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Burka-Verbot in Belgien

Samstag, 27. August 2005, 01:37

freace.de[1]: Meldungen der Nachrichtenagenturen APA und dpa vom Donnerstag zufolge ist eine Muslima in der belgischen Gemeinde Maaseik zur Zahlung einer Geldbuße von 125 Euro verurteilt worden.

Die Frau hatte in der Öffentlichkeit eine Burka - ein islamisches Frauengewand, das den Körper vollständig verhüllt - getragen. Damit verstieß sie gegen eine dort erst kürzlich erlassene Vorschrift, der zufolge Menschen in der Öffentlichkeit “jederzeit identifizierbar” sein müssen. Dies ist das erste Mal in Belgien, daß tatsächlich eine Strafe wegen des Tragens einer Burka durchgesetzt wird. Gegen vier weitere Frauen, die ebenfalls in der Öffentlichkeit Burkas trugen, wurde ebenfalls Anzeige erstattet, deren Verfahren sind aber noch nicht abgeschlossen. Da für Muslimas mit der entsprechenden Glaubensrichtung das Tragen der Burka aufgrund ihrer Religion letztlich praktisch nur in der Öffentlichkeit geboten ist, kommt dieses Verbot einem vollständigen Verbot gleich.

Da sich die Frauen aufgrund ihres Glaubens kaum in der Lage sehen werden, ohne Burka das Haus zu verlassen - dies wäre für sie so, als würde eine Nonne gezwungen, sich in BH und String-Tanga in der Öffentlichkeit zu zeigen - kommt dies einem lebenslangen Hausarrest gleich.

Da kaum anzunehmen ist, daß dieses “Vermummungsverbot” derart konsequent angewandt werden wird, daß in Belgien in Zukunft mit steigenden Zahlen bei den Verkehrstoten aufgrund fehlender Sturzhelme und in der Weihnachtszeit mit zahllosen Verfahren gegen Männer, die sich durch rote Kapuzen und lange, weiße Vollbärte unkenntlich machen, gerechnet werden muß, richtet sich diese Vorschrift ganz offensichtlich nur gegen Muslimas.

Dies ist zweifellos ein weiteres Mal eine Verletzung des Menschenrechts auf freie Ausübung der Religion, weiterer Menschenrechte wie der Bewegungsfreiheit als auch eine eklatante Ungleichbehandlung aufgrund religiöser Merkmale.
[1] Burka-Verbot in Belgien - Keine Gleichheit vor dem Gesetz

5 Kommentare

Kommentar von ike

Made Sonntag, 11 of Dezember , 2005 at 13:29

Hi!

Anderseits stellt sich mir insbesondere bei der Burka die Frage, inwieweit dies wirklich eine von Frauen freiwillig getragene Kleidung darstellt.

Natürlich kann man mit den Augen eines westlich erzogenen Menschen das nicht wirklich nachvollziehen, aber für mich wirkt die Burka eher wie ein mobiles Gefängnis, denn wie Kleidung.

Kopftücher und viele andere muslimische Kleidungsstücke (Mäntel, etc.) kann man wirklich als traditionelle Kleidung bezeichnen. Aber eine Kleidung, die alles verdeckt? Ich muss in Zusammenhang mit der Burka immer an Afghanistan denken, an die Berichte, die über das damalige religiöse Regime gezeigt wurden. Laut dieser Berichte wurden die meisten Frauen eher mit Zwang zum Tragen der Burka gebracht.

Michael

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Sonntag, 11 of Dezember , 2005 at 14:30

Hallo,

Was ich weiss ist, dass es sehr wohl Frauen gibt, die das gerne tragen - ohne gezwungen zu werden. Frag mich nicht, aus welchem Grund, das bleibt (für mich) ihr Geheimnis. Die Tochter eines guten Freundes war mal so weit gegangen, die Tochter des lokalen Imams zu beten, dass der Vater der Freundin mit ihrem Vater spricht, damit dieser ihr erlaubt, eine Burka zu tragen. Der Imam (!) hatte abgelehnt, seine Tochter fand das übrigens kein so komische Anfrage, auch wenn sie selber keine Burka tragen (wollte).

Für mich ist ein Verbot des Tragens eines Kleidungsstück genauso wie die Pflicht, eins zu tragen. Wenn das auch noch staatlich verordnet wird, dann ist das (in meinen Augen) eine Verletzung der Menschenrechte. Dass Taliban-Afghanistan eine solche Verletzung nichts ausmachte, sollte klar sein, aber Europa??

Gruss, Omar Abo-Namous

Kommentar von Ike

Made Sonntag, 11 of Dezember , 2005 at 15:11

Hi!

Dass es tatsächlich Frauen gibt, die dies nicht nur freiwillig tragen, sondern dies sogar praktisch erflehen, verwundert mich in der Tat. Ich bin bislang davon ausgegangen, dass eher der familiäre Druck die Frauen in eine gewisse Zwangssituation bringen würde.

Ich kenne halt bislang über Bekannte und Verwandte nur anderslautende Erzählungen. Zum Beispiel über kurdische Mädchen, die zwar schon die Tradition in Bezug auf Hochzeiten befolgen, andererseits das Ganze aber kritisch betrachten und auch nach der Hochzeit weiter arbeiten möchten.

Deswegen ist es wohl typisch europäisch zu denken, dass Personen die hier leben und häufig auch geboren sind, zumindest zum Teil das vorherrschende Gedankengut und die Verhaltensweisen annehmen. ;-)

Michael

Kommentar von Omar Abo-Namous

Made Sonntag, 11 of Dezember , 2005 at 22:18

Hi,

“Dass es tatsächlich Frauen gibt, die dies nicht nur freiwillig tragen, sondern dies sogar praktisch erflehen, verwundert mich in der Tat. Ich bin bislang davon ausgegangen, dass eher der familiäre Druck die Frauen in eine gewisse Zwangssituation bringen würde.”
Und das ist gut möglich, dass es “oft” der Fall ist, allerdings schliesst das eben nicht aus, dass es durchaus Frauen gibt, die aus selbstständiger Überzeugung eine Burka tragen.

Man macht sich das Leben zu einfach, wenn man annimmt, dass Kleider Menschen bezwingen würden. Es sind meist andere Menschen (und oftmals der Staat), die einen Menschen bezwingen.

Gruss, Omar Abo-Namous

Kommentar von ahmad

Made Samstag, 25 of November , 2006 at 12:55

salam und hi,

immer wird der kopftuch oder die ganzkörperverhüllung (Burka) damit im zusammenhang gebracht das frauen von ihren männern, väter, oder sonstige angehörge gezwungen werden es zu tragen. Das ist FALSCH !!! es hört sich so an als ob alle muslemischen frauen kein spass haben und immer gezwungen werden irgendetwas zu machen. nach dem motto der man ist etwas wert die frau nicht. bei mir gibt es in der familie viele die freiwilig kopftuch tragen. um islam ist man und frau gleichberechtigt. stellen sie sich vor in der schule schreibt zB jasmin und ahmad ein test. der test hat insgesamt 100 punkte yasmin hat in der ersten aufgabe 10 punkte ahmad 0 und in der anderen hat ahmad 10 und jasmin 0. im islam dürfen zb mäner kein gold oder seide tragen sie müssen ein bart lassen. wieo beschwärt sich hier niemand?? es wird durch den medien immer nur in eine richtung gezeigt und immer wird etwas verschwiegen. islam ist eine friedliche religion und leitet allen menschen in die richtige richtung und frauen werden definitif nicht benachteiligt. es sind meistens die kultur und nicht die religion die etwas falsch darlegt

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