Warum “Labelmuslime” immer unglaubwürdig bleiben werden..
In ihrem neusten “islamischen Wort” titelt Hilal Sezgin “Liberal im Islam” und greift vornehmlich eine eher lange Debatte von vor ein paar Wochen in Facebook auf. Darin ging es u.A. um den von Lamya Kaddor versprochenen Verein “Liberaler Muslime”, der von einigen Muslimen – in der Diskussion – als vermarktungsstrategie bei gleichzeitiger politischer Disqualifizierung anderer Vereine kritisiert wurde. Ich habe einige Probleme mit dem Text von Hilal Sezgin, die ich gerne ob der fehlenden Zeit nur in Kürze darstellen möchte1.
Was ist Islam?
Ein zentraler Absatz des Artikels ist dieser hier:
Liberal, oder modern, oder reformerisch ist die Art des Islams, der ich anhänge, indem ich nicht glaube, dass es einen exakten Weg für alle gibt, der allein den richtigen Islam darstellt. Ich persönlich hänge nicht der Orthodoxie an, oder, korrekter: der Orthopraxie. Selbstverständlich denke ich, dass es ein Minimum an Grundüberzeugungen gibt, die den Islam ausmachen – so die beiden Inhalte der Schahada, auch die fünf Säulen. Aber schon bei der konkreten Umsetzung der fünf Säulen wird es kompliziert. Es gibt viele Muslime, die sich nicht exakt an die Tradition der fünf Säulen halten. Ich selbst gehöre dazu. Sind wir deswegen schlechte Muslime? Schlechtere? Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Eines möchte ich vorweg klären: Frau Sezgin macht einem die Diskussion über den Artikel dadurch schwer, dass sie sich zumindest teilweise persönlich darin beschreibt. Das versuche ich im Folgenden soweit wie möglich zu ignorieren, da ihre persönliche Glaubenspraxis nicht nur irrelevant, sondern für mich auch gar nicht zur Bewertung steht. Vielmehr geht es mir um die generalisierbaren Aspekte des Artikels.
Zunächst einmal: Das Wort “exakt” im “exakten Weg für alle” ist natürlich relativ! Das ist deshalb wichtig, da Frau Sezgin recht willkürlich die ‘fünf Säulen’ als Grundlage für den Islam benennt. Willkürlich ist dies, da sie nicht sagt, wie sie darauf kommt, dass die fünf Säulen Grundlagen des Islams seien. Jemand, der die fünf Säulen nicht als Grundlage sehen möchte, kann ja für sich sagen, es gäbe keinen “exakten Weg” und sein Weg beinhalte eben nicht diese Säulen. Wie kommt Frau Sezgin darauf, diesen Menschen aus dem Islam auszuschließen? Sie macht doch denselben Fehler, den Muslime machen, die etwa all diejenigen, die Alkohol trinken als Nichtmuslime ansehen.
In ihrer Relativierung der fünf Säulen steckt eine weitere Unlogik: die fünf Säulen seien “Grundüberzeugungen”. Dabei ist nur die erste Säule etwas, woran man glauben oder wovon man überzeugt sein kann. Zur Erklärung: Die fünf Säulen umfassen gemeinhin das Glaubensbekenntnis2, das Gebet3, die Zakat4, das Fasten des Monats Ramadan und die Pilgerfahrt. Bis auf die erste Säule handelt es sich also um rein praktische “Säulen”, also um Aufforderungen zum praktischen Handeln! Wie ist der von ihr gewählte Begriff “Grundüberzeugung” in diesem Zusammenhang zu verstehen?
Die Differenzierung zwischen der “Überzeugung” von einer Säule und ihrer praktischen Durchführung wird dann im Artikel von Frau Sezgin über die alltägliche Praxis “viele[r] Muslime” gerechtfertigt. Natürlich gibt es viele Muslime, die in ihrem Alltag nur wenig dieser Säulen tatsächlich anwenden, aber warum sollte sich dann die Definition des Islams dadurch ändern? Wenn sich jemand als Muslim bezeichnet und sagt, er glaube an die Existenz mehrerer Götter, ändert das am Monotheimus des Islams ja nichts, sondern stellt diesen Menschen zunächst vor das Problem der Konsolidierung seines Mehrgottglaubens mit den Quellen des Islams! Genauso muss es natürlich auch für die Handlungen der einzelnen Menschen gelten.
Was ist liberal?
