Ein etwas anderes Dankschreiben

In einigen Muslimischen Ländern gibt es die Tradition, sich vierzig Tage nach dem Tod eines Menschen zu einer Gedenkfeier an den Verstorbenen einzufinden, um die Trauerzeit für die Hinterbliebenen abzuschliessen. Dieser Ritus stellt keine rein Islamische Tradition dar; doch dient er der Trauerarbeit, schafft er doch Raum für ein stilles Gebet und Reflektion über den Sinn des menschlichen Lebens und des Todes.

Der Ritus des “Arbain”, das arabische Wort für die Zahl Vierzig, schafft auch Raum dafür, dass die Hinterbliebenen denjenigen ihren Dank aussprechen können, die sie in der schweren Zeit unterstützt und Beistand geleistet haben.

Der Verfasser dieses Schreibens ist kein Angehöriger der Familie Marwa El-Sherbinis und ihres Ehemannes Elwi El-Okaz.

Doch der hasserfüllte, grausame und offensichtlich geplante Mord an Frau El-Sherbini in einem deutschen Gerichtssaal besitzt eine gesellschaftliche Komponente und politische Tragweite, der familiäre Grenzziehungen zumindest temporär aussetzt.

Diesem Gedankengang folgend ist dieses Dankschreiben entworfen worden, denn der Mord in einem Dresdener Gerichtssaal, dem eine junge muslimische Frau zum Opfer gefallen ist, ist nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel in Deutschland eingeschlagen; er ist nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum entstanden. Dieses Verbrechen ist das Resultat eines wachsenden Ressentiments gegenüber von Muslimen in diesem Land, das in den unterschiedlichsten Ausprägungen Teil des alltäglichen Lebens geworden ist.

Um die Schaffung dieser Atmosphäre haben sich viele verdient gemacht, die jahrelang jedes noch so dümmliche Vorurteil, jede noch so bösartige Verleumdung und jede noch so ungeprüfte Fehlinformation gegen Muslime und Islam in der breiten Öffentlicheit kolportiert, produziert und transportiert haben.

Weise Menschen wissen, dass “das Wort zu missbrauchen, heißt, die Menschen zu verachten”, und “dass Worte wie winzige Arsendosen sein können. Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun – und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da”.

Deshalb darf ein besonderer Dank an den ehemaligen Bundesinnenminister Herrn Otto Schily gerichtet werden, der in seiner ministeriellen Eigenschaft gefordert hat, dass es erlaubt sein müsse, “zu sagen, dass der muslimische Glaube eine Verirrung ist”. Dabei lässt Herr Schily allerdings bis heute offen, ob er seinen kritischen Toleranzparameter auch auf das Judentum, das Christentum oder andere Religionen ausdehnen würde, oder ob diese Aussage nur spezifisch auf den Islam angewendet werden darf!

Auch der heutigen Bundesbildungsministerin und früheren baden-württemberigischen Landesministerin für Kultur, Jugend und Sport Frau Annette Schavan muss an dieser Stelle dafür gedankt werden, dass sie keine Gelegenheit ausgelassen hat, die Kopfbedeckung einer Muslima als ein “Zeichen für kulturelle, für zivilisatorische Abgrenzung” zu diffamieren und dieser “zwangsläufig auch eine desintegrierende Wirkung” zuzuschreiben.

Gedankt sei auch dem ehemaligen Bundestagsmitglied der CDU Herrn Frank Hohmann, der muslimischen Frauen “Selbstzerstörung” und “beispiellose Härte” gepaart mit “Intoleranz” vorwirft, wenn diese in einem demokratischen Rechtsstaat den selbstverständlichen Rechtsweg beschreiten, um den Respekt der im Grundgesetz verbrieften Grundrechte dieser Republik auch für sich einzufordern.

Man kann nicht Herrn Hohmann erwähnen ohne gleichzeitig dem EKD-Vorsitzenden Herrn Bischof Huber an dieser Stelle dafür zu danken, dass er hochqualifizierten Muslimas Maßlosigkeit unterstellt, denn so Herr Huber “Schon das Gebot der Mäßigung muss eine Muslimin, die Staatsbeamtin werden will, davon abhalten, dass sie auf dem Tragen des Kopftuchs beharrt.”

Auch sei ihm für sein sehr spezifisches Rechtsverständinis gedankt, dass das Kopftuch zum Kampfinstrument gemacht worden sei durch diejenigen, «die diese Fragen durch alle Instanzen unserer Rechtsprechung gepeitscht haben”.

Nicht unerwähnt bleiben darf die familienpolitische Sprecherin der Grünen Frau Ekin Deligöz, die die Muslimas dieses Landes mit den folgenden Worten geradezu anherrschte:

“Kommt im Heute an, kommt in Deutschland an. Ihr lebt hier, also legt das Kopftuch ab! Zeigt, dass Ihr die gleichen Bürger- und Menschenrechte habt wie die Männer!

Seit wann ist die Abnahme des Kopftuches Voraussetzung für Gleichberechtigung und Inanspruchnahme von Rechten? Stehen diese Rechte nicht allen Menschen in diesem Land zu, ohne Berücksichtigung der Kopfbedeckung?

