Rabbatz um Raddatz
Samstag, 29. Oktober 2005, 16:36
oder
Der ewige Hass des Hans Peter Raddatz auf den Islam
Gastbeitrag von M. Belal El-Mogaddedi
Den Redakteuren des Magazins „Report“ ist es in ihrer Sendung vom 17.10.2005 wieder einmal gelungen am Beispiel des H.P. Raddatz einer breiten deutschen Öffentlichkeit eine Schreckgestalt vom gewaltbereiten Muslim und einem doktrinären Islam zu vermitteln.
Die Verantwortlichen für das Internetforum „MuslimMarkt“ lieferten mit ihrem Rückgriff auf die Anflehung Gottes zur Beilegung einer Auseinandersetzung (arabisch: „Mubahala“) den Verantwortlichen „Report“ - Redakteuren und Herrn Raddatz eine unglückliche Vorlage, so dass Herrn Raddatz nun der – von ihm langersehnte? - Opferstatus und die Verleihung des Heiligenscheines durch seine Sympathisanten als Verteidiger des Christentums und des Rechtsstaates gewiss ist.
Muslime beschäftigen sich immer wieder mit Kleingeistern vom Kaliber eines H.P. Raddatz und verschwenden ihre Zeit mit ihnen, obwohl eindeutig ist, dass diese die personifizierte Unbelehrbarkeit darstellen.
Auf Personen wie Herrn Raddatz einzugehen, ist von sinnloser Unproduktivität, da sich ihre vom Hass auf den Islam geprägte Arbeit in eine lange Historie von Aktivitäten einreiht, die versuchen Islam und Muslime zu diskreditieren und zu diffamieren.
Die unqualifizierte Form der Auseinandersetzung mit dem Islam begann mit der Verkündung des Islams und sie wird nicht mit einer „Mubahala“ der dafür verantwortlichen Personen enden.
In Afghanistan gibt es den Sinnspruch, dass das Geschlabber eines Kamels am Seeufer, die Qualität des Wassers nicht beeinträchtigt.
Die in diesem Bild liegende und zu etwas mehr Gelassenheit mahnende Sicht der Dinge wäre sicherlich der bessere Weg für den Umgang des „MuslimMarkt“ mit Herrn Raddatz gewesen. Der Provokateur, und nichts anderes ist Herr Raddatz, wird durch die bewusste Ignorierung seiner absurden Gedankenspiele am härtesten getroffen. Die intensive Auseinandersetzung mit den Thesen eines H. P. Raddatz räumen diesen eine Bedeutungsqualität ein, die sie nicht verdienen.
Dennoch darf zur Verteidigung der Verantwortlichen des „MuslimMarkt“ an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit dem Islam häufig von einer islamophobischen und verleumderischen Qualität ist, die in der Geschichte des Nachkriegsdeutschlands selten anzutreffen ist.
Vor nicht allzu langer hat der noch amtierende Innenminister Otto Schily im Bezug auf den Umgang mit Muslimen in Deutschland offenbar einen Diskussionsarameter mit diesen Worten vorgegeben: “Es muss aber erlaubt sein zu sagen, dass der muslimische Glaube eine Verirrung ist”.
Es stimmt nachdenklich, das die Beleidigung des Anderen Bestandteil des Dialog- und Diskussionsverständnisses eines anthroposophisch geprägten sozialdemokratischen Politikers sein kann. Ein derartiges, wohl nur auf den Islam und seine Anhänger beschränktes Verständnis von Gesprächskultur, schafft im Ergebnis Raum für die „Raddatze“ dieser Republik.
Der Islamophilie soll hier nicht das Wort geredet werden, aber der Vernunftbetonten, sachlichen Auseinandersetzung mit dem Islam im Interesse des Abbaus gegenseitiger Vorurteile.