Leider eröffnet die schwache Definition in diesem Hilal’schen Absatz weitere Ungereimtheiten. Die Grundfrage “was ist Islam” wird nicht beantwortet und anstelle dessen tritt ein persönliches (und zudem willkürliches und irrationales) Empfinden an die Stelle der Antwort. Dies findet sich in den nächsten Absätzen wieder:
Bei allem aber, was über die fünf Säulen hinausgeht, glaube ich nicht, dass Verhaltensvorschriften den Kern des Islams ausmachen.
Ich stimme dieser Aussage eigentlich zu. Der Kern des Islams ist tatsächlich durch die fünf Säulen beschrieben, wofür sich auch genügend Belege finden5. Belege dafür, dass natürlich auch vielmehr zum Islam gehört, was nicht unbedingt Kernbestandteil ist, finden sich allerdings ebenfalls. Frau Sezgin liefert hier keine Belege und der Leser ist genötigt, sich die Frage zu stellen “Warum eigentlich?”, was er im Laufe des Artikels oftmals tun muss.
Nun wäre das nicht so schlimm, solange sie ihren persönlichen Glauben – aus mir unergründlichem Antrieb – lediglich in die Öffentlichkeit tragen möchte. Sie fordert aber im “islamischen Wort”, dass “liberale Muslime” ernst genommen werden – und zwar explizit von anderen (etwa die von ihr genannten “traditionellen”?) Muslimen.
Ich fordere, dass sie nicht die Nase rümpfen angesichts des Islams, wie ich ihn sehe, und dass sie ihn nicht weniger ernst nehmen als den ihren. Wir sind unterschiedlicher Auffassung, und wir können darüber diskutieren.
Wie soll man ernsthaft diskutieren, wenn einer Rationalität in der Diskussion aus dem Weg gegangen wird, indem auf die Erfragung von Quellennachweisen keine handfesten Argumente geliefert werden können? Sich selbst als “liberal” bezeichnende Muslime (in der besagten Facebook-Diskussion) zeichneten sich leider bislang darin aus, dass sie rationalen Antworten gerne aus dem Weg zu gehen suchten. Insofern ist die Beschreibung, die Hilal Sezgin selbst gibt, nicht von ungefähr:
Die liberale Glaubensauffassung aber, um die es mir hier geht, besagt etwas anderes, nämlich: Manche Dinge sind nicht so wichtig, wie es – jetzt nehme ich das Wort doch in den Mund – traditionellere Muslime oft sehen. Fragen der privaten Lebensführung, der Familienform, der Sexualität gehören für mich einfach nicht zum spirituellen oder ethischen Kern einer modernen Religion.
Nun kann ich verstehen, wenn die teilweise penetrante und penible Fragerei nach Pflichten und Verboten einem auf die Nerven gehen kann und man sie für sich ablehnt. Aber man muss sich fragen, wer eigentlich (auch innerhalb der “Gruppe” der “liberalen Muslime”) den Rahmen für “wichtige” und “unwichtige” Fragen setzen sollte. Dass die Frage nach der privaten Lebensführung eines Räubers durchaus legitim ist (also die Feststellung, dass stehlen “haram” ist), wird wohl keiner abstreiten, obwohl dieser Sachverhalt in den fünf Säulen nicht explizit Erwähnung findet6. Aber wie sieht es mit der Frage nach der Familienform und Sexualität eines Familienvaters, der sich mit seinen Töchtern verheiraten lässt? Glauben “liberale”, dass der Islam dazu nichts sagt – ja, nichts sagen darf? Wie sieht es mit der Diskussion um Zinsen und Wirtschaften aus? Darf sich eine Religion anmaßen, dort Richtlinien zu haben? Ist es total undenkbar, dass Gott ein Maß an Gerechtigkeit anwendet, das wir mit unserem Verstand nicht unbedingt einzusehen imstande sein müssen?
Das grundsätzliche Problem ist doch, dass “liberale Muslime” letztlich ausschließlich ihrem eigenen Verstand folgen wollen und glauben, dass dadurch alles besser wird. Dass eine Frage “unwichtig” sei bedeutet oftmals, dass sie durch die jeweilige Person (nicht selten im Eigennutz) selbst beantwortet wird. Aber ist es nicht eher Gutdünken, was an den Tag gelegt wird, wenn es einer Basis entbehrt? Ist es nicht auch dieses Gutdünken, das einen bevormundenden Vater dazu bringt zu glauben, es sei seine Pflicht, seine Tochter (natürlich immer in ihrem Interesse!) zwangszuverheiraten? Es ist keine Religion, die ihm das sagt, er zieht auch selten eine Quelle dafür heran. Es ist sein Verstand! Dies ist die Willkür, die “liberale Muslime” letztlich so sehr gut heißen.