Frau Deligöz, warum knüpfen Sie die Ankunft im heutigen Deutschland an die Ablage des Kopftuches? Warum respektieren Sie nicht die Entscheidung der Muslimas, die ihre Kopfbedeckung als Ausdruck Ihrer religiösen Überzeugung tragen? Mit Ihren plakativ, dümmlich formulierten und intellektuell unausgegorenen Forderungen machen sie Muslimas in Deutschland das Leben schwer, weil Sie damit Vorurteile und nicht-muslimische Hassprediger bedienen. Sie haben geäußert, ein „Sprachrohr“ für muslimische Frauen sein zu wollen, nach Dresden sollten doch auch Sie endlich erkennen, dass Ihre „Initiative“ nur ein weiterer Rohrkrepierer ist, der dem konstruktiven innergesellschaftlichen Dialog zuwider läuft.

Ein spezielles Dankeschön muss man auch dem ehemaligen Vorsitzenden der CSU Herrn Edmund Stoiber aussprechen, der in unauflässlicher Weise durch die Bierzelte dieser Republik tingelt und hetzerische Angstszenarien mit dumpfen Parolen wie “Deutschland und Europa sind von christlichabendländischen Werten geprägt, nicht von Dschihad und Scharia!“ und “Wir jedenfalls lassen unsere Grundrechte und Grundwerte nicht mit dem Verweis auf Koran und Scharia außer Kraft setzen.” pinselt. Danke für diese klaren Werte und diesen klaren Kurs Ihrer politischen Arbeit und Ihrer Partei!

Selbstverständlich könnte man hier die Liste um die Namen anderer Politiker wie z.B. der ehemaligen Bundestagspräsidentin Antje Vollmer, dem innenpolitischen Sprecher der SPD Dieter Wiefelspütz, dem hessichen Ministerpräsidenten Roland Koch oder dem untergegangenen CSU-Star Günther Beckstein erweitern, die sich in ihrer Wortwahl beim Thema Kopftuch, Muslime und Islam nicht durch Sachkenntnis und Nüchternheit ausgezeichnet haben. Ihnen allen sei dafür gedankt, dass es ihnen gelungen ist das Kopftuch zu einem Gefahrensymbol zu stilisieren, auf dass jeder sein Muslimspezifisches Vorurteil projizieren kann.

Doch auch jenseits der politischen Flure dieser Republik gibt es Menschen, denen man nach Dresden danken darf.

Der Journalistin und Publizistin Frau Alice Schwarzer gebührt ein spezieller Dank für ihre Ansichten über Islam und Muslime, die im folgenden Satz einen vorläufigen Höhepunkt finden: ” Das Kopftuch ist die Flagge des Islamismus. Das Kopftuch ist das Zeichen, das die Frauen zu den anderen, zu Menschen zweiter Klasse macht. Als Symbol ist es eine Art ›Branding‹, vergleichbar mit dem Judenstern.”

Danke Frau Schwarzer für diese wunderbare Analogie, die Sie zwischen Islam und dem menschenverachtenden Nationalsozialismus, der in Ihrer deutschen Geschichte wurzelt, herstellen. Danke auch dafür, dass Sie im Zusammenhang mit dem Kopftuch von einem “grassieren” sprechen, als ob es sich um eine Krankheit handele, die man mit allen Mitteln ausmerzen müsse.

Auch der Soziologin Frau Necla Kelek muss gedankt werden, die ihre begrenzten privaten, familiären und armseligen Erfahrungen mit Muslimen als die “Islamische Leitkultur” definiert.

Frau Kelek unterstellt, dass der Islam ein Integrationshindernis sei, da “mehr als fünfzig Prozent der Muslime nicht integrationswillig sind”, dass der Islam totalitär sei, da er das “Ich, konsequent austreibe” dass Islam und Demokratie nicht vereinbar seien, da sie sich nicht vorstellen könne, dass “auf dem Teppich in der Moschee Demokratie entstehen kann”, und dass das Kopftuch für sie eine “Körperverletzung” darstelle.

Danke Frau Kelek für Ihren oberflächlichen Umgang mit dem Islam, den Sie einer breiten Öffentlichkeit als seriöse wissenschaftliche Arbeit darbieten. Letztendlich betreiben Sie populistische, intellektuell verbrämte Diffamierung und Ihre Platitüden entmenschlichen Muslime.

Vielleicht veranlasst Sie der Mord an Frau El-Sherbini Ihre bedenklichen Schlussfolgerungen noch einmal zu überdenken, denn gerade Aussagen wie die von Ihnen getätigten, führen tatsächlich zu fatalen Körperverletzungen!

Gedankt sei auch den Ulfkottes, Broders, Giordanos, Ahadis, den Raddatzen und anderen geistigen Terroristen, aber auch ihren Mitstreitern auf den Webseiten “Achse der Guten”, “Politically Incorrect” und “Die Grüne Pest”, die ihren niederträchtigen Rassismus mit vermeintlicher Religionskritik zu tarnen suchen. Danke dafür, dass Sie jeden, der den repektvollen und konstruktiven Dialog mit Muslimen sucht und in vielfältigster Form findet, des Einknickens und der Kapitulation bezichtigen, und das Wort “Gutmensch” zum Schimpfwort degradiert haben!

