Dr. Aydin Findikçi antwortet auf meine Kritik — nicht
- Dr. Aydin Findikçi antwortet auf meine Kritik — nicht
- Dr. Aydin Findikçi: Gegen jede Wissenschaft. Gefährliche Islamisten unter uns!
Vor zwei Tagen hatte ich Herrn Dr. Aydin Findikçi eine Email als Antwort auf seinen in der “Welt Online” veröffentlichten Gastbeitrag “Veraltete Koran-Auslegung bremst die Integration”. Gestern (6.1.2010) hatte er mir eine nette Antwortemail geschickt, die allerdings wenig mit meiner Kritik zu tun hatte. Hier ist sie unzensiert:
vielen herzlichen dank für ihre mühe bezüglich meines voh ihnen studierten beitrages. es ist schön zu erfahren, dass sie kein islamist sind. denn die islamisten gefärden den dialog, den weltfrieden und die integration der islamagehörigen in die pluralistischen gesellschaften. daher finde ich es gut dass sie sich von islamisten unh ihren scheria distanzieren. übgigens bin ich ursprünglich nicht aus einem arabischen land, und das ist auch gut so. die türkei ist das einzige land unter “islamischen gesellschaften”, in dem die islamangehörigen dank mustafa kemal atatürks revolotionen einigermassen ihre galuaben trotz islamisten praktizieren können. deutschland ist die gewolte heimat von Ismanangehörigen, in der sie ihre religion ausüben dürfen, und ich wehre mich nur gegen die islamisten, die unser grundgesetz für sich instrumentalisieren um den koran zu misbrauchen. dagegen werde ich weiterhin nicht schweigen. und ich finde es gut, dass ich in diesem kampf nicht alleine bin.immer mehr islamangehörigen distanzieren sich von islamisten. diese entwicklung macht mir mut, mich gegen die islamistischen gefahr zu stellen. es freut mich, dass sie mitdabei sind.
ich wünsche ihnen alles gute und allah möge ihnen bei ihren bemühungen helfen, um den richtigen weg zu finden.
beste grüße
aydin findikci
Ich wundere mich über einen solchen Umgang mit Kritik. Entweder er hat sie nicht verstanden oder er macht sich darüber lustig?? Jedenfalls antworte ich ihm:
Herr Findikci,
entweder Sie haben meine Email nicht gelesen oder nicht verstanden – oder aber ich verstehe eine gewisse Ironie nicht, die Sie mit Ihrer Antwort auszudrücken versuchten! In jedem Fall frage ich mich, wie ernst Sie Ihre Leser und sich selbst nehmen, wenn Sie so auf Kritik reagieren.
In Ihrer Antwort gehen Sie auf meine Kritikpunkte allesamt nicht ein.
Ich bitte Sie also noch einmal, meine Email zu lesen und mir möglichst zu antworten. Schließlich soll Ihr Gastbeitrag ja ernst gemeint sein und dementsprechend sollten Sie auch für eine Diskussion über die von mir angesprochenen Fehler doch zur Verfügung stehen. Im Sinne der Öffentlichkeit würde ich dann unsere Diskussion – vor Allem Ihre Antworten auf meine Einwände – gleichberechtigt auf meiner Internetseite veröffentlichen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ich habe natürlich viel an seiner Antwort auszusetzen. Nicht zuletzt auch die Formulierung “übgigens bin ich ursprünglich nicht aus einem arabischen land, und das ist auch gut so.” Dass er den authoritären und zuweilen diktatorischen Atatürk anscheinend verehrt, sagt das Übrige und steht im Widerspruch zu seiner Forderung an hinsichtlich der “Verinnerlichung der Demokratie”.
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Comments
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By gibgasachi, 7. Januar 2010 @ 16:44
Seltsame Antwort. Für eine Standardantwort, die er an jeden schickt, sind wohl zu viele Fehler drin.
