Eiken Bruhn – Pauschale Fälschung
- Marwa E. – victim of a murder motivated by anti-islamic hatred
- Liebe Muslime, dreht nicht durch!
- Mord an Marwa El-Sherbini: Migranten sind schuld?
- Quod Erat Demonstrandum Islamophobie
- Urteil im Prozess des Mörders von El-Sherbini
- Eiken Bruhn – Pauschale Fälschung
- Ein etwas anderes Dankschreiben
- Marwa El-Sherbini: Prozess findet doch in Dresden statt
- Deutscher mit und ohne Migrationshintergrund
- Karim El-Gawhary: Muslime sind immer die Täter
- “Ich bin ganz schmutzig”
- Schweigen in der Sache – Berichterstattung, die umhaut!
- Pierre Vogel: Versammlung der Umma! Wirklich?
Eiken Bruhn kommentiert in der taz Bremen die “Erklärung der islamischen Organisationen in Bremen zur zunehmenden Islamophobie/ Islamfeindlichkeit in Deutschland”. Dazu schreibt sie u.A.:
Schwer zu ertragen ist auch, wie die Unterzeichner für den Mord an Marwa El-Sherbini die “Islamkritiker” verantwortlich machen, darunter Necla Kelek und Seyran Ates. Diese “Hetzer”, so die Forderung, gelte es “zu isolieren und zu bestrafen”.
Die Bremer Muslime haben eine Bestrafung von “Islamkritikern” gefordert? Eiken Bruhn spricht gar von Meinungsfreiheit, die von “den Muslimen” nicht ausgehalten werde. Das wäre wirklich schlimm, wenn es denn der Wahrheit entspräche.
Also liest man den Text der Erklärung1 und – siehe da – tatsächlich steht dort folgendes:
Die Verantwortungsträger aus Politik und Verwaltung aber auch „Intellektuelle“ wie Ralph Giordano und Henryk M. Broder, „profilierte“ IslamkritikerInnen wie Necla Kelek und Seyran Ates und die Vertreter des „investigativen“ Journalismus und der Sensationspresse, sollten sich darüber im Klaren sein, dass dieser „Kampf“ um die öffentliche Sichtbarkeit islamischer Religiosität, schlicht stigmatisierend ist und wegen der Dämonisierung durch Gesetz und Verwaltungsapparat erst den Weg für diese Gewalt und Diskriminierung ebnet.
Bis hierhin wird keine Aufhebung der Meinungsfreiheit gefordert – lediglich einigen selbsternannten “Kritikern” der Spiegel vorgehalten und zur Mäßigung aufgerufen. Dann, eine ganze Bildschirmseite weiter endlich der inkriminierende Absatz:
Deutschland muss spätestens jetzt hart mit sich selbst ins Gericht gehen. Es gilt nicht nur, die Hetzer zu isolieren und zu bestrafen, sondern auch nachhaltige Aufklärungsarbeit zu leisten sowie das Wissen über die moslemische Bevölkerung, ihre Kultur, ihre Religion und ihre Bräuche zu verbreiten.
Bestärkt Frau2 Bruhn womöglich das Vorurteil selbst, die Medien würden Muslime immer falsch zitieren und ihre Aussagen entkontextualisieren? Der genannte Absatz hängt mitnichten mit der Nennung der “Kritiker” zusammen. Tatsächlich ist in der Erklärung nur ein einziges Mal sonst von “Hetze” die Rede und zwar im Zusammenhang mit “parteipolitischen Projekten mit explizit antiislamischer Ausrichtung und ‘Bürgerinitiativen’ gegen Moscheeneubauten, eine zunehmende Zahl islamfeindlicher Internetseiten, auf denen häufig in rassistischer, beleidigender, hasserfüllter und oft gewaltverherrlichender Weise gegen Muslime und den Islam sowie generell gegen Migranten aus islamischen Ländern gehetzt wird”.
Bruhns Unterstellung, die Erklärung der Bremer Muslime wäre gegen die Meinungsfreiheit gerichtet, ist böswillig und tendenziös. Nicht die Erklärung selbst, sondern der sie fälschende Kommentar von Bruhn bestärkt Vorurteile über Muslime, wie man am Echo dieses Kommentars im Internet sehen kann.
So schreibt Bernd Zeller in der “Die Achse des Guten” unter dem vielsagenden Titel “Goebbels reloaded” und nach dem Zitieren Bruhns:
Früher hätte die taz bei so was getitelt: Die haben wohl den Ar*** offen. Jetzt ist es wenigstens „schwer zu ertragen.“
Nein, das ist nicht schwer zu ertragen, das ist nicht hinnehmbare blanke Hetze auf unterstem sittlichen Niveau, und eine Schande für uns, die wir uns so etwas bieten lassen. Und seien das zehnmal Die. Islamischen. Gemeinschaften.
Die taz knuschelt: „Solche Formulierungen – mögen sie der Aufregung nach dem Mord geschuldet sein – sind kontraproduktiv.“ Sie sind aber nicht der Aufregung nach dem Mord geschuldet. Die Aufregung wurde erzeugt, um solche Sätze loszuwerden.
Stimmt, die Aufregung über eine ermordete Muslima kann nur künstlich erzeugt worden sein. Der Mord an sich rechtfertigt eine solche Aufregung nicht – it’s business as usual, halt.
Auch die offensichtlich islamfeindliche Hetzseite PI-news bezieht sich auf Bruhn:
Jetzt wissen wir endlich, wer schuld hat an dem Mord im Dresdener Gericht: Seyran Ates, Necla Kelek und überhaupt alle Islamkritiker. Das stellten zumindest die Islamischen Gemeinschaften in Bremen fest. Man müsse “diese “Hetzer”, so die Forderung, “isolieren und “bestrafen”. So hofft man, die Bluttat als Knebel für Islamkritiker instrumentalisieren zu können.
Und damit schließen wir unsere heutige Lehreinheit über Wechselwirkungen zwischen islamfeindlichem Rassismus und journalistischen Kommentaren3 in deutschen Tageszeitungen ab.
- die ich durchaus auch kritisieren würde, hätte mir Bruhn nicht die Zeit gestohlen. Nicht zuletzt ist die Erklärung reichlich lang und somit relativ unleserlich – dazu vielleicht in einem anderen Artikel mehr…[↩]
ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich am Namen “Eiken” nicht erkennen kann, ob Mann oder Frau. Bitte um Korrektur.Es ist ein Frauenname, danke an Melantrys für die Recherche![↩]- und Berichten[↩]
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“die offensichtlich islamfeindliche Hetzseite PI-news” « Politically Correct — 2. August 2009 @ 01:22
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