Danke auch den Politmagazinen des Öffentlich Rechtlichen Fernsehens, die es seit dem Mord an Frau El-Sherbini bis heute nicht für notwendig befunden haben, sich mit dem Mord und der sich darin ausdrückenden wachsenden Aversion gegenüber Muslimen und Islam in Deutschland auseinanderzusetzen.

Danke auch dem “Spiegel” und dem “Stern”, den selbst ernannten Bannerträgern des vermeintlich unabhängigen und aufgeklärten Journalismus dieser Republik, die die Paranoia des etwas intellektuell anspruchsvollerem Publikum regelmäßig mit anti-muslimischen Vorurteilen bedienen.

Mit dunkel gefärbten und Furcht einflössenden Titelseiten, gepaart mit dezidiert tendenziösen Schauermärchen in den Innenteilen wird vom “Mekka Deutschland-Die Stille Islamisierung Deutschlands”, “Wie gefährlich ist der Islam”, “Der Koran-Das mächstigste Buch der Welt” und “Papst contra Mohammed” auf Kundenfang gegangen. Danke dafür, dass Sie die Islamfeindlichkeit von den Stammtischen in die Salons tragen.

Darf man sich angesichts eines derartigen Journalismus noch darüber wundern, dass die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland nicht mehr in Springerstiefeln und Bomberjacken daherkommt, sondern im feinen Nadelstreifenanzug?

Danken muss man auch der “Berthold-Brecht-Gesamtschule” in Bonn, die sich in ihrer Schulverfassung voller offensichtlichen Stolzes der Schaffung einer kopftuchfreien Schule verschrieben hat.

Muss man sich angesichts eines derartigen ideologischen Ungeistes noch über die Ausrufung von “Nationalbefreiten Zonen” in diesem Land wundern?

Danken sollte man auch der Dresdener Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), die ihre wochenlange Abwesenheit nach dem Mord an der Ägypterin Marwa El Sherbiny mit folgenden Worten verteidigt hat : “Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Tat in den arabischen Staaten und anderswo so politisch dominant aufschlägt.” Es habe für sie “keine Veranlassung” gegeben, den Urlaub abzusagen. Ein Rückflug aus Rhodos zur öffentlichen Trauerfeier am 11. Juli in Dresden sei ihr nicht möglich gewesen.

Danke Frau OB Orosz, dass Sie in aller Offenheit Ihre politische Unsensibilität eingestehen. Danke dafür, dass Sie den Muslimen Ihrer Stadt das Gefühl vermitteln, Bürger einer von Ihnen noch zu definierenden, vernachlässigbaren Kategorie zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass ein Mord an einer Muslima aus rassistischen Motiven in einer Stadt, für die Sie die politische Verantwortung tragen, Ihnen keine Veranlassung gibt, Ihren Urlaub zu unterbrechen. Was muss eigentlich in Dresden passieren, damit Sie politische Handlungsfähigkeit und Mitmenschlichkeit demonstrieren?

Aber warum soll man von Ihnen mehr verlangen, als in der CDU Sachsen offensichtlich üblich ist, denn schließlich hat auch Ihr Ministerpräsident Herr Stansilaw Tillich es nicht für nötig empfunden, an der Trauerfeier für Frau El-Sherbini teilzunehmen. Dieser scheint sich wiederum an seiner Parteifreundin und Kanzlerin Frau Angela Merkel orientiert zu haben, die nach dem Mord an Frau El-Sherbini tagelang geschwiegen hat. Der Verweis ihres Sprechers darauf, dass die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung Frau Maria Böhmer Muslimen ihr Mitgefühl ausprochen hat, ist ein enormer Rückschritt im Umgang mit Muslimen in Deutschland. Für Frau Merkel, Herrn Tillich und Frau Orosz bleibt der Islam offensichtlich eine Ausländerreligion.

Bleibt die Frage, was der Bundesinnenminister Herr Schäuble gemeint hat, als er vor kurzem davon sprach, dass der Islam längst ein Teil unseres Landes ist; seine Auffassung scheint nicht bei allen Verantwortlichen der CDU auf offene Ohren zu stoßen.

Der Mord an Marwa El-Sherbini beweist, dass es um den Ton, den Dialog, dem Gespräch zwischen den Mehrheiten und Minderheiten in diesem Land auf breiter Ebene nicht gut bestellt ist.

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland Herr Stephan J. Kramer stellt mit berechtigter Irritation Folgendes fest:

“Ich bin nicht nach Dresden gefahren, weil ich als Jude Angehöriger einer Minderheit bin. Ich unternahm die Reise, weil ich als Jude weiß: Wer einen Menschen wegen dessen Rassen-, Volks- oder Religionszugehörigkeit angreift, greift nicht nur die Minderheit, sondern die demokratische Gesellschaft als Ganzes an.”

Deshalb sei er erstaunt, “warum es keinen massiven Besucherstrom oder Solidaritätsadressen der deutschen Mehrheitsgesellschaft gibt”.

