Staub im Auge – Augen im Staub
Heute im Deutschlandfunk aufgeschnappt: Es ging um “intelligenten Staub” (auch hier: Partikel, die Dich im Auge haben). Dabei geht es um stecknadelgrosse(*) Chips, die die Fähigkeit haben, in einem losen Netzwerk zu kommunizieren und so unauffällig Informationen in Erfahrung zu bringen – vor allem im Kriegsfall .. vielleicht darüber hinaus?Im Fall, der geschildert wurde, ging es um einen Angriffskrieg, in dem diese kleinen Agenten – ausgestattet mit unterschiedlichen Sensoren – über feindliches Land abgeworfen werden können. Magnetsensoren können Panzerbewegungen nachvollziehen, Chemonasen können erspüren, ob Giftgase im Raum sind, damit die herannahenden Truppen ihre Gasmasken frühzeitig anziehen können.
Die Kommunikation unter den einzelnen Körnern ist besonders wichtig, wenn es darum geht, den Ort-Zeit-Zusammenhang festzustellen. Dadurch lässt sich nicht nur sagen, dass irgendwo Giftgas ist, sondern auch, in welche Richtung es sich ausbreitet.
Was nicht ganz klar wurde ist, wie die Informationen letztendlich zur Zentrale gelangen sollen. Ein Verfahren wurde zwar beschrieben (Die Staubpartikel sollen ihre Farbe bei bestimmten Chemikalien in der Luft ändern und mittels Laser lässt sich von weitem dann feststellen, ob Gistgas in der Luft ist), allerdings ist das nicht wirklich konsequent zuende gedacht.
Die kleinen intelligenten Staubkörner können nicht genügend Energie besitzen, um ihre Nachrichten bis an die Zentrale zu übermitteln; Wenn aber das Flugzeug, das die Partikel abwirft, eine “Strasse” damit bis zu den eigenen Truppen bauen kann, dann wäre durch die dezentrale Informationsstruktur solcher Agenten die Übermittlung der Nachrichten gesichert.
Staubkorn 34554 meldet, dass weiter vorn eine Hühnerfarm die Registrierung von Giftgas verhindert!
Was hat das nun alles mit uns zu tun? Deutschland wird wohl keinen Angriffskrieg führen – hoffen wir’s mal. Also müssten wir diese neue aufregende Technologie woanders gebrauchen können: Was ist, wenn wir ganze Städte mit diesem Staub berieseln könnten. Die einzelnen Körner setzen sich auf den unterschiedlichsten “Möglicherweise-Kriminellen” (manche nennen sie Bürger) ab und verfolgen sie den ganzen Tag. In Zusammenarbeit mit RFID-Etiketten, die Reisepass und unterschiedlichen Klamotten heften und fröhlich herausposaunen, wer der Wirt dieser Staubkörner ist und wie seine Kreditkartennummer ist (widerum unter Zuhilfenahme seiner Zahlungsregistrierung im Kaufhaus) kann recht schnell – ohne explizite (und damit sehr aufwendige) Beobachtung von Einzelpersonen – schlichtweg alles und jedes beobachtet und registriert werden..
Mich sollten Sie zum Innenminister machen .. der Gedanke macht mir schon Angst! Schöne neue vernetzte Welt!
Omar
(*) Wie der Journalist richtig feststellte, kann bei “stecknadelgross” nicht mehr von “Staub” die Rede sein, aber wer will schon “intelligente Stecknadelköpfe” erfunden haben??
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