Raddatz beleidigt, verleumdet, schürt und hetzt in seinen Büchern gegen Islam und Muslime. Vor diesem Hintergrund mutet es höchst erstaunlich an, dass H.P. Raddatz nun die Chuzpe besitzt, seine groteske Idee von einer aus seiner Sicht angeblich notwendigen „Lex Islam“ in die Öffentlichkeit zu tragen. Hier bemüht Raddatz wie so häufig das Argument, seine „Arbeit“ als integrationsfördernde Maßnahme im Interesse der Muslime in Deutschland anzusehen. Raddatz will sich aus seiner Sicht als Befreier der von einer „fundamentalistischen muslimischen Minderheit unterdrückten Mehrheit der Muslime in Deutschland“ verstanden wissen. Es ist aber allzu offenkundig, dass an seinem von Engstirnigkeit gezeichneten gedanklichen Unwesen keine programmatische Integrationsbestrebung erwachsen kann, den seine Vorstellung des muslimischen Lebens in der Bundesrepublik ist ohne Realitätsbezug. Muslime sind in Deutschland viel stärker um Integration bemüht, als es einem H.P. Raddatz und seinem Welt-und Deutschlandbild lieb sein kann.
Merkwürdig ist in diesem Zusammenhang, dass die „Islamismus“-Berichterstatterin der CDU/CSU im Innenausschuss des Deutschen Bundestages, Frau Kristina Köhler, die Muslime in Deutschland zu einer Distanzierung vom „MuslimMarkt“ aufruft und sich mit H. P. Raddatz solidarisiert. Sie spricht von der „Religionsfreiheit“ als „ein hohes Verfassungsgut“, die „aber wehrhaft sein“ muss und wirft den von ihr als „Islamisten“ titulierten Muslimen Missbrauch der Religionsfreiheit vor, „um die Freiheit anderer zu beschränken“.
Mit derartigen Meinungsäußerungen redet Frau Köhler christlichen Hasspredigern vom Schlag eines Herrn Raddatz das Wort. Sie spricht Muslimen die Inanspruchnahme der wehrhaften Religionsfreiheit, die gerade muslimischen Frauen mit Kopftuch abgesprochen wird, ab, und sie fordert Muslime offensichtlich dazu auf, der Verunstaltung ihrer Religion im Namen der Religionsfreiheit nichts entgegenzusetzen.
Der in diesem Zusammenhang eingebrachte Verweis von Frau Köhler auf den Mord an einer Deutschtürkin in Berlin ist genauso rätselhaft wie auch enthüllend; er ist Ausdruck einer argumentativen Verwurstungsmentalität von unterschiedlichsten Themen und Sachverhalten, wenn es um Muslime geht.
Ein derartiger Aufruf hinterlässt in letzter Konsequenz den Eindruck, dass die in der Verfassung verankerte Religionsfreiheit von den Vätern des Grundgesetzes als christliche Einbahnstrasse und Freibrief zur Verleumdung anderer religiöser Menschen im Namen der Meinungsfreiheit definiert worden sei.
Distanzierungsappelle machen tatsächlich nur dann Sinn, wenn alle gesellschaftlichen Kräfte von Extremisten gleich welcher Couleur Abstand nehmen, und den Weg zu einem gemeinsamen Diskurs in der gesellschaftlichen Mitte suchen.
In einer Auseinandersetzung mit H.P. Raddatz muss es berechtigt sein, auch nach seiner so oft zitierten islamkritischen Kompetenz zu fragen, da seine Art der Beschäftigung mit dem Islam jedweder Norm gesellschaftsverträglicher und konstruktiver Kritik widerspricht.
Der Wirtschaftler Raddatz hat nicht Islamologie studiert, und der beständige Verweis auf sein Studium der Orintalistik und seine angebliche Kenntnis der arabischen Sprache sind nicht Ausdruck interpretatorischer Kompetenz, sondern zeigen bei genauer Betrachtungsweise die augenfälligen Grenzen seiner Sachverständigkeit auf.
Raddatz versucht mittels seines in der Ökonomie erworbenen Wissens der Systemanalytik, dem bereits verschreckten Durchschnittseuropäer ein Zerrbild des Islam zu vermitteln, indem er mit schauderhaften und abscheulichen Stereotypen arbeitet.