Stephan J.Kramer weiß um den unterschwelligen, bisweilen offen ausgelebten Rassismus in der “Bunten Republik Deutschland”, in der der Begriff “Multi-Kulti” nur noch abfällig und in Negativzusammenhängen verwendet wird, und um die Gefahren, die dieser Rassismus mit sich bringt.

Muslime in Deutschland legen keinen besonderen Wert darauf, dass Strassen nach muslimischen Opfern rassistischer Morde benannt werden. Genauso wenig wie Stolpersteine, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern, Schändungen jüdischer Friedhöfe verhindern, werden Straßen, die Muslimische Namen tragen, der grassierenden Aversion gegen Muslime Einhalt gebieten können.

Muslime wollen keine Sonderbehandlung, keine rechtliche Sonderstellung sondern eine gesellschaftliche Normalität, die Frauen mit Kopftuch genauso achtet, wie Frauen ohne Kopftuch, Männer mit Bart genauso akzeptieren wie Männer ohne Bart und Moscheen als genauso selbstverständlichen Bestandteil des Stadtbildes in Deutschland wie Kirchen und Synagogen wahrnimmt.

Die zum Mord an Marwa El-Sherbini jetzt schweigenden, aber sonst so eloquenten Dummschwätzer, Hassprediger und Hetzer, die sich des Mäntelchen der freien Meinungsäußerung bedienen, wollen Muslimen diese Normalität nicht zugestehen. Gegen diejenigen, die Muslime als Abnormität darstellen, muss sich ein breiter gesellschaftlicher Konsens formieren, weil sie die Saat säen für eine Gesellschaft, in der Menschen mit einer anderen Hautfarbe und Religion bespuckt und angepöbelt, oder wie in Dresden von der Polizei sogar angeschossen werden können.

Wieviel Wasser muss noch den Rhein, die Elbe, die Spree und die Isar hinunterfliessen bis Muslimen diese selbstverständliche Normalität tatsächlich gewährt wird?

Darf man nach Dresden und den beschämend zögerlichen Reaktionen des offiziellen Deutschlands darauf hoffen, dass es bei dem Wasser bleibt?

Geschichtsbewusste Rechtsradikale Schmierfinken haben in der Nachbarschaft Deutschlands, im österreichischen Mauthausen, ihr Verhältnis zu Muslimen im März 2009 auf einen einfachen Punkt gebracht:

“Was unseren Vätern der Jud ist für uns die Moslembrut”.

Das Wochenblatt “Die Zeit” zitiert den Antisemitismusforscher Wolfgang Benz:

“Die Wut der neuen Muslimfeinde gleicht dem alten Zorn der Antisemiten gegen die Juden.”

Darf ich meinen deutschen Mitbürgen nach dem Mord an Marwa El-Sherbini in aller Aufrichtigkeit, und ohne Irritationen auslösen zu wollen, zum Abschluss zurufen: “Deutschland Erwache!?!?!

M.Belal El-Mogaddedi
10.08.2009

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Comments

  • By kübra, 17. August 2009 @ 20:08

    Und ein ernstgemeinter Dank an Dich für diesen Text!

  • By annett, 17. August 2009 @ 21:07

    salam belal, sehr gut auf den punkt gebracht! Werde ich gerneweiterleiten….

  • By Tekays, 17. August 2009 @ 23:50

    Selam Belal,
    unglaublich!

  • By Julian F. Müller, 18. August 2009 @ 00:30

    Ich unterstütze die hier hevorgebrachte Forderung nach dem Schutz von Religionsfreiheit absolut. Selbstverständlich sollte eine muslimische Beamte, wenn Sie denn will, ein Kopftuch tragen können. Die Engführung der hier vorgebrachten Argumentation mit dem Grundgesetz der BRD finde ich sehr gelungen.

    Zwei Dinge fehlen mir allerdings. Einmal hätte ich gerne wenigstens ein paar der Zitate durch Links oder Verweise anderer Art untermauert gesehen, um auch zu überprüfen, in welche Kontext was gesagt wurde.

    Mein zweiter Kritikpunkt indes wiegt für mich schwerer. Zumindest dieser Artikel versucht in keiner Weise zu verstehen, weswegen es in der deutschen Bevölkerung Skepsis gegen bestimmte Lebensformen muslimischer Familien gibt. Der Artikel unterstellt deutschen Intellektuellen immer wieder einen gewissen Rassismus und eine tumbe Fremdenfeindlichkeit – und unterschlägt dabei die europäische Tradition der Aufklärung und des kritischen Hinterfragens auch und vor allem von Religionen. Der “Spiegel” und der “Stern” sind nicht etwa nur kritisch gegen den Islam als Religion, sondern auch gegen alle andere Religionen.

    Überdies suggeriert der Artikel unterschwellig, dass alle muslimischen Frauen selbstbewußte, emanzipierte Akademikerinnen wären. Was natürlich nicht zutrifft. Ich würde mir an dieser Stelle wünschen, dass sich mehr mit den Argumenten und der Erfahrung der Kritiker auseinandergesetzt werden.
    Was aber ist mit den Musliminnen, die unter ihren religiösen Familien leiden und die verfolgt werden?