Quellen! Argumente! Argumente! Argumente!
Nun wird der Verstand im Koran oftmals angerufen und der Mensch wird aufgefordert, diese Gabe auch im Zusammenhang mit (religiösen) Erkenntnissen einzusetzen. Schon frühe Muslime hatten sich über das Wechselspiel zwischen Verstand und Quellen gestritten. Nur: Gänzlich ohne Quellennachweise hat kein argumentativer Interpret gearbeitet.
Wahrscheinlich kann man sich weitestgehend (auch mit “liberalen Muslimen”) auf die Zentralität des Korans als Quelle der Religion im Falle des Islams einigen. Die meisten “lieberalen”, die ich kenne, würden dagegen die Überlieferungen des Propheten zumindest in praktischer Anwendung ablehnen7. Das Problem ist nur, dass die fünf Säulen sich nur teilweise aus dem Koran ableiten lassen. An keiner8 Stelle besagt der Koran, dass es fünf Säulen gäbe. Allein durch ihre wiederholte Nennung – oftmals in Serie – lässt sich eine gewisse “Wichtigkeit” erahnen. Hauptsächlich findet sich dagegen die Nennung der fünf Säulen in Überlieferungen des Propheten Muhammad. Rationale Muslime der Vergangenheit haben diese Überlieferungen mehr oder minder sorgfältig aufbewahrt, was ihren Nachfolgern die Möglichkeit gab, diese Sorgfalt zu bewerten und damit die Authentizität der Überlieferung zu prüfen und die Überlieferungen damit zu klassifizieren.
Diese Arbeit ist keineswegs abgeschlossen und natürlich ist auch die Möglichkeit der (verschiedenen) Authentifizierung oder Interpretation bei weitem nicht ausgeschlossen, aber die dafür verbrauchte Zeit scheint vergeudet zu sein, schaut man sich die Argumentation liberaler Muslime an. Mit einem einfachen Hinweis auf den “spirituellen und ethischen Kern” des Islams scheint offensichtlich die Wichtigkeit einer Frage – und damit ihre Beantwortung – ausgewischt zu werden. Der Erfolg vieler Muslime, den Islam von Schamanen, Mittelsmännern und heiligen Geistern frei zu halten und dafür nachvollziehbaren Argumenten Vorrang zu geben, wird dadurch größtenteils relativiert, da nun jeder daherkommen kann und ein Ideal in vollkommener Unabhängigkeit von rationalen Argumenten predigen kann und dies als Islam verkaufen kann. Dieser kann im Gegensatz zu heutigen Fälschern argumentativ nicht angegriffen werden, da seine Argumente aus “dies ist zeitgemäß”, “ich glaube nicht, dass das halal/haram ist”, “die Frage ist unwichtig” oder im Höchstfall “diese Quelle erkenne ich nicht an”9 bestehen. Quellen? Argumente? Theologie? Dialektik? Rationalität? Fehlanzeige!
Label
Der Artikel scheint mir symptomatisch für Argumentationsstränge liberaler Muslime, wie ich sie bislang erlebt habe. Nach dem Motto, was nicht passt wird passend gemacht, werden nur die Zitate benutzt, mit denen man selbst einverstanden ist, alles andere ist halt “unwichtig”.
Frau Sezgin müsste sich etwa bei den zentralen ‘Grundüberzeugungen’ auf eine Prophetenüberlieferung berufen10, die zwar recht gut belegbar ist und durch Koranzitate gestützt wird, aber trotzdem natürlich nicht ganz an die Authentizität des Korans herankommt, in dem so einiges zu Homosexualität, familiären Beziehungen und vor allem sich in der Orthopraxie wiederfindenden Elementen zu finden ist. Welchen Maßstab wendet man also an, um der “Wichtigkeit” einer Frage auf den Grund zu gehen? Überlieferungen zu just diesen Themen stempelt sie gleichfalls als “unwichtig” ab, dadurch dass sie die Fragen zu diesen Themen als unwichtig bezeichnet.
Hilal Sezgin fragt sich, wie man einen solchen Verein noch nennen kann? Ich könnte “Irrationale Muslime” vorschlagen, aber das würde sich wohl keiner ans Bein binden. “Labelmuslim” ist mein Vorschlag – ich definiere mich rein über ein Label.
