CDU Kaltenweide. Politische Korrektheit, anyone?

HAZ: CDU distanziert sich von Seite

Der CDU-Stadtverband bezieht deutlich Stellung zu dem Internetauftritt, den bis vor Kurzem der Kaltenweider Ortsverband ins weltweite Netz gestellt hat, bis Seiten auf Drängen des CDU-Kreisverbandes gelöscht wurden.

Im gesamten Artikel findet sich kein Hinweis darauf, welche Seite eigentlich gemeint ist, zu der der CDU-Stadtverband Stellung bezog oder die nun aus der Linkliste herausgenommen wurde. Ein Blick in den google-cache der CDU Kaltenweide deckt einen Abgrund auf:

cdu-kaltenweide, Linkliste

cdu-kaltenweide, Linkliste

Links auf “Die Evangelikalen”, aber auch auf den Themenkomplex “Vorkriegsgeschichte” und “Vernichtungskrieg” fanden sich noch bis vor Kurzem auf der Linkliste. Die beiden letzten Seiten bieten eine – sagen wir mal – etwas andere geschichtliche Betrachtung der Zeit vor und während des zweiten Weltkriegs und liefern in starkem Maße Rechtfertigung für den Krieg aus deutscher Sicht. Aber da denkt sich die CDU wohl, dass die Zeit für solche “Tabubrüche” noch nicht gekommen ist?? Schließlich wird dort Hitlers Motivation eher darin gesehen, “vor allem die Danzig-Frage [zu] regeln, die wirtschaftliche Abschnürung Ostpreußens durch Polen mit Hilfe einer Autobahn durch den Korridor [zu] beenden und das Los der eine Million in Polen drangsalierten Deutschen [zu] mildern”. Dafür ist es noch echt zu früh für Deutschland, aber bald stehen wir wieder auf gleicher Stufe mit dem Rest der Staaten aus der Weltgemeinschaft, die ihre Kriege stets aus Gemeinnutz und für Frieden, Freiheit und Frauenemanzipation führen.

Nur als Anmerkung: Ich finde nichts falsch daran, dass man geschichtliche Debatten führt. Vor allem ist eine Analyse von Motiven stets nur relativ statisch. Ich habe aber ein Problem damit, wenn geschichtliche Vorkommnisse in einer Parallelgesellschaft diskutiert werden und vor allem von Leuten geführt oder rezipiert wird, die nationalistisch argumentieren möchten und dafür Argumente benötigen und in der Öffentlichkeit sich von Rechtsextremen distanzieren. Aus diesem Zusammenhang stammen Aussagen in Richtung der Humanität der deutschen Besatzung Namibias und der allgemein der Verharmlosung geschichtlicher Verbrechen. Dazu zähle ich im Übrigen – um dem drohenden Vorwurf den Wind aus den Segeln zu nehmen – die Behandlung des Völkermords in Armenien, die Kommunistenhatz in der McCarthy-Ära, die Vertreibung der Palästinenser aus dem heutigen Israel etc. pp.. Überall dort, wo Geschichte unterinformiert als Spielball nationalistischer Bestrebungen benutzt wird, um die eigene Nation zu verherrlichen, wird es gefährlich, da es für die Rechtfertigung zukünftiger Verbrechen als Schablone dienen kann.

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Comments

  • By Melantrys, 14. Oktober 2009 @ 00:25

    Nöja, also, ich würde mich dann schon eehr “Braunkohls” Kommentar von der HAZ-Seite anschließen:
    Nicht die Links entfernen, sondern die Mitglieder.

    Gibt Parteien, in denen der/die sich heimischer fühlen dürfte/n… *brech*

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  1. Völkische Volksparteien? « Die Rostige Laterne — 15. Oktober 2009 @ 09:25

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