An die Stelle der in der Wirtschaft für eine prognostische Aussage notwendigen statistischen Faktoren setzt er formelnhaft seine eklatanten Fehlurteile, um auf diese Weise Angstbilder und Schreckensvisionen vom Islam zu entwerfen.
Für ihn ist der Muslim, eine Person, die antijüdisch, antichristlich, friedensfeindlich und mörderisch ist, die in ihrer Gefahr für den Westen „verharmlost“ wird.
Dialog mit Muslimen bedeutet für ihn augenscheinlich ein Schimpfwort und ist gleichbedeutend mit Verrat am Christentum, darunter versteht der Ex-Protestant in erster Linie seine Auslegung des Katholizismus. Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, die Gleichsetzung arabischer Politik mit Islam, und regellose eigene Gedankenkonstrukte sollen dem wissenschaftlichen Begehren seiner Ausführungen Substanz verleihen.
Die pathologisch anmutende Konzentration des H.P. Raddatz auf die Sexualität des muslimischen Mannes zum Zwecke seiner Mutmaßungen über den Islam, kann für mit Projektionszuständen vertraute Psychoanalytiker eine wahre Fundgrube sein.
Sein Versuch eine Religion und eine Religionsgemeinschaft mittels einer Systemanalyse zu verstehen ist unehrlich, da sie ein bruchstückhaftes, herabgesetztes und demagogisches Negativ der praktischen und theoretischen Realität darstellt, mit dessen Hilfe er seine Vorurteile über Islam und Muslime einer breiten Öffentlichkeit nahe bringen will. Mittels eines in seinem Orientalistikstudium begründeten wissenschaftlichen Dunstes versucht er krampfhaft seinen Vorurteilen akademische Seriosität zu verleihen. Ein inakzeptables Trugbild!
Auch die im „Report“ Bericht von der Marburger Professorin für Religionsgeschichte und Semitistik U. Spuler-Stegemann geleistete Unterstützung – wie bei Raddatz glänzt auch hier das Studium der Islamologie durch Abwesenheit - für die Raddatzsche Interpretation in der „Mubahala“ einen Aufruf zum Mord zu sehen, stellt einen mühseligen Versuch dar, der Unhaltbarkeit seiner Ansichten eine wissenschaftliche Aura zu verleihen. Die ebenfalls im Bericht zum Tragen kommende Unterstützung von Professor Tilman Nagel für Raddatz überrascht. Als Islamwissenschaftler sollte er wissen, dass das Instrument der „Mubahala“ ein Mittel zur Vermeidung von Gewalt darstellt, weil mit ihr eine Eskalation verhindert, und die Entscheidung über Wahrheit und Unwahrheit einer höheren Instanz, in diesem Fall Gott, überlassen wird.
Inwieweit ein Orientalismusstudium, ein Studium der arabischen Sprache oder sogar ein Studium der Islamwissenschaft, Fähigkeiten der Interpretation der religiösen Quellen des Islam jenseits einer theologischen Qualifizierung vermittelt, sei dahingestellt. In der islamischen Wissenschaftstradition ist das Theologiestuium eine Minimalvorausssetzung für eine qualifizierte Interpretation religiöser Quellen, aber sie ist ohne zusätzliche fundierte Kenntnisse der Literatur, Philosophie, der Rechts-, Sozial- und Politikwissenschaften und Geschichte etc. etc. nicht möglich. (Mittlerweile hat sogar das BKA die Auffassung, dass es sich um bei der „Muslimmarkt“ Veröffentlichung um einen Mordaufruf handelt, verworfen.)
Möglicherweise ist es die Inanspruchnahme wissenschaftlicher Seriosität durch H.P.Raddatz und die wachsende Bereitschaft der Medien antimuslimischen Extremisten eine Plattform zur Verbreitung ihres Gedankengutes zu offerieren, die es dem „MuslimMarkt“ und auch anderen Muslimen so schwierig macht, den Hassprediger Raddatz und seinesgleichen dauerhaft zu ignorieren, zumal ihre Tiraden gegen Islam und Muslime sich zunehmend auf die politische Gestaltung des Umganges mit Muslimen und den rechtlichen Status von Muslimen auswirken.