- Tut mir leid für die ungepflegten Argumentationsstränge. Der Artikel ist mehr wie ein Pilz gewachsen denn wie ein heimischer Baum, den ein guter Gärtner gepflegt und gehegt hat.[↩]
- was innerhalb des “Imans” bzw. der Glaubensinhalte weiter ausgeführt wird[↩]
- und zwar das täglich fünfmalige rituelle Gebet – nicht alle anderen Gebete, die man verrichten soll/darf/kann[↩]
- also die finanzielle soziale Abgabe, die ebenfalls eine Pflicht darstellt[↩]
- auf die Schnelle: Am bezeichnendsten ist die A’rabi-Überlieferung, in der der Prophet einem Beduin lediglich die fünf Säulen nennt und dies als den Islam bezeichnet, aber auch die Beschreibung, bei der der Engel Gabriel den Propheten ausfragt und dieser auf die Frage nach dem “Islam” die fünf Säulen nennt[↩]
- natürlich, meiner Meinung nach beinhält ein weitergehendes Verständnis der fünf Säulen, hier vor allem die Zakat, durchaus auch ein Verständnis von Eigentum und Rechten, aber dieses erweiterte Verständnis wird in anderen Zusammenhängen – wie etwa die Wichtigkeit von Reinheit im Zusammenhang mit Gebet oder Pilgerfahrt oder Sexualität im Zusammenhang mit dem Fasten etc. pp.. – von vielen “liberalen” abgelehnt[↩]
- oder als nicht wichtig erachtet. Im Falle der Frage nach der Bedeckung (im Deutschen spricht man ja nur vom Kopftuch) wird das so schön vereinfacht und teils dümmlich auf die Frage reduziert, wo denn im Koran das Wort ‘Kopftuch’ vorkäme..[↩]
- mir bekannten[↩]
- und zwar ohne eine Begründung[↩]
- wenn sie diese überhaupt belegen wollte[↩]
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Tweets that mention Too Much Cookies Network » Warum “Labelmuslime” immer unglaubwürdig bleiben werden.. -- Topsy.com — 12. Mai 2010 @ 15:40
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Liberal vs. Konservativ – Dokumentation | Serdargunes' Blog — 24. August 2011 @ 14:46
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By Peter, 14. Mai 2010 @ 22:14
Vielleicht gehört Frau Sezgin schlicht zu der Sorte Mensch, die zwar an Gott, jedoch nicht an den göttlichen Ursprung bestimmter Bücher glaubt? Von dieser Annahme ausgehend, erscheint ihre Position durchaus “rational”.
Und bei Ihrem naturwissenschaftlichen Verständnis, werter Autor, würde es mich nicht wundern, wenn Sie eine ähnliche “Liberalität” wie sie Frau Sezgin im Bezug auf moralische Aussagen des Islam an den Tag legt, auf naturwissenschaftlichen Gebiet “offenbaren”, um nicht in Konflikte zu geraten.
By Lyli, 15. Mai 2010 @ 11:44
Ihre privat-spirituellen Auffassungen bergen die große Gefahr, dem Islam seine politische, kollektivistische Agenda zu nehmen, sie reiht sich nicht ein. Daher ist sie in den Augen des Autors “unglaubwürdig”, sprich eine “munafiqa”.
By gibgasachi, 15. Mai 2010 @ 17:43
@Peter: Wäre nichts gegen einzuwenden, nur sollte sie dann nicht im Namen derjenigen sprechen, die an just diesen göttlichen Ursprung glauben. Das erscheint nämlich dann doch wieder etwas irrational.
By kübra, 16. Mai 2010 @ 21:37
schon gehört? http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/05/14/dlf_20100514_1840_9e9a40ed.mp3
By Omar, 16. Mai 2010 @ 22:03
@kübra: danke dafür. Hier das Manuskript: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1183484/
Mein kurzer Kommentar: Kritik an Moscheen/Moscheeverbänden wird mit “progressivem Denken” und im Anhang mit der Gründung des Vereins liberaler Muslime gleichgesetzt. Geschickt eingefädelt…
By Omar, 16. Mai 2010 @ 22:07
achja und @Peter: ich habe nicht ganz den Einwurf mit der Anwendung “liberaler Gedanken” auf Naturwissenschaft in Bezug auf meine Person im Zusammenhang von … naja, du kannst es gerne ein wenig weiter ausführen.
@Lylie: lesen, nachdenken, nachdenken, nachdenken, notfalls die Schritte wiederholen!
