Ist Luftsicherheit hauptsächlich eine Show?

Diese Frage stellt Bruce Schneier und seine Antwort sollte von Politikern auf der ganzen Welt aufmerksam gelesen werden. Das gilt u.A. auch bei der Frage nach den “Nackt-Scannern”, die wieder vermehrt eingefordert werden! Einige Punkte aus dem Artikel:

  1. Terroranschläge sind selten, weit seltener als viele Menschen glauben. Sie sind selten, da es nur wenige Menschen gibt, die einen Terroranschlag verüben möchten und weil die Ausführung eines solchen weit schwieriger ist, als es Fernsehsendungen1 erscheinen lassen.
  2. Die beste Verteidigung gegen Terroranschläge ist unsichtbar: Ermittlungen, Recherche und Notfallmaßnahmen. Aber selbst diese sind weniger effektiv als unsere sozialen und politischen Strategien, sowohl im Inland, als auch im Ausland.
  3. Die meisten Zeit implementieren Politiker “Sicherheitstheater”, das uns nur vorgaukelt, Sicherheit zu bieten, aber effektiv kein Mehr an Sicherheit bringt. Politiker erreichen mit dem “Sicherheitstheater” ein (notwendiges) Gefühl der Sicherheit bei der Bevölkerung. Dieses Gefühl der Sicherheit kann mit einer offensiven Zurschaustellung von Sicherheit der politischen Führung vermittelt werden.
  4. Terroristen sind Kriminelle und sollten als solche behandelt werden, inklusive des Zugangs zu rechtstaatlichen Prozessen. Es ist unmöglich, jeden öffentlichen Platz vor jeder Strategie eines jeden Terroristen zu schützen2. Die Polizei braucht keine immer weiter expandierenden und invasiven Befugnisse. Sie braucht vor allem politisch neutrale Finanzierung.

Und hier der Ausblick:

Today, we can project indomitability by rolling back all the fear-based post-9/11 security measures. Our leaders have lost credibility; getting it back requires a decrease in hyperbole. Ditch the invasive mass surveillance systems and new police state-like powers. Return airport security to pre-9/11 levels. Remove swagger from our foreign policies. Show the world that our legal system is up to the challenge of terrorism. Stop telling people to report all suspicious activity; it does little but make us suspicious of each other, increasing both fear and helplessness.

Counterterrorism is also hard, especially when we’re psychologically prone to muck it up. Since 9/11, we’ve embarked on strategies of defending specific targets against specific tactics, overreacting to every terrorist video, stoking fear, demonizing ethnic groups, and treating the terrorists as if they were legitimate military opponents who could actually destroy a country or a way of life — all of this plays into the hands of terrorists.

Heute können wir Unbezwinglichkeit demonstrieren, indem wir die furchtbasierten Sicherheitsmaßnahmen nach dem 11. September rückgängig machen. Unsere Führungskräfte haben ihre Glaubwürdigkeit verloren; diese wiederzubekommen erfordert eine Minderung der Übertreibung. Schmeißt die invasiven Massenüberwachungssysteme und die neuen Polizeistaats ähnlichen Vollmachten. Schraubt die Flughafensicherheit auf die Niveaus von vor dem 11. September. Beseitigt die Großtuerei von unserer Auslandspolitik. Zeigt der Welt, dass unser Rechtssystem der Herausforderung des Terrorismus gerecht wird. Hört auf Menschen zu sagen, dass sie alle verdächtigen Aktivitäten berichten sollen; es bringt wenig, macht uns aber misstrauisch einander gegenüber und erhöht sowohl die Angst als auch die Hilfslosigkeit.

Terrorismusabwehr ist schwierig, besonders da wir psychologisch geneigt sind, es zu versauen. Seit 11.September (2001) haben wir angefangen Strategien zu verfolgen, die den Schutz spezifischer Ziele vorsehen, während wir zu jedem Terroristenvideo überreagierten, Furcht schürten, ethnische Gruppen dämonisierten und die Terroristen so behandelten, als stellten sie seriöse militärische Gegner dar, die tatsächlich in der Lage wären, unseren Staat oder unsere Lebensordnung zerstören könnten — all das spielt den Terroristen in die Hände.

Den kompletten Artikel kann man auf CNN Opinions lesen.

  1. die Serie “24″ lässt grüßen[]
  2. genauso wenig, wie es möglich ist, Mord auszuschließen[]

Verwandte Beiträge

Comments

Noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Einen Kommentar schreiben