Der Freiheitsmarsch auf Gaza beginnt

Vor fast einem Jahr hat Israel den Gaza-Streifen angegriffen. Insgesamt wurden 1400 Palästinenser und 13 Israelis getötet. An die Asymmetrie der Opfer hat man sich bereits gewöhnt, nur mit der Brutalität und Schonungs- und Rücksichtslosigkeit des israelischen Militärs hat man nur wenig gerechnet. Heute sind israelische Offizielle natürlich willkommene Staatsgäste. Auch wenn ein britisches Gericht einen Haftbefehl gegen die frühere israelische Außenministerin Tzipi Livni ausgestellt hatte, die Politik des Landes hat schnell bekräftigt, dass es problemlos die Unabhängigkeit des Gerichts und der Rechtstaatlichkeit des eigenen Landes opfern würde, um Kriegsverbrecher zu schützen1. Medial spielen Palästinenser nur eine marginale Rolle Tatsächlich ist der Gaza-Streifen – und das Westjordanland – nur wenig interessant, solange Palästinenser in keinen allzu großen Zahlen sterben und sie sich nicht mittels Raketenangriffen zu “Wort” melden.

Die Lage im immer noch besetzten belagerten Gaza-Streifen ist allerdings weiterhin schlimm. Viele Menschen haben ihre Menschen haben neben ihren Verwandten auch ihre Häuser verloren und konnten bis heute nicht neue Häuser errichten. Ein großer Teil der Gazaer Infrastruktur müsste wieder neu aufgebaut werden, nachdem sie von dem israelischen Militär zerstört wurde. Dafür fehlen aber oftmals die Baumaterialien, die bislang nur tropfenweise hineingelassen werden. Die Versorgung mit Strom und Wasser ist nahezu kollabiert und so häufen sich immer mehr Krankheiten, die nicht auskuriert werden und für die es weiterhin nur wenige Medikamente und keine Instrumente zur Behandlung gibt.

Aus diesem Grund und als Gedenken an den Gazakrieg von vor etwa einem Jahr finden verschiedene Veranstaltungen unter dem Motto “Gaza Freedom March” auf der ganzen Welt statt. Damit wird auch dem tatsächlichen Freiheitsmarsch auf Gaza Solidarität bekundet. Dieser Marsch hat zum Ziel die Blockade um den Gaza-Streifen zu durchbrechen.

In Deutschland finden meines Wissens lediglich zwei Demonstrationen statt. Die eine ist in Hamburg und die andere in Düsseldorf und beide am 29. Dezember. Nähere Informationen habe ich leider nicht. Wenn aber wer eine weitere Veranstaltung in diesem Zusammenhang kennt, bitte kommentieren!

Noch eine Kleinigkeit: Im Deutschland Radio gab es heute morgen ein Interview mit dem Repräsentanten der Hilfsorganisation Medico-International Tsafrir Cohen, das sehr informativ ist2.

Gaza-Streifen schlittert ‘sehenden Auges in die Katastrophe’
Gaza-Streifen schlittert ‘sehenden Auges in die Katastrophe’

  1. das betrifft ja im Falle von Groß-Britannien bei weitem nicht nur israelische Offizielle[]
  2. auch wenn der Moderator Stefan Heinlein mit seiner städigen Frage, ob der Krieg Israels mit seinen 1400 Todesopfern als Erfolg gewertet werden könne, ziemlich naiv und nervig wirkt[]

Andere Beiträge:

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  2. ‘Business as usual’ in Gaza?
  3. Pax Christi: Sofortige Einstellung der israelischen Militärangriffe gegen Gaza
  4. Artikel zum Gaza-Krieg 07.01.2009
  5. Demonstration in Hannover gegen den Krieg in Gaza

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