Brüno – Lügner haben ein breites dämliches Grinsen
Da sitzt also der Schauspieler Sacha Baron Cohen und erklärt dem Show-Host David Letterman in der US-amerikanischen Sendung “Late Show with David Letterman”, wie schwierig und gefährlich es für ihn war, an einen “echten” Terroristen heranzukommen und diesen zu interviewen. Die CIA hatten sie gefragt, genauso wie den Produzenten davon überzeugt, einen “echten” Terroristen zu nehmen, statt eines Schauspielers. Nach langer Suche soll er sich mit Ayman Abu Aita, dem mutmaßlichen Terroristen, und seinem Bodyguard an einem geheimen Ort getroffen haben. Sein eigens dafür engagierter Bodyguard soll die beiden auf Waffen durchsucht haben. Alles sehr dramatisch!
Problematisch ist nur: Weder ist Ayman Abu Aita ein Terrorist, noch war er schwer zu finden – er besitzt einen Lebensmittelladen und seine Telefonnummer ist im örtlichen Verzeichnis auffindbar, zwei Anrufe reichten dem Team von Sky News, um ihn zu finden – und vor allem trafen sie sich an einem sehr öffentlichen Ort, nämlich im “Everest Hotel” in der Nähe von Betlehem nur wenige Meter von einem israelischen Checkpoint entfernt, wo die Film-Crew von Bruno eine Etage des Hotels gemietet hatte. Er ist öfters unterwegs – auch im Ausland. Zudem ist Aita – anders als der Film Bruno offenbar glauben macht – nicht Muslim, sondern Christ.
Nicht nur hat Sacha Baron Cohen einen Menschen unter falschen Angaben gefilmt und seine Person wie auch sein Bild missbraucht, möglicherweise hat er einzelne seiner Aussagen gefälscht und ihn in Gefahr gebracht, falls ein dämlicher Staatsangestellter ihn auf einen seiner Auslandsreisen aus dem Film wiedererkennen sollte. Aber wahrscheinlich denkt er sich, mit einem solchen Menschen ließe sich das machen. Profit auf den Schultern von Menschen, von denen man keine Gegenwehr erwartet?
Ayman Abu Aita möchte nun Sacha Baron Cohen und Universal Pictures verklagen.
Ich kann nicht zur Genüge meine Abscheu vor diesem ekligen Verhalten äußern. Ich hoffe, Herr Baron Cohen kommt aus dieser Angelegenheit nicht unbeschadet davon. Wie wäre es mit einer langen Haftstrafe?
Anbei das Video von Sky News.
- Original Berichterstattung
- Noch ein sehr detaillierter Artikel zu Sache: Palestinian branded a terrorist in Sacha Baron Cohen’s Bruno is a Christian activist for a charity
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Brüno – Lügner haben ein breites dämliches Grinsen | film news — 2. August 2009 @ 11:59
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By Doreen, 3. August 2009 @ 11:32
Wie auch schon in Borat sind einige Szenen gestellt. Ganz klar das es sich nicht um einen echten Terroristen handelt, welch von denen lässt sich schon gerne filmen
By Omar, 3. August 2009 @ 11:35
@Doreen: Das wäre ja auch kein Problem, wenn es gestellt wäre. Dass aber der “Darsteller” nicht darüber informiert ist, sondern hinterhältig dazu gebracht wird, als Terrorist aufzutreten, das ist das Problematische! Und wenn dann noch Sacha Baron Cohen im Interview (Letterman) diese Märchen in die Welt setzt (dort geht jeder davon aus, dass er halbwegs wahre Geschichten vom making-of erzählt), dann ist das böswillig.