    Was ist mit der gravierenden Respektlosigkeit so vieler muslimisch-stämmiger Männer und Jungen gegen deutsche Frauen und Mädchen? (Das hier sind nur Beispiele aus meiner Lebenswelt – vlt sind Sie auch nicht verallgemeinerbar – ich habe keine Statistiken vorliegen)

    Auch das sind Probleme, die in diesem Kontext angeführt werden sollten, um vielleicht auch die Skepsis zu erhellen aus der einige dieser unbedachten Kommentare unserer Politiker entstanden sind.

    Mit einem Satz: Ich bin nicht sicher, ob der Artikel die Reflexion, die er von den deutschen Intellektuellen einfordert, selbst leistet.

  • By Julian F. Müller, 18. August 2009 @ 00:39

    Nachtrag: Ich bin mir dessen bewusst, dass Dein Blog wahrscheinlich schon tausend Mal auf Fragen wie meine geantwortet hat – trotzdem aber vermisse ich die Einbindung dieser Fragen in den speziellen Artikel ;)

  • By Regine, 18. August 2009 @ 10:15

    Ich habe den wunderbaren Text in “Hintergrund” veröffentlicht – selbstverständlich mit Hinweis auf Too Much Cookies als Quelle.
    http://www.hintergrund.de/20090818470/politik/inland/marwa-el-sherbini-zum-gedenken-an-den-mord-an-in-einem-dresdner-gerichtssaal.html

    Vielen Dank

  • By Omar, 18. August 2009 @ 10:59

    @Julian:

    Zu deinem zweiten Punkt zuerst:
    “Der Artikel unterstellt deutschen Intellektuellen immer wieder einen gewissen Rassismus und eine tumbe Fremdenfeindlichkeit – und unterschlägt dabei die europäische Tradition der Aufklärung und des kritischen Hinterfragens auch und vor allem von Religionen. Der “Spiegel” und der “Stern” sind nicht etwa nur kritisch gegen den Islam als Religion, sondern auch gegen alle andere Religionen.”

    Leider haben Berichte und Kommentare über Muslime oder den Islam meist eine andere Konnotation als die etwa über Kirchen. Religionskritik ist es auch nur selten, meist ist es eher eine undifferenzierte Kritik, die Aufklärung als Abgrenzungsmerkmal nutzt.

    Das (taz) ist z.B. einfach nur islamophob. Versuch mal als Muslim eine Gegendarstellung zu erwirken. Das wird nur gerichtlich gelingen und wird mit einem Kommentar bzgl. des “Einknickens vor dem Islam” und einer “Aushebelung der Meinungsfreiheit” einhergehen. Zu sehen ist das Verhalten auch bei der Wiedergabe einer Aussage eines Muslims. Hier z.b.. Wie dann die Darstellung des Islams aussieht, kannst du an vielen Stellen nachlesen. Hier ein Leserbrief.

    Viele Medien, Politiker und Intellektüllen haben auch kein Problem unreflektiert einen Generalverdacht gegen Muslime zu glauben und den noch weiter zu verbreiten. Link

    Nun zu deinem ersten Punkt: Der Text stellt ja eine Polemik dar – weniger einen Hintergrundbericht. Einige Aussagen und Verhaltensweisen der hier kritisierten findest durch Suche auf dieser Seite. Eine unvollständige Liste von Zitaten speziell zum Kopftuch – woran sich viel Möchte-gern-Kritik versteckt – findest du auch hier: Link

    Überdies suggeriert der Artikel unterschwellig, dass alle muslimischen Frauen selbstbewußte, emanzipierte Akademikerinnen wären. Was natürlich nicht zutrifft. Ich würde mir an dieser Stelle wünschen, dass sich mehr mit den Argumenten und der Erfahrung der Kritiker auseinandergesetzt werden.

    Suggeriert er das? Wahrscheinlich sind muslimische Frauen nicht selbstbewußter, emanzipierter oder akademischer als nichtmuslimische Frauen. Vielleicht erweckt der Artikel nur den Eindruck, weil man eine gänzlich in die andere Richtung gehende Darstellung gewohnt ist?!

    Was aber ist mit den Musliminnen, die unter ihren religiösen Familien leiden und die verfolgt werden?

    Was ist mit den Musliminnen, die unter ihren nichtreligiösen Familien leiden? Mein Punkt ist folgender: Warum scheint dieser Punkt – nicht nur für dich – ein grundsätzlich wichtiger zu sein, während das Leiden einer (muslimischen) Frau unter ihrer nicht-muslimisch-religiösen Familie nicht von Belang zu sein scheint? Diese Debatte unterliegt sehr einem kausalen Narrativ, der immerzu auf die unterdrückte (aber dann wieder gefährliche) muslimische Frau zeigt. Das erkennt man auch daran, dass jedes Mal, wenn über eine erfolgreiche muslimische Frau berichtet wird, hinzugefügt werden muss, dass sie die Ausnahme ist. Sowieso sind all die vielen Muslime, die eigentlich nicht ins Stereotyp passen stets die Ausnahme, die die Regel bestätigen.

    Was ist mit der gravierenden Respektlosigkeit so vieler muslimisch-stämmiger Männer und Jungen gegen deutsche Frauen und Mädchen?