Mitte des 19. Jahrhunderts hat schon einmal ein Deutscher versucht, einer breiten Öffentlichkeit, den Orient bzw. den Islam näher zu bringen. Für diesen Experten des Orients waren Perser von “kriechendem Wesen”, die Araber von “rauer Ehrlichkeit”, Griechen waren “falsch”, Armenier “sittenlos”, Kurden “raubsüchtig” und Türken “träge”. Dieser „Orientalist, der sein „Wissen“ aus Lexika, Atlanten, Reiseberichten, und Wörterbüchern bezog hieß Karl May. Mit seinem Orientbild hat er Generationen von Deutschen beeinflusst und kolonialen Bestrebungen seiner Zeit den Nährboden geliefert. Herr Raddatz leistet mit seinen fragwürdigen geistigen Ergüssen über den Islam einer hasserfüllten Vorurteils- und Verurteilungskultur über Muslime in diesem Land Vorschub.
Insbesondere für einen Deutschen muslimischen Glaubens aber auch für nichtdeutsche Muslime im allgemeinen, ist es befremdend und bedrückend zugleich, wie stark einerseits die medial vermittelte öffentliche Wahrnehmung vom Islam und von Muslimen durch extreme Ansichten geprägt und wie andereseits in der Folge die tatsächliche Religionsfreiheit eingeschränkt und der Intoleranz Tür und Tor geöffnet wird.
Zu dem von einigen wenigen, verirrten und fehlgeleiteten Muslimen und gegen zentrale Lehren des Islam verstoßenden betriebenen physischen Terrorismus gesellt sich eine Form der Auseinandersetzung, die durch Hassprediger vom Schlage des H.P. Raddatz betrieben wird, die durchaus als geistiger Terrorismus wahrgenommen werden darf.
Beide Phänomene unserer Gegenwart beruhen auf einer extrem oberflächlichen, unqualifizierten, nachlässigen und flüchtigen Auseinandersetzung mit den Quellen des Islams.
Im Interesse eines innergesellschaftlichen Friedens in Deutschland ist es notwendig, das Muslime die Verantwortlichen in der Politik auf Fehlentwicklungen in der Diskussionskultur hinweisen, allerdings muss dies auf eine andere Weise als es der „MuslimMarkt“ in diesem Fall getan hat, geschehen.
Die Initiative von „Islamische Zeitung“ und „Islam.de“ H.P. Raddatz zum Gespräch und zur direkten Diskussion einzuladen, ist ein richtiger Schritt, um die Demaskierung des Provokateurs Raddatz endgültig zu erreichen, damit der von ihm betriebene gesellschaftliche Spaltungsversuch zwischen Minderheit und Mehrheit auf der Basis der Religionszugehörigkeit nicht zum Tragen kommen kann.
Abschließend sei hier ein Verweis auf Sir Peter Ustinov erlaubt, der sich zeit seines Lebens mit dem Phänomen des Vorurteils auseinandergesetzt hat. Er hat folgendes festgestellt:
„Das Vorurteil ist nach Jahrhunderten im Untergrund als Maulwurf in unserer Mitte identifiziert worden. Es ist identifiziert worden als einer der großen Schurken in der Besetzungsliste der Geschichte.
Es ist verantwortlich für die Missverständnisse zwischen Nationen und Religionen, die anders sind als die eigene, genauso wie für die unkritische Lobpreisung der eigenen Religion und Nation.
Es benutzt die blanke Unkenntnis als Waffe.”
Gerade in Deutschland sollte diese weise Erkenntnis über die katastrophalen Auswirkungen einer auf Vorurteilen basierenden Auseinandersetzung mit Menschen anderen Glaubens zu mehr Nachdenklichkeit Anlass geben und als Aufruf zum respektvollen Umgang mit dem Anderen verstanden werden.
