Das Licht am Ende des U-Bahn-Tunnels
Dienstag, 26. Juli 2005, 12:42

Then it comes to be that the soothing light at the end of your tunnel
Is just a freight train coming your way
Metallica : No Leaf Clover
Nach den Terroranschlägen in der britischen Hauptstadt vom 7.7.2005 konnte man einen nie dagewesenen Zusammenhalt der Briten miterleben. Vor allem Religionsgemeinschaften haben zusammengehalten und sich gemeinsam von den Anschlägen distanziert und ihre gemeinsamen Standpunkte festgelegt. Der britische Premier Tony Blair konnte angesichts dieser Tatsache nicht anders, als zwischen Terroristen und muslimischen Briten einen klaren Unterschied zu machen. Die Reaktionen auf die Terroranschläge wurden von so einigen Muslimen in Europa als Licht am Ende des Tunnels gewertet, als eine Hoffnung auf Zeiten, in denen sie nicht mehr dem Generalverdacht unterliegen oder sich ständig rechtfertigen müssen für Dinge, die sie nicht getan haben - Zeiten in denen sie ruhig ihrem Alltag nachgehen können.Tony Blair ist inzwischen von seiner Haltung abgewichen. Bei der Suche nach den Ursachen besteht die Mehrheit der Briten darauf, dass der Einsatz der britischen Truppen vor allem im Irak zu den Hauptursachen der Anschläge in London gehört. Das konnte Blair - der inzwischen keinen Rückzieher in seinem Krieg gegen den Terror machen kann, ohne seine politische Karriere aufs Spiel zu setzen - nicht mit ansehen. Also wurde er geradezu gezwungen, die Rhethorik des rechten Flügels zu übernehmen.
Statt Zusammenarbeit anzubieten werden nun Forderungen an die islamischen Organisationen gestellt - Ultimata könnte man fast sagen. Warum haben Muslime die Terroristen in ihrer Mitte nicht angezeigt? Wieviele weitere Terroristen beten in islamischen Moscheen - von ihren Glaubensbrüdern offenbar toleriert?
Dass Muslime im Allgemeinen genauso wenig gewusst haben, wie ihre nichtmuslimischen Nachbarn wird unter den Tisch gekehrt. Von Hasspredigern ist wieder die Rede, von fromm gewordenen Muslimen, die automatisch radikal und - wie in einer kausalen Folge - Gewalt anwenden, um den anglo-sächsischen Lebensstil zu bekämpfen.
Der Güterzug, der Muslimen auch in Deutschland entgegenrollt - vor allem in Angesicht der anstehenden Bundestagswahlen - hat keine Bremse. Die Insassen sind wahlberechtigte deutsche Staatsbürger - und sie machen das Hauptgewicht des Zuges aus. Nur die wenigsten ahnen, wohin der Zug steuert. Von wem er gesteuert wird, kann keiner sagen - selbst die nicht, die glauben den Zug zu führen. (Dr. Sabine Schiffer spricht in diesem Zusammenhang von einem “selbststeuernder Prozess”) Für diejenigen, die aus dem Fenster schauen und ihre muslimischen Nachbarn auf den Gleisen sehen ist es schwierig zu entscheiden, ob das Leute sind, die den Zug des Fortschritts anhalten wollen und sie ins Mittelalter katapultieren wollen, wo Frauen als Objekte ohne Seele betrachtet wurden und die kriegerische Auseinandersetzung als die logischste Form der Auseinandersetzung erschien oder ob es unschuldige Menschen sind, die nur ihrer täglichen Arbeit nachgehen wollen.
Schilder tragen oder Mahnwachen halten bringt nun nichts mehr. Aufgrund der starken Scheinwerfer des Zuges kann keiner mehr erkennen, ob das Schilder oder Raketenwerfer sind; Wollte da jemand mit einer Kerze eine Bombe zünden?
Wenn der Zug nicht angehalten wird, sind Muslime nicht die letzten Opfer. Sie sind eher das Versuchstier, an dem neue Gesetze ausprobiert werden, die dem Menschen seinen Staat wegnehmen werden. Eh man sich versieht, wird der Bürger zum Feind, den es zu bekämpfen gilt, um die Freiheit zu erhalten - die Freiheit, die man diesem Bürger bereits weggenommen hatte.
Wie kann man einen Güterzug anhalten, der keine Bremse besitzt? Ich weiss es nicht, aber sowohl die Physik als auch das menschlich-moralische Vorständnis sagen, dass Abspringen keine so schlechte Idee ist!
Omar
Category: Inland, Persönlich
Tags: diskriminierung, euroislam, Inland, muslime, parallelgesellschaft, Persönlich
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