    Wieder: ist schlimm. Übrigens genauso schlimm wie ihre Respektlosigkeit gegen nichtdeutsche Frauen und Mädchen. Aber wieder: einige der entmenschlichendesten Ansichten über Frauen habe ich von Nichtmuslimen gehört und praktiziert gesehen. Warum ist das eine ein “wichtiges Problem”, während das andere lediglich ein im gesellschaftlichen Wandel auftretendes Beiprodukt ist?

    Insgesamt ist der Artikel natürlich nicht in dem Maße “reflektierend”, dass er neben der Kritik am Umgang mit Muslimen auch die Kritik an Muslimen selbst beinhält. Ich glaube aber eben nicht, dass jeder solche Artikel auch beides enthalten muss. Auf der anderen Seite ist es auch einfach nur eine Polemik, die auf andere Artikel, Analysen und eingehenden Kritiken beruht.

  • By Julian F. Müller, 18. August 2009 @ 11:40

    Lieber Omar,

    vielen Dank erst einmal für die ausführliche Antwort. Deine Argumentation wirkt auf mich auf den ersten Blick konsistent. Deine Set an Argumenten und Argumentationsfiguren scheint – im Übrigen – stark (rechts-) liberal gefärbt. (Ist das deine Absicht?)

    Allerdings würde ich intuitiv mit folgenden Thesen nicht übereinstimmen:

    “Wahrscheinlich sind muslimische Frauen nicht selbstbewußter, emanzipierter oder akademischer als nichtmuslimische Frauen.”

    und:

    “Wieder: ist schlimm. Übrigens genauso schlimm wie ihre Respektlosigkeit gegen nichtdeutsche Frauen und Mädchen. Aber wieder: einige der entmenschlichendesten Ansichten über Frauen habe ich von Nichtmuslimen gehört und praktiziert gesehen. Warum ist das eine ein “wichtiges Problem”, während das andere lediglich ein im gesellschaftlichen Wandel auftretendes Beiprodukt ist?”

    Du stellst bei deiner Antwort immer wieder auf die Qualität ab – und fragst zurück, gibt es nicht auch unaufgeklärte nicht-muslimische Frauen – gibt es nicht auch deutsche Rowdies?

    Die Antwort lautet darauf “sicher, natürlich ist dem so.”

    Allerdings sollte auch die quantitative Frage gestellt werden?
    Werden nicht muslimische Mädchen öfter in Ihren Familien unterdrückt?
    Und: Verhalten sich nicht viel mehr muslimische junge Männer respektlos gegen deutsche Frauen und Mädchen? (Btw. würden diese gleichen muslimischen Jungs auch Mädchen im Kopftuch fragen, “ey Schlampe willst du mir einen blasen?” Das ist eine ernst gemeinte Frage – würden sie oder würden sie nicht? Meine Intuition wäre – nein, sie würden es eher nicht tun, aber vielleicht liege ich da ja auch falsch.)

    Wohlgemerkt, wie auch immer die Antwort auf die quantitative Fragestellung ausfällt – so muss man natürlich sagen, dass man bei quantitativen Fragestellung höchstens Korrelationen herausfinden kann und keine Kausalzusammenhänge.

    Vlt. sind die muslimischen jungen Männer oft so respektlos, weil sie zum großen Teil der Unterschicht (monetär definiert)angehören – und nicht weil sie muslimischen Glaubens sind?

    Alles Gute
    und vielen Dank für den Gedankenaustausch,

    Julian von http://www.getdocued.net

  • By Julian F. Müller, 18. August 2009 @ 18:55

    Hi,

    ich habe heute eine ganz ausführliche Antwort erstellt, aber irgendwie ist Sie wohl im Äther verloren gegangen. Mein Hauptargument war folgendes: Vielleicht hast du Recht – und es gibt keinen qualitativen Unterschied zwischen Terror dem muslimische und nicht-muslimische Frauen in manchen Fällen Zuhause ausgesetzt sind. Und überdies, ja, es gibt natürlich auch nicht-muslimische junge Rowdies.

    Aber man sollte das Problem nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ betrachten. Also etwa: werden in muslimischen Familien prozentual öfter Mädchen und Frauen zum Opfer steinzeitlicher Religionsansicht oder nicht? Sind muslimische männliche Jugendliche prozentual aggressiver und respektloser gegen junge Frauen oder nicht? (Oder auch z.B. würden die gleichen muslimisch geprägten Jugendlichen, die christliche Mädchen in der S-Bahn aggressiv anmachen mit: Blass mir einen du Schlampe, so etwas auch zu Mädchen mit Kopftuch sagen – und wenn nein, warum nicht?)

    Leider liegen mir hierzu keine Statistiken vor. Habt Ihr da was?
    Überdies muss allerdings einschränkend erwähnt werden, dass man mit quantitativen Statistiken natürlich nie kausal etwas beweisen kann: wie etwa der Islam führt zu Intoleranz, man kann höchstens Korrelationen feststellen.