M. Belal El-Mogaddedi.
Kommentar von sascha
Made Montag, 7 of November , 2005 at 16:11
Ich habe am Wochenende dazu etwas, ein ähnlich gelagertes Problem, bei dem es auch um den MuslimMarkt geht, geschrieben. Findet sich hier: http://www.speexx.de/blog/2005/11/06/rechtshaber.html
Die islamophoben kleingeistigen Handlungen einiger gingen mir ziemlich auf die Nerven. Dies gipfelte darin, dass für eine neutrale Einstellung gleich die antisemitische Keule herausgeholt wurde.
Kommentar von Felix Staratschek
Made Dienstag, 22 of November , 2005 at 12:50
Guten Tag
“Es muß erlaubt sein zu sagen, das der muslimische Glaube eine Verirrung ist:” Das ist doch das Normalste auf der Welt und verdient keine Kritik. Jeder muß sagen dürfen, das er andere Religionen für eine Irrlehre hält. Schließlich steht im Koran, die Christen und Juden hätten die Schrift verfälscht! Gleiches Recht für alle! Was der Koran darf, dürfen auch Anhänger anderer Anschauungen äußern! Lesen Sie mal die Apostelgeschichte und vergleichen Sie déren Verhalten mit den Kriegen der angeblich rechtgeleiteten Kalifen. Da ich mich bemühe Jesus ernst zu nehmen und daran Glaube, das mit Jesus Gott unsere Welt besucht hat und unser Schicksal aktiv teilte, kann ich den Islam mit seiner Christentumkritik im Koran nur als Irrlehre betrachten. Im Rahmen der Religionsfreiheit kann jeder, der dies friedlich tut, dieser Irrlehre folgen. Aber mein Glaube verbietet mir, das ich die Muslime nicht ermahne, das Wirken Jesu nach dem Evangelium mit ihrem Stifter zu vergleichen. Die Welt sähe besser aus, wenn alle die ehrlichkeit und gerechtigkeit leben würden, die Jesus fordert und mehr Anteilnahme am Geschehen auf der Welt nähmen. Und eins ist klar: Ich möchte kein Dhimmi des islam werden! Vor der Religiösität viele Muslime habe ich Hochachtung, nicht jedoch vor der Lehre des Islam, die meinen Glauben als minderwertigen Irrlehre betrachtet. MfG. Fekix Staratschek
Beispiele für die Dreifaltigkeit:
ein Gott = Vater + Sohn + Heiliger Geist
die Sonne= Licht + Wärme + Anziehungskraft
eine Münze: Vorne + Hinten + Rand
die Menschheit= Vergangenheit + Gegenwart + Zukunft
ein Satz = Buchstaben + Wörter + Bedeutung
ein Mann = Vater + Onkel + Nachfahre
Kommentar von Omar Abo-Namous
Made Dienstag, 22 of November , 2005 at 22:12
Hallo Felix,
natürlich ist es normal, dass eine Religion die andere als Irrlehre darstellt. Eines möchte ich aber klarstellen: Der Islam erkennt sowohl das Christentum als auch das Judentum (zumindest) an; Der Vorwurf im Koran bezieht sich meiste darauf, wie Menschen mit der Botschaft umgegangen sind. Die Kritik, die also im Koran erwähnt wird ist eher so zu verstehen, dass Muslime nicht dieselben Fehler machen.
Was der Autor meinte geht aber in eine andere Richtung. ich zitiere:
Es stimmt nachdenklich, das die Beleidigung des Anderen Bestandteil des Dialog- und Diskussionsverständnisses eines anthroposophisch geprägten sozialdemokratischen Politikers sein kann. Ein derartiges, wohl nur auf den Islam und seine Anhänger beschränktes Verständnis von Gesprächskultur, schafft im Ergebnis Raum für die „Raddatze“ dieser Republik.
Offensichtlich geht es dem Autor um die Beleidigung, die in der Aussage mitschwingt. Wenn Herr Schily sagen würde, dass jeder den Islam kritisch hinterfragen dürfte, so wäre das ganz normal. Aber wenn nun Muslime in Deutschland beispielsweise sagen würden, das Christentum wäre Quatsch (ohne weitere Begründung), dann würde ihnen keiner diese Meineinungsfreiheit einräumen.