By Peter, 17. Mai 2010 @ 16:51
Nun, was ich damit sagen wollte: Wie man in verschieden Blog-Beiträgen (Mondlandung, Mekka – Mittelpunkt der Erde) von dir sehen kann, scheust du dich nicht, Glaubensbrüder zurechtzuweisen, wenn sie Unsinn verzapfen, um den Islam zu propagieren.
Ein weiterer solcher Fall wäre “The Qur’an and Modern Science – Compatible or Incompatible?” von Zakir Naik. In diesem “Meisterwerk” offenbart der Autor zwar sein wissenschaftlich Unkenntnis, tut dies aber immerhin auf koranischem Fundament. http://www.sunnahonline.com/ilm/quran/0020.htm
Ein anderes Beispiel wären die so unheimlich wissentschaftlich fundierten Ernährungstipps unseres Lieblingsprädigers Pierre Vogel: http://www.youtube.com/watch?v=SMQf-PEg1ng
Beide Beispiele verdeutlichen: ernst darf man den Koran in naturwissenschaftlichen Fragen nicht nehmen, sonst bliebt man auf dem Erkenntnisstand des 7. Jahrhunderts hängen. Da ist also etwas “liberale” Interpretation notwendig.
Und ich gehe davon aus, dass du als Maschinenbauingenieur, also als jemand der die wissenschaftlichen Fakten kennt, mir mit dieser Analyse Recht gibts. Aber vielleicht irre ich mich auch in dir, und du gehörst zu denen, die die Evolutionstheorie nur für eine westliche Verschwörung halten und der Meinung sind, dass Berge den Boden stabilisieren und dass es vernünftige bzw. wissenschaftlich fundierte Gründe gibt, expilizit nur auf Schweinefleisch zu verzichten.
By Serdar, 17. Mai 2010 @ 22:16
@Peter
Beide Beispiele verdeutlichen: ernst darf man den Koran in naturwissenschaftlichen Fragen nicht nehmen, sonst bliebt man auf dem Erkenntnisstand des 7. Jahrhunderts hängen. Da ist also etwas “liberale” Interpretation notwendig.
Dazu braucht man keine liberale Deutung. Denn die sogenannte “naturwissenschaftliche Exegese” ist eher ein modernes Phänomen und keins das aus dem “Mittelalter” kommt.
Allerdings hat es durchaus Phasen gegeben, in dem ein Konsens (Icma) in der Annahme das die Erde flach sei behauptet. Was zeigt, das die Mehrheit durchaus irren kann.
Aber ich es auch so der Koran ist kein Quelle für Naturwissenschaft, aber sie spielt durchaus auf die Natur an. Aber die haben mehr Hinweischarakter.
By Lyli, 17. Mai 2010 @ 22:43
@Peter
Diese basarmäßige “wissenschaftliche” Agitprop ist Apologetik, man versucht den wortwörtlich übernommenen Text aus dem beduinischen Umfeld des 7. Jahrhunderts mit rationalen Gründen von heute zu untermauern.
Bei dem Vogel kann man dabei auch sehr schön das Wesen des Fundamentalismus erkennen: Zum einen führt er irgendwas an, wie ungesund und schädlich usw. Schweinefleisch doch sei.
Aber eigentlich gehe es darum, dass es dort steht. Es ist bestimmt auch ungesund und furchtbar und so, aber das ist nur hinterhergeschobene Apologetik. Allah hat es befohlen und ihm folgen wir.
By Omar, 17. Mai 2010 @ 22:54
@Peter: ich verstehe jetzt glaube ich, was du meinst, allerdings hat das mit “liberaler” Interpretation nichts zu tun.
Ja, ich habe keine Probleme damit, Menschen (auch Muslime) zu kritisieren und ihnen ihren Unsinn im Spiegel zu zeigen (soweit ich dazu in der Lage bin). Genau das tu ich ja auch mit “liberalen Muslimen”.
Tatsache ist, dass der Unsinn der erzählt wird, um etwa die “Mittigkeit Mekkas” islamisch herzuleiten, genauso wenig quellenbasiert ist wie die Aussage etwa, dass der Islam nichts zur Sexualität oder zum familiären Leben sagt… Dass es zudem auch nicht wissenschaftlich herleitbar ist oder gar das Gegenteil beweisbar ist, kommt natürlich erhärtend hinzu.
By Tekays, 1. Oktober 2010 @ 21:13
Hehe, ich hatte die Überschrift so gelesen:
“Warum Labermuslime immer unglaubwürdiger werden”