    Meine Vermutung wäre, dass islamische junge Männer ähnlich stark in ihrem Verhalten durch ihre vergleichsweise Armut und Perspektivlosigkeit geprägt sind wie durch ihren Glauben. Wobei ich dazu tendieren würde, fast alles auf die Armut und den Mangel an Bildung zu schieben.

    Aber das ist natürlich von meiner Seite einfach mal so ins Blaue spekuliert.

    Wie immer gilt auch für diesen Beitrag von mir, alle Allaussagen sind immer falsch. ^^

    Alles Gute von meiner Seite aus – und kommt mich mal auf http://www.getdocued.net besuchen :)

  • By Umm Ishaq, 19. August 2009 @ 10:51

    Der Text geht aufgrund der gebotenen Kürze natürlich nur auf die Schlaglichter politischer und medialer Stimmungsmache gegen kopftuchtragende Frauen ein, allerdings beklemmend eindrücklich.

    Als Betroffene wünsche ich mir aber auch eine stärkere Auseinandersetzung mit den “leisen Tönen” und der Macht der Bildsprache.
    Beispielhaft seien drei Folgen aus Vorabendserien der ARD betrachtet:
    1. “Lisa”, das Biest aus der Endlos-Serie “Lindenstrasse” konvertiert zum Islam und meint natürlich ein Kopftuch tragen zu müssen. Ihr Chef, der bekennend homosexuelle Allgemeinmediziner “Carsten” teilt ihr barsch mit “Morgen kommen Sie gefälligst ohne!”. Ehemann Murat und Schwiegermama Hatice, vorbildlich integriert, gelingt es schließlich, Lisa davon zu überzeugen, “dass man auch eine gute Muslima sein kann, ohne sich zu bedecken”.

    2. “Yasemin”, zwischen Liebe und Tradition hin- und hergerissene Reisekauffrau aus dem “Marienhof” schlüpft unter eine Hijab-Sparversion als Papa und Ehemann in spe aus der Türkei anreisen. Im Reisebüro kommt es zum “Showdown” als “Marlon” im Beisein des streng blickenden Vaters etwas verlegen meint “Steht ihnen aber gut”. Darauf Papa: “Trägst du es sonst nicht?(!)” Yasemin: “Ja weißt du, viele Kunden mögen das nicht so…” Papa (verständnisvoll): “Hältst du mich denn für einen Fundamentalisten?” woraufhin Yasemin sich den “Hijab” förmlich heruntereist.

    3.In “Türkisch für Anfänger” kulminieren die Stereotype in Person der 15-jährigen Tochter. Diese trägt Kopftuch, fastet im Ramadhan, betet und liest den Koran. Gleichzeitig wirft sie ihrem Vater deutschfeindliche Sprüche an den Kopf und versucht, Stiefschwester Lena zum Islam zu missionieren. Ihre Stiefmutter behandelt sie dementsprechend von oben herab während der wiederrum “vorbildlich integrierte” Vater versucht, Töchterchen vom Bannstrahl traditionell-konservativer Freundinnen zu befreien.

    Ob in der Serie noch ein “salafistischer Prediger” auftaucht, dem die Familie durch inhärente Liebe und gegenseitige Fürsorge das handwerk legt, konnte ich leider nicht mehr mitverfolgen.

    Solche Sendungen sind so trivial, dass der Zuschauer sich oft einfach nur berieseln lässt und nicht einmal bemerkt, wie seine Einstellung und sein Bewusstsein manipuliert werden.
    So ausgerichtet ist es dann nur noch ein kurzer Weg zum “Bierzeltjubler” zu Stoibers Tiraden.

  • By Umm Ishaq, 19. August 2009 @ 12:21

    Die Annahme, die überdurchschnittlich hohe (oder überdurchschnittlich gut dokumentierte)Rate der Gewaltverbrechen gegen weibliche Familienangehörige hänge kausal mit der islamischen Religionszugehörigkeit der Täter ab, zeigt, wie stark die Wahrnehmung von der eigenen und anderer Religionen durch die Lebenspraxis im westlichen Kulturkreis geprägt ist. Lohnend wäre aber auch ein kritischer und vor allem offener Blick auf die Zustände in anderen, z.B. nominell christlichen, Weltgegenden.

    So muss ich mich doch darüber wundern, wenn Journalisten es bei Reportagen über bestialische Frauenmorde in Guatemala und Mexiko versäumen, auf den katholischen Background dieser Länder zu verweisen. Nein, es wird nicht einmal der Versuch unternommen, einen Zusammenhang zu konstruieren und das, obwohl sich das römische Dogma nicht gerade durch herausragende Frauenfreundlichkeit auszeichnet. Diese Beispiele könnte man ad infinitum fortsetzen.

    Haben Sie sich im Rahmen der Berichterstattung über den letzten spektakulären Ehrenmord an der 16-jährigen Morsal Obeidi einmal deren Verwandten angesehen? Außer dem Kopftuch der Mutter, das auch Grace Kelly geschmückt hätte, konnte ich da keine Insignien eines fundamental-orthodoxen Islams erkennen. Im Gegenteil.
    Haben Sie sich einmal gefragt, weshalb die Opfer solcher Verbrechen zumeist aus dem türkisch-iranisch-afghanischen Kulturkreis stammen und weshalb man so wenig von nordafrikanischen Ehrenmördern liest? Ich möchte bitte nicht so verstanden werden, als gäbe es diese nicht. Aber es ist doch wohl ein Faktum, dass solche Morde eher in stark tribalistisch geprägten Gesellschaften gedeihen, also vielmehr ein Produkt der nationalen Identität als des religiösen Selbstverständnisses sind.