Ich würde Dir übrigens empfehlen, dass Thema Atatürk auszusparen. Ansonsten setzt Du Dich stark der Gefahr aus, dass die Diskussion abgleitet. Mir juckts auch schon in den Fingern, was dazu zu schreiben, halte das aber in diesem Rahmen für wenig sinnvoll.
By zwiebel, 7. Januar 2010 @ 16:48
salam aleikum,
angesichts des beitrags (und der eklatanten rechtschreib-und ausdrucksfehler) tippe ich auf ersteres. er hat deine kritik nicht verstanden, vielleicht war ihm das auch zu anstrengend, darauf zu antworten.
hat er seinen gastbeitrag wirklich selbst verfasst??
seine antwort ist nicht gerade brilliant…… :(
salam
zwiebel
By Seroka, 7. Januar 2010 @ 18:47
Was ist das für eine abgefahrene Antwort. Da hätte er doch lieber überhaupt nicht antworten sollen.
Oder die Antwort ist gefaked? Ich hab mal gegoogelt, und da stand irgendwo, dass der typ ein lehrstuhl an der LMU hat. Ok, ok, ich weiß, Bildung schützt nicht vor….aber trotzdem schreibt man doch nicht so einen Stuss. Ich kann nur hoffen dass die Antwort gefaked war. Falls nciht dann tut mir der Man leid.
By Tekays, 7. Januar 2010 @ 23:03
aCh du maine Gühte.
“islamangehörigen dank mustafa kemal atatürks revolotionen einigermassen ihre galuaben trotz islamisten praktizieren können.”
die “Islamisten” hätten den “Islamangehörigen” das bestimmt erschwert?
By Sidi Foulan, 8. Januar 2010 @ 09:54
Es scheint zu stimmen! Kemalismus weicht das Hirn auf!
By yasar, 8. Januar 2010 @ 17:29
Ich hatte den Beitrag gestern aufgrund eines Link auf einer prominenten Anti-Islam Website gelesen und wollte Herr Findikci auch eine Email schreiben. Ich lasse aber davon ab nachdem ich diese Antwort gelesen habe und auch die Email von Omar inhaltlich überzeugend finde.
Herr Findikci ist – soweit ich googlen konnte – eine überzeugter Kemalist mit mehr oder eher weniger fundiertem Wissen über den Islam. Er ist ein typischer “Experte” der Sorte Ates, Cileli usw. die vermeintlich aus der muslmischen Community kommen und die Tatsachen kennen.
Als Türke distanziere ich mich von ihm und seinen Aussagen. Seine Fehler im Artikel sind schon gut aufgelistet – was mich weiterhin negativ irritiert ist eine neue Wort-Kreation von Herr Findikci “Islamangehörige”.
Was soll denn das heissen? Warum werden Begriffe bei uns Muslimen immer wieder falsch und zweckentfremdet genutzt? Zuerst war der Islamist ein Absolvent der Islamwissenschaften…jetzt ist es fast ein Schmipfwort. Dann gibt es die sogenannte Islamophobie und warum eigentlich nicht die Islam-Feindlichkeit oder Anti-Islamismus? Oder kann sich jemand vorstellen, dass es eine Christentumphobie oder eine Judaismusphobie gibt?
Und jetzt Islamangeöhrige!? Herr Findikci weiss genau, dass die Anhänger des Islam sich selbst Muslime nennen und in aller Welt so genannt werden. Dies alleine zeigt schon mit welchen falschen Absichten Herr Findikci agiert.
Nein – Danke, wir brauchen keine weiteren Islamverdreher!
By NDM, 8. Januar 2010 @ 21:45
Grundsätzlich würde ich nicht anhand der Rechtschreibung den Inhalt bewerten.
Zum Kemalismus, da schließe ich mich gibgasachi an. Das ist eine Riesen-Debatte für sich selbst, die IMO differenziert geführt werden sollte, und sehr weiten Raum einnehmen kann. Da gibt es sicher weit mehr als zwei Meinungen.
