“Empörte Muslime”
Der Bundesliga-Klub Schalke 04 gerät wegen seines Vereinsliedes “Blau und Weiß, wie lieb ich dich” ins Visier empörter Muslime.
Wie soll man sich das eigentlich vorstellen? “Empörte Muslime” halten durch das Visier ihrer Stahlhelme nach weiterem Empörungspotential ausschau. Dass es gerade Schalkes Vereinslied trifft, hat nichts mit dem Lied an sich zu tun, sondern mit den Muslimen – entschuldige den “empörten Muslimen”. Fällt denn keinem auf, dass Muslime immer nur in Form von emotionalen Hormonbomben dargestellt werden, auch wenn sie nur halblaut eine Kritik äußern? Das Zitat stammt aus der Rheinischen Post.
Das gros der Berichterstattung und online-Diskussion geht in die Richtung, dass Muslime eine überzogene Reaktion an den Tag legen. Will man wissen, was überzogen ist, dann schaue man sich die Reaktion der Polizei an:
Wegen der Proteste gegen eine angeblich islamfeindliche Passage im Vereinslied des FC Schalke 04 ermittelt seit Dienstag der Staatsschutz. Es gebe bisher aber «keine konkreten Drohungen» gegen Angehörige des Fußballvereins, sagte ein Polizeisprecher in Gelsenkirchen am Dienstag auf Anfrage. Man habe jedoch ein «waches Auge» auf den Fall. Der Staatsschutz prüfe derzeit Protestbriefe an den Fußballclub.
Und dann wird noch mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass das Lied ja doch so alt sei. Das allerdings kann nicht als Rechtfertigung für Rassismus herhalten, auch wenn das praktisch passiert1. In diesem Beispiel handelt es sich zwar nicht um Rassismus per se, allerdings macht man sich über eine historische und für Muslime wichtige Person lustig. Das darf man zwar, allerdings sollten auch Muslime ihren Protest anmelden dürfen. Also liebe Medien, abregen!
- Beispiele: “zehn kleine Negerlein”, “C-A-F-F-E-E” etc. pp.[↩]
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By Umm Ishaq, 5. August 2009 @ 12:34
Einen ähnlichen Artikel las ich heute morgen in der FR. Vielen Dank, dass du das Thema hier aufgreifst.
Die Fangemeinde eines 1.-Ligisten, zu der laut FR auch überdurchschnittlich viele Muslime gehören sollen, singt seit 46 Jahren ein solches Lied. Angeblich geht der Text zurück auf ein Jägerlied aus dem Jahre 1797 und wurde in “rheinisch-karnevalesker Manier” (FR) umgedichtet (ich dachte immer, Gelsenkirchen sei geographisch eher dem “Pott” zuzuordnen).
Seit 46 Jahren also hallt ein “blasphemisches” Lied von den Tribünen und nun “empören sich die Muslime”. Was war geschehen? Hatte sich just an jenem Tag, an dem sich der Fanblock entschloss, statt wie sonst “Steh auf, wenn du ein Schalker bist!” den inkrimierten Titel zu singen, ein Expeditionscorps der in NRW ja zahlreich agierenden “Salafisten” ins Stadion gewagt, auf der Suche nach dem neuesten Empörungskick?
Vor rund eineinhalb Jahren tobte um Eintracht Frankfurt ein ähnliches Schmierentheater. Manager Bruchhagen zog damals den Entwurf für neue Trikots (zwei weiße Balken in Kreuzform) zurück. Brgründung: Muslime könnten sich daran stören.
Beschwert hatte sich im Vorfeld niemand. Ebenso wenig wie über den schwarzen Performance-Klotz in Hamburgs Speicherstadt und auch nicht über abgetrennte Pappmaché-Köpfe, die ein neurotischer B-Choreograph seinem Publikum meinte präsentieren zu müssen. Die Existenz eines Stückes namens “Idomeneo” im Oevre W.A. Mozarts dürfte den meisten Muslimen bis dahin völlig unbekannt gewesen sein.
Irgendwie habe ich doch das dumpfe Gefühl, dass hier ein bestimmter Personenkreis nur auf solche Gelegenheiten wartet, um “die Muslime” wieder einmal als tobenden, brandschatzenden Mob karikieren zu können, der mit Schaum vor dem Mund nach Hudud brüllt und die “Meinungsfreiheit” der Spaßgesellschaft zu unterwandern versucht…
A propos “Spaß”: Wurde nicht unlängst gegen einen Kabarettisten wegen “Beleidigung des Papstes” eine Unterlassungsklage angestrengt?
By Omar, 5. August 2009 @ 12:46
@Umm Ishaq: “Wurde nicht unlängst gegen einen Kabarettisten wegen “Beleidigung des Papstes” eine Unterlassungsklage angestrengt?”
Ja, ich kann mich erinnern, dass adrett gekleidete Herren in vernünftigem Ton eine konstruktive Kritik an einer ungerechtfertigten Verunglimpfung einer ehrbaren und in keiner Weise zu beanstandenden Person vorbrachten. Zumindest klang die mediale Wiedergabe so! Vollkommen nachvollziehbar.
Es ist doch richtig schwierig zu erkennen, wo der Zusammenhang zwischen diesem Vorgang und dem des muslimischen Mobs ist.
[/Ironie]
By Melantrys, 5. August 2009 @ 15:55
Hhhhhm, welcher Kabarettist???
[/off-topic Neugierde]
By Omar, 5. August 2009 @ 16:01
@Melantrys, Umm Ishaq: Quatsch, das war ja nicht gegen den Papst gerichtet, sondern gegen Kardinal Meisner. Der Kabarettist ist Jürgen Becker, der ihn als Hassprediger bezeichnet haben soll. Mehr ist unter diesen Stichworten zu finden.
By Umm Ishaq, 5. August 2009 @ 18:08
stimmt ….ist aber eigentlich noch schlimmer. Schließlich ist Meisner “nur” ein Kardinal.
By Der Moslem, 6. August 2009 @ 15:45
Ey, Alta, habsch gar nisch gewusst, dasssch musssch misch emporen, weissu. Konnte schon vor Lied Schalke 04 nisch leiden, weissu.
Habsch voll Uberraschung gelesen Emporungs-Email von Moslem in Suddoische Sseitung, guckst du. Jetzt uberlegsch au, voll krasse Emporung su schreiben, Alta. Aber an wen schicksch?
An Na7ischwuchetel Stefan oda wos?
By Der Moslem, 9. August 2009 @ 17:10
Habsch gar nisch vorher gewusst, dass Lied Moslems beleidischt, Alta.
Habsch erst durch Na7ischwuchetel von “PI-Nasidrecknews” gesagt bekom, die hat mir gelinkt auf Suddoische Sseitunk.
Danach habsch naturlich emport. Finde Schlacke 04 sowieso schaise.
Machsch alles, was Doische von mir will. Auch krasse Fatwah, wenn notich, wa.
By zwiebel, 10. August 2009 @ 12:19
salam aleikum,
herr prof. ucar hat mittlerweile ein gutachten dazu verfasst, wer lust hat, sich mit diesen lebensnotwendigen wichtigen dingen des lebens zu befassen, darf hier nachlesen:
http://www.schalke04.de/fileadmin/user_upload/medialib/downloads/090806_stellungnahme_vereinslied.pdf
wa salam,
zwiebel