Reaktionen: Schäuble als Finanzminister – Merkel antwortet nicht
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Rob Savelberg hat mir einige Links auf Artikel und Videos geschickt, die als Reaktion zu seiner Frage an die Bundeskanzlerin Angela Merkel erschienen sind. Inzwischen wurde das Video auf youtube mehr als 600.000 Mal aufgerufen, obwohl es daneben auch repliziert wurde. Diverse Videoantworten sind dort zu sehen, unter Anderem ein Radio-Interview bei M94.5:
Frontal 21 hat die Frage in einen größeren Zusammenhang gestellt und hat das Video “Toll! Diese Holländer” erstellt. Erst durch den Erfolg des Videos in youtube sind diverse Medien darauf gekommen, Herrn Savelberg zu interviewen. Das hat “Die Welt” getan, in der er ganz klar und unmissverständlich antwortet:
WELT ONLINE: Ist die Spendenaffäre nicht längst Geschichte?
Savelberg: Nein, das ist sie nicht. Der künftige Finanzminister ist für den Haushalt von 82 Millionen Deutschen verantwortlich. In der Spendenaffäre konnte er sich, dazu im deutschen Bundestag befragt, nicht direkt erinnern, von Karlheinz Schreiber eine Spende von 100.000 Mark erhalten zu haben. Er ist demnach nicht verlässlich. Schäuble ist keine saubere Person.
Spiegel Online begnügt sich damit, die Frage des Journalisten und die Nichtantwort Merkels wiederzugeben. Die taz stellt es unter “Video der Woche”:
Souverän war das nicht. Mit versteinerter Miene, wortkarg und strikt nach dem Sprechzettel hat sich Merkel aus der Affäre ziehen wollen – und damit erst zu einem unfreiwillig unterhaltsamen Video beigetragen. Auch dieses wurde auf Youtube bis Donnerstagmittag rund eine halbe Million mal angesehen und tausendfach bewertet.
Da fragt man sich natürlich schon, ob deutsche Journalisten wirklich den Sinn der Frage einzig im “unfreiwillig unterhaltsamen Video” der Woche sehen. Darf man denn nicht verlangen – ob dieses offensichtlich großen öffentlichen Interesses an einer ehrlichen Beantwortung der Frage von Rob Savelberg, dass auch deutsche Journalisten bei nachfolgenden Pressekonferenzen die Frage solange stellen, bis sich Merkel gezwungen sieht, sie zu beantworten?? Oder haben wir uns bereits daran gewöhnt, über die Dummheit der von uns gewählten Vertreter zu lachen und dann auf den nächsten Witz zu warten?
Zum Abschluss fasst die Netzzeitung einige Blogbeiträge zusammen und erinnert an ein Fiasko Helmut Kohls im niederländischen Fernsehen zu einer offensichtlich anderen Zeit:
Der Fernsehauftritt Helmut Kohls in den Niederlanden war ein beunruhigendes Politikum. Kohl ist einem Publikum begegnet, das ihn ungeniert mit Fragen traktierte, die in der Bundesrepublik tabuisiert sind: Berufsverbot, Nazi-Vergangenheit, atomarer Raketen-Ehrgeiz. Jedenfalls erkannten viele Zuschauer in dem Bild der Bundesrepublik, das aus diesen Fragen sprach, ihr Land nicht wieder. Kohl hat sich wacker geschlagen, aber er war dem Dialog nicht gewachsen. Doch zu Hause sahen viele in ihm den nationalen Märtyrer; nie hat der Oppositionsführer so viele Sympathiebriefe bekommen. Die Diskussion war ärgerlich, weil die Fragegruppe gewiß nicht repräsentativ für das politische Spektrum der Niederlande war. Linkslastigkeit mußte den Eindruck einer — den Holländern überlassenen — unfairen Regie erwecken, auch wenn man berücksichtigt, daß die kritische Distanz zur Bundesrepublik nirgendwo größer ist als in diesem Nachbarland.
Natürlich sollte man daran erinnern, dass es keineswegs um ein Wettbewerb “Niederländer gegen Deutsche” geht, sondern vielmehr um eine eigentlich als normal anzunehmende Disziplin von Journalisten, kritische und wichtige Fragen zu stellen. Diese sind nicht zur Unterhaltung da, auch wenn sie oder ihre Beantwortung belustigend wirken können. Sie sind dazu da, die Verantwortlichen in Bedrängnis zu bringen und eine sinnvolle Kontrolle auszuüben. Ich würde mir erhoffen, dass das wieder Normalität unter Journalisten wird.
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By Insider, 12. November 2009 @ 08:30
Der niederländische Journalist Rob Savelberg hat der Weltöffentlichkeit gezeigt, was couragierter Journalismus ist, er hat die Qualität einer Personalentscheidung hinterfragt, nicht schriftlich, nicht telefonisch, nicht indirekt mittels Kommentar, sondern direkt von Angesicht zu Angesicht öffentlich.
Die Bilder zeigen, was für einen scheinbaren Tabubruch Rob Savelberg damit offenbar in der Pressekonferenz in Berlin begagen haben muss, denn die in seiner Nähe sitzenden Journalistenkollegen zeigen durch Mimik und Gestik, wie unangenehm ihnen diese bohrende Frage in Richtung des Herr schäuble an die Merkel plötzlich wird. Die Bilder vermitteln den in den Köpfen dieser Leute plötzlich entstehende Konflikt, es eigentlich selbst gerne gefragt zu haben bzw. diese Art von Fragen werden in Deutschland schon längst nicht mehr gestellt, also auch nicht hier und heute. Aber es gäbe viele solcher Fragen zu stellen, doch so lange sie nicht gestellt sind öffentlich, braucht sie auch niemand zu beantworten.
Demokratie zerstört sich von innen. Deutschland ist das beste Beispiel dafür, denn die Personen, die seit 60 Jahren Amt und Macht auf Zeit übertragen bekommen haben vom deutschen Volk, haben ihr Amt sowie ihre damit verbundene Macht in der Regel zu ihrem persönlichen Wohl und dem Wohl ihrer Klicke ( Partei ) missbraucht und auf diese Weise das deutsche Volk systematisch betrogen und belogen.
Schäubles Vita ist interessant, war doch sein Vater im Dritten Reich Steuerberater und damit ein Priveligierter der nationalsozialistischen Finanzverwaltung, die maßgeblich den Holocaust betrieben hat. 1972 trat Schäuble selbst in den Dienst der baden-württembergischen Finanzverwaltung ein. Schäuble ist einer von denen schon immer gewesen, nun ist er endlich dort angekommen, wo er schon immer scheinbar seine Wurzeln hatte. Schäubel weiß, dass der deutsche Fiskus sich ausdrücklich grundgesetzfeindlich / -widrig in Deutschland seit 60 Jahren verhält, er hat es vorher nicht geändert, warum soll er es jetzt ändern?
So lange die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland sich nicht selbst endlich kundig macht was das gewählte Personal sowie diejenigen mit ihren Ämtern auf Zeit wirklich nur nach den Buchstaben des Grundgesetzes tun dürfen, werden diese Personengruppen machen was sie wollen zu ihrem eigenen ganz persönlichen Vorteil und zum Vorteil ihresgleichen.