Ich möchte hier aber insbesondere auf yasar bezüglich der Begrifflichkeiten (Islamist, Islamophobie, usw.) eingehen:
Er schreibt ja in der Welt-Online. Die primäre Zielgruppe dieser Zeitung sind Konservative des christlichen oder “Heimatorientierten”(Nationalismus light) Milieus, demnach ist es nicht falsch, Begriffe in einer Weise zu benutzen, wie sie auch von Leuten verstanden werden, die nicht mit dem Islam aufgewachsen sind. Das ist nun einmal in der Deutschsprachigen Welt die Mehrheit:
Islamist = Person, die dem Islamismus anhängt
Islamismus = Wortkonstruktion aus “Islam” und “Extremismus” – Bezeichnet Leute wie Bin-Laden usw. – Wobei man hier darauf achten muss, dass dieser Extremismusbegriff unterschiedlich gedeutet werden kann. Sowohl im Sinne von “Fundamentalist” als auch im Sinne von “Terrorist” und einfach nur im Sinne von “für die Sache gewaltbereit/unversöhnlich” gedeutet wird. So verwende ich diesen Begriff grundsätzlich auch.
“Anti-Islamismus” -> sollte angesichts dessen, wie “Islamismus” also allgemein verstanden wird, eine Selbstverständlichkeit für alle sein. Das ist kein “Anti-Islam”-ismus, sondern ein “Gegen Extremismus” – besogen auf Bin-Laden et al.
“Islamophobie” -> ist generell ein umstrittener Begriff, das hatte auch schon das Zentrum für Antisemitismusforschun gezeigt, als es einen qualitativen Vergleich zwischen Islamfeindlichkeit und Antisemitismus vornahm. Islamhasser wehren sich zudem selbst massiv gegen diesen Begriff, weil “Phobie” eine unbegründete, irrationale Angst meine. Islamhasser halten ihren Hass ja tatsächlich für begründet und legitim. Für manche ist der Islamismus(den es ja wirklich gibt) ein Grund, aber dadurch, dass sie den Extremismus als “Kern” des Ialam darstellen, steigert sich ihre Ablehnung in eine pauschal Islamfeindliche Phobie hinein. Differenzierende Kritiker radikaler oder fundamentalistischer Auslegungen würden sich selbst nicht als Islam-”Hasser” oder Islam-”Feinde” bezeichnen, aber wohl auch nicht als “Islamkritiker”, da dieser Begriff von Islamhassern vereinnahmt wurde. Ich glaube eher, die meisten der sachlich orientierten Debattanten bezeichnen sich gar nicht in dieser Weise, sondern stellen ganz einfach ihre Kritik zur Diskussion. Das Zentrum für Antisemitismusforschung meinte, dass der Begriff “Islamfeindlichkeit” dem verbreitetsten Ressentiment am nächsten kommt. Ich für meinen Teil sehe in einigen Strömungen (PI usw.) eher einen Islamhass, also einen blanken Hass auf dem Islam und alles, was nach Islam aussieht. Das ist weniger mit Antisemitismus vergleichbar, sondern mehr mit dem alten Judenhass, also den Hass auf das Judentum(woraus sich der heutige weltweite Antisemitismus entwickelte). Dieser berief sich ebenfalls unter anderem auf Falschzuschreibungen(z.B. Jesusmord oder die “Protokolle der Weisen”) sowie Pauschalisierungen(z.B. “Hat einer falsch geschächtet, und das Tier gequält, waren es alle”).
mfg
NDM
By Taner Beklen, 10. Januar 2010 @ 23:51
Ich glaube er kennt die Antwort bereits. Zwischen Muslimen und Islamisten kann er nicht unterscheiden. Herr Findikci kennt die Wahrheit und weiß mit Sicherheit auch, dass du mit deiner guten Argumentation im Recht bist aber wie viele “Islamkritiker” auch schreiben sie solchen Unsinn um bei vielen im Mittelpunkt zu stehen, allen voran bei der Presse oder den Medien. Er oder Kelek wissen genau was unsere Medien hören wollen. Ja um sich dann immer ganz oben zu halten wird alles zu Wort gefasst oder ausformuliert.