Das Internet-Manifest

Fünfzehn Journalisten haben siebzehn Thesen zum Funktionieren von Journalismus im Medium Internet veröffentlicht. Hier sind sie zusammengefasst:

  1. Das Internet ist anders.
  2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
  3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
  4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
  5. Das Internet ist der Sieg der Information.
  6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
  7. Das Netz verlangt Vernetzung.
  8. Links lohnen, Zitate zieren.
  9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs.
  10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
  11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
  12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.
  13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
  14. Das Internet kennt viele Währungen.
  15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.
  16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
  17. Alle für alle.

Jetzt, wo ich mehr drüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich einigen Aussagen – die sehr optimisitisch auf das Internet schauen – nicht ganz zustimmen würde. Zunächst würde ich natürlich Aussage 6 nicht ganz zustimmen. Das Internet verändert den Journalismus bestimmt (hat schon), aber ob es unbedingt zum Besseren ist, wage ich zu bezweifeln.

Der Punkt 11 “Mehr ist mehr” ignoriert, dass Massenkommunikation (twitter als Paradebeispiel) nicht unbedingt die Realität besser wiedergeben als Massenmedien, die zentral gesteuert sind. Schließlich funktioniert das Ausblenden von Nachrichten auch weiterhin – auch mit Internet. Am einfachsten ist es, mittels der kostenlosen – weil digital – Vortäuschung von Popularität für ein anderes Thema, um ein bestimmtes Thema von den “charts”1 und somit auch von der allgemeinen Wahrnehmung zu verdrängen. Das schließt auch den Punkt 5 mit ein, der von einer idealen Wahlmöglichkeit des Nutzers ausgeht, die tatsächlich nur eingeschränkt vorzufinden ist.

Auch der kritische Umgang mit Links als Bewertungskriterium (Punkte 7 und 8) ist nicht gerade sinnvoll. Auch eine Verlinkung kann man gezielt vortäuschen. Kosten- und aufwandsgünstige Methoden haben wir in der Vergangenheit gesehen (z.B. Linkfarms) und werden sie in der Zukunft wohl auch immer wieder sehen.

Naja, als Diskussionsansatz ist das Dokument aber allemal wichtig.

  1. für twittler: das ist diese Seitenleiste, in der “trending topics” aufgelistet werden[]

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