Was den Beweis der Dreifaltigkeit angeht:
die Sonne= sehr viele kleine Wasserstoffatome, die zu Helium verschmelzen. (dass als Resultat Energie in Form von Licht und “Wärme” abgegeben wird ist klar - und jede Masse zieht andere Massen an!)
eine Münze: Vorne + Hinten + rechte Seite + linke Seite; aber selbst damit hätte ich nicht beschrieben was die Münze eigentlich ist (Metallstück mit einer bestimmten Form).
die Menschheit= Vergangenheit + Gegenwart + Zukunft + Gestern + Morgen + zwei Tage davor (und wieder haben wir nicht beschrieben, was die “Menschheit” ist….)
ein Satz = Buchstaben + Wörter + Bedeutung + Syntax, Semantik, Grammatik, Inhalt …
ein Mann = Vater + Onkel + Nachfahre + Bruder + Ehemann + Enkel oder Opa …
Tut mir leid, aber die gedachte Drei in diesen Beispielen ist nur herbeikonstruiert.
Gruss, Omar Abo-Namous
Kommentar von Felix Johannes
Made Donnerstag, 8 of Dezember , 2005 at 12:28
Guten Tag!
es gibt keinen Beweis zur Dreifaltigkeit, weiter oben steht nur eine Veranschaulichung von etwas, was unsere Vorstellungskraft übersteigt.
Die Aussage “Und wenn Muslime sagen würde, das Christentum wäre Quatsch…..würde ihm keine Meiningsfreiheit eingeräumt”, kann so nicht stehen bleiben. Denn gerade das ist Meinungsfreiheit, das man sagen darf, was man meint. Über Grenzen muß man diskutieren, denn es gehört nicht zum guten Umgangston, etwas einfach schlecht zu reden. Schlechte Manieren darf man kritisieren, dank der Meinungsfreiheit!
Nur bewußtes Lügen über Fakten kann nicht als Meinung akzeptiert werden, sobald der Meinende von den Fakten Kenntnis haben könnte. Aber ein guter Umgangston ist keine gesetzliche Pflicht, allenfalls eine Pflicht im Rahmen der persönlichen Überzeigung.
Fehldarstellungen haben auch oft was gutes. Man kann zu solchen Themen bei den meisten Zeitungen mit Leserbriefen reagieren, so daß am Ende oft das Gegenteil von dem bewirkt wird, was der Fehldarsteller erreichen wollte. Meinungsfreiheit gilt für alle!
Solange man die anderen existieren läßt und wegen ihrer Auffassung nicht benachteiligt, darf man das sagen. Es gibt keinen Begründungszwang und es hindert mich nicht im Glauben, wenn mein Nachbar sagt “Christentum ist Quatsch”.
Zwischen Christentum und Islam könnte es eine Annäherung geben: Die hohen islamischen Gelehrten müßten erklären, das Mohammed nicht das Christentum allgemein meint, sondern christliche Sekten auf der arab. Halbinsel seiner Zeit. Weder glauben Chrsten, das der Sohn Gottes ein Ueled Allahs ist (sondern der ibn Gottes), noch glauben diese an eine Dreieinigkeit aus Gott, Jesus und Maria, noch gesellen die Christen Allah Wesen bei, da Gott eine Einigkeit ist, der man nichts beigesellen kann und sich in der Dreieinigkeit dem Menschen offenbart.
Und ich erwarte von allen Religionen, die hier die Meinungsfreiheit nutzen wollen ein klares mit Taten bezeugtes Bekenntnis zur Religionsfreiheit. Wie wäre es mit einer Kritik aller islamischen Gelehrten an Saudi Arabien, das den Ölarbeitern das praktizieren ihrer Religion verbietet?
Was ist mit Sure 9.29: “Bekämpft die Schriftbesitzer…. die nicht verbieten, was Allah und sein Gesandter verboten haben, …. bis sie ihren Tribut in Demut entrichten!”
MfG. Felix Johannes