  • By Julian F. Müller, 19. August 2009 @ 12:35

    Hört sich für mich nach Aufklärung *light* an :)

  • By Omar, 19. August 2009 @ 13:17

    @Julian: inwiefern?

    @Umm Ishaq: Aber auch was einen “Ehrenmord” (irgendwo den Begriff Schandmord gelesen..) ausmacht, wird nicht erwähnt. Die ‘typisch’ deutschen Morde werden fein säuberlich in alte eher dem Verständnis für den Täter begünstigenden Zuordnungen gesteckt (Amoklauf, Eifersuchtsdrama (noch nicht einmal Mord, sondern eher etwas, was man sich gerne im Fernsehen anschauen würde) etc. pp) während Morde durch ‘andere’ stets der Gruppe insgesamt zugewiesen werden. Ehrenmorde sind dementsprechend etwas inhärent muslimisches, während Eifersuchtsmord geradezu gegen die Werte Deutschlands geht, egal wie oft es in Deutschland passiert und gesellschaftliche Indizien man für die Konsequenz der Handlung innerhalb des gesellschaftlichen Zusammenspiels findet.

    Um deiner Kritik vorzugreifen, Julian: Natürlich kann diese Diskussion nicht davon ablenken, dass in beiden Fällen Lösungen (allgemeine, aber auch fallspezifische) gefunden werden müssen, den potenziellen Opfern muss geholfen werden usw. usf. Und es muss aufgrund der tatsächlich vorhanden Fälle und der Gefahr gesamtgesellschaftlich auf die Vermeidung solcher Vorfälle hingearbeitet werden. Diese Arbeit wird allerdings konterkariert, wenn Rassismen reinspielen. Und die sind in dem Fall vorhanden, wenn ganze Bevölkerungsgruppen quasi der Mitschuld beschuldigt werden.

  • By Julian F. Müller, 19. August 2009 @ 14:16

    Mein “Aufklärung light* bezog sich auf “By Umm Ishaq, 19. August 2009 @ 10:51″

    Zu: “By Umm Ishaq, 19. August 2009 @ 12:21″

    I. Mir gefällt generell eure Argumentationsweise – und eure Sets an Argumentationsmuster. Sehr liberale Argumentationsmuster, wenn ich das hinzufügen darf. Auch wenn es immer etwas pathetisch klingt, ich habe auf jeden Fall schon ziemlich viel mitgenommen aus der Diskussion und denke, dass ich jetzt selbstständig eure Argumentationsfiguren nachbilden kann – und so kritischer Islamberichte lesen werde.

    II. ich habe gerade ausführlich die Diskussion von Ona und Barino gelesen und wollte dazu anmerken, dass in der Diskussion andauernd die verschiedensten Diskussionsebenen durcheinander gehen. Schade, dass hier so unachtsam diskutiert wurde. Das “ad humanem Argument”, das am Ende die Debatte schließt, ist bezeichnend.

    III. Auf die Fragen seid ihr nicht eingegangen – obwohl Sie für viele nicht-muslimische Deutsche doch sehr präsent sind:
    A)”Sind muslimische männliche Jugendliche prozentual aggressiver und respektloser gegen junge Frauen oder nicht?

    B)(Oder auch z.B. würden die gleichen muslimisch geprägten Jugendlichen, die christliche Mädchen in der S-Bahn aggressiv anmachen mit: Blass mir einen du Schlampe, so etwas auch zu Mädchen mit Kopftuch sagen – und wenn nein, warum nicht?)Entschuldigt bitte die Ausdrucksweise – aber ich würde dazu gerne mal ein artikuliertes Statement haben?

    Leider liegen mir hierzu keine Statistiken vor. Habt Ihr da was?

  • By einer, 20. August 2009 @ 11:56

    > Seit wann ist die Abnahme des Kopftuches Voraussetzung für Gleichberechtigung und Inanspruchnahme von Rechten?

    Das steht in dem Zitat überhaupt nicht, da steht dass sie mit dem Kopftuch zeigen dass sie diese Rechte nicht für sich beanspruchen wollen. Keiner spreche ihnen diese ab, außer ihnen selbst. Nicht dass ich dem zustimme, aber ich kann überhaupt nicht nachvollziehen wie ein denkender Mensch das da rauslesen kann, was Sie rauslasen.

    …wenn Sie mir antworten sollten Omar, dann bitte kurz per mail drauf hinweisen…

    gruß einer

  • By kristhefalafel, 25. August 2009 @ 16:00

    salam wa ramadan mubarak Omar,

    so das “problem” ist behoben.
    ich habe den text von einem freund ohne quelle oder sonstiges geschickt bekommen und wollte ihn gleich veröffentlichen.
    verzeih nochmal!
    ich finds großartig was du machst und wieviel zeit und mühe du einsetzt!!

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